Glückauf Pils – Der Schalke Podcast: Folge 12

Am Tag des Derbys haben Herr Pepo und ich an einer Mythos-Tour durch den Stadtteil Schalke teilgenommen. Ursprünglich hatten wir gedacht, man könne das irgendwie hörbar, miterlebbar machen. Das hat nicht funktioniert, Schalke ist zu laut und wir hätten die Gruppe gestört. Aber das Thema hatte uns angetitischt, und so sind wir später wieder hin, nach Schalke, ins Quartiersbüro der Schalker Meile, und haben mit Olivier Kruschinkski die 12. Folge unseres Schalke Podcasts Glückauf Pils aufgenommen.

Olivier aka Oli4 gehört zum Vorstand des Supportersclub. Er hat das Projekt „Schalker Meile“ mit angeschoben, das sich zur Aufgabe gemacht hat, den Stadtteil, die Keimzelle des FC Schalke 04, wieder zu beleben, erlebbar zu machen. Oli4 veranstaltet die besagten Touren und er hat mit angeschoben, dass es mit „GE Söff“ und „GE Bräu“ wieder ein Bier mit GE im Namen gibt. Er hatte also einiges zu erzählen, und für uns gab es einiges darzustellen, was wir auf der Tour gesehen und erlebt hatten.

Es wurde eine unserer Ansicht nach sehr gelungene Episode – Pepo hält sie gar für die bislang beste. Natürlich besprechen wir zu Beginn die aktuelle sportliche Lage, bevor es dann mit Oli4 in den eher zeitlosen Teil geht. Ganz so, wie es eben unsere Masche ist. Viel Spaß beim Hören, hier entlang bitte.

Zum Abonnieren ist „Glückauf Pils“ in den gängigen Katalogen der verschiedenen Podcatcher zu finden. Die Webseite mit den entsprechenden Feeds gibt’s da: glückauf-pils.de. Dort könnt ihr auch ein Feedback hinterlassen; oder hier, oder bei Twitter unter dem Hashtag #glckfpls, wie wer auch immer mag.

Schalke siegt und wahrt die Chance

Schalke gewinnt 3:1 in Hannover und wahrt damit seine letzte Chance auf Platz 4. In einem für diese Saison recht typischen Schalke-Spiel entschied die diesmal großartige Chancenauswertung zu Gunsten der Blauen.

  • Mit Ball in der Offensive spielt Schalke gefällig.
  • Trotz gefälligem Spiel kommt Schalke nur zu wenigen Großchancen.
  • Spielt der Gegner schnell, ist Schalkes Abwehr wackelig.
  • Gegentore ziehen das Team derart runter, dass in den folgenden Minuten überhaupt nichts funktioniert.

Vier Aussagen, mit denen man das Spiel in Hannover umschreiben kann. Vier Aussagen, mit denen man die meisten Spiele des FC Schalke in dieser Rückrunde umschreiben kann.

Insgesamt war es ein Spiel, das neutralen Zuschauern Spaß gemacht haben dürfte. Fair und flott, beide Teams im Vorwärtsgang. Über weite Strecken zeigte Hannover eine gradlinigere Spielanlage. Hannover lief mehr, lief schneller, schoss häufiger aufs Tor, hatte entsprechend mehr und die besseren Chancen … aber Schalke machte drei schöne Tore, und das reichte.

Auch die Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting und Klaas-Jan Huntelaar waren prima herausgespielt. Aber das dritte Tor – Matips Treffer, auch wenn Alessandro Schöpf den Ball über die Linie schob – war das Highlight des Spiels. Weil der eine Innenverteidiger Roman Neustädter die Übersicht behielt und weil der andere Innenverteidiger Joel Matip mit dem Ball tanzte, wie es kein Stürmer schöner hätte tun können. In seinem drittletzten Auftritt für die Blauen tanzte ein bisschen Wehmut mit.

