Stark nach hinten raus

11. März 2010, Torsten Wieland

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Der VfB Stuttgart, das sind die mit der starken Rückrunde. Diese Aussage hat das Zeug zum Mythos. Egal mit wem man derzeit über den VfB spricht, der aktuelle Rückrundeaufschwung wird immer wieder mit der Rückrunde der vergangenen Saison und der Meisterschaft 2007 in Zusammenhang gebracht.

39 Punkte, in der Rückrunde der letzten Saison, und 38 Punkte, in der Rückrunde 2007, sind echte Hausnummern. Trotzdem braucht es mehr, damit man sich so was merkt. Eine große Differenz zur in der Hinrunde erreichten Punktzahl zum Beispiel. Eine Abschlussplatzierung oberhalb der Istdochegal-Zone. Und am besten auch noch charismatische Trainerwechsel.

Der treue Markus Babbel brachte den VfB Stuttgart in der letzten Saison von Platz 11 auf Platz 3. Nun hat Christian Gross das Sagen und gleich mal aus 10 Spielen 23 Punkte geholt. Die Hinrunde war mit nur 16 Punkten dramatisch schlecht und gleichzeitig eine Vorlage für einen Rekordbucheintrag: Sollte der VfB mit dem aktuellen „Gross-Schnitt“ weiter machen – und wenn auch nur nach einer Niederlage in Gelsenkirchen, auf die ich inständig hoffe – könnte der Rekord der größten Punktedifferenz von Rückrunde zur Hinrunde eingestellt werden.

Diesen Rekord hält übrigens, rechnet man alle Bundesliga-Spielzeiten nach 3-Punkte-Regel, der SV Waldhof Mannheim. In der Saison 88/89 war man nach der Hinrunde mit nur einem Sieg und 7 Unentschieden Letzter. Unter Trainer Günter Sebert konnte Waldhof in der Rückrunde 9 Siege und 4 Unentschieden einfahren.
 
Die größten Steigerungen nach Punkten Rückrunde zur Hinrunde

 
Die erfolgreichsten Rückrunden nach 3-Punkte-Regel

Halils Schnitt

9. März 2010, Torsten Wieland

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Für Schalke:  96 Bundesligaeinsätze, 16 Tore.  0,17 Tore pro Einsatz.
Für Eintracht:   6 Bundesligaeinsätze, 1 Tor.       0,17 Tore pro Einsatz.


Einwechselspieler Baumjohann

9. März 2010, Torsten Wieland

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Die Rückrunde ist acht Spieltage alt. An sieben stand Alexander Baumjohann für Schalke auf dem Platz, allerdings nur einmal in der Startformation. Sechsmal wurde er eingewechselt, mittlerweile ist er eine sichere Bank für unser Einwechselspieler-Raten-Spielchen. Dabei gab es diesmal erneut 3 „Magath-Into-The-Brain-Kucker“: DerRiese und icarium – schon seit 6 Runden dabei – legten ihre ersten 3er hin, Julian gar seinen zweiten 3er in Folge. Herzlichen Glückwunsch den Dreien!

Alexander Baumjohann hat dabei sicher wenig Spaß. In Frankfurt war Jefferson Farfan nicht dabei. Magath entschied sich auf Außenstürmer zu verzichten, stellte Kuranyi und Edu in die Spitze, dahinter einen „10er“, zwei Halbpositionen und einen „6er“, man mag es Magaths Lieblingsraute nennen. Richtiger kann eine Formation für Alexander Baumjohann nicht daherkommen. Felix Magath brachte trotzdem wieder Ivan Rakitic.
Rakitic’ neu gewonnene Stärke hat sich Baumjohann in den Weg gestellt. Ivan Rakitic hat sich zu einem sehr zuverlässigen Teil des Mittelfeld-Granitblocks entwickelt und zusätzlich zuletzt in der Offensive gute Szenen gehabt. Mag sein, dass Alexander Baumjohann für das Ausspielen schneller Angriffe der bessere 10er ist. Aber für Schalke gilt seit Beginn der Saison der alte Beamtengrundsatz „Sicherheit vor Schnelligkeit“, mit Erfolg als Argument.

