Ma’lesen: Das andere Schalke

Schalke 04 kennt jeder. Dabei denkt jeder aber zunächst an die Profiabteilung, natürlich. Die Bundesliga überschattet alles, im Sport in Deutschland im Allgemeinen, im Fußball in Deutschland sowieso. Trotzdem ist der Sport, der Fußball und auch der FC Schalke, natürlich viel mehr.
 
Die Nachwuchsabteilung des FC Schalke hat vor einer Weile den Namen „Knappenschmiede“ erhalten und erfährt seitdem noch ein bisschen mehr Beachtung als zuvor. Schalkes A-Jugend-Trainer Norbert Elgert ist vielleicht der berühmteste Jugendtrainer im Land. Man hat den Eindruck, Schalke produziere Bundesligaprofis am Fließband. Tatsächlich bildet Schalke wie am Fließband Fußballspieler aus, in die Bundesliga schafft es davon aber nur ein Bruchteil. Wer es schafft und wer nicht, darüber entscheidet nicht nur das Talent, darüber entscheidet nicht mal nur die Leistung des Spielers. Dazu braucht es auch den Zufall. Der richtige Fürsprecher im richtigen Moment, die Gelegenheit, das Glück genau im richtigen Moment auf sich aufmerksam gemacht zu haben.

Andreas Evelt hat die Geschichte Nils Zanders aufgeschrieben. Einer, der unter Norbert Elgert A-Jugend-Meister wurde, der unter Felix Magath im Trainingslager mit Julian Draxler im Zimmer wohnte und auf die große Karriere hoffte – und dem diese eben nicht gelang, der nun in der fünften Liga spielt.
Lesenswert.
 
 
Schalker sind viele. Schalke sind zu einem beträchtlichen Teil auch seine Fans. Fan sein ist toll, Fan werden ist aber nochmal was anderes. Wer sich wann wie verliebt hat, dazu weiß jeder seine eigene Geschichte zu erzählen.

Jay-Jay ist ein besonderer Junge und auf der Suche nach einem, seinem Club. Nun war er zum zweiten Mal auf Schalke und sah sich die Seite der Blauen abseits des Trubels an. Und weil die Menschen, die Schalke leben, diesen Club ausmachen, waren sie ein wichtiger Teil dieser anderen Seite. Entsprechend kommen Hassan Talib Haji, Heinz Geldermann und Marco Höger in dieser toll aufgeschriebenen Geschichte vor, die den Besuch Jay-Jays auf Schalke beschreibt, und die einen nochmal darüber nachdenken lässt, was dieser Club auch für einen selbst bedeutet. Bitte hier entlang:
Der Wochenendrebell – Nullvier
 
 
Schalkes Stadion ist bemerkenswert, nicht nur für Jay-Jay. Wenn die Blauen spielen zählt das Leben darin. Ohne Menschen, still, erlebt es sich anders, und ist des Blickes ebenso wert. Unter dem Titel „Stadien in NRW“ hat der WDR nun eine Präsentation der Arena auf dem Berger Feld online gestellt. Dabei unterstreicht schönstes Internet-Design die Schönheit des Stadions. Ein Netz-Ding das einfach Spaß macht.
Arena Gelsenkirchen

Tschöö Julian!

Ich mag Julian Draxlers Spiel sehr und habe mich sogar immer als Fan dessen bezeichnet. Ich mag seine Dynamik. Wenn er mit Tempo nach innen zieht, im Zentrum ankommt, von wo aus er mit beiden Füßen einen tollen Abschluss hat oder eben mit Übersicht abspielen kann. Ich habe seine Fähigkeiten immer gerne mit denen Rafael van der Vaarts verglichen; als der noch gut war. Gerne hätte ich Julian Draxler weiter auf Schalke spielen sehen.

Fan seines Spiels, aber Fan des Spielers war ich nicht. Das gelingt mir irgendwie nicht mehr, nicht nur bei Julian nicht, generell. Vielleicht bin ich dazu einfach zu alt. Vielleicht war es aber auch tatsächlich der Wechsel Manuel Neuers, der mich veränderte. Manuel Neuer fühlte ich mich irgendwie verbunden. Sachlich konnte ich seinen Wechsel nachvollziehen, aber es tat trotzdem weh, und die Art und Weise ärgerte mich letztlich mehr als ich es wollte.

