Auszeit

Manchmal kann eben niemand was dafür.
Manchmal ist alles scheiße, und es trägt doch niemand Schuld.

Ich habe eine unfassbar starke, aber doch sehr kranke Frau. Ich habe zwei großartige Kinder. Meine Familie verändert sich. Wir sind gerade alle sehr traurig. Ich muss sacken lassen, nachdenken, durchatmen. Ich habe gerade keine Lust auf Schalke oder Schreiben.

Ich nehme mir drei Wochen Auszeit. Nach dem Derby soll es hier weitergehen.

Ma’kucken.

Ausgerechnet …

Das Wort „ausgerechnet“ ist megaout. Wobei „megaout“ wohl auch das ist, was man damals mal mit „megaout“ bezeichnete. Wie man das nun bezeichnet weiß ich nicht, jedenfalls muss man sich schämen, wenn man das Wort „ausgerechnet“ benutzt.

Wenn ausgerechnet der eine Stürmer gegen seinen Ex-Club trifft, und wenn man das dann mit „ausgerechnet“ beschreibt, dann gibt es bald weniger zu lachen. Der Zusammenhang wird als Phrase erachtet, als Wort selbst als Füllwort. Unnütz, übrig, ein Wort zum aufblasen von Texten.

Heute spielt Schalke 04 auf dem Berger Feld die zweite seiner drei Begegnungen gegen Borussia Mönchengladbach. Nach aktueller Stimmungslage wieder das wichtigste Spiel der von allen, so wie die nächsten eben auch, wir verstehen uns. Tatsächlich waren die letzten Auftritte der Blauen nicht so, als dass ich frohgemut auf diese Aufgabe schaue. Schauen werde ich natürlich. Aber drüber schreiben kann ich diesmal leider nicht.

Ausgerechnet jetzt!

Mein Job zwingt mich heute in eine fremde Stadt, in ein Hotel. Dort werde ich dieses Spiel gemeinsam mit Kollegen sehen. Einer ist aus Gladbach, ein Anderer ist einer meiner Lieblingsborussen. Je nach Verlauf werde ich verdammt viel Spaß oder viele Sprüche zu ertragen haben. Alles so, wie es sein sollte, wenn man mit Leuten unterschiedlicher Fanlieben gemeinsam Fußball schaut. Ich freue mich drauf. Auch wenn ich Euch hier deshalb mal alleine lassen muss.

Das macht mir aber keinerlei Sorgen. Ich bin tatsächlich immer wieder sehr angetan, wie viele tolle Kommentare sich hier selbst unter kleinen Texten versammeln. Fühlt Euch frei, das Spiel zu kommentieren. Ich werde mich mit meiner Meinung später auch unten einmischen. Den nächsten Blogbeitrag gibt’s dann am Montag, nach dem Spiel gegen Augsburg. Aber das ist ja noch eine kleine Ewigkeit weit weg, wer weiß schon, wie die Welt der Blauen bis dahin aussieht? Das ist schließlich Schalke 04 …


Getz ma’ anders?

Ich begann vor 10 Jahren, im Januar 2007 mit dem Schreiben des Blogs. Seitdem hat Schalke 04 Mirko Slomka rausgeschmissen, Fred Rutten rausgeschmissen, Felix Magath als „Trainager“ seiner Aufgaben enthoben, Huub Stevens rausgeschmissen, Jens Keller rausgeschmissen, Roberto Di Matteo rausgeschmissen und André Breitenreiter nicht mehr gewollt.

Zwischenzeitlich hatte sich Ralf Rangnick krankgemeldet, und einzeln oder in Kombination hatten an der Seitenlinie Mike Büskens, Youri Mulder, Oliver Reck und Seppo Eichkorn mal was zu sagen.

Für und wider, stets aufs Neue, Ernüchterung, Hoffnung, Enttäuschung in verschiedenen Intervallen und Ausprägungen. Letztlich vergleichsweise kurzfristig immer wieder im Kreis.

Getz ma’ anders?
Mal harren? Mal vertrauen? Mal weitermachen, statt wieder anzufangen?

Ma’kucken.

Überfordert

Schalke 04 geht 4:2 in Gladbach unter. Das erste von drei Duellen gegen einen Club, den man auf Augenhöhe wähnte. Dass Schalke sich dabei so schlecht schlug, war schon bitter mit anzuschauen.

Schalkes Abwehrreihe wackelte von Beginn an. Naldo fehlt. Matija Nastasic fehlte es an Übersicht. Benni Höwedes hat eine Phase, in der ihm regelmäßig Dinge nicht gelingen und er immer wieder mal einen Schritt zu spät kommt.

Nach holpriger Anfangsphase konnte Schalke das Spiel zwar beruhigen. Im Mittelfeld hielt man gut dagegen, machte Räume eng, unterband eine Halbzeit lang das Spiel Gladbachs. Aber des Gegners Spiel zu unterbinden reicht eben nicht, wenn man gewinnen will. Schalke bekam nie ein richtiges Offensivspiel etabliert. Die Abschlüsse der Blauen kamen fast alle aus der Distanz.

Das ist zu wenig. Wenn man selbst nicht in der Lage ist, Chancen zu kreieren, braucht es Glück und eine fehlerfreie Defensivleistung. Zwei Fehler im Spielaufbau ließen Gladbach ausreichend Raum für schöne Angriffe und tolle Treffer. Nach einem Doppelschlag in vier Minuten war dieses erste Duell für Gladbach entschieden.

