Jetzt bei Twitter: Einwechselspieler-Raten lebt!

Über 2 Jahre lang war Einwechselspieler-Raten ein fester Bestandteil dieses Blogs. Nun lebt das Spielchen wieder auf:
Als Twitter-Version!

Der werte Pepo war schon immer Fan dieses zwanglosen Zeitvertreibs und jüngst noch strahlender Sieger bei einer Sonderspielrunde. Als Inhaber einer kleinen aber feinen Web-Programmier-Schmiede in Bottrop machte er sich zusammen mit einem Mitarbeiter ans Werk und entwickelte die ESR-Version für Twitter. Hierbei können alle Twitter-User einen Tipp abgeben, in dem Sie dem Account @S04ESR eine Nachricht schicken, welche hinter dem Hashtag #Tippabgabe drei Namen enthält. So zum Beispiel:

Heute tippe ich bei @s04esr #tippabgabe Büskens, Nemec, Wilmots

Die Tipps müssen bis spätestens eine Stunde vor Spielbeginn abgegeben werden, ansonsten werden sie für das nächste Spiel gewertet. Die abgegebenen Tipps gibt’s, wie später auch die Ergebnisse, auf einer entsprechenden Webseite.

Einfacher war es hier im Blog auch nicht. Also machma’.

100 Tage Roberto Di Matteo: Ein Rückblick

Am 07. Oktober 2014 wurde Roberto Di Matteo der 52. Trainer des FC Schalke 04. Die ersten 100 Tage sind ein Zeitraum, der gerne für eine erste Bilanz herangezogen wird.

Bislang stand Roberto Di Matteo in 14 Pflichtspielen in der Verantwortung.

  • 18.10.2014: Beim Debüt des neuen Trainers kam Schalke vor allem mit gut organisierter Defensive zu einem unspektakulären 2:0 Erfolg, gegen mäßig starke Berliner.
  • 21.10.2014: Mit wackeliger Defensive und mit mehr Glück als Können gelang in einem fast zu spektakulären Spiel ein 4:3 gegen Sporting.
  • 25.10.2014: In Leverkusen agierte Schalke eindimensional defensiv und verlor damit „zwar nur knapp“ mit 0:1, aber eben vollkommen verdient, gegen eine deutlich bessere Werkself.
  • 31.10.2014: In einem insgesamt nicht guten, ausgeglichenen Spiel gegen Augsburg verhalf ein überragender Atsuto Uchiada den Blauen zu einem 1:0 Erfolg.
  • 05.11.2014: In Lissabon bemühte sich Schalke um eine gute Defensive, kassierte dennoch ein Viererpack und verlor sehr verdient mit 2:4.
  • 08.11.2014: Auch in Freiburg verlor Schalke verdient, bot am Ende ein erschreckendes Bild und brachte damit die Volksseele, erstmals seit dem Trainerwechsel, wieder richtig zum kochen.
  • 22.11.2014: Gegen Wolfsburg bekam man auf Schalke ein tolles Spiel geboten, in welchem die Blauen erstmals mit 3er-Kette agierten, eine halbe Stunde lang richtig toll spielten, am Ende ein bisschen Glück hatten, letztlich aber nicht unverdient mit 3:2 gewannen und, auf Grund der Ergebnisse der anderen Clubs, wieder bis auf drei Punkte an die Champions League-Plätze heranrückten.
  • 25.11.2014: Das 0:5 gegen Chelsea konnte eigentlich nach 2 Spielminuten abgehakt werden, was allerdings den Frust über das Wie in einem irgendwie viel zu langen Spiel nicht verhindern konnte.
  • 29.11.2014: Beim verdienten 4:1 Sieg in Mainz fand Roberto Di Matteo gleich mehrmals die geeignete Formation zur Spielsituation und hat mit Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting auch noch einen neuen Schalker „Traumsturm“ erfunden.
  • 06.12.2014: Wieder 4 Treffer für die Blauen, diesmal zu Null, dazu eine etabliert wirkende 3-5-2-Formation, Stuttgart war chancenlos.
  • 10.12.2014: Nicht schön anzuschauen, aber angekündigt geduldig und effektiv, ließ Schalke beim 1:0 Sieg in Maribor nur eine gegnerische Chance zu, nutzte eine der wenigen eigenen und zog doch noch ins CL-Achtelfinale ein.
  • 13.12.2014: Beim unglücklichen 1:2 gegen Köln war Schalke eine Halbzeit klar besser, geriet trotzdem in Rückstand und hatte am Ende keine Kraft mehr, das Ding noch zu drehen.
  • 17.12.2014: Mit einigem Massel in der ersten und mehr Kampf denn Spiel in der zweiten Halbzeit wurde Schalke, durch einen 2:1 Erfolg, zu einem von nur zwei Clubs, die in dieser Hinrunde in Paderborn gewinnen konnten.
  • 18.10.2014: Beim 0:0 gegen den HSV war anfangs Schalke, am Ende Hamburg besser, hatten beide viele Torchancen und erreichten ein letztlich gerechtes Remis, wenngleich es auch gerne 3:3 hätte ausgehen dürfen.