Hannover 96 ist bereits abgestiegen. Kämpften sie noch um den Ligaverbleibt, sie hätten einem fast leidtun müssen. So aber nicken wir ab, sagen Hannover Tschüss und freuen uns über die gewahrte Chance auf Platz 4.

Dass ein Team, das nicht mal beim Tabellenletzten überzeugend und klar verdient gewinnen kann, zwei Spieltage vor Saisonschluss noch Chancen auf eine Champions League-Teilnahme hat, lässt so machen Fan zweifeln. Tatsächlich war es seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr so einfach, sich für die „Königsklasse“ zu qualifizieren. Seit Einführung der 3-Punkte-Regelung kam der Viertplazierte nach 32 Spieltagen im Schnitt auf 55 Punkte. Heute steht da Borussia Mönchengladbach, mit nur 49 Zählern. Dass ein Club mit 49 Punkten so spät in der Saison so hoch platziert war, ist 18 Jahre her.

Man kann das Niveau dieser Mannschaften kritisieren – und eben auch das der eigenen Mannschaft. Eine Diskussion darum, ob man oder wer wann eine Champions League-Qualifikation „verdient“ habe, halte ich aber für Quatsch. Wenn man am Ende auf Platz 4 steht, haben die Clubs auf den Rängen 5 bis sonst wo die Qualifikation eben nachweisbar weniger verdient.



Foto: Tomek Bo

Happy Weekend (6)

Happy Weekend heißt eben Happy Weekend. Aber wenn diese Zeilen nun nicht ein Teil dieser neuen Ausgabe wären, sondern ein eigenständiger Text, ich hätte sie mit „3 Siege für ein Hallelujah“ betitelt. Mein Fan-Ich pendelt stets zwischen Optimist und Realist. Realist bin ich nach Abpfiff. Optimist bin ich, wenn es auf das nächste Spiel zugeht.

Nein, Schalke spielt keine gute Saison. Und trotzdem sind sie drei Spiele vor Saisonschluss noch immer in Reichweite des vierten Platzes, in Reichweite der Champions League-Qualifikation. Hertha BSC liegt 4 Punkte und 5 Tore vor Schalke. Gladbach hat 3 Punkte und 17 Tore Vorsprung. Mainz ist nach Punkten mit den Blauen gleichauf, sie sind lediglich 5 Tore voraus. Zwar sind nur noch drei Spieltage zu absolvieren, aber sollte Schalke 3 Siege einfahren und am Ende auf 54 Punkte kommen wäre es nicht völlig abwegig, dass dies für den vierten Platz reicht, denn die Konkurrenz hat im Schlussspurt die schwierigeren Aufgaben zu absolvieren.

Hertha konnte keins seiner letzten 5 Spiele gewinnen. Morgen spielen sie in Leverkusen, nächste Woche gegen Darmstadt, am letzten Spieltag gegen Mainz. Gladbach hat in den sieben Auswärtsspielen der Rückrunde erste einen Punkt geholt und muss noch zweimal auswärts antreten. Morgen spielen sie in München, am letzten Spieltag in Darmstadt, dazwischen liegt ein Heimspiel gegen Leverkusen. Mainz hat seine letzten beiden Spiele gegen Köln und Frankfurt verloren. Nun empfangen sie den HSV, kommende Woche treten sie in Stuttgart an und am letzten Spieltag müssen sie nach Berlin – siehe oben.

Aber längst rutscht der geneigte Leser unruhig hin und her. Was nutzt es, auf die anderen zu schauen, höre ich ihn sagen, wenn doch die Blauen eh nicht drei Spiele in Folge gewinnen können?!

Ich sage nicht, dass sie es schaffen. Ich sage, dass es machbar ist. Stets wird auf Schalke um das Ausrufen von Zielen ein großes Palaver veranstaltet. Wer wann was fordert, darüber könnte man Abhandlungen verfassen, schließlich ist das Schalke, da sind sich Protagonisten nie einig. Aber hier und jetzt haben wir hier eine sehr geeignete Ausgangslage für ein realistisches Ziel: Gewinne gegen Hannover 96, den FC Augsburg und die TSG Hoffenheim. Drei Spiele die – mit ein bisschen Glück – die Saison retten können.

