Schalker sein und bleiben, keine Stimme der AfD!

Der FC Schalke 04 war in seinen Anfangsjahren eng mit der Zeche Consolidation verbunden. Er wurde entscheidend durch die Einwanderer geprägt, die damals der Arbeit wegen aus Masuren ins Ruhrgebiet kamen, die Koslowskis, Tibulskys, Zurawskis.

Auch heute profitiert Schalke 04 von seinem Standort, der Mitten im Ruhrgebiet als Ballungszentrum seit je her für Einwanderer attraktiv war. In der Knappenschmiede werden Mercans, Yildiz‘, Kutucus oder Cans ausgebildet, die in Recklinghausen, Düsseldorf oder Gelsenkirchen geboren wurden, deren Familien sich einst bewusst für den Zuzug entschieden haben.

Der Verein Schalke 04 hat sein Bestreben, die Integration ausländischer Mitbürger zu fördern, in der Satzung verankert. Gleich in Paragraph 2 wird klargestellt, dass der Verein rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen aktiv entgegen tritt.

Schalker sind viele. Wir sind schwul und hetero, vom Glauben geprägt und Atheisten, wir haben alle Hautfarben, wir sind behindert und topfit, sind arm und reich, klug und manch einer auch doof. Wir sind bunt. Wir dürfen es sein, wir sind okay wie wir sind, und wir vereinen uns unter der blau-weißen Fahne.

Wer für Ausgrenzung ist, wer meint, der Zuzug von Menschen, die hier leben und arbeiten möchten, führe zum Untergang des Landes, der hat Schalke 04 nicht verstanden. Wer umgekehrt Schalke verstanden hat, kann unmöglich damit einverstanden sein, dass es rechtsradikale Politiker im Bundestag geben soll.

Deshalb: Schalker sein und bleiben, keine Stimme der AfD!

Schalke 04 – FC Bayern München 0:3

Fortan wird es Texte von mir zu Spielen unter der Wochen nur noch in Ausnahmefällen geben können. Bei mir hat sich einiges verändert. Mein Job beginnt früher, meine Anfahrt zum Job ist länger, meine Nacht ist entsprechend deutlich kürzer. Ich schaue mir die Spiele der Blauen weiterhin allesamt an, aber mich danach noch hinzusetzen und einen ordentlichen Text zu verfassen, diesen Zeitaufwand kann ich mir in der Regel nicht mehr leisten.

Deshalb ist dies hier nun eine Art „Thread-Eröffnung“, wie in einem Forum. Damit die Diskussion im Kommentare-Bereich dieses Blogs auch ohne meinen Text aufblühen kann, damit die Diskussion einen richtigen Platz hat.

Dem Zufall seine Chance erpresst

Schalke fährt am vierten Spieltag den dritten Sieg ein, gewinnt im Bremen mit 2:1. Ein Spiel, das „hochklassig unattraktiv“ war, nach dem beide Teams mit ihren Leistungen zufrieden sein konnten, in dem am Ende der Zufall für Schalke entschied – wofür man sich aber nicht zu schämen braucht.

Wenn man nur kräftig presst, kommt am Ende auch was raus. Diese Erkenntnis hat mittlerweile alle Bundesligaclubs erreicht. Schalke war damit spät dran. So konsequent und so hoch wie jetzt presste Schalke unter den vorherigen Trainern nie. In Bremen wirkte Schalkes Defensivverhalten schon tief in des Gegners Hälfte aggressiv.

Wenn aber alle pressen wie bekloppt wird Fußball nur noch nach Fehlern schön.

Werder und Schalke pressten das Spiel platt. Spielzüge waren selten zu sehen. Nach Fehlern in der Defensive, wenn mal Platz war, wenn man mit Präzision Chancen hätte kreieren können, folgten meistens Ungenauigkeiten. Entsprechend gab es nur wenige Torchancen. Entsprechend gab es zwar verschiedene Ballbesitzphasen, aber keine qualitative Überlegenheit für ein Team. Also entschied am Ende der Zufall.

Fußball wird letztlich häufig vom Zufall entschieden, häufiger als alle anderen großen Sportarten. Natürlich war die Reaktion Leon Gorezkas, als er das Bein ausstreckte und zum Sieg einschob, eine tolle sportliche Leistung. Aber dass der Ball eben dorthin kam, war ja nicht geplant. Matija Nastasic traf ihn schlecht, der Ball rutschte durch und Leon Goretzka vor die Füße. So werden Fußballspiele schon mal entschieden.

Es war ein gutes Auswärtsspiel der Blauen. Es macht den Eindruck, als werde Schalke defensiv zunehmend konsequenter und als mache man weniger Fehler. Gemessen an so wenig gespielter Saison präsentiert sich Schalke schon überraschend deutlich anders, im Vergleich zur letzten Saison. Das ist die Basis, um dem Zufall die Chance zu geben.

