Nominierung, Danke & Tschöö

Am 21. Oktober wird die „Deutsche Akademie für Fußballkultur“ in Nürnberg den easyCredit Fanpreis zum Fußball-Blog des Jahres verleihen. Hierzu wurden 24 Blogs nominiert. Auch dieses hier gehört dazu.

Nun, Chancen auf die Auszeichnung sehe ich nicht. Ich denke dass mein Blog dazu zu monothematisch ist. Selbstverständlich ist Schalke 04 der tollste Club von allen, aber andere Blogs decken eben den kompletten Rest ab. Trotzdem freue ich mich sehr, zu dieser illustren Blog-Liste zu gehören, und ich danke vor allem Klaas Reese, der als Jury-Mitglied für die Nominierung des königsblogs und eine hübsche Lobhudelei verantwortlich war.
 
 
Danke

Der nächste Dank, der in der Überschrift gemeint ist, geht an Euch. An Euch, die ihr hier mitlest, und erst recht an Euch, die ihr euch in den Kommentaren beteiligt. Denn das königsblog sind wir alle. Das sind nicht nur meine Texte, das sind auch die Diskussionen, die immer wieder Denkanstöße liefern und oft zu neuen Texten führen.

Vor allem in den letzten Wochen wurde deutlich, dass das besonders, dass das nicht selbstverständlich ist. Als es um die Clubpolitik ging war sich die Schalke Nation natürlich nicht einig. Doch während an vielen anderen Orten im Netz zumindest verbal gehauen und gestochen wurde, erlebten wir hier eine lebhafte Diskussion auf meist hohem Niveau und mit einem ordentlichen Umgang untereinander. Danke.
 
 
Pause

Über die Clubpolitik habe ich den emotionalen Einstieg in die Europameisterschaft verpasst und letztlich auch nicht mehr gefunden. Es war nicht mein Turnier. Ich hatte keine Lust, darüber zu schreiben, die vielen schwachen Spiele taten ihr Übriges. Letztlich wurde ich auch mit der deutschen Mannschaft nicht wirklich warm, und ich kann es bis heute nicht erklären. Die Mannschaft der WM vor zwei Jahren war ja nicht viel anders, trotzdem hatte ich damals viel mehr Spaß, fühlte mehr mit.

Auch das letzte Spiel wird geschaut, selbstverständlich, und ich drücke Christiano Ronaldo die Daumen – ich mag den einfach, trotz des Gehampels. Schreiben werde ich dazu aber nichts mehr, hier ist jetzt erst mal Pause. Gestern haben in NRW die Ferien begonnen, die nächsten drei Wochen bin ich im „Familientrainingslager“.

Hier geht’s am 1. August weiter. Zwei Wochen vor Schalkes Saisoneröffnung.
Ma’kucken, was bis dahin so passiert.

Tschöö und Glückauf.

Kein Wechsel: Huntelaar bleibt auf Schalke

Lange hieß es, Klaas-Jan Huntelaar würde eventuell zu Ajax Amsterdam wechseln. Man las, Schalke würde ihn gerne von der Gehaltsliste bekommen. Darüber nachzudenken lohnt nun nicht mehr. Klaas-Jan Huntelaar bleibt bei Schalke 04, sagt er. Über anderes hätte er nie nachgedacht.

In den letzten Tagen hatten sowohl Markus Weinzierl, als auch Christian Heidel mit ihm gesprochen. Markus Weinzierl hatte sich früh nur gut über den Stürmer geäußert. Das Top-Argument für den Niederländer ist, dass in den letzten fünf Spielzeiten nie ein anderer Schalker mehr Tore erzielt hat.

Andererseits war seine Trefferquote Abseits seiner überragenden Saison 2011/2012 durchaus diskutabel, und nach meinem Dafürhalten war sie seinem Status als Toptorjäger und Topverdiener nicht angemessen.Dies muss allerdings keineswegs nur ihm angelastet werden. Der „klassische Strafraumstürmer Klaas-Jan Huntelaar“ wirkte sehr oft nicht gut eingebunden. Schalke versuchte Spielweisen zu etablieren, die nicht seinen Stärken entsprachen.

