Artikel im Mai 2007

Für den VfB Stuttgart interessiert sich keine Sau

Zu dieser Annahme kann man kommen, wenn man sich die folgende Tabelle betrachtet.

Die Zahlen stellen den Zuschauerschnitt in den Auswärtsspielen der jeweiligen Vereinen dar. Demnach lockt Werder Bremen die meisten Menschen ist Stadion, Arminia Bielefeld die wenigsten. Und während Cottbus dabei auf Rang sechs steht, liegen die jungen Meister aus Schwaben auf Rang 16.


      1.    44.464   Werder Bremen
      2.    43.970   Bayern München
      3.    42.688   Schalke 04
      4.    41.427   Bor. Dortmund
      5.    41.246   Hamburger SV
      6.    40.631   Energie Cottbus
      7.    40.565   M’Gladbach
      8.    39.886   Alemannia Aachen
      9.    39.165   Mainz 05
      10.   38.891   Eintr. Frankfurt
      11.   38.851   Bayer Leverkusen
      12.   38.829   VfL Wolfsburg
      13.   38.680   Hertha BSC
      14.   38.489   VfL Bochum
      15.   38.432   1.FC Nürnberg
      16.   38.201   VfB Stuttgart
      17.   37.852   Hannover 96
      18.   37.042   Arminia Bielefeld

Bei nüchterner Betrachtung fallen allerdings die doch recht geringen Unterschiede in den Zahlen auf. Ein Blick auf die Besucherschnitte im Vergleich zu den Stadionkapazitäten verrät, dass sich mehr als ein Drittel aller Bundesligisten (7) über eine Auslastung von mehr als 90% freuen können, drei weitere Clubs liegen im oberen Achtziger Bereich.

Es scheint also eher so zu sein, dass die Leute mehr oder weniger unabhängig vom Gegner, wegen der Bundesliga an sich bzw. wegen ihrem eigenen Team ins Stadion strömen.

Und irgendwie sollte es ja auch so sein.

(Quellen: rp-online.de via blog5.de, fussballblog.gb)

Peter Löw und Markus Flick

Das Duo DFBheim zählt eher zu den ruhigeren Vertretern in der Musikszene. Bei ihm gibt es kein Gepose und keine Effekthascherei. Alles, was Peter Löw und Markus Flick anfassen, bewerkstelligen sie mit einer bewundernswerten scheinbaren Ruhe, aber auch extremer Zielstrebigkeit.

Everyone who casts a shadow seem to stand in the sun
and when your step leaves a track you seem to be going on.

I know myself… I know my shades… but I don´t see no light
and if there’s a track, it means: no turning back… no matter what you try!

(Quellen: wolfsheim.de, kicker.de)

What The Hell Is Ermessensspielraum!? Oder: Regeldehner nerven!

Sätze wie „Eine harte Entscheidung für Cacau“ oder „Rot für Cacau, Gelb für Meira: Es hätte umgekehrt sein sollen“ treiben einen hier sonst (doch wohl einigermaßen) locker vor sich Hintippenden, seine pingelig-beamtige Seite hervorzukehren.

Fußball ist kein Jury-Sport. Der Mann mit der Pfeife hat ein knapp hundertseitiges Regelwerk umzusetzen. Fouls und deren Ahndung werden in „Regel 12 – Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen“ behandelt. In den zur Regel 12 gehörenden „Anweisungen des DFB“ ist Folgendes zu lesen:

„6. Treten und Schlagen sind Tätlichkeiten und bedingen – ebenso wie grobe Unsportlichkeiten – einen Feldverweis mit der Roten Karte ohne vorherige Verwarnung des schuldigen Spielers (grob unsportlich ist z. B. das Anwerfen eines Mitspielers).“

Nebenbei küre ich „Ermessensspielraum“ zum Unwort der Woche.

Gegen Gladbach trifft doch eh jeder!

Monica Lierhaus: Herr Löw, Mario Gomez wurde zuletzt in der Nationalmannschaft nicht berücksichtigt, ist nun aber wieder Torschützenkönig der Bundesliga geworden. Kann er sich Hoffnungen auf eine Rückkehr ins DFB-Team machen?

Joachim Löw: Die Anzahl der Tore ist ja nicht alles! Es reicht nicht, gegen Mönchengladbach Tore zu schießen. Er spielt heute gegen Bayern München und da werden wir sehen wie es bei ihm läuft.

Klingt nicht nach Bundes-Joachim? Zu wenig diplomatisch, zu macho-like? Stimmt.

Es war Frau Neid, Trainerin der Damen-Nationalmannschaft, die solche Sätze sagte. Gestern, vor dem Pokalfinale der Frauen. Inka Grings (Stürmerin des FCR 2001 Duisburg, Torschützenkönigin 1999, 2000, 2003 und 2007!) ist „Mario Gomez“, der FFC Brauweiler Pulheim ist „Mönchengladbach“ und für den FFC Frankfurt steht „Bayern München“.

Ok, gegen Grings ist Gomez (noch) ‚ne Wurst. Aber einen lediglich 29-jähigen, vierfachen Torschützenkönig, der im DFB-Team nicht berücksichtigt wird, konnte ich eben nicht finden. Gut das es den Jogi Bundes-Joachim gibt!