Ma’kucken wie’s weiter geht.

Verdienter Sieg gegen den VfB Stuttgart

Zum königsblog-Comeback gewinnen die Blauen 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Ein sehr verdienter Sieg, bei dem Schalke über 90 Minuten die bessere Mannschaft war, allerdings in der ersten Halbzeit mit passiver Spielweise die Ungeduld des Publikums reizte.

So richtig warm kann ich mit diesem Video-Schiri nicht werden. Da regt man sich auf, denkt, dass das doch sicher ein Foul war, dass es aber albern sei, sich wegen dieses Trittes so lange auf dem Boden zu wälzen. Dann aber war das Wälzen richtig, um der Situation die Zeit abzuverlangen, die der Videomann brauchte, um den Schiedsrichter auf die richtige Bahn zu schicken.

Dass sich Schalke nach der Führung zurückzog und Stuttgart den Ball überließ, empfand ich als naheliegend. Reagierend sah Schalke gegen Leipzig gut aus, agierend hatte Schalke gegen Hannover Probleme.
Dummerweise kam Stuttgart durch einen Glücksschuss zum Ausgleich. Eine wirklich gute Chance konnte sich der VfB in der ersten Halbzeit nicht erspielen. Stuttgart tat sich schwer, Schalke hatte den Gegner im Griff. Doch ob des Treffers in der 40. Minute, und ob des offensichtlichen Anspruchs, jeden Gegner an die Wand nageln zu wollen, wurde die keineswegs schlechte Leistung der Blauen in der ersten Hälfte von großen Teilen des Publikums niedergepfiffen und in den social networks kritisiert und verhöhnt.

Tatsächlich war Schalkes Leistung nach der 3:1 Führung schwächer als während der ersten Hälfte. Unkonzentrierter, weniger konsequent, ließ man einen Schlagabtausch zu. Den Fans war es zu diesem Zeitpunkt aber egal, sie sangen vom Mythos des Schalker Markts, hatten das Spiel abgehakt, nachdem die Blauen so flott nach der Pause das Spiel entschieden hatten.

Ein Sieg des Willens sei es gewesen, wurde nach Abpfiff gesagt. Dabei war Schalke die in allen Belangen reifere Mannschaft. Darauf muss man sich nicht viel einbilden, schließlich ist der VfB Stuttgart Aufsteiger. Aber der Erfolg war, im Gegensatz zum Stuttgarter Ausgleichstreffer, eben nicht zufällig, sondern verdient.

Von DU nach GE – erst mal Pause

Bislang kam dieses Blog aus Duisburg. Demnächst kommt es aus Gelsenkirchen. Ich habe gerade recht viel zu tun, mich um viel zu kümmern. Deshalb tritt zwar nicht meine Liebe zu Schalke 04, wohl aber die Priorität zum Schreiben dieses Blogs in den Hintergrund. Hier ist deshalb erst mal Pause. Hier geht es erst am 11.09. weiter, nach dem Spiel der Blauen gegen den VfB Stuttgart.

Ich bin Duisburger. In Neudorf wuchs ich auf. Die erste große Liebe wohnte in Hochfeld. Ich zog nach Wannheimerort. Zwischendurch versuchte ich, in Rheinhausen, in Friemersheim, auf der anderen Rheinseite glücklich zu werden. Es misslang, es war zu weit weg. Ich zog wieder nach Wannheimerort, bis ich mit meiner heutigen Frau zurück nach Neudorf zog, um dort unsere kleine Familie zu gründen. Als die Kinder größer wurden, als wir ein Kinderzimmer mehr brauchten, als klar wurde, dass meine Frau krank ist und eine behindertengerechte Wohnung brauchen würde, zogen wir nach Duissern.

Ich mag Duisburg. Den Norden kenne ich bis heute nicht, mein Duisburg geht von der Innenstadt bis Düsseldorf, und dort lässt es sich prima leben. Ich liebe den Stadtwald. Von dort aus kommt man über den Bereich der Regattabahn, im Sportpark Wedau, zum Naherholungsgebiet Sechs-Seen-Platte, ohne den Kopf unter den Bäumen hervorstrecken zu müssen. In Neudorf wuchsen unsere Kinder auf. In der katholischen Gemeinde St. Gabriel erfuhren wir, wie aus einem Ort eine Heimat wurde, der Leute wegen, obwohl uns nicht der Glaube dorthin führte.