Klaas-Jan Huntelaars Einstellung ist über jeden Zweifel erhaben. Er ist stets einer derjenigen, die auf dem Platz die meisten Kilometer zurücklegen, er zeigt sich stets ehrgeizig. Er geht voran, verfügt über die größte Erfahrung im Kader und ist präsent, war selten verletzt.

Ma’kucken, wie Klaas-Jan Huntelaars Rolle unter Markus Weinzierl aussehen wird.



Foto: Tomek Bo

Ewald Lienens Meinung zur EM

Schalke in China & Leipertz in Ingolstadt

Christian Heidel hat Robert Leipertz zum FC Ingolstadt transferiert und ist selbst mit dem derzeit zur Verfügung stehenden Team in China angekommen. Eine Werbetour, kein Trainingslager. Mit dem Wissen um diese Trennung ist der Club immerhin weiter als letzten Winter.

Das Wintertrainingslager der letzten Saison absolvierte Schalke 04 in den USA, dort nahm man am „Florida Cup“ teil. Auch in den USA möchte der Club gerne präsent sein, auch dort gibt es Geld zu verdienen. Mit den Trainingsbedingungen zeigte sich Trainer André Breitenreiter allerdings nicht zufrieden. Zumindest von außen betrachtet war die Kombination aus einer Aktion zur internationalen Werbestrategie und der Saisonvorbereitung keine so gute Idee.

Nun zeigt sich Schalke in China und die Saisonvorbereitung fängt erst danach richtig an. Schalke hat längst chinesische Sponsoren, bei denen die Reise gut ankommen wird. Auch die DFL findet es gut, wenn die Bundesligaclubs in die Ferne reisen und für die Liga werben – sie bezuschusst solche Touren mit bis zu 250.000 Euro. Dass Schalke morgen und Donnerstag auch zwei „Testspiele“ absolviert ist nur insoweit logisch, als dass auch ein Bleistifthersteller bei der Präsentation seiner Produkte den einen oder anderen Satz schreiben lässt.

Ums Geldverdienen ging es letztlich auch bei den Transfers Robert Leipertz‘. Dieser war vor zwei Jahren aus Schalkes Regionalligamannschaft nach Heidenheim gewechselt. Schalke hatte sich eine Rückholoption gesichert, welche nun gezogen wurde. Dafür sollen 300.000 Euro fällig geworden sein. Als Option für den Profikader wurde er offensichtlich nie gesehen. Auf der Webseite des Clubs war von ihm erst jetzt zu lesen, da sein Weiterverkauf an den FC Ingolstadt bekanntgegeben wurde. Dieser bringt Schalke nun angeblich eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro.

Auch 2016/2017: Der „Schalke 04 Google Kalender“

Schalke 04 Google Kalender (iCal, iPhone, Android)

Gestern hat die DFL den Spielplan der Saison 2016/2017 vorgestellt. Wieder am ersten Spieltag auswärts, wieder am letzten Spieltag auswärts. Aber immerhin ausgeglichener, die ganz starken Gegner nicht so geballt wie in der letzten Saison. Und natürlich wieder als abonnierbarer Online-Kalender.

Aber der Reihe nach.
 
 
Der Spielplan

In den acht Spielzeiten von 2009/2010 bis 2016/2017 musste und muss Schalke 04 sieben Mal sowohl am ersten, als auch am letzten Spieltag auswärts spielen. Diesmal startet die Spielzeit für die Blauen in Frankfurt, am letzten Spieltag geht’s nach Ingolstadt. Gut gefällt mir allerdings, dass sich in der kommenden Saison die Spiele gegen die Favoriten gut verteilen.

Gegen Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen musste Schalke in der vergangenen Saison an den Spieltagen 10, 12, 13 und 14 antreten. In der Hinrunde holte Breitenreiters Mannschaft aus diesen Spielen nur einen Punkt. Auf den ach so guten Saisonstart folgte eine „Krise“, die letztlich spielplanbedingt war. In der kommenden Saison finden die Spiele gegen diese Clubs an den Spieltagen 2, 6, 9 und 14 statt. Das ist angenehmer verteilt, da kann die Moral pendeln.

