Glückauf Pils – Der Schalke Podcast

… ist der neue Fixstern am Podcast-Himmel.

Na gut, zunächst mal ein neues Lämpchen. Aber eins, das blau-weiß glitzert, das klar sein, heller werden und bleiben will. Pascal „Pepo“ Szewczyk hatte die Idee, fand, dass es sowas mal geben müsste: Einen regelmäßigen Podcast zu Themen des FC Schalke 04, der sich abseits des täglichen Medientullus‘ um eine nüchterne Betrachtung der Dinge bemüht. Bei nüchtern kam er auf mich, weshalb auch immer.

Wir machen das jetzt. Nicht ewig über alles, sondern jeweils mit einem Themenschwerpunkt. In der ersten Folge ist das die Jahreshauptversammlung. In der ersten Folge machen wir das alleine, demnächst wird es Gäste geben, die zu den Themen was zu sagen haben. Und so wird es einmal monatlich in die Ohren rausche.

Um das zu hören und auch demnächst nicht zu verpassen, geht auf die Webseite und abonniert dort den Feed. Auch bei Facebook kann einem das Projekt schon gefallen. Ein Projekt, das in progress ist, wie der Knappe nie sagt, das sich noch ein bisschen zurechtruckeln wird, das aber jetzt schon was zu bieten hat: Folge 1.

Ruhiger als vermutet: Die JHV 2015

Schalkes Jahreshauptversammlung hatte einiges zu bieten. Die Cluboberen gaben sich geläutert, ein vielgepriesenes Satzungsänderungspaket wurde abgelehnt und bei der Wahl zum Aufsichtsrat wurde ein Favorit eben nicht gewählt. Trotzdem verlief die Veranstaltung relativ ruhig. Ruhiger jedenfalls, als es große Teile der Anhängerschaft zuvor erwartet hatten. Außerdem überraschte Clemens Tönnies mit der Bestellung eines Sportbeirates für den Aufsichtsrat. Aber der Reihe nach …

Das Satzungsänderungspaket

Das Satzungsänderungspaket wurde von einer Kommission auf den Weg gebracht, in welcher alle Strömungen des Vereins vertreten waren. Insofern wurde es vor der Veranstaltung über viele Kanäle intensiv beworben. Um es anzunehmen wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen. Mit 62,3% Zustimmung scheiterte die Durchsetzung knappestmöglich. Ich denke es lag letztlich an einem taktischen Fehler. Man wollte die Mitgliederversammlung für dumm verkaufen, und das ließen sich die entscheidenden Prozent nicht gefallen.

Einziger öffentlicher Kritikpunkt an dem Satzungspaket war der Umstand, dass über alle Punkte des Pakets, mit Ausnahme der Abstimmung über eine Erhöhung der Sonderumlage, gesammelt abgestimmt werden sollte. Aufsichtsrat Dr. Buchta, der zu dieser Abstimmung die Versammlung leitete, lieferte hierfür ein perfektes Argument: Der Antragsteller – eben die Kommission – wollte es so. Es sei nicht an der Mitgliederversammlung, Anträge von Antragstellern zu diskutieren und zu verändern, man hat nur darüber abzustimmen, so Dr. Buchta. Dies schien ihm allerdings nicht zu reichen. Er versuchte, der Versammlung zu verkaufen, dass es eigentlich kein „Paket“ geben würde, dass es eigentlich nur zwei Anträge gäbe, eben einen mit vielen Unterpunkten und den zur Sonderumlage. Mit dieser Darstellung scheiterte er krachend.

In allen Darstellungen zum Thema wurde stets von vielen Änderungen gesprochen, die im Block abgestimmt werden sollen. Dr. Buchtas Darstellung wirkte wie ein Taschenspielertrick und sorgte für ein ungutes Gefühl. Die Wortmeldungen zum Thema, von Rainer Vollmer und Frank Zellin, wirken hingegen ehrlich. Vor allem die Feststellung Zellins, dass eine Umwandlung des e.V. in eine andere Form laut Umwandlungsgesetz ehedem eine Dreiviertelmehrheit der Mitgliederversammlung erfordert, dass also ein vermeintlicher Vorteil des Satzungsänderungspakets, der eben dies in die Satzung aufnehmen sollte, unnötig sei, erzeugte bei einigen Mitgliedern einen Aha-Effekt. Letztlich wird sich Clemens Tönnies geärgert haben, dass er die Leitung der Versammlung zu diesem Thema an Dr. Buchta übergeben hat.

