Die Weinzierl-Ziel-Zahl

„Diese fünf Niederlagen zu Beginn werden wir nicht mehr aus unserem Rucksack bekommen.“
Christian Heidel

„Wenn wir die ersten fünf Spiele ausklammern, haben wir einen Punkteschnitt von 1,8. Wenn wir das bis zum Ende durchziehen könnten, hätten wir mehr als 50 Punkte und unser Ziel wahrscheinlich erreicht.“
Markus Weinzierl

Diese Aussagen stammen von der S04-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den HSV.

Tatsächlich käme man sogar auf 52 Punkte, wenn Schalke am Saisonende für die Spieltage 6 bis 34 einen Schnitt von 1,8 Punkten pro Spiel aufweisen könnte. Mit 52 Punkten landete man in den beiden letzten Spielzeiten jeweils auf Rang 5.

Dummerweise hat Schalke gleich das erste Spiel nach diesen Aussagen verloren, beim Gruselkick in Hamburg, und ist bezüglich dieses Ziels ins Hintertreffen geraten. Entsprechend liegt der aktuelle Schnitt ab dem 6. Spieltag nun bei 1,64 statt bei 1,91, wohin man mit einem Sieg gegen den HSV hätte kommen können.

Ich mag solch Zahlengekasper. Ich mag nachvollziehbare Ziele. Dieses ist sehr anspruchsvoll und es ist auch keineswegs sicher, dass 52 Punkte auch in dieser Saison für die Teilnahme an der Europa League reichen werden. Aber ich mag mutige Aussagen und positives Denken. Also werde ich ihn ab sofort und bis Saisonende in der Sidebar meines Blogs darstellen, den Stand der Weinzierl-Ziel-Zahl: Den Unterschied des aktuellen Punkteschnitts ab dem 6. Spieltag zum Ziel von 1,8. Wir beginnen mit -0,16.

Ma’kucken, wohin uns die Reise führt.

Ma’ kurz

… auf die Situation geschaut.

Unter meinem gestrigen Beitrag hatten sich viele Kommentare versammelt, in denen die aktuelle Lage eingeschätzt wird. Dabei schauen viele Kommentatoren eher pessimistisch in die Zukunft.

Ich selbst sehe viel positiver nach vorne. Mein Eindruck ist, dass Schalke noch nie so viel Kompetenz im Vorstand hatte wie heute, und dass der Club trotz sportlicher Rückschläge noch nie so ruhig geradeaus geführt wurde wie jetzt. Mir ist vollkommen klar, dass es Schalker gibt, die sich nach starken Worten sehnen, die in solchen Zeiten nach den Sprüchen eines Rudi Assauers darben. Aber die Zeiten sind nicht mehr so. Schalke ist seriös geworden, seriöser als wir alle wahrhaben wollen.

Sportlich laufen wir aus meiner Sicht 6 Punkte hinterher. Die sind immer noch dem missglückten Start geschuldet. Mit 24 Punkten hätte man eine sehr gute Ausgangslage für die Rückrunde. So wird es schwer, nochmal die Europapokalplätze anzugreifen, alleine weil so viele Clubs dazwischen stehen, die alle erst mal Federn lassen müssen.

Das ist doof. Aber das ist nichts, was bei mir dazu führen würde, schon wieder alles infrage zu stellen. Das sind kurzfristige Misserfolge, die nicht „den Weg“ gefährden. Diese Mannschaft hat viel Talent, und Trainer Markus Weinzierl hat in der Hinrunde bereits gezeigt, dass er flexibel ist, dass er nicht nur einer einzigen Idee von Fußball nachhängt. Das alles macht mir viel Mut für die Zukunft. Namen einzelner Spieler sind mir dabei vollkommen egal. Es ist nicht wichtig, wer spielt, sondern wie wer spielt. Einzelnen Spieler nachzuhängen habe ich mir seit Manuel Neuer abgewöhnt.

Fünf Tage vor dem Neustart

 
Am Samstag, in fünf Tagen, um 15:30 Uhr, ist es endlich so weit. Die Rückrunde startet auch für die Blauen aus Gelsenkirchen. Erst Ende März, an dem Wochenende, an dem Deutschland wieder auf Sommerzeit umstellt, wird es die nächste Spielpause geben.

