0:0 im Alles-Drin-Spiel

Schalke kommt im letzten Spiel des Jahres 2014 gegen den HSV über ein 0:0 nicht hinaus; oder hält ein 0:0, je nach Sichtweise. Die Blauen überwintern auf Platz 5, punktgleich mit Platz 4 und einen Punkt hinter Platz 3.

Für neutrale Zuschauer muss es ein großartiges Spiel gewesen sein. Hielt man zu den Blauen, litt man eher mit, als dass man hätte genießen können. Zunächst litt man ob der vergebenen Chancen. Dann litt man ob des aus der Hand gleitenden Spiels. Man litt mit den sich quälenden, kraftlosen Spielern. Man litt ob der Angst, dass die sich häufenden Chancen des HSV doch noch zum Rückstand führen könnten. Zum Schluss litt man nochmal unter dem Pech, dass eben nur einen Pfostenschuss und nicht den entscheidenden Treffer bedeutete.

Tatsächlich empfand ich den Spielverlauf ähnlich wie im Spiel gegen den 1. FC Köln: Eine Halbzeit lang war Schalke die klar bessere Mannschaft, ohne ein Tor erzielen zu können. In der zweiten Hälfte fehlte letztlich die Kraft. Umgekehrt wirkte Hamburg anfangs schwach, in der zweiten Hälfte stießen sie aber gut in die sich auftuenden Lücken. So wurde es ein Spiel, in dem beide Teams zu sehr guten Torchancen kamen, das beide hätten gewinnen können und das deshalb mit einem Unentschieden ein wohl gerechtes Ergebnis fand; auch wenn das Spiel eher 3:3 hätte enden sollen.

Da gleichzeitig Gladbach verlor und Leverkusen gegen Frankfurt zwei Punkte liegen ließ sagen Pessimisten, Schalke habe die Chance zum Sprung auf Platz 2 verschenkt. Optimisten sagen, trotz ausbleibendem Sieg gegen den HSV ist in der Tabelle nichts Schlimmes passiert. Wie man es sieht, mag jeder für sich selbst entscheiden.

1. Schalker Adventssingen

Erfunden wurde es von den Eisernen in Berlin. Dort findet ein Weihnachtssingen bereits im 12. Jahr statt, zuletzt war das Stadion dabei stets voll. Auf Schalke geht’s damit erst los. Am kommenden Sonntag, dem 04. Advent, treffen sich Fans der Blauen, in der Kampfbahn Glückauf, um zu singen. Weihnachtslieder.

Einlass ist ab 16:04 Uhr, los geht’s ab 17:30 Uhr. Es gibt Glühwein und Würstchen, Kerzen, Wunderkerzen, blauweiße Weihnachtsmützen und Liederfibeln. Die Eintrittskarten sind kostenlos, das ordern einer Karte im Vorfeld ist lediglich für die Organisation notwendig. Für Kerzen oder Weihnachtsmützen werden Spenden erhoben, die später an lokale Projekte weitergeleitet werden.

Nichts, was man daran schlecht finden könnte. Eine rundum gute Idee. Und singen können alle Schalker!
 
 

Schalke siegt in Paderborn

Schalke 04 gewinnt in Paderborn 2:1 und bleibt nach 16 Spieltagen einen Punkt hinter den Champions League-Plätzen.

Es war ein glücklicher Sieg. In der ersten Hälfte war Paderborn die bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte hatte Schalke Vorteile, ohne wirklich klare Chancen herausspielen zu können. Letztlich waren es Kleinigkeiten oder auch einfach nur Massel, dass Roman Neustädter den entscheidenden Ball mit dem Kopf ins Tor verlängern konnte.

Manchmal reicht das schon. In diesem Spiel, zum Beispiel.

Zwei Ligen Champions League

Schalke muss im Champions League-Achtelfinale gegen Real Madrid antreten. Schon wieder. Der FC Schalke 04 ist mittlerweile ein etablierter Champions League-Club. Die Champions an sich ist aber längst nicht mehr mehr die Spitze des Fußballs. Innerhalb dieses Wettbewerbs hat sich eine neue 1. Liga gebildet. Diese zu erreichen ist für Schalke unmöglich.

Bayern München gehört zu dieser 1. Liga. Um dorthin zu gelangen reichten aber auch dreißig Jahre sportlicher Erfolg bei gleichzeitigem seriösen wirtschaftlichen Handeln nicht aus. Sie waren zusätzlich darauf angewiesen, hunderte Millionen Euro aus Anteilsverkäufen der Club-AG zu generieren.

Dem FC Schalke 04 sind ähnliche Schritte in Richtung dieser 1. Liga unmöglich. Für Schalke ist es ein großer Erfolg, zum vierten Mal in fünf Jahren am Achtelfinale der Champions League teilzunehmen. Dies ist Ziel und Grundlage für das erneute Erreichen des gleichen Ziels zugleich. Eigentlich ist Sport, sich neue, höhere Ziele zu stecken. Auch Fußballfans wollen positive Entwicklungen erleben, das gilt auf allen Ebenen. So betrachtet ist die Lage des FC Schalke 04 nicht schön. Es gilt, sich am Status Quo zu erfreuen. Zu sein statt zu werden. Das gilt auch, wenn das Geschehen auf dem Platz gegen Real Madrid wieder bitter werden sollte. Mit Sport hat die Veranstaltung Profifußball auf Champions League Niveau eh nur noch nebensächlich zu tun.

Nicht des Captains Tag: Unnötige und ärgerliche Niederlage

Schalke verliert sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit 1:2 und bremst damit die aufkeimende Euphorie um die neue Formation. Letztlich war es aber kein „Nichtfunktionieren“ Schalkes. Diese Niederlage war ein Unfall. Erste war es Pech, dann kam des Captains Ungeschick hinzu, am Ende fehlte die Kraft.