Die Wahl zum Aufsichtsrat

Es stand an, zwei Posten des Aufsichtsrats neu zu besetzen. Der Wahlausschuss hatte dafür vier tönnieskritische Kandidaten zur Wahl gestellt. Alle hatten zuvor die Möglichkeit, sich zu präsentieren, und dem Vernehmen nach machte dabei vor allem Stefan Blaschak eine gute Figur. Er war in seinem bisherigem Berufsleben Vorstandsvorsitzender der Spirituosenfirma Berentzen, sicherlich ein sehr geeigneter Hintergrund für den Job eines Aufsichtsrats auf Schalke.

Aber Blaschak wähnte sich noch in den 70ern, als bei den Jahreshauptversammlungen im Hans-Sachs-Haus wohlmöglich auch der eine oder andere Appelkorn seiner ehemaligen Firma für Stimmung sorgte. Seine Rede war eine Karikatur, eine Überzeichnung dessen, was Außenstehende glauben, wie man reden müsste, um das „Schalker Volk“ für sich einzunehmen. Stefan Blaschak wurde nicht gewählt. Die meisten Stimmen bekam Thomas Wiese. Der einzige Kandidat, der jeglichen Pathos beiseite lies, der sich darauf beschränkte sich im besten Sinne „vorszustellen“.

Kurz nach der Entscheidung machte ein Link zu einem Text die Runde, in dem sich Stefan Blaschak selbst noch 2011 als Fan von Hertha BSC beschrieb. Bei seinen Vorstellungen präsentierte er sich als „jahrelanger Schalke Fan“, von einer Vergangenheit als Hertha-Fan war nie die Rede. Dies war letztlich das i-Tüpfelchen auf seine nicht erfolgte Wahl.

Die Reden

Die Finanzen stellen sich nicht signifikant besser da als in den letzten Jahren, trotzdem blieb Peter Peters Rede weiterstgehend unbeachtet. Der Viagogo-Deal wurde verdaut, ansonsten ist Alexander Jobst sehr erfolgreich, auch an ihm kratzte sich niemand. Horst Heldt als Vorstand Sport und Clemens Tönnies, für den Aufsichtsrat und für seine Person selbst, waren diejenigen, denen man die Verantwortung für den schlechten Fußball in der vergangenen Saison anlastete. Ihre Reden wurden mit Spannung erwartet, und beide machten ihren Job gut.

Beide Reden waren nach dem gleichen Muster strukturiert. Zunächst wurden mit deutlichen Worten Fehler eingestanden, was den lauten Unmut leiser machte. Danach wurde sachlich dargestellt, wie es weitergehen sollte. In einem dritten Teil trauten sich beide gar, Kritik an den Fans zu üben und sich gegen öffentliche Kritik an sich selbst zu wehren. Und beide schlossen jeweils mit einem „flotten Spruch“.

Beide schafften es, Druck aus dem Schnellkochtopf „Schalke 04“ abzulassen. Beide versprachen „Besserung“ und werden sich daran messen lassen müssen. Der Vorstand wird nicht von der Mitgliederversammlung gewählt und der Aufsichtsrat Clemens Tönnies stand in diesem Jahr nicht zur Wahl. Insofern hatten diejenigen, denen diese Reden nicht ausreichten, keine Handhabe. Meines Erachtens wurden die Reden aber überwiegend positiv aufgenommen.

Der Sportbeitrat

Und dann hatte Clemens Tönnies noch erklärt, man sei ja nicht „beratungsresistent“. Der Aufsichtsrat hätte keine Ahnung von Fußball, so der Vorwurf, darauf hätte man nun reagiert. Fortan würde der Aufsichtsrat beraten werden, von einem Sportbeirat, bestehend aus Mike Büskens, Huub Stevens und Ebbe Sand.

Jeder der drei ist gut für eine Viertelstunde Dauerapplaus, insofern kommt sowas gut an. Vermutlich braucht Schalke einen solchen Beirat tatsächlich, schließlich gibt es in der Satzung die berühmt-berüchtigte 300.000 Euro-Regel.