Mir gefällt der Spielplan. Zwar muss Schalke innerhalb der letzten vier Spieltage dreimal auswärts antreten. Aber bis dahin ist man vermutlich längst der auswärtsstärkste Club der Liga. Christian Heidel sagte, ich soll optimistisch sein. Ich probiere das mal. Und um genau zu wissen, wann ich gegen wen optimistisch sein will, reicht ein Blick aufs Phone.
 
 
Der „Schalke 04 Google Kalender“ für alle

Seit 2011 biete ich den Spielplan des FC Schalke 04 als Google Kalender zum Abonnieren an. Er steht iCal und HTML-Format zur Verfügung und kann mit den meisten Online-Endgeräten (auch iPhone, iPad, Android Phones etc.) genutzt oder in Webseiten integriert werden.

Die Termine werden stets zeitnah nach Bekanntgabe der endgültigen Anstoßzeiten aktualisiert. Die noch nicht endgültig terminierten Spiele werden mit dem vorläufigen Termin und einem Sternchen * als Kennzeichnung dargestellt. In der Terminbeschreibung sind alle Partien des jeweiligen Spieltags aufgeführt Nach den Spielen werden die Termine mit den Ergebnissen versehen und erhalten außerdem in der Terminbeschreibung den Link zum Königsblog-Beitrag zum Spiel.

Die Integration des Kalenders in dieses Blog kann hier angesehen werden (siehe auch „frühere Termine suche“, ganz oben). Die Adressen für Import, Abonnement oder Integration gibt’s hier:

Schalkes Mitgliederversammlung 2016

In letzter Zeit ging es hoch her auf und um Schalke. Seit Wochen tobte der Wahlkampf. Gemessen daran erlebte der Club am gestrigen Sonntag eine geradezu ruhige Mitgliederversammlung. Clemens Tönnies bekam für sein Tun Unterstützung, seine Gegner wurden abgewatscht.
 
 
Die Wahl zum Aufsichtsrat

Der Wahl standen die Reden der Kandidaten vor. Drei redeten so, wie man es im Video zur Vorstellungsrunde in Bielefeld sehen konnte. Clemens Tönnies gab den kumpeligen Macher, der sich für relativ erfolgreiche letzte Jahre verantwortlich zeichnet. Peter Lange gab sich ruhig und ausgleichend, sagte er stünde für Kontinuität. Michael Stallmann war sympathisch, konnte aber irgendwie nicht wirklich erklären, warum man ausgerechnet ihn wählen sollte. Bemerkenswert war nur Andreas Goßmanns Rede.

Statt für sich zu werben begann Andreas Goßmann mit der Klage, in den bisherigen Vorstellungsrunden hätte es immer gleiche Leute gegeben, die ihm angebliche Verfehlungen aus der Vergangenheit vorgeworfen hätten. Er verteidigte sich, bevor er sich überhaupt vorstellte. Er redete von dem was war, statt von dem was sein soll. Als er endlich zum Heute kam, präsentierte er sich als klarer Kritiker Clemens Tönnies. Als solcher aber hatte er an diesem Sonntag keine Chance.

Die deutliche Mehrheit der Mitgliederversammlung wollte Ruhe im Club wählen. Deshalb erhielt Peter Lange, der sich als besonnen darstellte, die meisten Stimmen. Clemens Tönnies erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen wie der drittplatzierte Michael Stallmann. Andreas Goßmann wurde abgeschlagen Letzter.
 
 
Die Satzungsänderungsanträge

… fanden quasi nicht statt. Nach der Wahl zum Aufsichtsrat war jegliche Anspannung mit einem Mal verflogen. Versammlungsleiter Dr. Buchta ratterte die Anträge runter und die Mitglieder hoben die Stimmkarten schon hoch, bevor er überhaupt ausgesprochen hatte. Alle Anträge wurden wie „vom Aufsichtsrat empfohlen“ abgestimmt.

