Clemens, der Zwote

Schalke 04 hat Christian Clemens verpflichtet. Erst 21 Jahre alt, trotzdem bereits mit der Erfahrung aus 89 Profispielen ausgestattet, 58 Erstliga- und 31 Zweitligaspiele, dabei 72 Mal von Beginn an auf dem Platz. Rechtsfuß, vielseitig einsetzbar. In den 31 Ligaspielen der vergangenen Saison wurde er 7 Mal rechts, 8 Mal zentral und 16 Mal links eingesetzt.

Ebenda sehe ich ihn bei meinem Blick in die Glaskugel auch auf Schalke vor allem. Links. Den zweiten Clemens der Blauen.

Tatsächlich gab es in der langen Geschichte des FC Schalke 04 noch nie einen gebürtigen Clemens, weder mit Vor- noch mit Nachnamen, von Funktionären mal abgesehen. Ernst Kuzorra wurde allerdings Clemens gerufen, der besseren Unterscheidung wegen, denn gemeinsam mit ihm sorgten Ernst Poertgen und Ernst Kalwitzki für die großen Erfolge der Knappen.

Clemens, der Zwote. Möge sich der Name nicht als Bürde erweisen.
In Köln wurde Christian Clemens übrigens „Grille“ gerufen.



PS: Die „lange Geschichte“ meint hier nur die jeweils erste Mannschaft des Clubs. Schalker sind viele. Die Clemens’ der zweiten- oder der Jugendmannschaften mögen mir verzeihen.
Bild: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Mit VfB und SVW läuft was schief, S04 wär’ mal wieder dran

In 04 Tagen veröffentlicht die DFL den Spielplan zur 51. Bundesligasaison. Die Veröffentlichung wird Vorfreude schüren. Je nach Programm für den Club des Herzens wird man über einen vermeintlich schweren oder leichten Start debattieren. Man wird überlegen, ob der dann feststehende Gegner dem eigenen Club ein besonders schweres oder „machbares“ Finale beschert. Ich jedenfalls schaue zu allererst auf die Begegnungen am ersten und am letzten Spieltag. Für beide erhoffe ich mir Heimspiele, meiner Ungeduld zu Saisonbeginn und des statistischen Vorteils im letzten Spiel wegen.

Schaut man sich die bisherigen Bundesliga-Spielpläne an ist festzustellen, dass die Verantwortlichen die meisten Clubs* mit einer gerechten Quote an Heimvorteilen für eben diese ersten und letzten Spiele bedenkt: Außer den VfB Stuttgart und Werder Bremen.
 

 
Auch wenn Schalke 04 bislang insgesamt exakt mit einer 50% Quote bedacht wurde, fühlt sich die Forderung nach Auftakt- und Final-Heimspielen für die kommende Saison gerechtfertigt an. Die Serie würde sonst doch zu lang …
 




*: In der Tabelle sind nur die aktuellen Erstligisten aufgeführt. Auch unter den hier nicht aufgeführten Clubs gibt es keine, die bei angemessener Anzahl an Bundesliga-Jahren die Quoten von Stuttgart und Bremen über- bzw. untertreffen.

Wörtlich: Jörg Neubauer

Es gibt eine Ausstiegsklausel. Punkt.

Der Mann ist Spielerberater, unter anderem eben von Leon Goretzka, um dessen Vertrag es bei dieser Aussage geht. Jörg Neubauer ist ein sehr erfahrener Mann, die Liste der von ihm beratenen Spieler ist imposant. Wir können davon ausgehen, dass er weiß, wie eine Ausstiegsklausel formuliert zu sein hat.

Laut Peter Müller und Stefan Rebein (WAZ) soll die für die besagte Ausstiegsklausel fällige Ablösesumme bei rund 2,8 Millionen Euro liegen. Da muss einem der VfL Bochum fast schon ein bisschen leidtun.



PS: In der verlinkte Liste fehlt Goretzka, da Spieler unter 18 von transfermarkt.de diesbezüglich außen vor gelassen werden.

Norbert Elgert

… ist Trainer der Schalker U19 und einer der angesehensten Jugendtrainer im Land. In der letzten Saison wurde seine Mannschaft Deutscher Meister, sein aktuelles Team steht ab heute im Halbfinale um den diesjährigen Titel. Das Hinspiel in Wolfsburg wird ab 20:10 Uhr von sport1 übertragen.

Anlässlich dessen ist Norbert Elgert heute in den Medien präsent. Für RevierSport stellt er jeden einzelnen seiner Spieler durch ein kurzes Statement vor; eine nette Idee der Redaktion, die damit geschickt des Trainers Grundsatz umspielt, nie nur einzelne Spieler aus seinen Mannschaften herauszuheben. Ein sehr lesenswertes Interview mit dem Trainer ist außerdem bei SPOX zu finden. Darin sagt Norbert Elgert viele Sätze, die man sich über den Schreibtisch hängen kann, lobt Horst Heldts Engagement für die Jungendabteilung, zeigt sich selbstbewusst und kündigt an, ab 2015 etwas anderes machen zu wollen.

Für Schalkes „Knappenschmiede“ wäre das ein herber Verlust.

