Artikel im März 2007

Und ich kriege nichts mit …

Tja, da steigt heute dieses tolle Spiel, und ich kanns nichtmal live verfolgen. Vor einer gefühlten Ewigkeit hatte ich mich dazu entschlossen, am 31.03.07 einundzwanzigkommanullneunsiebenfünf Kilometer laufen zu wollen. Gerade dann, wenns in die zweite Halbzeit geht.

Und aufnehmen und direkt danach kucken geht auch nicht, da meine Schwägerin heute Geburtstag hat und wir da natürlich auch noch hinfahren; eh schon viel zu spät. Nix gegen die Schwägerin, aber muss die ausgerechnet heute …

Bleibt nurnoch morgen. Am bestens richtig früh, denn wenn der Doppelpass ausnahmsweise mal drei interessante Gäste hat (Traemann ist nicht gemeint), will ich den natürlich auch sehen, und der ist ja schon um elf!

Also plane ich es so: Laufen, Geburtstag feiern, ratzen. Aufstehen, allgemeines Familienleben erleben, Doppelpass aufnehmen (dann muss ich mich wenigstens um 11.30 Uhr nicht von Sofa schubsen lassen, wenn die Maus kommt). Währenddessen das Spiel schauen und danach Doppelpass hinterherschieben.
Ja, so kanns gehen. Dann kann ich wieder mitreden; vorher schweig ich stille.

Wie ich das Spiel schaue? Habe den Internet Explorer wieder rausgekramt und gönne mir die große Portion für 1.49 € … alles doof, oder?!

Max Türck gedopt?!

Erst fallen ihm spontan die Wussows ein, was sowieso schonmal gaaanz tief blicken lässt … Dann wandelt er auf den Spuren Oliver’schen Verschwörungstheorien und hält eine Sperre Kahns nach des Titans Pissewurf für überflüssig. Und zuletzt sah er auch noch in Bundes-Jogis-Joachims Mittwochsfarce was Schönes und watscht Morten Olsen ab, weil dieser die Veranstaltung genauso albern fand wie ich.

Die Frage ist naheliegend: War Max gedopt? Bei etwaigen Tests sollte Franz tunlichst sofort genau hinschauen …

Die Beweisaufnahme trägt den Titel Spieltag 27 – Die Erste.

Das immer schwerste Spiel: Bayern München

Na eeendlich geht’s weiter … und wie: Gegen die, die es immer irgendwie schaffen, gegen das Phantom, die mit den meisten Titeln und 120.000 Vereinsmitgliedern**.

Schalke hat gegen Stuttgart eine Halbzeit recht gut, eine Halbzeit weniger gut gespielt. Nachdem sie dennoch gewannen, schrieben die Zeitungen – zwei Spieltage nach den Begegnungen gegen Hamburg und Leverkusen! – von „Dusel-Schalkern“, und dass eine Mannschaft, die solche Spiele gewänne, Meister werden würde. Sprüche, die jahrelang über Bayern München zu lesen waren. Damals wie heute stimmt dabei nur die Assoziation „gewinnen -> Meister“.

In München wird Løvenkrands wieder in der Startaufstellung sein. Wie wichtig er ist, sieht man vor allem, wenn er nicht dabei ist: Ohne ihn ist das Angriffsspiel wesentlich statischer. Løvenkrands ist in der Lage, in sehr hohem Tempo Pässe, die auch nur ungefähr in seine Richtung gehen, zu verwerten, hat ein gutes Auge für Nebenmann Kuranyi und schliesst mittlerweile auch selbst gut ab. Bleibt die Frage, wie spritzig er nach seiner Verletzung sein kann.

Um Løvenkrands gescheit einzusetzen, sollte Kobiashvili allerdings eine deutliche Leistungssteigerung an den Tag legen. Zuletzt war er richtig schlecht.
Auf Hamit bin ich auch gespannt. Slomka wird ihn mit Sicherheit einwechseln: Erstens, weil er dies eigentlich sowieso immer tat. Zweitens, weil sich Hamit gegen den neuen Arbeitgeber besonders reinhängen wird, weil er nicht schlecht aussehen will. Und drittens, weil er mit breitet Brust vom Länderspiel zurückkommt.

Neben Løvenkrands wird auch Pander von der Länderspielpause profitiert haben. Gegen Stuttgart ging bei ihm aus dem Spiel heraus noch nicht so viel. Bei etwaigen Sturmläufen wird er morgen allerdings vornehmlich auf den in dieser Saison konstant schwachen Willy Sagnol treffen, da sollte was gehen …

Gut, den Hochmut sollte ich mir vielleicht sparen. Bei den Bayern kann man sich in dieser auf garnichts verlassen, ausser das dort nie etwas leise passiert. Ottmar Hitzfeld kann jedenfalls aus dem Vollen schöpfen, ihm steht der komplette Kader zur Verfügung, wenn er auch wegen Trainingsrückstand freiwillig auf Ismael verzichtet.

Morgen bietet Schalke die beste Abwehr* gegen den schwächsten Sturm* auf. Ich denke da geht was für Königsblau. Vor allem aber geht es darum, die Tabellenführung zu verteidigen.
Noch 8 Spiele zu gehen, Schalkes Magische Zahl ist 22.