Vor den Testspielen habe ich mich erfolgreich gedrückt. Vor beiden. Ich habe nichts gesehen. Es ist schließlich immer dasselbe: Spielen sie gut, wischt man es als Test weg, spielen sie schlecht, beginnt man sich zu sorgen. Beides ist unnötig.



Sidney Sam & Fabian Giefer

Nebenbei verschlankt Schalke noch seinen Kader. Sidney Sam wurde für die aktuelle Rückrunde nach Darmstadt ausgeliehen, das wurde bereits offiziell bestätigt. Auf Schalke war er von Beginn an eine einzige Enttäuschung. Für die Blauen hat er kein einziges gutes Spiel auf den Platz gebracht.

Noch nicht bestätigt ist eine Ausleihe von Fabian Giefer zum englischen Zweitligisten Bristol City. Verschiedene Medien berichteten übereinstimmend von diesem Deal. Auch diese Leihe soll sich auf die Rückrunde beschränken.
Fabian Giefer kommt auf Schalke nicht an Ralf Fährmann vorbei. Er ist ein prima Torwart und mit dem Ball am Fuß wohl besser als Schalkes Nummer 1. Aber Ralf Fährmann ist eben nicht nur ein Torwart, der stets solide alle „Haltbaren“ hält. Er hat auch eine starke Präsenz, er ist ein Führungsspieler dieses Teams, ein Gesicht des Clubs. Das ist das gewisse Extra, dass ein anderer Torhüter mit überragenden Leistungen ausgleichen müsste. Für Fabian Giefer ist es deshalb sinnvoll, zunächst woanders zu seiner Bestleistung zu finden.



Und die Gerüchte

Ich kann die Seriosität nicht beurteilen, aber gestern Abend gab es auf türkischen Webseiten die Meldung, dass ein Wechsel Junior Caicaras zu Basaksehir Istanbul perfekt sei. Die Ablöse soll 3 Millionen Euro betragen.

Außerdem wird Sead Kolasinac durch die Gerüchteküche gejagt. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, bislang konnte Schalke mit ihm nicht verlängern. Juventus wolle ihn angeblich im Sommer ablösefrei verpflichten. Chelsea wolle ihn angeblich sofort haben. Arsenal sei auch noch in der Verlosung.

Ich las, dass Christian Heidel einen Wechsel im Winter ausgeschlossen hätte. Die eigentliche Aussage dazu hatte ich allerdings verpasst. Sollte er das so klar formuliert haben, würde ich mich darauf verlassen. Wenngleich ich das Interesse anderer Clubs durchaus nachvollziehen kann. Nach seiner starken Hinrunde ist Sead Kolasinac aktuell so wertvoll wie nie zuvor.

Burgstaller & Badstuber

Tag Zwo nach meiner Blog-Winterpause. B-Day, sozusagen. Und schon plöppen die passenden Transfermeldungen auf. Stürmer Guido Burgstaller wird Schalke in Kürze verpflichten, das wurde schon offiziell bekanntgegeben. Eine bevorstehende Leihe von Innenverteidiger Holger Badstuber wurde immerhin von Bild vermeldet.

Guido Burgstaller ist Österreicher und kommt vom Club aus Nürnberg. So weit, so gewohnt. Doch anders als Alessandro Schöpf ist Burgstaller kein junges Talent mehr. Er ist ein 27-jähriger Stürmer, der es in seiner Karriere bislang bis zum Niveau von Rapid Wien und der 2. Bundesliga gebracht hat. Dort war er zuletzt freilich sehr erfolgreich. In 70 Pflichtspielen für den Club hat er 34 Treffer erzielt. Für ihn ist Schalke der nächste, vielleicht der letzte große Schritt.

Bei Holger Badstuber liegt der Fall quasi entgegengesetzt. Er ist von Beginn an in einem der besten Clubs der Welt groß geworden und galt stets als einer, dem alles zuzutrauen ist. Doch statt eine Karriere im Blitzlicht zu leben war er dauerhaft verletzt. In den viereinhalb Spielzeiten, von Sommer 2012 bis heute, kam er in 153 möglichen Bundesligaspielen auf lediglich 30 Einsätze.

