ESR plus X: Torspektakel in Köln … vielleicht

Guten Morgen und herzlich Willkommen zur zweiten ESR plus X-Durchgang dieser Rückrunde! Nur die Punkte zählen, auch bei diesem Spielchen, deshalb ist zumindest die X Frage diesmal einfach gehalten …

Schalke spielt in Köln, und wie die Mannschaft aussehen wird, ist völlig offen. Ob Raúl nun auch noch ausfällt, ob Farfán doch zu einem Einsatz kommen kann, ob Tim Hoogland vielleicht erstmals wieder zum Kader gehört, ob in Abwesenheit Baumjohanns nun José Manuel Jurado wieder eine Chance bekommt – über all das sprach Huub Stevens in der Pressekonferenz zum Spiel. Nichts sagte er zu, nichts schloss er aus.

In den Spielen des FC Schalke 04 sind in dieser Saison bereits 64 Treffer gefallen, das ist der Topwert der Liga. In den Spielen des 1. FC Köln fielen 63 Treffer, Platz 2. Diese Erkenntnis führte zu einer simplen, aber naheliegenden …

X Frage
Wieviele Tore fallen im Spiel des FC Schalke 04 in Köln?

Mein Tipp lautet …

Jurado
Moritz
Pukki
X 3



Was ist Einwechelspieler-Raten und was ist eine X Frage?
Tippabgabe bis Samstag, 17:30 Uhr. Bitte die drei Spielernamen und die Antwort auf die X Frage im Kommentarfeld untereinander notieren. Mache dabei bitte die X Antwort mit einem vorangestellten „X“ kenntlich. Für „echte Kommentare“ bin ich wie immer dankbar. | Foto: Akbar Sim

Mal Wurstheini, mal Kotelett-Kaiser: Clemens Tönnies

Clemens Tönnies ist völlig unbestritten der starke Mann beim FC Schalke 04. Er stellt sich dar wie der Boss. Obwohl nur ein Teil des Aufsichtsrates, holt und entlässt doch er die Vorstände; ist doch er es, der die Kühe vom Eis holt. Irgendwie unvorstellbar, dass er sich im Aufsichtsrat nicht durchsetzen könnte. Tönnies ist der Macher. Westfälischer Geschäftsmann. Chef eines Konzerns mit 4,3 Milliarden Euro Umsatz. Milliardär.

Schalke 04 gehört den Mitgliedern. Die Mitgliederversammlung wählt den Wahlausschuss, welcher Kandidaten für den Aufsichtsrat zulässt, welche wiederum von der Mitgliederversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden. Ein demokratisches, basisorientiertes System. Da fühlt sich ein „Big Boss“ falsch an. Da fühlt es sich schlecht an, Aufsichtsratsmitglieder zu erleben, die nicht den Eindruck machen, als würden sie aus sich heraus „schaffen“, sondern eher beisitzen.

Andererseits glaube ich, dass Clemens Tönnies in der Tat nur das Beste für den FC Schalke 04 will. Er hilft diesem Club mit seiner Erfahrung als Konzernchef. Er hat offensichtlich aus eigener Tasche für vorübergehende Liquidität gesorgt, als es für den Verein kurz auf knapp stand. Er lies sich beschimpfen und bespucken. Sicher ist es für ihn keineswegs das reine Vergnügen, dieses Amt auf Schalke. Aber er macht weiter und handelt in der Regel nachvollziehbar.

In jüngerer Vergangenheit haben sich die Zeitschriften manager magazin und Wirtschafts Woche mit Clemens Tönnies befasst.

Der Text im manager magazin erschien Ende November letzten Jahres und beschreibt vor allem den Typ Clemens Tönnies. Es wird von seinem Werdegang erzählt. Es wird beschrieben, dass ihn die Gegend, die Nachbarschaft zu den Oetkers und Webers Ostwestfalens prägte. Ein Text, der alles in allem ein positives Bild zeichnet, Tönnies aber nicht durchgehend gut dastehen lässt, in dem er eher als „bauernschlau“ denn als intelligent dargestellt wird. Aus diesem Text stammt auch der Titel „Mal Wurstheini, mal Kotelett-Kaiser“, dort eine Aussage mit dem beschrieben wird, wie unterschiedlich die Sichtweise auf Tönnies sind, wie sehr er polarisiert.