Jetzt gilt es. Jetzt muss Schalke liefern.
 
 
Gegen Hannover, auf’m Platz

Gegen Leverkusen wurden Leon Goretzka und Benni Höwedes eingewechselt. Mit einer Woche mehr Training könnten beide eine Option für die Startelf sein. In der Pressekonferenz zum Spiel dämpfte Trainer Breitenreiter die Erwartungen in Richtung Höwedes, die in Richtung Goretzka aber nicht. Zumal ausgerechnet Leon Goretzka unter André Breitenreiter stets gespielt hat, sobald er nur geradeaus laufen konnten. Aktuell ist die Personallage bei den Blauen jedenfalls so entspannt wie lange nicht mehr. Breitenreiter hat auf nahezu allen Positionen die Wahl zwischen verschiedenen Optionen.

Bei Hannover 96 fand Ex-Schalker Adam Szalai sein Glück auch nicht. In 10 Einsätzen gelang ihm kein Treffer. Immerhin spielte er aber gegen Ingolstadt die vollen 90 Minuten durch und wurde von Interims-Trainer Daniel Stendel sogar gelobt. Gut möglich, dass er gegen Schalke in der Startformation steht.
 
 
Daten und Drumherum

André Breitenreiter wurde in Langenhagen geboren. Ohne den Langenhagenern zu nahe treten zu wollen, aber das ist quasi Hannover. Über Borussia Hannover und den Hannoverschen SC kam er mit 13 Jahren zu den 96ern und wurde dort Fußballprofi.

Als Trainer trat André Breitenreiter bislang dreimal gegen Hannover 96 an, zweimal mit Paderborn und in der Hinrunde mit Schalke 04. Alle drei Spiele hat er gewonnen.

Die jüngere Bilanz zwischen Hannover und Schalke spricht allerdings nicht für einen Sieg der Blauen. Von 2011 datiert der letzte Auswärtssieg in den Begegnungen zwischen diesen beiden Clubs. In den folgenden 9 Begegnungen gewann sieben Mal das Heimteam, zwei Spiele endeten unentschieden.

Bei Schalke 04 sind gleich 7 Spieler von Sperrungen bedroht: Aogo, Geis, Goretzka, Meyer, Neustädter und Sanè. Bei Hannover sind es nur zwei.

Bei den Wettanbietern ist Schalke Favorit. Für einen Sieg der Blauen gibt es nur 1,85 für 1, die Quote zu einem Sieg Hannovers liegt bei 4,2 für 1.

Schiedsrichter der Partie ist Günter Perl.

Gleich sieben Schalker haben an diesem Wochenende Geburtstag. Heute wird Helmut Papst 65 Jahre alt, von 1971 bis 1974 Schalkes Nummer 2 hinter Norbert Nigbur. Morgen wird Heinz Kuzniewski 85 Jahre alt, von 1951 bis 1953 Stürmer der Blauen. Außerdem hat morgen der Manager Geburtstag, seinen 72., wir hoffen er fühlt sich gut. Am Sonntag folgt dann der Geburtstag des sechsmaligen Deutschen Meisters Rudi Gellesch, der mit Szepan und Kuzorra den Schalker Kreisel prägte und 1990 verstarb. Willi Kraus war in den 60ern Schalker und Bankräuber und wäre Sonntag 73 Jahre alt geworden. Rainer Budde spielte 1968 beim MSV Duisburg unter Trainer Gyula Lóránt mit Heinz van Haaren und Erwin Kostedde zusammen und wusste als Stürmer zu überzeugen. Nach dem Wechsel zu Schalke 1972 klappte es weniger. Er wird Sonntag 68 Jahre alt. Und Olaf Thon ist und bleibt Olaf Thon, ab Sonntag dann fünfzigjährig.
 