Nüchtern betrachtet hat Schalke mit Roberto Di Matteo die CL-Gruppenphase überstanden, auch wenn es gerade in diesem Wettbewerb arg holperte und man sich bei Chelsea für die Schützenhilfe am letzten Spieltag bedanken musste. Nüchtern betrachtet hat Schalke unter Roberto Di Matteo in 10 Bundesligaspielen 19 Punkte geholt, ein Schnitt, der einen Club am Saisonende für gewöhnlich auf Platz 3 oder 4 abschließen lässt. Mit aktuell 27 Punkten liegt Schalke einen Punkt hinter Platz 3 und einen Punkt vor Platz 7.

Abseits der nackten Zahlen sehe ich die bisherige Entwicklung unter Roberto Di Matteo durchaus positiv. Er übernahm die Mannschaft im laufenden Betrieb. Natürlich hatte man sich einen Soforteffekt erhofft und es war enttäuschend, dass dieser ausblieb. Danach zeigte er sich aber handlungsstark und nicht zaudernd. Er etablierte eine neue Formation, die in diesem Moment zu den Stärken und Schwächen des Personals passte. Er brachte Spieler wie Christian Fuchs oder Tranquillo Barnetta auf geeignete Positionen und machte damit aus schon mehr oder weniger aussortierten Spielern echte Hilfen. Er orientiert sich für die Spielweise seiner Mannschaft konsequent an den Stärken und Schwächen des Gegners und ändert im laufenden Spiel auch alles, falls er glaubte dass es so sein müsse.

Er wird weiter verändern und seine Mannschaft anpassen müssen, dauernd. Und er wird es tun, er agiert in deutlicher Weise. Ganz zu Beginn seiner Zeit hatte ich den Eindruck, als hätte er eine schnellere Anpassung seiner Mannschaft an seine Ideen erwartet. Später brachte er sich mit der Mannschaft in Einklang, wurde es „seine Mannschaft“. Ob das langfristig funktioniert, ob Roberto Di Matteo diese Mannschaft abseits von individueller Klasse dauerhaft verbessern, entwickeln kann, bleibt abzuwarten. Der Anfang dazu ist allerdings gemacht. Ich bin vorsichtig optimistisch.

Aber ma’kucken.



Foto: Tomek Bo

Hörma': Die Sport-Schützer

Doha/Katar steht nicht nur für ein Schalker Trainingslager ohne Sieg und gefühlten 52 Verletzten unter 26 Kaderkickern. Oder für das Trainingslager Bayern Münchens. Oder für die WM 2022. Oder für die diesjährige Handball-WM. Doha ist auch der Sitz des ICSS, des „International Center for Sports Security“.

Das ICSS will in Zukunft für Sicherheit bei Sportgroßveranstaltungen sorgen. Auch gegen Wettbetrug und Korruption will es vorgehen. Die entsprechend großen Partner hat das ICSS schon, unter anderem den DFB und die DFL.

Sicherheit ist ein Business, rasant wachsend. Mit jedem Anschlag wächst die Angst und damit auch die Bereitschaft der Veranstalter und der beteiligten Staaten, lieber zu viel als zu wenig an Geld zu investieren und an Aufwand zuzugestehen. Das lässt Sicherheitsfirmen wachsen, nicht nur das ICSS. Firmen, die gerne ehemals hochrangige Polizisten mit dem entsprechenden Wissen und den geeigneten Verbindungen beschäftigen. Firmen die häufig wie Geheimdienste agieren und ihren Auftraggebern ein breites Portfolio bieten.