In diesem Spiel stimmte auf Schalker Seite gar nichts. Offensiv ideenlos und ohne Durchsetzungskraft. Defensiv wackelig, und im Spielaufbau fehlerhaft. Zur Krönung bot Franco Di Santo noch eine Schwalbe zum Schämen. Ein fürchterlicher Abend.

In der aktuellen Verfassung ist ein Weiterkommen in der Europa League, gegen eben den gleichen Gegner, unwahrscheinlich. In der Liga steht Schalke nach 23 Spieltagen nur vier Punkte vor dem Relegationsplatz. Markus Weinzierl wirkt angeschlagen, wenn er nach Niederlagen wiederholt darauf hinweist, dass seine Mannschaft Traineranweisungen nicht umgesetzt habe, wenn er öffentlich einzelne Spieler kritisiert. Man schaue nun ganz offiziell nach unten, wie den Worten des Trainers und Christian Heidels zu entnehmen war.

Das wird noch eine lange und trübselige Restsaison.

Chancenlos

Schalke 04 ist im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München ausgeschieden. Den Endstand weiß ich noch nicht. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist gerade Halbzeit, noch steht es 3:0 für die Bayern.

Das Ding ist durch. Ich habe gerade keine Lust, die zweite Halbzeit abzuwarten und mich dann noch an den Rechner zu setzen. Ich möchte einfach gleich wegdusseln, wenn’s noch schlimmer wird. Ich bin müde. Mir fehlt es an Elan. Ich habe gerade nicht mal mehr Lust, zu moppern.

Enttäuschender Auftritt gegen Hoffenheim

Schalke kommt gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 1:1 hinaus. In einer schwachen Partie war Schalke die schwächere Mannschaft und konnte sich letztlich glücklich schätzen, mit einem Punkt davon gekommen zu sein.

Schalke erzielte einen Treffer. Viel mehr Offensive boten die Blauen in diesem Spiel nicht.

Im weiteren Spiel ging es darum, dass die Schalker Defensive die Führung verteidigte. Das gelang in der zweiten Hälfte besser als in der ersten, in der die TSG zu einigen Chancen kam. Letztlich war der Ausgleich für Hoffenheim aber mehr als verdient.

Es war ein enttäuschender Abend. Schalke konnte sein Spiel nicht durchdrücken. Natürlich ist Hoffenheim ein starker Gegner, sie stehen vollkommen zu Recht auf Rang vier. Aber in diesem Spiel machten sie auch keinen guten Eindruck. Und so vergeht Spieltag um Spieltag und Schalke schafft es nicht, an die Europa League-Plätze heranzukommen.

Bis Platz 6 sind es weiterhin acht Punkte. Das von Markus Weinzierl ausgerufene Ziel, in der Berechnung des Punkteschnitts ab Spieltag 6 einen Wert von 1,8 zu erreichen, ist mit -0,21 so weit weg wie nie zuvor.

UEL Achtelfinale: Ich hätte gerne Ajax

Nicht spektakulär, aber letztlich souverän hat sich Schalke 04 für das Achtelfinale der diesjährigen Europa League-Saison qualifiziert. Nicht souverän, aber spektakulär, schaffte dies gestern Abend auch Borussia Mönchengladbach. Innerhalb einer Halbzeit drehten die Fohlen die ganze KO-Runde. US amerikanische Journalisten sprächen nun vom Momentum und höben Gladbach in die Favoritenrolle für diesen Cup-Wettbewerb. Jedenfalls können wir davon ausgehen, dass Gladbach nun richtig Lust bekommen hat, unseren Pokal zu gewinnen.

Heute wird in Nyon gelost. Die Kugeln zu den Achtelfinal-Begegnungen werden im alten Stil gezogen. Keine Setzung, keine Einschränkungen bezüglich der Herkunft der Clubs. Jeder Club ist als Gegner möglich. Nix gegen Gladbach, aber ich wünsche mir Ajax Amsterdam.

Ajax mochte ich schon immer. Amsterdam liebte ich schon immer, die coolste Stadt im Mal-eben-hinfahren-Radius Duisburgs. In einer anderen Zeit, in einer Zeit vor Frau Wieland, vor Kindern und auch vor Schalke 04, waren die Niederlande sehr präsent in meinem Leben; und dabei gings mir nichtmal ums Kiffen. In drei Stunden am Meer zu sein fand ich immer toll. In der Volkshochschule lernte ich die Sprache, erlebte mit dieser Gruppe tolle Abende und bekam von der muttersprachlichen Kursgeberin mehr als die Vokabeln, die Kultur, die Eigenheiten unserer Nachbarn beigebracht. Und da die Niederlande sich eben auch über Oranje definieren, über Fußball, und da Ajax nunmal der Club ist, war mir dieser eine Weile das, was mir heute die Tottenham Hotspurs sind. Ein Club, den ich häufiger schaue, den ich mag, den ich darüber besser kenne als andere, für den ich zwar nicht brenne, der mir aber auch nicht egal ist.

Tottenham enttäuschte gestern einmal mehr. Ajax sähe ich gerne auf Schalke.
Aber beim Losglück der Blauen werden es wieder Griechen; oder eben Gladbach.

Ma’kucken.



Mögliche Gegner des FC Schalke 04 im Achtelfinale der Europa League:
Ajax Amsterdam, APOEL Nikosia, AS Rom, Besiktas Istanbul, Borussia M’gladbach, Celta Vigo, FC Kopenhagen, FK Krasnodar, FK Rostow, KAA Gent, KRC Genk, Manchester United, Olympiakos Piräus, Olympique Lyon, RSC Anderlecht