 
Mehr Schalke

Schalkes Regionalliga-Team bestreitet am Samstag ein Nachholspiel gegen Rot-Weiß Ahlen. Anstoß ist um 14 Uhr in der Mondpalast Arena in Wanne-Eickel.

Norbert Elgerts U19 empfängt am Sonntag um 11 Uhr auf der Sportanlage der Gesamtschule Ückendorf den Wuppertaler SV.

Schalkes B-Jugend hat an diesem Wochenende kein Spiel.
 
 
Und sonst?

Gestern fand in der NFL, der National (American) Football League der Draft der Saison 2017 statt. Bei dieser „Ziehung“ werden die anstehenden Talente auf ihre Clubs verteilt. Da sich das jeweils schwächste Team das beste Talent aussuchen darf, hält sich die Liga weitestgehend ausgeglichen.

American Football kann man gut finden, oder auch nicht, da bin ich vollkommen offen. Trotzdem fand ich die folgende Debatte interessant. Ein sachlicher Austausch zu den verschiedenen Sichtweisen auf die Dinge …

So. Schönet Wochenende bis Montach.

Mein „EM 2016 Google-Kalender“ für alle

In 44 Tagen findet im Stade de France, Saint-Denis, Frankreich das Eröffnungsspiel zur Fußball Europameisterschaft 2016. Beim heutigen Blick aus dem Fenster kaum vorstellbar: Es wird Sommer sein. Wir werden grillen wollen, draußen sein, uns mit Freunden verabreden. Weil wir aber vielleicht auch das eine oder andere bis jedes Spiel der EM sehen wollen, ist Planung notwendig. Um das zu erleichtern stelle ich Euch hiermit meinen „EM 2016 Google-Kalender“ zur Verfügung.

Dieser Kalender ist für jeden freigegeben. Nach den Spielen werden die Termine mit den Ergebnissen versehen. Die Termine der Finalspiele werden bezüglich der teilnehmenden Mannschaften editiert, sobald diese feststehen. Der Kalender steht im iCal und HTML-Format zur Verfügung. Er kann mit allen gängigen Online-Endgeräten (auch iPhone, iPad, Android, Outlook etc.) abonniert, genutzt oder in Webseiten integriert werden, eben so wie der „Schalke 04 Google-Kalender“, den ich seit 2011 zur Verfügung stelle und der seine Fans gefunden hat.

Hier also die Links:

Das neue Blaue

Seit gestern gibt es Schalkes neues Heimtrikot offiziell zu kaufen. Schalker sind viele, natürlich gab es wieder alle Meinungen zu hören und zu lesen. Dass dabei vor allem der Preis für Diskussionen sorgen würde, schien man im Club schon zu ahnen.

Tatsächlich wurde extra ein „Interview“ veröffentlich, in dem Marketing-Vorstand Alexander Jobst die Preisgestaltung erklärt – oder zumindest mit der seinem Job entsprechenden Werbersprache verteidigt. Ganz klar wird dabei nämlich nicht, wieso andere Clubs mit gleichem Ausrüster zu geringeren Preisen kommen. In der vergangen Saison mussten beispielsweise Fans des FC Bayern München für ein Trikot weniger berappen als Schalker. Wie sich das in dieser Saison im Vergleich darstellt, bleibt abzuwarten. * Inklusive Rückennummer, eigenem Namen und Wettbewerb-Logo kostet das neue Schalke-Trikot für Erwachsene 108,05 Euro. Die Kids-Version kommt 88,05 Euro – plus 34,95 Euro für die Hose, plus 14,95 Euro für die Socken, will der Sohn beim Training seines eigen Fußballvereins im Dress seines Kumpel und Malocherclubs auftreten.