In einem knapp einstündigen Hörstück für „das ARD radiofeature“ wurde dieser Bereich des Sports unter dem Titel „Die Sport-Schützer“ beleuchtet. Nicht neu, diese Podcastfolge wurde bereits im März 2014 veröffentlicht, was es aber nicht weniger interessant sein lässt.

Meine Download- und Ma’anhörnempfehlung zum Wochenende.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(52:58 Min)
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Matija Nastasic

… ist 21 Jahre jung, 1.87m groß, Serbe, Innenverteidiger, Linksfuß und spielt ab sofort für Schalke 04. Die Blauen haben ihn vorläufig bis Saisonende von Manchester City ausgeliehen. Laut Zeitungsberichten sind dafür an Leihgebühr und Gehalt rund 4,5 Millionen Euro fällig. Außerdem hat Schalke die Option, den Spieler im Sommer fest zu verpflichten. Dafür wäre eine Ablöse von rund 13 Millionen Euro fällig, heißt es.

Nastasic wechselte im Sommer 2011 als 18-Jähriger zum AC Florenz und erspielte sich gleich einen Stammplatz. Ein Jahr später wechselte er für rund 15 Millionen Ablöse nach Manchester und hatte auch dort eine gute erste Saison. Unter Trainer Roberto Mancini bestritt der nun 19-Jährige insgesamt 21 Premier League-, 3 FA-Cup- und 5 Champions League-Spiele. Stets in der Innenverteidigung, in der Regel an der Seite von Vincent Kompany, nahezu immer über die volle Spielzeit. In einer insgesamt schwachen Saison der Citizens wusste der Debütant zu überzeugen und galt als zukünftiger Star.

In der Saison 2013/2014 geriet Matija Nastasic Karriere aber ins Stocken. Ein Grund waren mehrere Verletzungen: Probleme mit dem Knöchel behinderten den Saisonstart im August. Ende November fiel er durch eine in einem Spiel erlittene Verletzung für 4 Wochen aus. Eine Knieverletzung ließ ihn ab Februar fast alle Spiele bis Saisonende verpassen.

Aber auch wenn Nastasic spielte kam er nicht mehr an seine guten Leistungen aus der Vorsaison heran. Bei City hatte mit Manuel Pellegrini ein neuer Trainer das Sagen, und dieser schenkte dem jungen Spieler von Beginn an nicht das Vertrauen, dass er unter Mancini genoss. Er machte Fehler und wurde infrage gestellt. Während Nastasic verletzt war fand Pellegrini seine Innenverteidiger-Besetzung aus erfahreneren Spielern, der Serbe spielte fortan keine Rolle mehr. Noch vor Beginn der aktuellen Saison wurde ihm nahegelegt, sich einen anderen Club zu suchen. Er blieb und kam in der kompletten Hinrunde nicht zum Einsatz.

Schalke 04 ist für Matija Nastasic also ein Neuanfang. Für Schalke 04 ist Matija Nastasic ein Spieler mit Fragezeichen. Ihm fehlt es an Wettkampfpraxis und er war in den letzten 17 Monaten gleich vier Mal verletzt. Roberto Di Matteo mag davon überzeugt sein, dass Matija Nastasic zu alter Wettkampfstärke zurückfindet, tastsächlich ist aber wohl auch etwas Hoffen nötig.

Anderseits wäre ein Matija Nastasic in Topform und als Premier League-Stammspieler für Schalke 04 eben niemals zu bezahlen gewesen. Er ist immer noch erst 21 Jahre alt. Und wenn ein Deal im Sommer nicht bereits fest abgesprochen ist, wenn es sich um eine echte „Kaufoption“ für S04 handelt, dann ist die Rückrunde als Testphase lang genug, dann ist das Risiko für den Verein überschaubar.

Ein Transfer der mir, so wie er sich heute darstellt, gut gefällt. Von welchem verplanten Budget Schalke die Kaufsumme von 13 Millionen Euro im Sommer bezahlt, ob dafür Einnahmen aus Spielerverkäufen generiert werden müssen, werden wir noch sehen. Schalke bleibt immer spannend, natürlich. Aber das wissen wir hier ja.