Die Burgstaller-Verpflichtung mag ich. Für den Spieler ist es eine große Chance, für die Blauen ist es ein nur kleines Risiko. Burgstallers Vertrag in Nürnberg wäre im Sommer ausgelaufen. Ob dessen, und ob des Spielers Alter, wird Christian Heidel nicht allzu viel Geld an Nürnberg überweisen müssen. Und Schalke braucht sehr dringend einen halbwegs treffsicheren Stürmer.

Wenn stimmt, dass Holger Badstuber lediglich für die eine Rückrunde dieser Saison ausgeliehen werden soll, bestünde für Schalke 04 auch bei dieser Personalie kaum ein Risiko. Sollte sich der Spieler sofort wieder verletzten zahlt eh bald die Berufsgenossenschaft wieder sein Gehalt. Da Schalke nach der Umstellung auf 3er-Kette regelmäßig drei Innenverteidiger braucht, und da außerdem aktuell Matija Nastasic und Benedikt Höwedes angeschlagen sind, wäre die Verpflichtung eines Innenverteidigers absolut sinnvoll. Und doch fühlt es sich für mich nicht gut an. Auch die letzten Leihen von Bayern München, Jan Kirchhoff und Pierre-Emile Höjbjerg erschienen zunächst sinnvoll. Und doch haben beide nicht funktioniert. Beide bleiben als Spieler in Erinnerung, die nach dem Schritt vom FC Bayern zu den Blauen nicht in der Lage waren, Schalke als Chance anzunehmen, die hier absolut falsch waren. Aber vielleicht ist Badstuber ja anders.

Ma’kucken.

Foto: Steindy

Schalkes U19 beim JuniorCup in Sindelfingen

Beim Mercedes-Benz JuniorCup 2017 in Sindelfingen wurde Schalkes U19 in der Vorrunde zunächst Gruppensieger, landete am Ende aber doch nur auf dem 6. Platz. Blogger- und Podcast-Kumpel Karsten und ich hatten dennoch unseren Spaß.

Auf Einladung des Ausrichters Mercedes-Benz haben wir die Blauen bei diesem mit Stuttgart, Leipzig, Hoffenheim, der Südkoreanischen Nationalmannschaft, Leichester City, Rapid Wien, Rosenborg Trondheim und eben Schalke hochkarätig besetztem Turnier begleitet. Schalke gehört bei diesem Turnier praktisch zur Ausstattung. Neben dem „Heimteam“ des VfB Stuttgart hat Schalke in der Geschichte des JuniorCups die meisten Teilnahmen zu verzeichnen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Schalker auch dort für Stimmung sorgen. Die Blauen haben in der Halle eine halbe Kurve für sich und sind die einzige Fangruppierung, die von hiesigen Fanclubs organisiert als Block auftritt.

Auch beim jährlichen U19-Hallenturnier in Göttingen nimmt Schalke regelmäßig teil. Dieses fand in diesem Jahr parallel zum Turnier in Sindelfingen statt. Schalke teilte deshalb seinen Kader, eine U19 II fuhr nach Göttingen, der andere Teil wurde von Trainer Norbert Elgert nach Sindelfingen geführt.

Letztlich haben aber andere Mannschaften mehr Spaß gemacht. Allen voran die südkoreanische Nationalmannschaft, die am unorganisiertesten wirkte, aber durch unbedingten Willen zum Offensivspiel schnell das Publikum hinter sich bringen konnte. Sieger wurde am Ende die TSG Hoffenheim, die im letzten Jahr schon Zweiter wurde.

Karsten hat in seinem Blog Halbfeldflanke einen Blick auf das Geschehen als solches geworfen.




Fotos: Eins von Max-Jacob Ost, alle anderen von Karsten und mir

Ein ganzes halbes Jahr

… Schalke, in je einem langen Satz pro Spiel

Das Jahr ist zu Ende, die laufende Saison hat zwar noch nicht ihre Mitte erreicht, wird nun aber von der Winterpause unterbrochen. Die natürliche Zeit der Resümees.