Auch Christoph Moritz steht derzeit hinten an. Peer Kluge wurde bewusst wegen seiner 180-Bundesligaspiele Erfahrung geholt, Joel Matip wirkt am Ball beeidruckend elegant und ist dennoch konsequent in den Zweikämpfen. Zum nunmehr dritten Mal in Folge wählte Felix Magath Alexander Baumjohann und Christoph Moritz als Einwechselspieler. Ehrlich gesagt, hätte er bereits die ganze Saison so konstant gewechselt, unser Spielchen hätte es wohl nie gegeben. Hier die ESR-Ergebnistabelle des Spieltags 25/47:
 

Automatismus

8. März 2010, Torsten Wieland

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„Ich bin in Gelsenkirchen aufgewachsen. Wir sind die Fußballstadt in Deutschland. Da wirst du automatisch Schalke-Fan.“

Manuel Neuer

In Frankfurt gewonnen: Noch nichts erreicht

8. März 2010, Torsten Wieland

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Mit Zweifel durchzogene Erwartung. Frühe Erleichterung. Wiederkehrende Sorge. Erlösung. Ein Spiel, das mit einem guten Schiedsrichter deutlich mehr Spaß hätte machen können.

Ich begegne einem Spiel des FC Schalke 04 nie sorgenlos. Nicht dass ich nicht optimistisch sein könnte. Aber ein „Die hau’n wir weg“-Gefühl kenne ich nicht, egal wie die Tabelle ausschaut und wer der Gegner ist. Mein Trost ist, dass es in der Bundesliga derzeit wohl auch keinen anderen Club gibt, der Schalke auf die leichte Schulter nimmt.

Zwei Tore in den ersten 15 Minuten für die Blauen: Das gab es in dieser Saison noch nicht. Da lehnt man sich zurück und seufzt zufrieden. Man ahnt das es so nicht weitergehen würde, hofft es trotzdem, verzeiht der Mannschaft wenn sie einen Gang zurückschaltet, erwartet aber Souveränität.

Ab und zu sehe ich sie nicht, diese Souveränität. Dann sehe ich Heiko Westermann storchenähnlich übers Grün schreiten oder Zambrano ungestüm agieren. Aber dann geht es gut aus, der Kommentator sagt was von bester Abwehr weil Schalke die wenigsten Gegentreffer kassiert hat, und die, die um mich herum sind, sehen in mir einen Frevler. Als der Ball dann aber in der zweiten Hälfte durch die Reihe flipperte, ein Pressschlag dummerweise zum falschen Spieler kam, es nurnoch 2:1 stand und Schalke eine ganze Weile brauchte, wieder die Ordnung zu finden, gab es um mich herum plötzlich mehrere sorgenvolle Gesichter.

Magaths Wechsel kam zum richtigen Zeitpunkt. Carlos Zambrano hatte sich aufgerieben, wirkte ausgepumpt, nachdem Frankfurt in ihm offenbar einen Schwachpunkt ausgemacht hatte und immer wieder über links angriff. Mit Rafinhas Seitenwechsel, dem Rückzug von Lukas Schmitz auf die Linksverteidigerposition und den Rückzug von Ivan Rakitic gewann Schalke wieder an Stabilität. Mit Rakitic’ Tor, von Kuranyi und vor allem Edu herrlich herausgespielt, war das Spiel endgültig gewonnen. Kuranyis Tor, ebenfalls nach tollem Zuspiel, diesmal von Christoph Moritz – ob nun einen Millimeter Abseits oder nicht – setzte einen angenehmen Schlusspunkt.