Julian Draxler gab sich immer distanzierter als Manuel Neuer. Ich nehme an, er wollte aus Manus Fall lernen. Am Ende hat er eigentlich gar nichts mehr gesagt. Jetzt muss er erfahren, dass es egal ist, wie man sich gibt. Als Junge von hier, der weg will, kann man „es“ nicht richtig machen.

Meines Erachtens hat Julian Draxler nichts wirklich falsch gemacht. Nach seinem Einstand, mit dem Big Bang in der Verlängerung des Pokalspiels gegen den 1. FC Nürnberg, und nachdem ihm wirklich jeder mehrmals das Wonderkid-Label aufgepappt hatte, überstiegen die Erwartungen an ihn alle Maße. Julian Draxler ist heute noch erst 21 Jahre jung. In diesem Alter hat er schon unglaubliche viereinhalb Spielzeiten als Profi auf Schalke hinter sich – und diese immer unruhig, mit 6 verschiedenen Trainern! Er ist heute noch nur im Alter eines Talents, aber die Schalke Nation geht davon aus, dass er den Club schon in der Vergangenheit hätte tragen sollen.

Also entschied er sich dazu, woanders „erwachsen“ zu werden, und brachte dem FC Schalke 04 damit soviel Geld ein wie noch nie ein Spieler oder ein Wettbewerb zuvor. Schalker bleibt er, selbstverständlich, egal wer was auch kräht – so wie auch Manuel Neuer stets Schalker bleiben wird, egal wer was auch kräht. Ich würde mir ja wünschen, dass es auf Schalke ganz leise wird, still, wenn Julian Draxler im falschen Trikot zurückkommt. Damit er das Besondere spürt. Aber vermutlich spuckt der Mob wieder Gift und Galle, wie bei Manuel Neuer, und ich muss zusehen, dass mein Sohn von einem zum fremdschämen und unwürdigen Schauspiel möglichst wenig mitbekommt …

Gestern schrieb Sead Kolasinac seinem Zimmerkumpel Julian auf seiner Facebook-Seite einen „Abschiedsbrief“. Nette Worte, wie ich finde. Denen mag ich mich anschließen, auch wenn ich nicht weiß was „brate“ bedeutet:

Dir, Julian, nur das Beste! Aber Deinem neuen Club alles Pech der Welt.

Glück auf.

Lieber Julian,

dein halbes Leben hast du Auf Schalke verbracht! Davon waren die letzten Jahre unsere gemeinsamen Jahre!…

Posted by Sead Kolašinac on Mittwoch, 2. September 2015



Foto: Tomek Bo

Kein Draxler Ersatz: Falsch gedacht

Julian Draxler setzt seine Karriere beim VfL Wolfsburg fort. Schalke 04 kassiert dem Vernehmen nach erfreulich viel Geld. Dass das so kam erstaunt mich kein bisschen. Erstaunlich ist allerdings, dass Schalke keinen Ersatz für Draxler verpflichtete.

André Breitenreiter hat in den letzten Wochen wiederholt betont, dass er den Kader für die anstehenden Aufgaben als recht dünn besetzt erachtet. Er hat wiederholt betont, wie wichtig ihm Julian Draxler war. In den ersten Saisonspielen fand der Schalker Spielaufbau über die Außen statt, Draxler und Choupo-Moting waren dabei wichtige Schaltstellen.

Horst Heldt sagte, dass Julian Draxler bereits zum Ende der letzten Saison Wechselabsichten äußerte. Horst Heldt selbst hielt Draxler „die Türe“ für einen Wechsel bis zuletzt offen. Bis gestern Nachmittag um 17:40 Uhr war ich absolut davon überzeugt, dass Schalkes Manager vorgearbeitet hat, dass in dem Moment, in dem der VfL Wolfsburg Julian Draxler als Neuzugang präsentiert, Schalke 04 ebenfalls eine adäquate Neuverpflichtung vorstellt.

Falsch gedacht.

