In die Scheiße getreten statt Meisterstück geliefert

Hätte ein netter Abend werden können. Problemlose Anreise (nicht immer normal). Gut das halbe Stadion voller Schalker, fast alle in weiß. Stimmung wie bei einem Heimspiel, tolles Wetter. Ein guter Platz in Block G. Die von mir erhoffte Startformation. Gut spielende Schalker in den ersten 30 Minuten. Führung durch Kuranyi. Alles im Soll.

Dann verliert Schalke innerhalb von acht Minuten Kopf, Ordnung und das Spiel, und der Abend endet damit, dass irgendein Trottel eine Papp-Meisterschale über dass Fangnetz wirft, diese im Rasen stecken bleibt und ein Motiv liefert, dass uns ab sofort die restliche Saison um die Ohren gehauen wird. Spiegel Online machte den Anfang, dass wir es auch in der ARD Sportschau sehen würden, prognostizierte ich noch im Stadion gegenüber einer Freundin.

Zu der gleichen Freundin sagte ich in der Halbzeit, dass es nun an der Zeit für Schalkes Meisterstück sei. Schalke lieferte es nicht. Die Mannschaft spielte aufwendig, nicht effektiv. Sie kämpfte, kombinierte nicht. Sie, präziser: jeder Einzelne rannte zuviel mit dem Ball, voller Willen, ohne Geist. Die für einen solchen Spielstand in einer solchen Situation viel zu wenigen Chancen entstanden eher zufällig, viel zu selten kam Schalke in den gegnerischen Strafraum.

Mit erträglichem Aufwand konnte Bochum immerwieder Überzahl in Ballnähe schaffen. Hamit, Özil, Ernst und Lincoln rieben sich ständig in 1:2 Situationen auf, keine Hilfe weit und breit. Pander fand, wie in eigentlich allen Spielen seit seinem zweiten Comeback in dieser Saison, nur an ruhenden Bällen statt.

Schalke hätte einen Elfer kriegen müssen, viel deutlicher kann ein Handspiel nicht sein und bei zwei in Ballrichtung ausgestreckten Armen kann auch wahrlich nicht von natürlicher Körperhaltung gesprochen werden. Vielleicht wäre dann in der Schlussphase noch was gegangen.

Trotzdem war Schalke einfach nicht gut genug, um sich einen Sieg nach einem Rückstand zu erspielen. Gegen einen VfL Bochum, der ordentlich, im Grunde aber auch nur wie erwartet gespielt hat. Das ist enttäuschend.

So wie die Meisterschaft nach dem Sieg gegen den statistischen Angstgegner und dem bestandenem Sander-Test nicht gewonnen war, ist sie nun nicht verloren. Bremen hat in dieser Saison noch nie sieben Spiele in Folge gewonnen. Aber natürlich ist es scheiße, auf andere schauen zu müssen.

In der Tabelle ist Schalke heute erster. Somit ist es auch noch Schalkes Magische Zahl, wenngleich sie weiter bei 11 steht und akut verloren zu gehen droht. Noch drei Spiele zu spielen.

Update: Mein vorletzter Satz waren leider kompletter Blödsinn.



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