*) unter den ersten fünf Mannschaften
**) Peter Peters, nachdem er damit konfrontiert wurde, dass München 120.000 und Schalke nur 60.000 Vereinsmitglieder hätte: „München hat 120.000 zahlende Mitglieder – aber wir haben 60.000 echte Fans!“

“Dropping was kick in the Butt”

Wäre dies ein englischsprachiges Weblog, ich glaube ich hätte auch nicht wiederstehen können …

Mehr als die Überschrift steckt aber auch nicht in dem Artikel. Der Mann ist nicht zufrieden mit seiner Situation, das ist nichts neues. Aber wenn ich an Butt denke, dann denke ich vor allem an sein Elfmeterschiessen; und eben nicht an überragende Torwartleistungen.

Was Adler auf Schalke geleistet hat, war sensationell, und wenn ein Torwart nach solch einem Auftritt nicht im Tor bleiben darf, was bitte soll er leisten?! Adler hat seine Leistung in den folgenden Spielen bestätigt. Butt wird sich nach einen anderen freien Platz umschauen müssen.

PS: Einen tollen Artikel über die Torwartausbildung in Deutschland gibts hier, von mir über diesen Artikel entdeckt.

Die „Löw ist gegen Schalke“-Verschwörung

Das Forum des FC Schalke 04 kann man mögen oder auch nicht. Tatsache ist, dass es sehr stark frequentiert wird und somit garantiert jede mögliche Meinung mehrfach vertreten wird.

Vorgestern warf dort popstern dem Bundes-Jogi-Joachim vor, Schalke zu benachteiligen, weil er die Spieler der Bayern und der Bremer vor dem Länderspiel gegen Dänemark nach Hause schickte (und somit „schont“), Kevin Kuranyi aber nicht.

Kruder Gedanke fand ich, verzichtete aber auf ein Posting, da popstern bereits von anderen Usern genügend Gegenwind bekam.

Heute las ich, das Mirko Slomka wohl popstern‚s Meinung ist!
Welch peinliche Diskussion.

  • Schalke 04 hat selbst dafür gesorgt, Pausen einlegen zu dürfen, wenn Bremen und München in Europapokalwettbewerben antreten müssen.
  • Schalke stellt genau einen Nationalspieler; nämlich Kuranyi!
  • Und ausserdem: Ob Kuranyi, wenn man IHM denn die Wahl liesse, wohl nach Hause fahren würde, wo er doch gerade erst wieder das Scheinwerferlicht auf sich gerichtet hat?

Auf dem Weg ins Stadion

Am 18.01. fegte der Orkan Kyrill über Deutschland hinweg. Helmut Schulte, ehemaliger Trainer des FC St. Pauli und seit 1998 Sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04, war gerade in seinem Wagen auf der Ruhrallee in Essen unterwegs, als ihm ein entwurzelter Baum aufs Auto fiel. Schulte wurde eingeklemmt, der zweite Halswirbel brach.

Schulte hatte riesiges Glück. Erstens, dass er nicht bereits von dem Baum erschlagen wurde. Und zweitens, dass bei dem Genickbruch nicht das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen wurde, was zu einer Lähmung des gesamten Körpers halsabwärts geführt hätte.


Das auch Schulte selbst dieses Glück im Umglück eher als Geschenk, als einen zweiten Geburtstag empfindet, statt dem Unglück des Unfalls nachzusinnen, hat er letzte Woche im ZDF bei Kerner eindrucksvoll vermittelt! Seinen Auftritt dort kann man via ZDFmediathek nachschauen (oder per diesem direkten Link).

Vor unserer Haustür in Duisburg-Neudorf richtete der Sturm vergleichsweise wenig an. Die Bäume in unserer Alleestrasse wurden durchgeschüttelt, der eine oder andere kleinere Ast brach, ohne allerdings größere Schäden zu verursachen.


Wer am Mittwoch das Länderspiel der Nationalmannschaft in der Duisburger MSV-Arena besucht und mit dem Auto über die A3 anreist, wird an diesem gekippten Baumstumpf vorbei kommen. Mittlerweile wurden die rausgerissenen Wurzeln gestutzt, dass Loch in der Erde wurde zugeschüttet. Wieso der Baumstumpf nicht komplett abtransportiert wurde? Ich weiss es nicht.

Nur cirka einen Kilometer Luftlinie von unserer Haustür entfernt, stürzte auch dieser Baum am 18.01.07 auf ein Auto. Die Fahrerin, eine Duisburger Frau deren Namen ich nicht kenne, hatte weniger Glück als Helmut Schulte.

Kein Ersatz fürs Titelrennen

Wo die Bundesliga doch gerade so spannend ist … Viel zu ruhig, so’n Samstag, den ganzen Tag über! Da hilft die Aussicht auf ein Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft auch nicht wirklich weiter; mir jedenfalls nicht.

Die haben sich eh immer für alle Turniere qualifiziert, egal wie schlecht sie auch manchmal gespielt haben. Huch: Ich meinte natürlich „wir“, Entschuldigung! Nicht dass ich gleich Spalter oder Querulant geschimpft werde. Nach dem Getümmel während der WM muss man da vorsichtig sein.

Klar, für Schalke ist die längere Pause gut, nach der nun fast überstandenen Verletztenmisere. Aber irgendwie ists langweilig, nachdem doch zuletzt fast jedes Spiel topp Schlagzeilen generierte (z.B. hier oder hier) …