Meines Erachtens sollte ein Aufsichtsrat nur einen Rahmen vorgeben und kontrollieren. Meines Erachtens sollte der Vorstand Sport ein zeitraumbezogenes Budget haben, in dessen Rahmen er in Absprache mit dem Trainer selbstständig handeln kann, ohne den im Aufsichtsrat vertretenen Fleischern, Ärzten oder Anwälten Rechenschaft ablegen zu müssen. Aber so ist es nun mal nicht. Die Satzung des FC Schalke 04 sieht vor, dass Geschäfte jeglicher Art, deren Laufzeit entweder zwei Jahre überschreiten oder die einen einmaligen oder jährlichen Gegenstandswert von mehr als € 300.000,- haben, vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen. De facto muss deshalb der Manager des FC Schalke 04 vor ungefähr jeder Spieler- oder Trainerverpflichtung die besagten Fleischer, Ärzte und Anwälte überzeugen und kann gegen deren Meinung niemanden durchsetzen. Möglicherweise hilft da Profifußballwissen als Aufsichtsrat-Einflüsterung ja tatsächlich.
 
 
Letztlich ging die Jahreshauptversammlung einigermaßen rund über die Bühne. Es gab keinen Aufstand, keine Änderungen. Es gab viele Versprechungen, mit denen der Club nun in die nächste Saison geht. Vielleicht war es genau so auch angemessen, für einen Verein, dessen Mannschaft zuletzt zwar furchtbar gespielt hat, der aber trotz allem immerhin für die Europa League qualifiziert ist. Es sollte schließlich immer noch „Eskalationspotenzial“ übrig bleiben. In 2016 steht dann Clemens Tönnies zur Wahl.

Das Torhüterpech

Ralf Fährmann ist dem Vernehmen nach gesund. Ich hoffe es bleibt so, denn Fabian Giefer fällt weiterhin aus, wie die „Ruhr Nachrichten“ gestern Abend meldeten. Die Narbe im Adduktorenbereich wäre wieder aufgebrochen, er sei bereits erneut operiert worden und werde nun frühestens ab Ende August im Mannschaftstraining zurückerwartet, ist dort zu lesen.

Als Reaktion auf dieses Unglück erhalte der bislang für die zweite Mannschaft eingesetzte Michael Gspurning einen Profivertrag. Der mittlerweile 34-jährige Österreicher kam erst im Januar nach Gelsenkirchen und schaffte mit der Luginger-Mannschaft den Regionalliga-Klassenerhalt.

Timo Wellenreuther soll hingegen verliehen werden. Der 19-Jährige hat noch einen bis 2017 laufenden Vertrag bei den Blauen. Sollte er einen regulären Wechsel vorziehen, würde der Club einen anderen jungen Torhüter verpflichten wollen, so die Zeitung.

Der erste zweite Johannes & ein Rafinha-Remember-Brasilianer

Schalke verpflichtet Johannes Geis und Junior Caicara, womit die beiden offensichtlichsten Lücken im Kader bearbeitet wären. Nach einer sich hinziehenden Trainersuche ging dies nun flott.

Offiziell ist es noch nicht, aber „die Medien“ sagen Schalke sei sich mit Junior Caicara einig. Und „die Medien“ liegen auf Schalke nun mal in der Regel richtig. Junior Caicara ist Brasilianer, wie Rafinha. Er ist 1,72m groß, wie Rafinha. Er ist Rechtsverteidiger, wie Rafinha. Und über Junior Caicara weiß niemand irgendwas Gehaltvolles zu berichten, wie damals über Rafinha.

Während es einen Spieler wie Junior Caicara auf Schalke also „irgendwie schon mal gab“, wird Geis der erste Schalker Johannes aller Zeiten. Johanns gabs bislang zwei (Johann Ferkau und Johann Krischik), außerdem natürlich Hannes Bongartz (eigentlich „Hans“), aber einen Johannes noch nie. Immerhin erahnt man, dass man bei Johannes Geis bekommt, was Schalke braucht.