Vermutlich kommt André Breitenreiter längst zum gleichen Fazit.

Das Draxler-Palaver & der Hin und Her-Heldt

Schalke verliert vollkommen verdient 3:0 in Wolfsburg. Die Aufregung währte allerdings nur bis Sonntagfrüh, bis sie vom Wechsel-Tullus um Julian Draxler überschattet wurde. Ein eigentlich nachvollziehbarer Wechsel mutiert zum Aufruhr, weil Horst Heldt die Fans des FC Schalke 04 einmal mehr für dumm verkauft hat.

Nicht mehr Juventus Turin, sondern der VfL Wolfsburg soll es nun sein, für Julian Draxler. Klaus Allofs hat die Verhandlungen bestätigt. Laut kicker hängt der Deal nur noch davon ab, ob Schalke einen Ersatz findet. Laut Sky Sport würde der Wechsel dem FC Schalke rund 35 Millionen Euro bringen.

Der Umschwung von Juve zu Wolfsburg zeugt zwar von einer gewissen Wahllosigkeit des jungen Julian. Aber an einem solchen Wechsel an sich finde ich nichts zu kritisieren. Ich würde ihn gerne noch eine Saison in Blau spielen sehen, aber meinetwegen könnte er auch zu Borussia Dortmund wechseln, wenn der Preis stimmt. Seit Manuel Neuers Wechsel zum FC Bayern berührt mich dahingehend nichts mehr.

Schalke bekommt in dieser Saison keine Einnahmen aus der Champions League. Man hat für eigene Verhältnisse mit den bisherigen Verpflichtungen bereits recht viel Geld ausgegeben. Es gibt eine beachtliche Liste von unproduktiven Gehaltsempfängern, seien es freigestellte Trainer oder aussortierte Spieler. Schon auf der Jahreshauptversammlung 2014 mahnte Finanzvorstand Peter Peters an, dass „man auch mal einen Spieler abgeben müsse“ wenn nicht genug Einnahmen aus sportlichen Erfolgen generiert werden können. Als sich Schalke letztmalig nicht für die Champions League qualifizierte reagierte man mit dem Neuer-Verkauf. Das alles schrie von Anfang an danach, dass Schalke bei einem entsprechend lukrativen Angebot für Julian Draxler nicht nur nicht Nein sagen würde, sondern auch ganz gerne Ja sagen will.

Dass sich nun so viele Fans von den Ereignissen und der begleitenden Berichterstattung durchgeschüttelt fühlen, liegt einmal mehr zu einem gehörigen Teil an der schlechten Darstellung des Vorstands Kommunikation, Horst Heldt. Ob es sein Ziel ist, ob es gelingen kann, mit Interviews das Verhalten von anderen Managern oder Spielerberatern zu beeinflussen? Ich weiß es nicht. Klar ist aber, dass seine Interviews die Stimmung um den FC Schalke 04 beeinflussen. Und während Julian Draxler aus dem Fall Neuer gelernt hat, dass man sich als Spieler am besten zu gar nichts mehr äußert, rief Horst Heldt gleich mehrmals Ultimaten aus, die er kurz drauf wieder revidierte.

Schon vor einem Monat erklärte Heldt öffentlichkeitswirksam, unter allen Verhandlungen mit Juventus Turin sei „ein Strich drunter“. Man habe den Italienern erklärt, dass man nicht mehr wünsche, dass sie den Spieler kontaktieren. Im Laufe der letzten Wochen hieß es dann, irgendwann sei mal Schluss, Schalke hätte eine eigene Deadline, zu der man nicht mehr verhandlungsbereit sei. Das auch dies Mumpitz war wurde klar, als Horst Heldt bei der Pressekonferenz zum Spiel gegen Wolfsburg genau darauf angesprochen wurde. Er könne doch eine Deadline setzen, sagen, dass man im Fall der Fälle einen Plan B umsetzen müsse. Nein, das würde er nicht tun, sagte Horst Heldt, es sei alles entspannt. So entspannt, dass er nach dem Spiel gegen Wolfsburg die Idee des Journalisten aus der PK aufgriff und verkündete, dass die „Türe zu“ gemacht werden würde, wenn nicht bis Samstag um Mitternacht ein Angebot käme. Samstag gab es dazu keinerlei Meldungen mehr, aber am Sonntag wurde auf der Clubhomepage flux nachgeschoben, dass die Türe noch geöffnet wäre, da nun nochmal Bewegung in die Sache gekommen sei.