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung warb SchalkeVereint dafür, mit einer Zweidrittelmehrheit einen Antrag zu befürworten, mit dem einige vom Aufsichtsrat vorab nicht zur Abstimmung zugelassenen Satzungsänderungsanträge nachträglich doch noch zur Abstimmung zugelassen worden wären. Dieser Antrag wurde letztlich allerdings doch nicht gestellt, diese Abstimmung war kein Thema mehr.
 
 
Christian Heidels Rede

Alle drei Vorstände hatten ihre Reden. Peter Peters redete routiniert, er macht den Job auch eben schon einige Jahre. Alexander Jobsts Rede war bemerkenswert emotional. Er bemerkte, dass das Bild, dass Schalke zuletzt abgegeben habe, durchaus direkt dazu geführt hätte, dass der Club weniger Einnahmen als möglich aus dem Merchandising generieren konnte. Gewartet haben die Mitglieder aber vor allem auf die Worte des neuen Vorstands für Sport und Kommunikation, Christian Heidel.

Seine Rede war vollumfänglich und klar strukturiert. Er betonte, dass man seiner Ansicht nach nur von Erfolg sprechen könne, wenn sowohl im sportlichen, als auch im wirtschaftlichen Bereich die Ergebnisse stimmen würden. Er sagte dies mit dem Hinweis darauf, dass Schalke soeben mit der perfekten Verpflichtung Breel Embolos den teuersten Transfer der Clubgeschichte abgeschlossen habe (s. u.). Dieser Transfer würde aber weder die wirtschaftliche Stabilität beeinträchtigen, noch würden dafür andere Spieler zwingend verkauft werden müssen.

Bezüglich seiner Ansprüche an einen Trainer und der zugehörigen Ausdrücke von Wertschätzung für Markus Weinzierl wiederholte er das, was er auch schon bei dessen Vorstellung sagte. Konkreter wurde er beim Thema „Arbeitsplätze“, das er als eine wichtige Säule für den Erfolg eines Clubs sieht. Trainern und Mitarbeitern müssten die bestmöglichen Räumlichkeiten und Arbeitsmaterialien zur Verfügung stehen. Dies sei auf Schalke nicht gegeben. Dort hinke man nicht nur anderen großen Clubs hinterher, dies sei auch bei vielen deutlich kleineren Clubs besser. Christian Heidel kündigte aber an, dass dies innerhalb des nächsten halben Jahres korrigiert werden würde. Man hätte bereits erste Wände versetzt oder gar eingerissen.

Als letzten wichtigen Punkt führte Christian Heidel an, dass Schalke unbedingt ein neues Wir-Gefühl entwickeln müsse. Er erklärte, dass „typisch Schalke“ als Ausdruck verwendet werden würde, wenn Schalke kurz vor dem Ziel strauchelt, wenn man ein wichtiges Spiel verliert. Ziel aber müsse sein, dass „typisch Schalke“ den Stolz auf den Club und den Zusammenhalt meint. Schalke müsse der Club dieser Region sein, der Club, mit dem sich die Leute hier identifizieren. Vom Jugendspieler über den Security-Mann und den Busfahrer bis zum Profispieler müssten alle eine Einheit bilden. Dafür würde er sich einsetzen und dafür bat er um Unterstützung.
 
 
Die Rechtfertigung Dr. Horns und Clemens Tönnies‘ Reaktion

Unter dem Punkt „Aussprache“ dürfen Mitglieder mit eigenen Wortbeiträgen ans Rednerpult. Gleich der erste pöbelte gegen den Aufsichtsrat Dr. Andreas Horn, der zu den „Tönnies-Gegnern“ im Aufsichtsrat gezählt wird und dessen Telefonat mit Tönnies in den letzten Tagen die Zeitungen beschäftige. Den Redner habe er „tief enttäuscht“, und wenn er „einen Arsch in der Hose hätte“ würde er „nach Heidelberg verschwinden“.