Es bleibt ein schönes Gefühl. Schönere 90 Minuten hätte man erleben können, hätte Schiedsrichter Guido Winkmann nicht jeglichen Spielfluss zerpfiffen. Zupfer: Pfiff. Ein langer Arm: Pfiff. Zweikampf verloren? Unterschenkel nach hinten klappen und die Chancen auf einen Pfiff standen nicht schlecht. Die Spieler merkten das schnell und nutzen es aus. Fürchterlich.
Eigentlich war es ein Spiel ohne grobe Härten. In der 54. Minute erwischte Zambrano einen Gegner mit der Hand im Gesicht. Zu ungestüm, der „Stiff Arm“ sollte wohl eher die Brust treffen. Eine berechtigte Gelbe Karte und die härteste Szene des Spiels. Trotzdem pfiff Schiedsrichter Winkmann 53 mal! Dreiundfünfzig Foul-Pfiffe in 90 Minuten Spielzeit, dazu 9 Ecken und ungezählte Einwürfe, da bleibt nicht viel Zeit für Fußball. In den anderen 8 Partien des Spieltags gab es durchschnittlich 34 Unterbrechungen durch den Schiedsrichter. Es war erst das zweite Spiel des FC Schalke 04 unter Winkmanns Leitung, das erste liegt bereits anderthalb Jahre zurück. Ich hoffe es dauert mindestens wieder so lange bis zum nächsten Aufeinandertreffen.

Jetzt ist Schalke dank Leverkusens Niederlage tatsächlich Zweiter und schon wird ein Vergleich mit dem VfL Wolfsburg der vergangenen Saison gezogen. Das ist allemal schöner als müsse man sich mit dem FC Schalke 04 der letzten Saison vergleichen, ist aber trotzdem daneben. Wolfsburg war mit Misimovic und seinem Stürmer-Duo in Topform offensiv eine Klasse stärker. Felix Magath mag das Understatement beherrschen, in diesem Falle ist er meiner Meinung nach aber vor allem Realist. Jetzt kommt Stuttgart, dann geht’s nach Hamburg. Es folgt das DFB-Halbfinale auf Schalke gegen die Bayern, das Auswärtsspiel in Leverkusen und das Ligaheimspiel gegen die Bayern an Karsamstag. Ein heftigeres Programm könnte man sich kaum ausdenken. Dann, danach, nach dem Lichtfest, nach dem Ende der Fastenzeit, wenn Christen an Ostern der Auferstehung Jesu gedenken, kann man sich nebenbei in feiertäglicher Ruhe lange genug überlegen, mit wem der FC Schalke 04 der Saison 2009/2010 wohl am besten verglichen werden kann. Bis dahin empfehle ich Demut.

Den Vogel abschießen

5. März 2010, Torsten Wieland

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Morgen geht’s für den FC Schalke 04 zur Eintracht nach Frankfurt. Zu Halil Altintop, der dort, bei Michael Skibbe, das Vertrauen zu genießen scheint, dass er auf Schalke vermisst hat. Das freut mich für ihn und ich wünsche ihm alles Gute. Nur eben nicht für morgen, da möge er die Knoten in den Beinen haben, die Spötter bei ihm in den letzten Jahren des öfteren gesehen haben wollen.

Alles weitere zum Spiel sagte gestern bereits unser Cheftrainermanageröffentlichkeits- arbeiterfanbefriedermedienkritikerverteidigerdesglaubens. Nur die Einwechselungen von morgen, die wusste ich schon vor ihm. Als da wären …

… Matip,
… Moritz
und Gavranovic.

Tja, wer hätte das gedacht!?
Glück auf!
 



[Einwechselspieler-Raten: Ein ausschließlich der Ehre halber zu treibender Zeitvertreib, bei dem jeder mitmachen kann, der bis eine Stunde vor Anpfiff die Namen der zu erwartenden Schalker Einwechselspieler in einem Kommentar hinterlässt. Sollte der Initiator dieses Spielchens mit seinen getätigten Aussagen falsch liegen, tritt er trotzdem nicht zurück. Der Gebrauch von Insiderinformationen oder Bestechungsgeldern darf von Dritten nicht nachgewiesen werden können. Die Tippabgabe unter Einfluss von Dopingmitteln ist offiziell verboten, es besteht ein Stillschweigegebot. Bewusstseinserweiternde Drogen werden vom Blogger persönlich abgelehnt und bei anderen Tippern nur geduldet, solange sie sich nicht negativ auf den Kommentareintrag auswirken. Zuwiderhandlungen führen zum Ausschluss. Akteneinsicht wird grundsätzlich nicht gewährt.]

Nach Adlers Fehler: Neuer gibt noch mal Alles!

4. März 2010, Torsten Wieland

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[Foto: Tomek Bo]

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