Um dabei die letzten, nahen Eindrücke nicht überproportional zu bewerten kann es hilfreich sein, sich nochmal die einzelnen Stationen dieser Saison bewusst zu machen. Zum Glück sind meine Bewertungen, Eure Kommentare, unsere Gefühle zu den einzelnen Spielen in diesem Blog jeweils nur einen Klick entfernt.


  • 20.08.2016: Beim Pokalspiel der ersten Runde in Freiburg, gegen Villingen, wurde Schalke seiner Favoritenrolle gerecht und gewann in einem recht langweiligen Spiel glanzlos mit 4:1.
  • 27.08.2016: Der Saisonauftakt missriet beim 0:1 in Frankfurt gewaltig, als Schalke nach fürchterlicher Startphase nie richtig in die Spur fand.
  • 09.09.2016: Beim Heimauftakt gegen Bayern München bot S04 ein tolles Spiel, lieferte eine starke Leistung, verlor letztlich aber doch, weil Bayern nachlegen konnte als Schalke mit den Kräften am Ende war.
  • 15.09.2016: Beim Europa League Auftakt in Nizza wartete Schalke mit ganz starkem Pressing auf und siegte sehr verdient, eigentlich zu knapp, mit 1:0.
  • 18.09.2016: Bei der 0:2 Niederlage in Berlin brachte Schalke sein Offensivspiel so wenig auf den Platz wie im ersten Spiel in Frankfurt und machte defensiv zwei Fehler zuviel.
  • 21.09.2016: Bei der 1:3 Heimniederlage gegen Köln offenbarte Schalke schlimme Abstimmungsprobleme in der Defensive und verlor verdient gegen klar bessere Kölner.
  • 25.09.2016: Beim 1:2 in Hoffenheim konnte Schalke wieder kaum Chancen erspielen, machte Schalke wieder defensiv zu leichte Fehler, und rief Christian Heidel nach Abpfiff den Abstiegskampf aus.
  • 29.09.2016: In der Europa League bot Schalke beim 3:1 gegen Salzburg eine souveräne Leistung.
  • 02.10.2016: Beim Heimspiel gegen Gladbach gab es für das Stadion nach einer grandiosen zweiten Halbzeit ein 4:0 und endlich den ersten Ligasieg zu feiern.
  • 15.10.2016: Beim 1:1 in Augsburg traf Schalke auf einen sehr defensiven Gegner, tat sich damit wieder sehr schwer und verdiente sich letztlich auch nicht mehr als dieses Remis.
  • 20.10.2016: Beim 1:0 Sieg in Kradnodar war Schalke zunächst die klar bessere Mannschaft, brauchte am Ende aber doch noch ein bisschen Glück, um die knappe Führung über die Zeit zu bringen.
  • 23.10.2016: Beim Heimspiel gegen Mainz installierte Trainer Markus Weinzierl die 3er-Kette, schuf damit neue Mittelfeldpositionen für die laufstarken Kolasinac und Schöpf und half seiner Mannschaft damit zu einem verdienten 3:0 Sieg.
  • 26.10.2016: Nach einem verdienten 3:2 Sieg beim Club in Nürnberg, dem am Ende ein wenig die Souveränität fehlte, zog Schalke ins Pokal-Achtelfinale ein.
  • 29.10.2016: Beim Derby in Dortmund waren die Blauen in der ersten und die Gelben in der zweiten Halbzeit besser, was zu einem letztlich gerechten 0:0 führte.
  • 03.11.2016: Das Heimspiel gegen Krasnodar gewann Schalke 2:0, weil zwar der Gegner zunächst die aktivere Mannschaft war, aber Schalke eben die Tore erzielte.
  • 06.11.2016: Der am Ende verdiente 3:1 Sieg, nach einem lange offenen Heimspiel gegen Bremen, war das 9. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie.
  • 19.11.2016: In Wolfsburg konnte Schalke den ersten Auswärtssieg verbuchen, nachdem man sich über 90 Minuten immer mehr steigerte und das lange insgesamt schwache Spiel doch noch verdient gewann.
  • 24.11.2016: Da Schalke bereits für die Europa League-Zwischenrunde qualifiziert war, wurde der 2:0 Heimsieg gegen Nizza vor allen zu einem Schaulaufen für vier Rookies, von dem sich Thilo Kehrer sehr gut und Bernard Tekpetey weniger gut anstellte.
  • 27.11.2016: Beim Heimspiel gegen Darmstadt 98 gerieten die Blauen früh in Rückstand, drehten die Begegnung aber zu einem 3:1 Sieg und rückten auf Tabellenplatz 8 vor, die bislang beste Platzierung.
  • 03.12.2016: Beim Tabellenführer in Leipzig wurde Schalke zunächst von Timo Werner betrogen, kam zurück, hatte bei einem Eigentor Pech und musste letztlich gegen einen starken Gegner eine 1:2 Niederlage hinnehmen.
  • 08.12.2016: Am 6. Europa League-Spieltag verlor Schalke 0:2 in Salzburg, als es für beide Clubs um nichts mehr ging und Trainer Weinzierl die halbe Stammelf schonte.
  • 11.12.2016: Gegen Leverkusen waren die Blauen, trotz Unterzahl ab der vierten Minuten, die bessere Mannschaft und verloren doch am Ende sehr unglücklich mit 0:1.
  • 17.12.2016: Beim letzten Heimspiel des Jahres zeigte Schalke gegen Freiburg eine ganz schwache Leistung, konnte gegen den defensive Gegner kein adäquates Offensivspiel etablieren und kam in der Folge nicht über ein 1:1 hinaus.
  • 20.12.2016: In einem ganz schwachen Fußballspiel war Schalke in Hamburg noch etwas schlechter als der HSV und verlor das letzte Spiel des Jahres 2016 verdient mit 1:2.