45 Minuten griff Schalkes System. In der ersten Halbzeit war Schalke klar die bessere Mannschaft. Die Blauen erspielten sich viele Chancen und ließen Köln kaum Raum. Eigentlich lief alles richtig, es fehlte eben nur ein Tor. Aber es war eben nicht Benni Höwedes‘ Tag. Seine Fehler besorgten die Gegentore und Schalke fehlte die Kraft, das Spiel umzudrehen. Natürlich war es enttäuschend, dass Schalke nach dem Rückstand nicht mehr dagegenhalten konnte. Natürlich muss eine Profimannschaft auch englische Wochen spielen können. Aber gerade dann machen sich die vielen Verletzten eben doch bemerkbar. Die Startaufstellungen waren zuletzt eigentlich stets identisch, die Einwechselspieler sind keine wirklichen Alternativen. Mit der Kondition fehlte es auch an Konzentration. Schalke war in der zweiten Hälfte nicht mehr präzise genug, Köln verteidigte ausreichend gut. So kam das eine zum anderen.

Erst verlängerte Benni Höwedes des Gegners Ball passend in die Tiefe und verlor dabei seine Position, was mit der Kölner Führung endete. Dann Griff er Pawel Olkowski im Strafraum an die Schulter und ermöglichte ihm, einen Strafstoß „rauszuholen“. Mein Platz ist in S5, die Szene spielte also genau vor meiner Nase, und alle um mich herum und ich waren uns einig, dass man den Strafstoß geben musste. Die Entscheidung traf übrigens auch nicht Dr. Brysch. Er zögerte und reagierte erst auf das Zeichen seines Assistenten, der an der Linie auf Höhe des Geschehens mitlief. Wenn auch nur kurz, so hielt Höwedes den Gegner eben doch fest, lange genug, um eine gute Torchance zu behindern. Dass man im Fußball im Strafraum zu Boden gehen muss, um ein Foul gegen sich geahndet zu bekommen, ist doof, diese Kultur hat Olkowski aber nicht erfunden. Der Fehler lag bei Höwedes.

Nach dem Spiel war ich über die Masse an Schalkern überrascht, die den Strafstoß als unberechtigt erachtet haben. Das kann ich mir nur mit Emotionen erklären. Und wenn wir schon bei Emotionen sind möchte ich bemerken, dass mir – bei allen sachlichen Erklärungen und Entschuldigungen – diese Niederlage ganz besonders gegen den Strich geht. Meines Erachtens darf der 1. FC Köln gerne in der zweiten, dritten oder vierten Liga kicken, ich will die nicht sehen. Mich stört es sehr, dass gerade mein Verein durch seine Schlechtleistung einen Beitrag zum Verbleib dieses Clubs in der Bundesliga geleistet hat.

Dieser Gegner sorgt eben für einen übergroßen Anteil an Gesocks im Stadion. Das mag ich nicht. Abgesehen von den Derbys gegen Borussia, da lebt man eben damit, kann man auf Schalke stets mit gutem Gefühl Fußball erleben. Nur gegen Köln ist ein Viertel des Stadions hermetisch abgeriegelt, ist Polizei allgegenwärtig, wird man auch zu Pferd oder aus der Luft überwacht und gibt es über das ganze Stadion verteilt Ärger mit provozierenden Gästen. Warum die so anders sind weiß ich auch nicht, die Stadt ist mir grundsätzlich eigentlich sympathisch. Vermutlich kommen sie mit normalem Bier nicht zurecht. Ich hoffe jedenfalls auf Karlsruhe statt Köln in 2015 und meinetwegen verlieren die Blauen dann auch gegen die unnötig.

TELEKOM Spieltaganalyse Hangout

Gestern war ich Gast eines Sport1-Hangouts zum Champions League-Spieltag. Mit Thomas Helmer und Stefen Niemayer unterhielt ich mich dabei über die 4 deutschen Clubs, über die möglichen Gegner und natürlich insbesondere über die Situation beim FC Schalke 04. Das ganze lässt sich nun hier nachsehen.



S04 im Champions League Achtelfinale!

Der FC Schalke 04 gewinnt in Maribor mit 1:0 und erreicht unter Mithilfe des Chelsea FC tatsächlich noch das Champions League-Achtelfinale!

Offensiv war die ersten Halbzeit pomadig und die zweite Halbzeit auch nur etwas besser. Defensiv hatte man das Gefühl, dass Schalke in den letzten Minuten schwamm, tatsächlich hatte Maribor aber nur eine wirkliche Großchance, als Atsuto Uchida in der ersten Hälfte liegend rettete.

Es war das von Roberto Di Matteo vorausgesagte, knappe Spiel, in dem Kleinigkeiten entschieden. Die Kleinigkeit, dass Uchida eben richtig lag, und Schalke einen Ball über die Linie bugsierte. Kein hochverdienter, aber eben auch kein nicht verdienter Sieg. Ein Spiel, das auf schwachem Niveau über 90 Minuten auf des Messers Schneide stand. Ein Abend, der gefeiert werden darf, weil Chelsea sich in London auch mit ein paar Spielern aus der zweiten Reihe keine Blöße gab. Und ein Spiel, dass ZDF-Kommentator Bela Rethy zum Ausspruch „FC Schalke 0 Fuchs“ verleitete … warum habe ich auch bis nach Abpfiff nicht verstanden.

Sei’s drum. Champions League Achtelfinale und Schalke ist dabei.
Schon wieder.
Turniermannschaft eben.
Glückauf!