Diese Leute gibt es immer noch, und auch sonst gibt es noch Freunde hier. Aber 2012, mit der Diagnose, ändere sich unser Leben. Sie und ich, seit 2001 zusammen, schworen uns, so lange es geht unseren Kindern eine gute Familie zu bieten. Gott weiß, dass wir alles dafür taten. Aber Jahr um Jahr wurde es schwieriger. Die Beziehung veränderte sich. Die krankheitsbedingten Konflikte wurden mehr. Ein Zusammenleben, das für alle immer wieder eine Ausnahmesituation bedeutet. Weshalb es so nicht weitergehen konnte. Weshalb wir beschlossen, uns zu trennen.

Die Idee ist, dass durch die Trennung die Konflikte des Alltags eliminiert werden. Dass die Zeit miteinander zwar weniger, aber dafür wieder gelassener, höherwertiger wird, dass man sich wieder auf einander freut. Ich werde ein alleinerziehender Vater zweier Kinder sein. Ich werde wieder „Single“ sein. Aber wir werden weiter für einander da sein. Wir werden uns weiter um einander kümmern. Und wir ziehen dafür nach Gelsenkirchen, weil wir davon überzeugt sind, dass das dort besser funktionieren wird.

In Gelsenkirchen-Resse wohnen viele Freunde von uns, und auch noch Familie meiner Frau. Sie ist dort aufgewachsen, und mit unserer Liebe wurden ihre Freunde auch zu meinen. Dort haben wir mehr „soziales Netzwerk“. Dort haben wir für die Kinder und mich bereits eine hübsche Wohnung gefunden. Die Wege werden kurz sein.

Es wird für uns alle ein neuer Lebensabschnitt werden. Die Kinder wechseln die Schulen, die Sportvereine. Man sucht sich neue Läden, neue Haltestellen, neue Ärzte, einen neuen Bäcker, bei dem man Sonntags Brötchen bekommt. Wir erleben Abschied und Ankommen. Wir erleben Vorfreude und Bedenken. Letztlich macht jede große Veränderung auch ein bisschen Angst. Jede große Veränderung fordert einen gewissen Respekt.

Dafür nehme ich mir nun die nötige Zeit. Dabei geht es auch um mich. Aber vor allem bin ich der gesunde Erwachsenen-Teil dieser Familie. Es ist an mir, meine Frau zu stützen und für die Kinder da zu sein. Meine Frau ist unglaublich stark. Wir haben unfassbar tolle und selbstständige Kinder, die scheinbar jede Situation meistern können und nie verzagen. Dennoch will ich gerade nichts mehr, als an ihrer Seite stehen, für den Fall, dass sie sich doch mal festhalten müssen.

Redet über Schalke! Habt Spaß an dem neuen Trainer! Ab dem 11. September bin ich wieder dabei, dann geht es hier weiter.

Glückauf.

Bastian Oczipka

… wird Schalker. Der dritte Neuzugang der aktuellen Transferperiode.

Schalke hat Sead Kolasinac verloren und Baba ist noch verletzt. Man suchte einen zuverlässigen Linksverteidiger mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Ich denke, den hat man mit Bastian Oczipka gefunden.

Unter Nico Kovac hat er eine sehr solide Saison gespielt, war Teil einer starken Abwehrreihe. Einmal fehlte er wegen einer Gelbsperre, ansonsten stand er in allen Bundesligapartien über 90 Minuten auf dem Platz. Bastian Oczipka ist 28 Jahre alt, kommt aus Bergisch Gladbach und wird gerade zum ersten Mal Vater.

Für eine Ablösesumme zwischen 4 und 5 Millionen Euro stellt er für Schalke 04 kein großes Risiko dar. Neben top talentierten Sternchen, von denen man sich das Besondere und die große Marktwertsteigerung erhofft, braucht eine Mannschaft immer auch solide Bundesligaarbeiter. Als einen solchen erachte ich Bastian Oczipka. Ich denke, dieser Transfer ist ein recht smarter Move von Christian Heidel.

Amine Harit

… wird Schalker, das wurde von Trainer Domenico Tedesco am Rande des Testspiels in Erkenschwick bereits bestätigt. Dies ist wohl die große Nachricht dieser Woche. Dennoch wird mein Text nicht länger, denn ich muss zugeben, ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung, was dieser junge Kerl zu leisten imstande ist. Ich hege keinerlei Interesse für die französische Liga. Ich glaube nicht an Highlight-Videos und ich spiele nicht mal Playstation.

Fakt ist jedenfalls, dass Amine Harit heute 20 Jahre und 22 Tage alt ist, und dass er gerade erst 2.401 Spielminuten in 34 Einsätzen im Herrenbereich absolviert hat. Das ist noch eine Minute weniger, als Franco Di Santo bislang für Schalke auf dem Platz stand.

Ma’abwarten.