Die Punkteausbeute in der Liga war übel, so schwach wie seit der Saison 1998/1999 nicht mehr. In seiner Europa League-Gruppe war Schalke die beste Mannschaft und setzte sich souverän durch. Im DFB-Pokal erfüllte man die Erwartungen, indem man sich gegen einen Amateurclub und den Club aus Nürnberg als Zweitligisten behauptete.

In den 24 Pflichtspielen dieser Saison habe ich Schalke in sechs Spielen ganz schwach gesehen – in den vier Partien gegen Frankfurt, Berlin, Köln und Hoffenheim zu Saisonbeginn, und zuletzt gegen Freiburg und Hamburg. Die Spiele gegen Bayern München, Leipzig und Leverkusen wurden verloren, obwohl Schalke dabei gute Leistungen ablieferte.

Das Spiel gegen Bayern München zähle ich zu meinen persönlichen Highlights dieser Halbserie, trotz des falschen Ergebnisses. Die Stimmung und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Stadion waren grandios. Andere Highlights waren das 4:0 gegen Gladbach, mit „dem Tor“ von Breel Embolo, und der sehr verdiente Sieg gegen Mainz 05, bei dem Trainer Markus Weinzierl erstmals die 3er-Kette formierte, was die Spielweise dieser Mannschaft nachhaltig prägte. Ich persönlich fand auch das Derby gut, ein Spiel, das neutrale Zuschauer als schlecht erachtet haben, das aber für mich in jeder Sekunde spannend war und bei dem sich Schalke einen Punkt verdiente.

Zusammengefasst hatte Schalke einen fürchterlichen Start, fand sich und spielte einen guten Mittelteil seines Hinrundenprogramms, hatte dann gegen Leipzig und Leverkusen sehr viel Pech und brach gegen Freiburg und Hamburg wieder ein, was zumindest zu einem gewissen Teil mit den vielen Ausfällen von Stürmern und Innenverteidigern erklärt werden kann.

Jegliche Vorhersagen für die zweite Saisonhälfte halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für unseriös. Schließlich ist nicht mal klar, wie der Kader dabei aussehen wird, welche Spieler wann wieder zur Verfügung stehen, oder ob Schalke noch auf dem Transfermarkt aktiv wird. Ma’abwarten. Dass jetzt Pause ist, ist gut. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf das 17. Spiel und die Rückrunde.



 
Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch nach 2017

Mit diesem Beitrag, der noch mal einen weiten Bogen spannt, möchte ich das Jahr 2016 des königsblog abschließen. Wie immer wird es hier zwischen den Jahren keine neuen Beiträge geben.