Ein Basta muss man sich leisten können. Horst Heldt tut gerne und oft entschlossen und hampelt doch heute noch mit diesem Transfer herum, am 31. August. Horst Heldts öffentliche Aussagen sind es nicht wert, gesendet oder gedruckt zu werden, ihre Halbwertzeit ist einfach zu gering, egal ob zu Transfers, zu Suspendierungen, zur Trainertreue oder zu sonstigem. Trotzdem geht es immer weiter, denn Zeitungen und TV Sender leben von diesen Geschichten. Ihnen ist Klarheit nicht wichtig, ihnen ist nur wichtig überhaupt Stoff für Storys zu bekommen. Die Doofen sind die Fans, die ihre Hoffnungen in die Aussagen des Clubmanagers setzen, die gerne Boulevardzeitungen und Internetportale als Gegner sehen und ihren FC Schalke gegen die „Gerüchterfinder“ verteidigen möchten. Mit Hin und Her-Horst Heldt funktioniert das nicht.



Foto: Tomek Bo

Alexander Nübel und Donis, direkt

Wie zuvor angekündigt hat Schalke 04 nun noch einen Nachwuchs-Torhüter verpflichtet. Alexander Nübel kommt vom SC Paderborn. Dort hat er in der letzten Saison bei den Profis trainiert, aber in der Westfalenliga gespielt. Im Netz wird er an verschiedenen Stellen als „riesiges Talent“ bezeichnet, aber das ist wohl letztlich jeder der es in den Nachwuchs eines Bundesligaclubs schafft. Wir werden erleben wie weit er es bringen wird. Alexander Nübel ist 18 Jahre jung.

Nur 36 Tage älter ist ein anderes riesiges Talent. Donis Avdijaj hatte am Mittwoch Geburtstag und wurde 19. Nach dem Bohei um seine Ausstiegsklausel und der falschen Story um ein angebliches Autorennen spielt er nun in der Österreichischen Bundesliga für Sturm Graz. Er ist ausgeliehen, hat mit Schalke einen bis 2019 laufenden Vertag und kann von den Blauen zu jeder Transferperiode zurückgeholt werden. In Graz ist man aber derweil froh, dass man ihn hat. Saisonübergreifend hat er in seinen bisherigen 25 Pflichtspieleinsätzen 10 Treffer erzielt und 5 vorbereitet.

Aber Donis Avdijaj trifft nicht nur gerne, er redet auch gerne, und zwar gerade heraus. Nun kam er im „Wordrap“ der Kleinen Zeitung zu Wort, ein Videoformat wie für ihn geschaffen. Manch einer findet Donis vielleicht zu bott, wir sind ja alle längst das Glatte gewohnt. Ich kann seine Art gut leiden. Auf mich wirkt er vor allem echt.

Zum „Wordrap“ hier entlang
 

Mein Interview bei Sky

Vor einer Woche erhielt ich eine Mail von Sky. Für die Bundesligaberichterstattung sei man immer auf der Suche nach Leuten, die nicht unmittelbar aus dem Fußballgeschäft kämen, aber eine Meinung zu den entsprechenden Themen hätten. Am 2. Spieltag sei man auf Schalke. Bei der Recherche nach möglichen Gästen sei man auf mich gekommen, ob es vielleicht die Möglichkeit gäbe, mich im Stadion zu treffen und zu interviewen.

Ja, die gab’s. Und so kam es, dass ich am vergangenen Samstag gegen 15:20 Uhr mit dem markanten Sky-Stabmikrofon in der Hand neben Thomas Wagner stand und grinste – was sich nun auch hier nochmal nachschauen lässt.
 

Der Darmstadt-Test: (Noch) Nicht bestanden

Schalke kommt im Heimspiel gegen Darmstadt 98 nicht über ein 1:1 hinaus. Am Ende hatte Schalke einfach Pech – oder Darmstadt einen Happen zu viel Glück, wie man’s auch nehmen will.