Welches Wettbewerb-Logo man seinem Club noch zutraut, mag man als Geschmackssache erachten. Tatsächlich ist für Schalke ja noch „alles möglich“. Also twitterte ich gestern mit einem Augenzwinkern, das dem Shop wohl ein Fehler unterlaufen sei, da das Logo der Champions League nicht auszuwählen sei. Aber Schalke will es nun wohl lieber defensiv angehen. Jedenfalls war heute Früh nicht mal mehr das Logo der Europa League zu bestellen …

Mir wurde das neue Trikot übrigens von Schalke zugesandt. Wenn ich das richtig beobachtet habe wurde ich als einer derjenigen mit einer gewissen Reichweite in den social networks ausgemacht. Für meinen Club zu werben fällt mir leicht. In gewisser Weise gibt es mein Blog auch dafür, denn trotz allem regelmäßigen Tullus hoffe ich doch, dass auch hier immer noch etwas von der Faszination erhalten bleibt, die diesen Club ausmacht. Also habe ich’s gepostet und meinen Teil zur Beachtung beigetragen. Das Trikot als solches wird es in einer der nächsten Ausgaben unseres Glückauf Pils Podcasts zu gewinnen geben.
 

 
Korrektur:

Via Via Twitter wurde ich darauf hingewiesen, dass meine Aussage zu günstigeren Preisen bei anderen Clubs und gleichem Ausrüster nicht richtig war. Zu Beginn der laufenden Saison kostete das Trikot des FC Bayern 5 Euro mehr als das des FC Schalke 04.

Ich hatte zuvor im Fanshop des FC Bayern nachgeschaut. Dort wird das noch aktuelle Trikot als von 64,95 Euro auf 45 Euro reduziert angeboten. Ich hielt die besagten 64,95 Euro für den Preis bei Veröffentlichung. Offensichtlich wurde der Preis aber zuvor schon reduziert.

Kein Unfall, kein Pech: Leverkusen siegte verdient

Schalke verliert sein Heimspiel gegen Leverkusen mit 2:3. Eine bespielhafte Niederlage eines Teams, dem es an taktischer und psychischer Stabilität fehlt, gegen einen Gegner, der an sich glaubt und die Mittel hat.

Ja, Schalkes Leistung in der ersten Halbzeit hat Spaß gemacht, und in der zweiten Hälfte ging es flott. Trotzdem ist es falsch, dieses Spiel auf „Eine Halbzeit alles super -> 6 Minuten Tiefschlaf, Fährmanns Fehler -> verloren“ zu reduzieren. Erstens war schon in der ersten Halbzeit nicht alles super. Zweitens lief das Spiel ab Anstoß der zweiten Halbzeit komplett anders und die ganze Mannschaft kollabierte. Und drittens unterschlägt diese Zusammenfassung, dass Leverkusen dieses Spiel mit veränderter Herangehensweise und mehr Können aktiv herumriss.

Schalkes starke Halbzeit

Schalke begann das Spiel gut eingestellt. Eric Maxim Choupo-Moting und Leroy Sané waren Schalkes Schlüsselspieler. Sie waren variabel anspielbar, mal hinter der Mittellinie, mal in die Tiefe startend, dann wieder ins Zentrum rückend. Leverkusen bekam das zunächst nicht in den Griff. Schalke spielte schnörkellos und schnell, so wie Fans es sich wünschen.
Trotz der Dominanz kam Schalke aber zu vergleichsweise wenig klaren Torchancen. Ärgerlich, wie schwach Klaas-Jan Huntelaar den Strafstoß vergab. Choupo-Motings Torschuss zum 1:0 wurde glücklich abgefälscht. Der Spielzug zum 2:0 war der einzige der vielen Angriffe, der auch zu einem guten Abschluss führte. Gemessen an der Feldüberlegenheit war das verdammt wenig – letztlich zu wenig.