Der Supportersclub verlässt den SFCV

Schluss mit dem „Schnulli-Bulli-Kurs“: Der FC Schalke 04 Supportersclub e.V. findet sich im Tun des Schalker Fan-Club Verbandes (SFCV) nicht mehr wieder und hat auf einer Mitgliederversammlung am Samstag beschlossen, den Verband zu verlassen.

Dieser Schritt war zu erwarten, nachdem der Supportersclub im Februar eine Stellungnahme veröffentlichte, in der nachzulesen ist, welche Ansprüche die „Interessensvertretung passiver Mitglieder des FC Schalke 04“ an einen solchen Verband stellt. Auch der Austritt und das Errichten eines „neuen Gebäudes der Schalker Fanvertretung“ wurde bereits angekündigt für den Fall, dass es keine gravierend Kurskorrektur des SFCV geben würde.

Seitdem sind fast 5 Monate vergangen. Der Austritt erscheint mir konsequent.

MSV Duisburg, unwirtschaftlich

Der MSV Duisburg steht vor dem Absturz in eine Amateur-Liga. Den finanziellen Nöten des Clubs liegt eine Fehlplanung um das 2003 von Walter Hellmich gebaute, neue Stadion zugrunde. Eine kurzer Blick aufs Problem.

2004 gab Walter Hellmich der Zeitschrift „Stadionwelt Inside“ ein Interview. Auf die Frage nach dem finanziellen Spielraum des MSV für den sportlichen Bereich wird er wie folgt zitiert:

Unser Stadion ist langfristig finanziert, die jährliche Belastung beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro. Dabei haben wir durchweg lediglich mit Zweitligazugehörigkeit kalkuliert, bei einem Zuschauerschnitt von 12.000.

Klingt gut, entspricht aber nicht mehr dem, was man heutzutage bezüglich der Stadionkosten des MSV zu lesen bekommt. Anlässlich der nicht bewilligten Lizenz schrieben die Redakteure der WAZ folgende Sätze in ihre Zeitung:

Auch die Zukunft der Arena steht in den Sternen, wenn es in Duisburg keinen Profifußball mehr gibt. Bisher musste der MSV pro Saison fünf Millionen Euro Stadionmiete zahlen. Die Arena war unter Regie des damaligen Präsidenten Walter Hellmich entstanden. Die Miete war für die erste Bundesliga kalkuliert. Ein naiver Schritt, der dem Verein wie ein Mühlstein um den Hals hängt.

Wenn der MSV Duisburg 5 Millionen Euro für das Stadion aufbringen muss, ist es vollkommen unerheblich, ob man nun noch mal die Lizenz erhält oder nicht. Dann steht über kurz oder lang die Insolvenz bevor, denn dann ist das Stadion ein Zuschussgeschäft für den Verein.

Der MSV hatte in der vergangenen Saison einen Zuschauerschnitt von 12.913. Die Arena bietet rund 7.000 Stehplätze zu je 12 Euro, die Sitzplätze kosten zwischen 21 und 34 Euro (jeweils Tagespreise). Nur mal über den Daumen gerechnet*: Bei 6.000 verkauften Stehplatztickets und 7.000 für einen Preis von 31 Euro verkauften Sitzplatztickets pro Spiel kommt der MSV nach 17 Heimspielen auf eine Gesamteinnahme von 4.913.000 Euro. Ohne Steuerabzüge, ohne Dauerkartenrabatte, ohne vergünstigte Familientickets. Bei Kosten von 5 Millionen pro Jahr wäre es für den MSV Duisburg wirtschaftlicher, seine Spiele ohne Zuschauer, auf dem Vereinsgelände an der Westender Straße auszuführen.

Eben deshalb soll nun eine städtische Stadiongesellschaft gegründet und der Verein entlastet werden, wie die Rheinische Post berichtet. Ein teures Unterfangen, sowohl für die finanzschwache Stadt, als auch für die Gläubiger des Vereins. Vermutlich aber immer noch besser, als von einem zahlungsunfähigen und in den Niederungen des DFB spielenden Club überhaupt kein Geld mehr erhalten zu können. Vermutlich kommt diese Einsicht allerdings zu spät. Eigentlich lässt die DFL in diesem Lizenzsierungsverfahren keine Nachbesserungen zu. Eigentlich. Ma’kucken.



Linktipp: Für die Rheinische Post haben Hermann Kewitz und Stefanie Sandmeier die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Lizenzverweigerung zusammengestellt.



* Die „Über den Daumen-Rechnung“ stammt von Freund und MSV-Fan ZebraZwist

Von vielem zu wenig

Ich dachte daran, über das Schicksal des MSV Duisburg zu schreiben, aber bis jetzt ist nicht mal die ausführliche Begründung der Lizenzverweigerung bekannt.

Gerne würde ich mich an dieser Stelle über einen Wechsel Leon Goretzkas zu Schalke 04 freuen, aber noch ist dieser nicht in trockenen Tüchern.

Ich könnte mich über Clemens Tönnies’ Wahlkampftournee auslassen, aber auch das ist weder spannend, noch unerwartet oder ungewöhnlich.

Und der restliche Fußball des Wochenendes hat mich kaum interessiert. Deshalb startet dieses Blog ohne viel Meinung zu irgendwas in die Woche. Ist halt Sommerpause.