In der Wirtschafts Woche erschien vergangenen Samstag ein Interview mit Clemens Tönnies. Dabei ging es zunächst um das Schlachtvieh, welches in Tönnies’ Fabrik verarbeitet wird – eben um alles das, was der Fleischindustrie vorgeworfen wird. Im zweiten Teil ging es dann um Schalke 04, und zwar konkret um die Veränderungen in der jüngeren Vergangenheit. Um die fehlende Transparenz im S04-Firmen-Konstrukt, um die Ablösung der Schechter-Anleihe, um den Rausschmiss Schechters selbst, um den Schuldenstand.

Zwei Texte zu Clemens Tönnies, die meines Erachtens jeder Schalke Fan gelesen haben sollte. Weshalb ich eben hier und jetzt darauf hinweise. Zwei längere Texte, zugegeben. Falls es jetzt nicht passt, einfach die Links speichern. Am Wochenende werden sich schon 20 Minuten dafür finden lassen. Schalke spielt Samstag ja erst um 18:30 Uhr.



manager magazin: „Deutschlands größter Schlachter mischt Schalke auf“
Wirtschafts Woche: „Von der Schlachtbank zum Fanblock“

Gerücht des Tages: Guti auf Schalke

Real Madrids Haus- und Hofzeitung AS berichtet heute, dass José María Gutiérrez genannt Guti noch in dieser Woche einen Vertag auf Schalke unterschreiben soll. Der Vertrag soll zunächst eine Laufzeit von 6 Monaten haben, danach wolle man sich erneut zusammensetzen.

Gerüchte um Guti gab es auf Schalke immer wieder, seit sein Kumpel Raúl bei den Blauen spielt. Diesmal ist es „denkbarer“ als sonst, weil Guti auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, derzeit vereinslos ist und Schalke über einen kurzen Zeitraum Hilfe im defensiven Mittelfeld gebrauchen kann. Ein Medien-Coup wäre es auf jeden Fall.

Wörtlich: Jupp Heynckes

Er müsste einfach etwas ruhiger machen, etwas bedächtiger, etwas konzentrierter. Einfach Tempo rausnehmen. Das ist sein Problem, dass er unheimlich schnell den Ball wieder ins Spiel bringen will.

Manuel Neuer traf den Ball nicht richtig. Schnellschuss-Statements nach solchen Situationen sind immer gleich: Hatte der Protagonist in der Situation genügend Zeit, dachte er zuviel nach. Das ist dann nicht gut, dann soll er intuitiver agieren. Ging die Situation schnell vonstatten, fehlte ihm die Ruhe. Das ist dann nicht gut, dann soll er Tempo rausnehmen. Oder auch „einfacher“ Spielen.

Jupp Heynckes ist kein Mann der Schnellschuss-Statements. Seine Sprache ist holperig, seine Aussagen sind aber erfahrungsgemäß bedacht. Sollte der Trainer des FC Bayern München seinen Torwart also tatsächlich nicht verstehen, und dessen, bei aller Stärke, doch herausragende Fähigkeit tatsächlich für ein Problem halten?

Schwierige Situation nach einfachem Spiel

Schalke 04 siegt mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Es sei ein einfaches Spiel gewesen, sagte Klaas-Jan Huntelaar im Aktuellen Sportstudio. Das kann man unterschreiben. Schalke gewann verdient, und trotzdem bleibt nicht nur Freude. Nach der Verletzung Benni Höwedes’ gehen Schalke die flexiblen Defensivspieler aus.

Klare Angelegenheit gegen Stuttgart

Defensiv machte Schalke in diesem Spiel fast alles richtig. Huub Stevens Entscheidung, Joel Matip ins defensive Mittelfeld zu beordern, war goldrichtig. Matip bewies einmal mehr seine überragende Übersicht und sein taktisches Verständnis. An seiner Seite war Höger fleißig, die Räume zwischen dem Mittelfeld und der Abwehrkette waren eng, für Stuttgart zu jeder Zeit deutlich zu eng.

Wie schon Werder Bremen am Ende der Hinrunde schaffte es auch der VfB Stuttgart nicht, sich auf den Flügeln einen Vorteil zu verschaffen; die eigentlich aussichtsreichste Variante gegen Schalke 04. Schalkes Außenverteidiger Uchida und Fuchs wurden bei ihrer Defensivarbeit ausreichend gut von den Vorderleuten unterstützt. Man hatte eigentlich nie das Gefühl, dass Stuttgart gefährlich werden konnte. Nahezu alle halbwegs gefährlichen Bälle in Richtung des Tores von Lars Unnerstall resultierten aus Schalker Querschlägern, aus unglücklichen Umständen – Stuttgarter Kombinationen waren kaum zu sehen. Und so war das Tor der Schwaben, drei Minuten vor Schluss, auch kaum ein Grund zum ärgern. Eher war es ein Resultat des abgefallenen Drucks auf Schalker Seite, nach dem das Spiel durch den dritten Schalker Treffer entschieden war.