Leverkusens Rausch, Schalkes Kollaps

Denn mit Wiederanpfiff nach der Pause lief das Spiel in die andere Richtung. Ja, Ralf Fährmann hatte einen gebrauchten Tag. Nicht nur der kuriose Ausgleich ging auf seine Kappe. Schon vor dem Anschlusstreffer warf er den Ball zu kurz ab, schenkte ihn Leverkusen, während seine Mitspieler in der Vorwärtsbewegung waren. Trotzdem waren es nicht alleine diese zwei Szenen, die das Spiel drehten. Leverkusen gewann mit dem ersten Pfostenschuss in der 51. Minute an Gewissheit, dass noch was möglich ist und gleichzeitig war Schalkes wachsende Unsicherheit zu greifen. Zwanzig Minuten rollte Leverkusen wieder und wieder aufs Schalker Tor zu, erspielte sich beste Chancen. Leverkusen erzwang den Sieg.

Schalke hat keinen „Fallback-Plan“. Schalke kann sich nicht zurückziehen und „sicher stehen“. Dass Schalke mit Tempo im Hurra-Stil nach vorne spielen kann, hat man in dieser Saison bereits das eine oder andere Mal gesehen. Aber sobald was nicht mehr läuft wie gewünscht, sobald ihnen irgendwie ein Bein gestellt wird, sei es taktisch oder auch nur durch Glück für den Gegner, rettet sie kein Können und keine Routine. Wie sich Schalke in dieser Phase auseinandernehmen ließ, oder wie sich Schalke nach eigener Ecke das 2:3 fing, wie man sich in der Rückwärtsbewegung übertölpeln ließ, das ist kein fehlender Wille und keine fehlende Erfahrung. Da fehlt es schlicht an Automatismen.

Schmidts Team hat sich den Sieg verdient

Das mit einem „Tiefschlaf“ abzutun, als wäre es ein Unfall, der eben passiert, wofür man aber irgendwie nichts kann, wird dem Verlauf des Spiels nicht gerecht. Dieser Erfolg war Roger Schmidts Sieg. Taktisch ergriff er zur Halbzeit die richtigen Maßnahmen. Choupo-Moting und Sané wurden fortan deutlich schneller attackiert, was Schalkes Aufbau störte und wodurch Leverkusens Pressing besser griff. Er brachte Kießling als Anspielstation in den Sturm und er stärkte mit dem Zurückziehen Kampls den Raum im defensiven Mittelfeld. Außerdem schaffte er es, seiner Mannschaft zu vermitteln, dass sie an sich glaubte – obwohl ihr in der ersten Hälfte nahezu nichts gelang. Obwohl Schalke in der ersten Hälfte klar besser war. Und obwohl sein Team 2:0 zurücklag. Das war schon eine sehr bemerkenswerte Halbzeitwirkung.

Schalke ist nicht untergegangen. Der Wille war da, zum Schluss hatte Klaas-Jan Huntelaar noch eine große Chance zum Ausgleich. Und doch hatte Schalke dem Leverkusener Sturmlauf nach der Pause nichts entgegenzusetzen; man ließ Schultern und Kopf hängen, wartete und hoffte, dass es bald vorüber sein würde. André Breitenreiter glaubte zur Halbzeit, alles würde weiterlaufen wie es begann, die geeigneten Veränderungen zu finden schien er Roger Schmidt nicht zuzutrauen. Als André Breitenreiter reagierte stand es schon 2:3. Am Ende schickte er Benni Höwedes in den Sturm, in dessen erstem Einsatz seit dem 18. Dezember. Des Trainers Wunschstürmer Franco Di Santo spielt hingegen seit Wochen keine Rolle mehr und saß gegen Leverkusen nicht mal mehr auf der Bank.



Fotos: Fuguito, Tomek Bo

Tobias Escher: Vom Libero zur Doppelsechs

Tobias Escher ist ein netter Kerl, mit dem ich schon ein paar Tage Hallenfußball gemeinsam erlebt habe und der bereits im Glückauf Pils Podcast zu Wort kam. Das mal gleich vorab, bevor er nun berühmt wird. Denn Tobias Escher hat ein Buch geschrieben – „Vom Libero zur Doppelsechs“ – das just ab heute erhältlich ist. Und das Du jetzt und hier in einer Runde „Einwechselspieler Raten“ gewinnen kannst.