Lesetipp

Für das Manchester City-Blog Typical City hat David Mooney den Aufstieg und Fall des Matija Nastasic bei den Citizens beschrieben: Matija Nastasic’s Fall From Grace

Je suis Charlie

Zwei Tage lang ging es in diesem Blog um Politik. Mein Verein, der FC Schalke 04, tut Dinge, die ich schlecht finde. Die Diskussion war hitzig. Wie gut muss gut sein? Wann ist schlecht schlecht? Wer bestimmt was gut oder schlecht ist? Man wurde sich nicht einig.

Gestern wurden in Paris, bei einem Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“, 12 Menschen erschossen. Ein Anschlag auf das freie Wort und das freie Bild. Keine Rache für eine „Verfehlung“. Eine Tat um Einzuschüchtern, um der Freiheit der Meinungsäußerung die Ketten der Angst anzulegen.

Dieses Blog ist klein und Fußball ist unwichtig. Und doch steht es für „Freiheit der Meinungsäußerung“. Dies ist nicht etwa ein Unterpunkt des Wertes „Freiheit“, es ist ein Indikator. Wo keine freie Rede geführt werden kann, wo man aufpassen muss was man schreibt, weil einem Schlimmes droht, da ist man nicht frei. Freiheit bedeutet, dass Meinung nie mit was anderem als anderer Meinung begegnet wird.

Deshalb geht es heute, bei aller Trauer und bei allem Entsetzen, nicht nur um Gefühle oder gar die Frage nach einem Warum. Es geht darum, für die Freiheit des Nächsten und damit auch für die eigene Freiheit einzustehen. Es geht darum, es sich heute bewusst zu machen und es morgen und auch noch übermorgen zu leben.

Je suis Charlie.

Trainingslager in Katar: Es ist Politik!

Ich habe vollkommenes Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen der Mannschaft und den Trainern ideale Bedingungen für die Vorbereitung auf die Rückrunde, in der schwere Aufgaben anstehen, ermöglichen. Dazu gehört auch ein Trainingslager, das frei von der hierzulande zu erwartenden Witterung ist. Ich habe jedoch kein Verständnis dafür, dass das Trainingslager abermals in Katar aufgeschlagen wird – mögen die klimatischen Rahmenbedingungen noch so ideal sein.

Es dürfte dem Verein nicht entgangen sein, dass die dort suggerierte Weltoffenheit nur vorgetäuscht ist. So weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass Homosexualität mit bis zu 15 Jahren Gefängnisstrafe geahndet wird. Über die für Arbeitnehmer unwürdigen Zustände rund um die Bauarbeiten für die WM 2022 wird in schöner Regelmäßigkeit berichtet, auch wenn des deutschen Fußballs Lichtgestalt Franz Beckenbauer bei seiner Stippvisite keine Sklaven gesehen haben will. Katar ist auch offen antisemitisch. So verweigerte man dem israelischen Spieler Dan Mori von Vitesse Arnheim im Rahmen dessen Trainingslagers Anfang diesen Jahres die Einreise. Beim Schwimmweltcup im September 2013 wurden die Flaggen aller teilnehmenden Länder gehisst – nur nicht die Israels!

Ein Abwiegeln, man sei ein Sportclub und nicht für Politik zuständig, ist falsch. Es gibt andere, tatsächlich weltoffene Länder, die sich freuen würden, Mannschaft, Trainer und Funktionäre einzuladen, um im Januar saftgrüne Wiesen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ideale Bedingungen zu bieten. Der FC Schalke 04 macht mit seiner Entscheidung, sich erneut in Katar auf die Rückrunde vorzubereiten, Politik! Eine falsche Politik.

Wie schon mit dem Sponsoring durch das staatlich russische Unternehmen Gazprom lässt sich der Verein auch im Fall Katar für eine Scheindemokratie instrumentalisieren. Diese „Partner“ halten Werten wie Toleranz, Gewaltfreiheit oder dem Ablehnen von Diskriminierung nicht stand. Werte, welche sich der FC Schalke 04 in sein Leitbild geschrieben hat. Werte, die hierzulande sowohl Club als auch Fans nach außen tragen. Sich des Geschäfts wegen trotzdem mit Katar einzulassen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden, der ehrliches Engagement für diese Werte aufbringt.

Nach diesem Trainingslager läuft der Vertrag mit Katar aus. Nicht nur anständig reden sondern anständig sein, das erwarte ich von meinem Verein! Jetzt muss das Kapitel Katar enden, 2017 das Kapitel Gazprom. Endgültig!