In der Saison 2006/2007 musste Schalke 04 am 30. Spieltag zuhause gegen Energie Cottbus antreten. Cottbus versuchte, möglichst wenig Fußball zu spielen, war von Beginn an ausschließlich darauf aus, keinen Gegentreffer zu kassieren. An dieses Spiel erinnerte ich mich am Samstag, beim Duell gegen Darmstadt. 2007 war Schalke Tabellenführer und hatte eine erfahrene Mannschaft. Gegen Cottbus tat sich diese trotzdem sehr schwer und es brauchte letztlich ein Cottbuser Eigentor, um das Bollwerk zu brechen. Ich nannte das Spiel damals den „Sander Test“, nach Energie Cottbus‘ Trainer Petrik Sander.

Die aktuelle Mannschaft des FC Schalke 04 hat nun einen sehr ähnlichen Test nicht bestanden. Darmstadt hatte kein Offensivspiel geplant. Quasi ohne Chance, mit einem Glücksschuss, gingen die Lilien in Führung. Durch einen kapitalen Ballverlust Julian Draxlers in letzter Reihe kam Darmstadt beinahe zum zweiten Treffer. Ansonsten ging es den Gästen um die Verhinderung von Fußball. Und Schalke ließ sich seinen Fußball ausreichend lange verhindern.

Zwar immer engagiert, aber doch recht ideenlos war das, was die Blauen in der ersten Halbzeit ausprobierten. Die Ideen bekam die Mannschaft dann in der Pause aufgezeigt. In der zweiten Hälfte brachte man die geeignete Spielweise auf den Platz, mit viel Direktspiel bei geeignetem Tempo im Mittelfeld. Trotzdem fehlte es am Ende zu oft an irgendwas: An der Präzision beim letzten Pass, am abgestimmten Laufweg zwischen neuen Mitspielern, oder am Quäntchen Massel; als der Ball an die Latte knallte, als er zu plötzlich auf Huntelaars Fuß schlug oder nicht ausreichend abgefälscht über Choupo-Motings Bürstenfrisur wischte.

Beim Abpfiff war ich enttäuscht, weil es mit dem Sieg nicht geklappt hat. Ich mochte aber niemandem einen Vorwurf machen. Schalkes Mannschaft hat nicht viel falsch gemacht. Der Trainer hat zur Halbzeit die richtigen Veränderungen vorgenommen. Zwar gelang es nicht, noch während der ersten Hälfte das eigene Spiel anzupassen, und auch die Einwechselungen, vor allem die Max Meyers, brachten keinen entscheidenden Vorteil mehr. Aber Schalke steht unter André Breitenreiter eben noch ganz am Anfang, und die Hoffnung auf den letzten Punch auf die Schultern eines 19-Jährigen zu legen, bei dem es in letzter Zeit eh nicht so gut lief, wäre wohl vermessen gewesen.

Auch Darmstadt mochte ich keinen Vorwurf machen. Dass sich die Spieler in der zweiten Hälfte bei den leichtesten Berührungen wie vom Schlag getroffen auf den Boden schmissen war zwar albern. Und dass aus einem ehemaligen Top-Talent wie Sandro Wagner ein leicht übergewichtig wirkender Kicker geworden ist, der nur noch für 10 Minuten auf den Platz geschickt wird um ein bisschen zu provozieren und den einen oder anderen Freistoß rauszuholen, war ein bisschen zum fremdschämen. Aber darüber darf man sich meines Erachtens nicht beschweren. Das ist Teil des Spiels und nun mal nicht verboten. Teil des Tests eben, gegen einen solchen Gegner, für ein Team, das noch wachsen muss.

Energie Cottbus trat übrigens 2007 auf Schalke auch in orangefarbenen Trikots an. Und der Nicht-so-richtig-Fußball-Fußball brachte Cottbus damals sogar den Klassenerhalt, weil ausreichend viele Gegner den Test nicht bestanden hatten. Mittlerweile spielt Energie aber wieder in der 3. Liga. Doch das nur nebenbei.



Bilder: Håkan Svensson Xauxa, Bonsaiheld