Dass es einen anderen Johannes noch nicht gab glaubte ich, bis mich der ersten Kommentar auf Johan de Kock hinwies. Dieser Johan heißt tatsächlich Johannes und bläst diesen Text um, inklusive Überschrift. Wie mir der Holländer durchflutschen konnte, weiß ich nicht. Aber für Kommentare, die mich zur Sorgfalt anhalten, bin ich dankbar. Und den Geis-Transfer finde ich trotzdem gut, auch als zweiten Johannes …

Schalke wollte tatsächlich Sami Khedira für das zentrale Mittelfeld verpflichten, was sich erst mit der Trennung von Roberto Di Matteo zerschlug. Statt eines erfahrenen Weltmeisters hat man sich nun „The Man To Be“ gesichert: Den, der als aufkommender Star erachtet wird, den nächsten Khedira, sozusagen. Johannes Geis ist mehr als nur ein Talent, weil er in Mainz bereits überzeugt hat, weil er schon zwei Bundesligaspielzeiten Erfahrung mitbringt. Trotzdem ist er nach wie vor 21 Jahre jung und passt bestens in die Riege der Meyers, Draxlers, Goretzkas oder Sanés.

Was Junior Caicara kann weiß ich nicht, und wenn man sich von Sami Khedira eine „Papa-Rolle“ für die Gruppe Schalker Rookies erhoffte, so geht dem jungen Johannes Geis diese Fähigkeit sicherlich ab. Trotzdem freue ich mich. Weil Horst Heldt mit diesen Spielern auf die größten Schwächen im Kader reagiert hat. Das ist doch schon mal was!

Übrigens: Nach Sidney Sams Ausscheiden wäre für Junior Caicara die Nummer 18 frei …

Die Wahl

… zweier Aufsichtsräte aus vier Kandidaten ist in diesem Jahr wenig spannend, da sich die Kandidaten in ihren Meinungen und Zielen nur marginal voneinander unterscheiden. Allerdings gilt es, über umfassende Satzungsänderungen abzustimmen. Die Jahreshauptversammlung 2015 des „Fußballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.“ findet am kommenden Sonntag statt. Es ist an der Zeit, sich Gedanken zu machen.

Die Wahl zum Aufsichtsrat

Der Wahlausschuss wurde im vergangenen Jahr gewählt. Dieser Ausschuss entscheidet abschließend über die Zulassung der Kandidaten zur Wahl des Aufsichtsrates. Er soll mehr Kandidaten zulassen, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind, höchstens aber die doppelte Zahl, und seine Entscheidungen sind nicht zu begründen und unanfechtbar. So steht es in der Satzung geschrieben.

Der Wahlausschuss hat keinen bisher amtierenden Aufsichtsrat zur Wiederwahl zugelassen sondern vier neue Kandidaten bevorzugt. Alle vier Kandidaten sehen Schalke als eingetragenen Verein und halten eine Ausgliederung der Profiabteilung für unnötig. Alle finden das Schalker Leitbild prima, halten es aber für bislang schlecht umgesetzt. Alle kritisieren den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und sind sich auch in ihren Antworten zu sonstigen Fragen recht ähnlich. Letztlich wird die Mitgliederversammlung am Sonntag zwei Kandidaten auf Grund ihrer Persönlichkeit, vielleicht ihrer Redekunst wählen, nicht wegen ihrer Ziele nach einer Wahl.

Die Wahl zur Satzungsänderung

… soll tatsächlich nur eine sein, welche gleich ein ganzes Paket beinhaltet. So wünschen es sich jedenfalls die Satzungskommission und der Aufsichtsrat. Die Mitgliederversammlung soll 10 Anträge „im Block“ annehmen, da diese „alle ineinander greifen, gemeinsam im Paket verhandelt und gestellt“ wurden.

Die Satzungskommission wurde ins Leben gerufen, nachdem im Vorfeld zur JHV 2014 alle brisanten Satzungsänderungsanträge zurückgezogen wurden. In dieser Kommission verhandelten Vertreter von Fanorganisationen und Gremien des Clubs das nun vorliegende Änderungspaket. Weitere Anträge von Seiten Dritter wurden nicht gestellt.