Im Januar werde ich beim U19 Hallenturnier in Sindelfingen dabei sein, wie schon in den beiden letzten Jahren. Sport1 wird das Turnier live übertragen, ich werde es über meine social media-Kanäle bei Instagram, Twitter und Facebook begleiten. Am 9. Januar wird es hier im Blog den nächsten Beitrag geben.

Bis dahin wünsche ich allen Teilnehmern des königsblogs, egal ob stille Leser, Viel- oder Ab und zu-Kommentatoren, ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen angenehmen Silvestertag und alles Gute fürs kommende Jahr!

Danke fürs Mitmachen, erst durch Euch wird diese Seite zu dem was sie ist.
Auf dass das alles auch in 2017 so bleiben möge: Glückauf ⚒


Achte Niederlage beim Gruselkick in Hamburg

Schalke verliert sogar in Hamburg und schickt seine Fans mit der nächsten Enttäuschung in die Winterpause. In einer Partie auf niedrigstem Bundesliganiveau war Schalke noch ein bisschen schlechter als der HSV und verlor das Spiel verdient mit 2:1.

Welch ein Gerutsche. Welch ein Gestochere. Welch ein Gepöhle. Es war ein Spiel wie auf Schnee, nur ohne Schnee. Die Passquoten beider Teams waren katastrophal, Spielzüge gab es nicht im Ansatz. Der Ball flipperte über den Platz und beide Teams versuchten, ihn wie auch immer in die richtige Richtung zu bugsieren.

Bei der Verkündung der Startaufstellung war ich froh, dass Geis im Mittelfeld aufgestellt wurde. Gegen Freiburg spielte er in der Innenverteidigung und fehlte als Absicherung hinter Bentaleb und Goretzka. In meiner Theorie sollte er als absichernder 6er dem Duo Bentaleb/Goretzka mehr offensive Spielgestaltung ermöglichen. Allein es funktionierte nicht.

Niemals in diesen 90 Minuten gelang es Schalke, wirklich ein Spiel aufzuziehen. Immer war alles Stückwerk, und immer wieder führten Stockfehler zu Ballverlusten. Spannend war es nur, weil Hamburg auch nicht wirklich besser war. Letztlich machte aber Schalke mehr Fehler in der Rückwärtsbewegung, die dann vom HSV genutzt wurden.

Dies war die achte Niederlage der laufenden Saison. Schalke 04 hat tatsächlich die Hälfte seiner bisherigen Bundesligaspiele verloren. Nach 16 Spieltagen hat man lediglich 18 Punkte auf dem Konto. Man muss schon weit zurückblicken, um das zu unterbieten. Im Dezember 1998 standen für das Team der Blauen unter Huub Stevens lediglich 17 Punkte zu Buche. Fürchterlich schlecht. Und trotzdem hege ich kein Zweifel an Trainer Markus Weinzierl.

Nach dem missratenen Saisonstart haben wir eine Weile ziemlich guten Fußball sehen können. Es war zu erkennen, wie sich dieses Team entwickelt, wie es sich mehr und mehr aneinander gewöhnte und an Sicherheit gewann. Die Begegnung in Leipzig wurde ob des Tabellenplatzes Leipzigs und ob der Serie Schalkes als Spitzenspiel deklariert, was niemand wirklich als falsch empfand – das ist gerade 18 Tage her.

Dass Schalke nun mit zwei schwachen Leistungen in die Winterpausen schlitterte ist bitter. Andererseits gibt es wohl nicht viele Clubs in der Liga, welche den Ausfall von allen etablierten Stürmern und zwei Stamm-Innenverteidigern mit zwei Siegen hätten beantworten können. Die Pause kommt gerade recht. Im Januar gibt es den Neustart und der Marathon „Bundesligasaison“ ist noch nicht mal zur Hälfte gelaufen.

Ach ja: Als Schalke damals, 1998, mit Huub Stevens, nur auf 17 Punkte in 16 Spielen kam, spielte die Blauen zwei Jahre später ihre beste Bundesligasaison seit 1972, mit eben dem gleichen Trainer.