Tobias Escher gehört zu den Initiatoren von spielverlagerung.de, der mittlerweile ersten Adresse zum Thema Taktikanalyse im deutschen Netz. Sein Buch trägt den Untertitel „Eine Taktikgeschichte des deutschen Fußballs“ und dies umschreibt den Inhalt exakt.

Von den Anfängen des Fußballssports, ab der Festlegung erster Regeln in England, bis in die Gegenwart, beschreibt das Buch die Entwicklung des Spiels. Aber Tobias erklärt nicht nur, wie der Fußball wann war. Er macht auch klar, warum sich was wie entwickelte. Beispielsweise warum sich einst das Spiel mit Libero entwickelte, und warum der Libero später wieder in anderer Position aufging.

Dieses Buch umschreibt insbesondere die Geschichte des deutschen(!) Fußballs, und stellt dabei dar, wie das hiesige Spiel immer wieder von Entwicklungen in anderen Ländern beeinflusst wurde. Zweifellos ist Deutschland eine große Fußballnation, aber ebenso zweifellos ist sie das auch deshalb, weil sie immer wieder aus der überall in der Welt stattgefundenen Weiterentwicklung des Spiels Geeignetes übernommen und sich zu Eigen gemacht hat.

Tobias Eschers Buch hilft, Fußball zu verstehen. Mehr Lob geht wohl nicht.
 
 
Einwechselspieler Raten

Ein Exemplar des Buches kann nun gleich hier gewonnen werden. Dazu spielen wir eine Runde „ESR plus X“. Wer hier schon länger mitliest mag sich erinnern: ESR steht für „Einwechselspieler-Raten“ und das X für eine Extrafrage. Das ist tatsächlich so simpel wie es klingt. Tippe, welche 3 Spieler André Breitenreiter im Spiel gegen Bayer Leverkusen einwechseln wird, und beantworte die …

X Frage:

In welcher Spielminute nimmt André Breitenreiter den ersten Wechsel vor?
Dabei zählt die bei kicker.de unter Analyse angegebene Minute. Alle richtigen Tipps +/- eine Minute erhalten den X Punkt.

Die drei Spielernamen und die Antwort auf die X Frage sind im Kommentarfeld bitte untereinander zu notieren. Mache dabei bitte die X Antwort mit einem vorangestellten „X“ kenntlich (so). Tippabgabeschluss ist Samstag, 16:30 Uhr.

Der Tipper mit den meisten Punkten gewinnt das Buch, bei Punktgleichheit lose ich aus. Die Auswertung folgt spätestens Montag hier unter diesem Beitrag. Der Gewinner wird hier veröffentlicht und außerdem per Mail benachrichtigt.
 


 
And The Winner Is …

Eigentlich weiß mittlerweile jeder, dass André Breitenreiter zu den Spätwechslern gehört. Auch gegen Leverkusen machte er diesem Ruf alle Ehre. Als Behanda in der 68. Minute Höjbjerg ablöste, war die heiße Phase des Spiels vorbei. Gemäß der Vorgabe erhielten sechs Mitspieler für ihre Tipps von der 67. bis zur 69. Minute den X-Punkt. 42 Tipper glaubten an einen früheren Wechsel, fünf sagten einen noch späteren Zeitpunkt voraus.

Ähnlich weit daneben gingen die Einwechseltipps. Zwar war Younis Belhanda einer der Top-Tipps – 28 Tipper sagten diese Einwechslung voraus, nur Alessandro Schöpf wurden noch häufiger genannt (37). Auf Benedikt Höwedes (5 Tipps) und Leon Goretzka (2) zu kommen war aber recht abwegig.

Am Ende kamen 9 Tipper auf jeweils zwei Punkte. Das Los entschied letztlich für Pilzeintopf.
Herzlichen Glückwunsch!