Das Änderungspaket ist groß, sich zu jedem Punkt das Für und Wieder klarzumachen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Meines Erachtens bestehen die Hauptpunkte in der Einführung eines neuen Gremiums zur Benennung des Ehrenrates, in der Einführung eines rollierenden Systems bei der Wahl zum Wahlausschuss und in einer klaren Regelung zu einer eventuellen Ausgliederung der Profi-Abteilung. Außerdem soll das Volumen einer möglichen Sonderumlage erhöht werden.

Der Ehrenrat soll mehr denn je auch praktisch bei Streitigkeiten richten. Dazu soll er, wie bisher, aus fünf Mitgliedern bestehen. Aus zwei Mitgliedern, welche über die Befähigung zum Richteramt verfügen sollen, und aus drei weiteren Mitgliedern. Zur Auswahl dieses fünfköpfigen Ehrenrates soll ein „Gemeinsamer Ausschuss“ geschaffen werden. Dieser soll aus jeweils zwei Mitgliedern des Ehrenpräsidiums, des Aufsichtsrates, des Vorstandes, des Wahlausschusses und des Ehrenrates bestehen. Dieser Ausschuss soll die Ehrenrat-Mitglieder mit Befähigung zum Richteramt ernennen und die anderen Ehrenrat-Mitglieder zur Wahl durch die Mitgliederversammlung vorschlagen.

Der Wahlausschuss soll in Zukunft nicht mehr alle drei Jahre komplett neu gewählt werden. Es soll ein rollierendes System eingeführt werden, nach welchem demnächst jedes Jahr zwei Mitglieder zu wählen sind.

Außerdem soll im Paragraph „Auflösung“ festgesetzt werden, dass auch eine Ausgliederung der Profi-Abteilung nur nach Beschluss durch eine Dreiviertel-Mehrheit einer besonderen, zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen kann.

Es steht allerdings zu befürchten, dass die notwendige Diskussion um diese aufgeführten, und die vielen kleineren, in der Summe großen Änderungen der Satzung von einer emotionalen Debatte um die „Erhöhung der Sonderumlage“ übertönt werden wird. Jedenfalls war im Vorfeld das Bohei um diesen Passus am lautesten. Eine Änderung, welche einen Maximalbetrag festlegt, zu einer Mitgliederzahlung, welche sowohl in der Höhe, als auch im Beschluss selbst von der Mitgliederversammlung festgelegt werden würde, deren Anfrage laut Finanzvorstand Peter Peters auch nicht geplant ist. Ein Schelm, wer dies als leichtes Diskussionshäppchen für sich gerne flott aufregende Schalker erachtet.

Aber Schelme sind wir hier ja nicht. Deshalb bleibt bis Sonntag vor allem die Beschäftigung mit den Themen zur Wahl. Dazu hier die Links …
 
 
Die Kandidaten für den Aufsichtsrat stellen sich vor
Fragebogen an Stefan Blaschak
Fragebogen an Dr. Andreas Horn
Fragebogen an Ludger Wibbeke
Fragebogen an Thomas Wiese
Die Schalker Aufsichtsratskandidaten im ausführlichen Kreuzverhör

Satzungsänderungsanträge der Mitglieder der Satzungskommission
Satzungskommission legt Ergebnisse vor
„Vorsicht, Risiko!“: Katharina Strohmeyers Meinung zum Satzungsänderungspaket

Durchatmen & Danken: 1904

Schalke hat seinen neuen Trainer und dieser hat nun auch sein Trainerteam. Aus Paderborn kommen Co-Trainer Volkan Bulut, Athletik-Coach Tobias Stock und Torwart-Trainer Sven Henzler aufs Berger Feld. Zusammen mit Co-Trainer Sven Hübscher und Athletik-Trainer Ruwen Faller ist die Schalker Trainerkabine nun voll, daran lässt sich einen Haken machen. Dem Vernehmen nach arbeitet Horst Heldt nun an Kaderveränderungen und Ende nächster Woche steigt die Jahreshauptversammlung auf Schalke. Da fühlt sich dieser Freitag, dieses Wochenende fast ein wenig wie ein „zwischen den Jahren“ an. Zeit mal innezuhalten und Danke zu sagen.

Denn zufällig fiel mir auf, dass just dieser Text der 1904. Beitrag meines Blogs ist. Mehr Jubiläum und mehr Anlass zum Danken kann es für ein Schalke-Blog kaum geben.