Die Offensive verdiente sich lange weniger Lob. Es fing toll an, in den ersten Minuten attackierte man Stuttgart früh und suchte den schnellen Weg zum Tor. Das ließ allerdings bereits nach 10 Minuten nach. Man führte 1:0, lies Stuttgart kommen, erfreute sich an deren Harmlosigkeit und richtete sich ein.

Ohne Lewis Holtby fehlte ein „Verbinder“ zum Angriff. Wie immer war Raúl überall, hinter Klaas-Jan Huntelaar war allerdings häufig ein riesiges Loch. Dort fehlte eine Anspielstation für die tief stehenden Matip, Höger oder auch Fuchs. Der Ball wurde eher umständlich und zu langsam in die Spitze gebracht. In der ersten Halbzeit war die Offensive eher mau.

In der zweiten Hälfte spielte Stuttgart höher, bot im Rückraum dadurch naturgemäß mehr Platz, und Platz ausnutzen ist die größte Stärke der Schalker Offensive. Julian Draxler trieb an, Raúl und Huntelaar zogen mit, Chinedu Obasi machte alles in allem einen ordentlichen Eindruck. Schalke hätte in der zweiten Hälfte, den Chancen entsprechend, drei Tore mehr machen müssen. Dass das nicht gelang ist schade und keineswegs egal, da es nicht völlig abwegig ist, dass es beim Kampf um die Plätze in der Tabelle am Ende aufs Torverhältnis ankommt. Bezüglich des Spiels gegen Stuttgart ist es aber sicher kein Grund, sich zu ärgern. Da hallt der Klang des wundervollen 3:0 deutlich länger nach.

Ausgerechnet Höwedes

Wirklich ärgerlich hingegen ist der Ausfall Benedikt Höwedes’. In diesem Fall ist ein „Augerechnet“ angebracht, ist Höwedes doch der vielseitigste Defensivspieler im Schalker Kader. Nachdem durch den Jones-Ausfall Joel Matip im defensiven Mittelfeld gebunden ist, bleiben für die Innenverteidigung nur noch Christoph Metzelder und Kyriakos Papadopoulos übrig. Das ist zu wenig. Mit einer solch dünnen Stelle im Kader einen längeren Zeitraum zu überbrücken ist so risikoreich, dass es fahrlässig wäre, würde Horst Heldt bei noch geöffnetem Transferfenster nicht über eine Verstärkung nachdenken.

Einen passenden Spieler zu finden, dürfte aber schwierig sein. Grundsätzlich ist der Kader in diesem Bereich gut besetzt, das Problem entstand durch widrige Umstände, nicht auf Grund einer zu korrigierenden Fehlplanung. Mit Papadopoulos, Matip und / oder Höwedes ist die Innenverteidigung sowohl gut, als auch jung besetzt. Für das defensive Mittelfeld kommt im Sommer Roman Neustädter dazu, auch hier gibt es spätestens dann keine Lücke mehr. Ob man nun also nach einem gestandenen Spieler sucht, der einen qualitativ nach vorne bringt, allerdings viel Geld kostet und einem der derzeitigen Spielern die Zukunft raubt, oder ob man nach einem Feuerwehrmann sucht, der besser als eine interne Notlösung ist, aber nach der Rückkehr der ausgefallenen Spieler überflüssig wird; alle Szenarien haben großes Daneben-Potenzial.

In dieser Situation ist die Ruhe Huub Stevens’ sehr viel Wert. Nach dem Spiel gegen den VfB wurde er zu einer möglichen Vertragsverlängerung mit Raúl gefragt. Es gäbe Gerüchte, dass man kurz vor einer Einigung stehe, ob er dazu nicht was sagen könne. Nein, das sei Sache des Vereins, sagte Huub Stevens. Ein Trainer habe auf den Trainingsplatz zu gehen und zu versuchen, aus den Spielern die da sind, das Beste zu machen. Während diese Aussage bezüglich des Falls Raúl nur sympathisch war, ist sie bezüglich der geschilderten Defensivsituation großartig. Was Stevens taktisch aufs Feld bringt erscheint mir oft zu unflexibel, darüber habe ich bereits häufiger geschrieben. Jetzt ist es an der Zeit, den Pragmatismus zu loben, mit dem er Probleme angeht. Das ist Huub Stevens’ Stärke und die ist genau jetzt mehr denn je gefragt.