Daraufhin forderte Dr. Buchta als Versammlungsleiter Dr. Horn geradezu eindringlich auf, dazu doch Stellung zu nehmen. In seiner selbstverständlich vorbereiteten Rede wies Dr. Horn darauf hin, dass nicht alles, was ihn Foren oder Zeitungen geschrieben würde, auch richtig sei. Es sei „absoluter Schwachsinn“, dass er Clemens Tönnies hätte erpressen wollen. Dass er „den Kopf“ von Aufsichtsrat Dr. Langhorst gefordert hätte, sei ebenfalls nicht wahr. Auch widersprach er dem Vorwurf der Blockadepolitik. Es hätte bislang lediglich eine Abstimmung gegeben, die 7:3 ausgegangen wäre und in der die drei als Opposition geltenden Aufsichtsräte gemeinsam gegen alle anderen gestimmt hätten. Dabei sei es um einen von diesen drei selbst gestellten Antrag gegangen.
Dr. Horn sagte, man würde selbstverständlich die Entscheidung der Mitgliederversammlung akzeptieren und man müsse „ab heute Abend wieder miteinander sprechen“. Er sei bereit dazu und wolle Clemens Tönnies die Hand reichen.

Als Dr. Horn das Pult verließ stand Clemens Tönnies auf und ging auf das Pult zu. Zunächst dachte man, sie wollten einander wirklich die Hand reichen, doch Tönnies wich Horn aus. Wieder am Rednerpult sagte Tönnies, dass es so doch wohl nicht ginge. Der Ehrenrat würde ermitteln, dieser würde eine Entscheidung treffen.
 
 
Eine Stiftung für Schalke

Nach seiner Wiederwahl und vor den Aussprachen und dem Wortbeitrag Dr. Horns oblag es Clemens Tönnies, den Bericht des Aufsichtsrates vorzustellen. Dabei erzählte er, dass er eine Mythos-Tour durch den Stadtteil Schalke gemacht hätte und begeistert worden wäre. Er sei in Gründung einer Stiftung, in die er einen hohen Geldbetrag einzahlen werde. Diese Stiftung würde der Schalker Meile und der Glückauf Kampfbahn zugutekommen. Neben der Glückauf Kampfbahn soll ein Schalker Museum entstehen.
 
 
Sascha Riether und Breel Embolo

Nur der Form halber soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass auch die Verpflichtung Breel Embolos (bis 2021), sowie die Vertragsverlängerung mit Sascha Riether (bis 2017) bekanntgegeben wurden. Beides wurde so erwartet.

Sascha Riether lieferte in der vergangenen Saison verlässlich solide Leistungen. Als jemand, der sich nicht in den Vordergrund drängt und über viel Erfahrung verfügt, ist er ein Spieler wie ihn jeder Kader gut gebrauchen kann.

Bezüglich Breel Embolo weiß ich mehr über die Lobeshymnen zu seinem Spiel, als über sein Spiel selbst. Für einen 19-Jährigen den Clubrekord für eine Ablösesumme zu brechen scheint zunächst wahnsinnig. Allerdings sind die heutigen Ablösesummen nicht mehr mit denen vergangener Jahre zu vergleichen. Sollte Breel Embolos Entwicklung halbwegs wie von Fachleuten prognostiziert verlaufen, wird Schalke ihn eines Tages für eine höhere Summe weiterverkaufen und bis dahin hoffentlich viel Spaß an ihm gehabt haben.
 
 
Mein Fazit

Vorab wurde zu einem gemeinsamen „Public Viewing“ des EM-Spiels der Nationalmannschaft aufgerufen, das um 18 Uhr begann. Mehrmals wurde von Offiziellen des Clubs darauf hingewiesen, dass irgendwas doch flotter gehen könne, schließlich wolle man ja noch das Länderspiel schauen. Ich empfand das als unseres Clubs unwürdig.