Vor 3.066 Tagen veröffentlichte ich den ersten Beitrag, und bis zu diesem Moment, da ich das hier schreibe, habt ihr für 30.033 Kommentare gesorgt. Das ist lange her, das sind viele, und letztlich erklärt das Zweite das Erste. 1904 Beiträge hätte ich niemals schreiben können wenn ich nicht wüsste, dass es Leute gibt die das gerne lesen, wenn es keine Kommentare gäbe die daraus Kommunikation machen. Denn das ist es, ihr seid es, was das Königsblog ausmacht.

Nach wie vor sehe ich dieses Blog als moderne Version einer kleinen Trittleiter, wie sie in London, an Speakers’ Corner vielfach Verwendung findet. Ich stelle mich drauf, werbe für meine Meinung, verarbeite meine Gedanken. Es ist schön wenn Leute stehen bleiben und zuhören. Noch schöner ist es aber wenn sie reagieren, wenn ein Austausch, eine Diskussion entsteht.

Dass das so oft gelingt, dafür möchte ich Danke sagen!

Und da mir aktuell kein Grund einfällt, wieso ich Leiter wegstellen sollte, geht es ab Montag hier weiter. Schönes Wochenende und Glückauf!

Die endlose Reihe der Überzeugten

André Breitenreiter ist davon überzeugt, auf Schalke erfolgreich sein zu können. Eben wie alle anderen Schalke-Trainer vor ihm auch. Als Zuschauer ist man durchaus erstaunt, dass die Reihe derjenigen, die es versuchen wollen, offensichtlich nie endet.

Mirko Slomka, Fred Rutten, Felix Magath, Ralf Rangnick in seinem zweiten Versuch, Huub Stevens in seinem zweiten Versuch, Jens Keller erst als Interims- und dann als Dauerlösung, Roberto Di Matteo und nun eben André Breitenreiter: In den achteinhalb Jahren, in denen ich diesen Club bloggend begleite, versuchten sich auf Schalke acht Cheftrainer. Die Charaktere hätten unterschiedlicher nicht sein können. Jeder hatte seine Qualitäten, sie hatten unterschiedliche Führungsstile, unterschiedliche Spielideen, unterschiedliche Arten, mit Fans und Medien zu kommunizieren. Immer gab der Club vor nach Kontinuität zu streben, immer stand ein „jetzt aber“ und ein „mit dem aber“ dabei im Raum.

Dass alle diese sehr verschiedenen Vorgänger André Breitenreiters aus unterschiedlichsten Gründen gescheitert sind lässt erahnen, dass es wohl eher am System Schalke liegt, dass die gewollte Kontinuität nie erreicht wurde. Man hätte vermuten können, dass die Fußballlehrer Land auf Land ab dies auch gesehen haben, dass es schwierig sei noch jemanden zu finden, der sich dafür hergibt. Aber es ist anders, da kommt immer ein Nächster.

Es muss daran liegen, dass man im Profifußball dazu erzogen wird an sich zu glauben und Zweifel abzuschalten. Ohne die absolute Überzeugung bezüglich der eigenen Qualitäten steigt niemand in den Profibereich auf. Jeder neue Trainer auf Schalke formuliert, dass es ihm mehr oder wenige egal ist was vorher war. Jeder glaubt, dass es mit ihm anders werden wird, jeder entwickelt seinen eigenen Ehrgeiz, seine Gier, Schalke zu schaffen. Und dieses Ziel erscheint wunderbar.

Auf Schalke gibt es sicher gutes Geld zu verdienen, aber das alleine taugt nicht als Erklärung. Es ist die Größe der Bühne. Es ist die Sucht nach dem Jubel, der von hier aus überall im Land gesehen wird. Dieser Club gibt einem die Möglichkeit gegen Real Madrid und Inter Mailand anzutreten, sogar zu gewinnen. Wer erahnen will worum es geht möge sich an die Ehrenrunde Felix Magaths erinnern, nach dessen erster Saison auf Schalke, der zuvor schon so viel gewann und der doch völlig aufging in diesem Jubel, in diesem Moment. Schalker, das sind viele, das ist eine große Masse, die Anziehungskraft ist entsprechend – fast als hätte Isaac Newton Schalke schon erklärt.