ESR plus X: Obasi wie ein Stammspieler

In der X Frage zur ESR plus X-Clausura 11/12 ging es um Chinedu Obasis Einsatzzeit. Satte 75 Minuten sind es geworden, er spielte von Beginn an. Das hatte kaum jemand geglaubt, weshalb insgesamt nur wenige Punkte gemacht wurden.

Von 94 Tippern nannten 64 Obasi als Einwechselspieler. 61 der 94 gingen von einer Einsatzzeit unter 30 Minuten aus. Lediglich 5 Tipper glaubten an 75 oder mehr Spielminuten für Chinedu Obasi.

Ein Tipp auf +/-2 genau gereichte für den X Fragen-Punkt. Dass schafften Ney, SimSch04, MissRhapsody und Kat. Ney nannte darüber hinaus noch Marica und Draxler als Einwechselspieler. Mit drei Treffern ist er der erste Führende in dieser ESR plus X-Runde. Hinter ihm holten noch 13 Tipper zwei Punkte, 45 einen Punkt und 35 gingen ganz leer aus.

Obasi war mit 64 Nennungen der mit Abstand meistgenannte Einwechselspieler-Tipp. Moritz (42) und Draxler (41) folgten auf den Plätzen. Die komplette Ergebnisliste gibt es hier. Ein Text zum Spiel folgt. Danke fürs mitmachen!

Auf ein Neues: ESR plus X!

Guten Morgen und herzlich Willkommen zu einer neuen Runde ESR plus X!

Eigentlich geht es bei ESR plus X ja traditionell um den Ruhm eines Spieltags. Da aber viele Tipper auch stets auf die Gesamtwertung achten, und weil ich denke, dass für eine Gesamtwertung 17 Spieltage eine lange Zeit sind, beginnt ESR plus X zu jedem Halbjahr bei Null. Im Apertura und Clausura-Modus, sozusagen.

Die Antwort auf die Frage, was ESR plus X eigentlich ist, gibt es hier. Wie immer geht es auch in dieser nun startenden Runde um nichts Materielles. Es geht um den Zeitvertreib als solchen beim Warten auf den Anpfiff. Es geht um den Ruhm, wenn man tatsächlich mal alle Fragen korrekt beantwortet hat – ich selbst warte immer noch darauf. Es geht um die Beschäftigung mit dem Kader fürs folgende Spiel und um die Erkenntnis, dass das, was simpel aussieht, doch nicht so leicht ist.

Aber fangen wir doch einfach wieder an. Mit Runde 1 zum 18. Spieltag der aktuellen Bundesligasaison.

Schalkes bislang einziger Neuzugang ist Chinedu Obasi ob ausgeliehen oder nicht ist interessant, interessiert für das Spiel gegen Stuttgart aber nicht. Gegen Stuttgart interessiert, ob Chinedu Obasi Schalke helfen kann. Darauf bezieht sich die …

X Frage
Wieviele Spielminuten wird Chinedu Obasi gegen den VfB Stuttgart mitwirken?

Es zählen die eventuellen Ein- oder Auswechselspielminuten bei kicker.de. Das Spielende wird als 90. Minute gewertet. Wer auf +/-2 Minuten an den tatsächlichen Wert herankommt, erhält den Punkt.

Was die Einwechselspieler angeht: Jones, Holtby und Farfán sind definitiv nicht dabei. Mit dem fitten Christoph Moritz oder den in den Vorbereitungsspielen überzeugenden Julian Draxler und Alexander Baumjohann gibt es sicher dennoch genug Spielraum für ausgefallene Tipps. Mein Tipp sieht so aus …

Jurado
Moritz
Obasi
X 26



Was ist Einwechelspieler-Raten und was ist eine X Frage?
Tippabgabe bis Samstag, 14:30 Uhr. Bitte die drei Spielernamen und die Antwort auf die X Frage im Kommentarfeld untereinander notieren. Mache dabei bitte die X Antwort mit einem vorangestellten „X“ kenntlich. Für „echte Kommentare“ bin ich wie immer dankbar. | Foto: Duncan c