Ich selbst habe weder Clemens Tönnies, noch Andreas Goßmann gewählt. Meines Erachtens trägt Clemens Tönnies‘ Umgang mit den Medien und sein Umgang mit Kritikern erheblich dazu bei, dass es seit Jahren tiefe Gräben zwischen den Mitgliedern auf Schalke gibt. Andererseits fühle ich mich von den tönnieskritischen Aufsichtsräten, die ich selbst in den vergangenen Jahren gewählt habe, sehr schlecht vertreten. Ich finde es gut und richtig, kritische Leute im Aufsichtsrat zu haben. Ich will aber auf keinen Fall, dass Politik betrieben wird, die an Abstimmungen der Mitgliederversammlung vorbei über Posten im Verein entscheidet. Aus dieser Stimmung heraus war mir Andreas Goßmann zu sehr gegen die Dinge und zu wenig für etwas.

Die Ergebnisse dieser Mitgliederversammlung werden möglicherweise zunächst Ruhe einkehren lassen. Dass der Streit im Club beigelegt werden kann glaube ich allerdings nicht. Clemens Tönnies ist Schlachter, kein Schlichter, und den Sprüchen von zuzuschüttenden Gräben folgte bereits in der Vergangenheit nichts Weiteres. Ich denke er wird den Rückenwind nutzen und alles daran setzen, seine Gegner loszuwerden. Dies wird dazu führen, dass sich ein erheblicher Teil der Mitgliedschaft weiterhin im Club schlecht vertreten fühlt, nicht „mitgenommen“, wie Clemens Tönnies gerne selbst formuliert. Heute werden viele dazu Hurra schreien, heute sind ihnen „die Anderen“ egal. Doch in ein oder zwei Jahren wundern sich dann die gleichen Leute, weshalb schon wieder um Wahlen gekämpft wird, weshalb es schon wieder an einer geeigneten Streitkultur fehlt.

Die letzten Gefechte

Übermorgen ist es soweit, um 13:04 wird die Mitgliederversammlung „angepfiffen“. Wir befinden uns nun in der letzten Phase des „Wahlkampfes“. In der Phase, in der Clemens Tönnies nochmal alle Register zieht und seine Position ausspielt.

Jetzt erscheinen nochmal in allen Zeitungen tönniesfreundliche Artikel. Diese sind Chefsache. Für die Funke Mediengruppe haut Pit Gottschalk selbst in die Tasten. Es würde nicht überraschen, gäbe es in Kürze auch noch einen Kommentar von Tönnies-Kumpel Alfred Draxler zur Schalker Politik zu lesen. Clemens Tönnies hat beste Kontakte zu den Chefredakteuren der wichtigen Zeitungen. Die Zeitungen sind nicht ganz uneigennützig interessiert daran, dass er gut gelitten bleibt. Tönnies‘ Firmen (Böklunder, Tillmans, Mühlen) liefern den Zeitungen wichtige Werbebudgets. Er selbst liefert zuverlässig Geschichten.

So ist das eben. Das als irgendwie unfair zu beklagen wäre arg naiv. Bezüglich des Zeitpunkts sicherlich sehr geplant, argumentativ aber unangreifbar, haben sich die Vorstände auch nochmal zu Wort gemeldet und sich für Clemens Tönnies ausgesprochen. Wenn ein Hauptargument von Tönnies-Gegnern lautet, dass dieser sich zu viel in die Belange des Vorstandes einmischt, sich aber der aktuelle und der vorherige Vorstand geschlossen für Clemens Tönnies ausspricht, ist Clemens Tönnies entweder „doch nicht so schlimm“ oder der Vorstand hat Angst vor den Alternativen.

Um sich ein Bild der Alternativen zu machen, dafür gab es eine ganze Veranstaltungsreihe in dieser Woche. Eine davon wurde zusätzlich aufgezeichnet und im Club-Kanal bei youtube eingestellt. Ich kann das Anschauen absolut empfehlen, ich fand diese ca. 100 Minuten aufschlussreich und nie langweilig.

Also:

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… und dann geht es ab spätestens kommenden Dienstag wieder um Fußball.

Glückauf.