Dieser Text ist meine S04-Version eines Textes von Ben Neudek. Mögen die Clubs unterschiedlich sein, gleichen Fehlern darf mit gleichen Argumenten, sogar mit gleichen Worten begegnet werden. Danke Ben!

JuniorCup 2015

Am vergangenen Wochenende fand der 25. JuniorCup statt, ein U19 Hallenfußballturnier in Sindelfingen. In den beiden letzten Jahren hatte Schalkes Team gewinnen können. Auf Einladung des Veranstalters Mercedes-Benz war ich diesmal vor Ort. Dass es daran, also an mir lag, dass die U19 der Blauen die Serie nicht ausbauen konnte, im Halbfinale verlor und diesmal „nur“ Dritter wurde, glaube ich aber nicht. Am Ende gewann Manchester United.

Eine Familienveranstaltung: Das war der Eindruck, den man im Glaspalast zu Sindelfingen schnell bekam. Viele Kinder, die Spieler um Autogramme bittend belagerten. Eine gelassene Atmosphäre, ein Publikum, dass sich von Talenten unterhalten lassen wollte. Dazu nicht passend war eine Ultra-Gruppe Fenerbahces, die am ersten Tag, anderen Fenerbahce-Fans den Platz wegnehmend, in einen Block drang und einige Sitze zu Bruch gehen ließ. Durchaus dazu passend war ein voller Block Schalke-Fans, welche am ersten Tag mit Fahnen, Konfetti und Gesängen für Stimmung sorgten. Schade, dass diese Unterstützung am zweiten Turniertag fehlte. Der Sonntag war der Tag der Schalker Spielerempfänge, die S04-Profis besuchten Fanclubs. Max Meyer war nur eine halbe Autostunde entfernt, in der Nähe Plochingens, dort waren an diesem Tag auch die Fans. Das zusammenzubringen und Max Meyer mit den Fans die Mannschaft Norbert Elgerts unterstützen zu lassen, darauf ist zuvor leider niemand gekommen.

Der Rahmen war dennoch passend und die zumeist 17 oder 18-jährigen Kicker standen Senior-Profis weder bezüglich des Spiels, noch des Aussehens nach. Vorwiegend Modellathleten trugen dort die berühmten Trikots von United, Celtic oder eben Schalke. Die Dynamik und die „Coolness“ ließ erahnen, dass einige dieser Spieler eben so, nur geringfügig älter, zukünftig in großen Stadien zu sehen sein werden. An- und Ausblick für die Zuschauer also, aber hat solch ein Hallenturier für die Kicker selbst auch einen sportlichen Wert? Ja, sagt Schalkes Trainer Norbert Elgert. Das Spiel auf dem kleinen Feld sei ein Ausschnitt des Ganzen und ähnlich einer ehedem häufig verwendeten Trainingsform. Außerdem gehe es bei der Arbeit mit einer U19-Mannschaft vor allem darum, die Spieler auf das Profi-Geschäft vorzubereiten. Bei diesem Turnier spiele man vor vollen Rängen und vor TV-Kameras, etwas das die dort antretenden Spieler bislang eben noch keineswegs gewohnt seien.

Trotz der Siege in den vergangenen Jahren sah Norbert Elgert sein Team diesmal nicht in der Favoritenrolle. Ohne die zu den Profis abgestellten Spieler wie Leroy Sané oder Maurice Multhaupt bliebe seiner Mannschaft vor allem eine gute Defensive, an offensivem Tempo und Durchschlagskraft würde es etwas fehlen. Damit behielt er Recht. In den ersten beiden Spielen setzte sich Schalke mit dieser guten Defensive durch. Als man aber gegen Manchester United oder später im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart zurücklag, gelang es kaum noch gute Chancen zu erspielen. In einem sehr ausgeglichenen Turnier hatten bis auf Celtic alle Teams lange die Chance auf den Gesamtsieg. Dabei agierten zunächst Mannschaften wie Hoffenheim und Gladbach wie Favoriten, die Teams aus Manchester und Stuttgart eher schwach. Am Ende war’s umgekehrt und der VfB stand gegen United im Finale. Dass dabei nach einem 0:0 nach Verlängerung ausgerechnet ein englischer Torhüter zum Strafstoßkiller mutierte und seiner Mannschaft den Sieg bescherte, war die letzte nette Anekdote dieser zwei Tage.