Die Uschi des Tages heißt Gabi

tictacgabi, um genau zu sein.

Eigentlich wollte ich mich gerade über die Mitnordkurvler echauffieren, die sich für 5 € am Ultras-Stand vor dem Spiel in Bochum ihr „Nordkurve in Deiner Stadt“ Shirt kauften, sich auf dem Weg zum Stadion als ach so stolze Schalker präsentierten, um nun via eBay ihre damals zu spät gekommenen Mitknappen mit Sprüchen wie „Kann mich nur schweren Herzens davon trennen!“ oder „Leider ist es beim waschen von Größe XXL auf XL eingelaufen, und somit passt es mir nicht mehr …“ zu verarschen und von ihnen mal flux 80 Euro und mehr abzuziehen.

Aber vielleicht denke ich da zu kleinkariert oder unmodern und zu jedem schlechten Deal gehören zwei Dumme, also öffnete ich mich nochmals für Neues und entdeckte Gabi!

Gabi bietet bei eBay den vielen Frauen, die sich auch für Fußball interessieren ihre Bluse mit original Autogrammen von Schalke 04 an!


Eine Ansicht von Gabis Auktion gibts bei einem Klick auf das Bild

Gut, vielleicht wissen manche Frauen mit Schalke 04 nichts anzufangen. Gabi ist Schalke Neuling und kann das nachvollziehen. Also, denkt sich Gabi, muss noch ein näher beschreibender Zusatz her, ok, vielleicht nicht so direkt, also in Klammern: Schalke 04-(Gazprom)!

Vor rund 14 Tagen hat Gabi zum 1 Mal gemerkt, wie die Stimmung im Stadion ist. Sie war dermaßen begeistert, dass sie direkt nach dem Spiel damit begann, ihre Brüste den Spielern entgegenzurecken und Autogramme zu sammeln. Für Manuel Neuer wars vielleicht noch ein Erlebnis. Kevin Kuranyi ist sowas sicher schon gewohnt. Noch vier andere fing sie ein. Wer die waren weiß sie allerdings nicht mehr so genau.

Wer also ebenfalls Schalker ist und wem es nicht so wichtig ist, das die Bluse Rosa ist, wer vielleicht noch ein hübsches Geschenkt für seine Frau sucht (die Bluse ist brandneu, Gabi hat sie an diesem Tag zum ersten mal getragen und vermutlich auch nur wegen der Autogramme nicht mehr gewaschen), der sollte bis 19:37 Uhr Gabis Auktion gefunden haben.

Möglicherweise darf aber auch jeder Bielefelder Armine zu gleichen Konditionen bieten und möglicherweise handelt sich auch doch um das Gekrakel von Hain und Wichniarek: Jedenfalls sammelte Gabi ihre Autogramme vor 14 Tagen gegen Leverkusen, und so genau kennt sie die Schalker ja noch nicht …

(Die in kursiv gehaltenen Formulierungen stammen von tictacgabi. Gegebenenfalls bitte selbstständig ein „(sic!)“ dazu denken.)

„Der Eine und der Andere“ – Ein kurzes Stück für 2 Personen

„Wir sind uns mit Lincoln im Prinzip einig und haben bereits eine Absichtserklärung unterschrieben. Wir stehen mit Schalke in Verbindung, und ich bin mir sicher, dass es zu einem Transfer kommen wird“

… sagt der Eine.

„Mir ist davon rein gar nichts bekannt. Es gibt keine Anfrage. Niemand hat den Wunsch geäußert, mit uns über Lincoln zu sprechen. Er besitzt bei uns einen Vertrag bis 2008 und soll diesen auch erfüllen.“

… antwortet der Andere.

Der eine ist Adnan Sezgin, Leiter der Fußball-AG von Galatasaray Istanbul, der andere ist Schalkes Manager Andreas Müller.

Ob eine Fortsetzung aufgeführt wird ist bislang nicht bekannt.

(Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger)

Simple Farbenlehre: Rot regiert Europa

Gestern gewannen die Rossoneri aus Mailand das CL-Finale gegen die Reds aus Liverpool. Die rot-weiße Mannschaft des FC Sevilla verteidigte letzte Woche erfolgreich den UEFA-Cup. Das rot-blaue Olympique Lyon wird auch in diesem Jahr wieder französischer Meister. Die Red Devils aus Manchester konnten den Blauen aus London nach 2 Jahren wieder den Meisterschaftspokal der Premier League abringen.

Im gefühlt komplett blau-weißen Griechenland dominiert nach wie vor Olympiakos Piräus, Vereinsfarben: Rot-Weiß. Die in roten Trikots spielenden St. Patrick’s Athletics führen die irische „Eircom League“ mit fünf Punkten Vorsprung an, Red Bull Salzburg bestimmte die Liga Österreichs nach belieben.

In der niederländische Eredivisie dominiert Rot sowieso: Die zuvor auf Platz drei geführte, rot-weiß gestreift gekleidete Philips‘ Sport Vereniging aus Eindhoven konnte am letzten Spieltag noch mit dem rot-weißen AZ Alkmaar die Plätze tauschen. Auf Platz 2 strandete Ajax Amsterdam, Trikots in rot-weiß mit höherem Traditionsfaktor gibt es wohl nicht.

Am Samstag werden entweder die rot-weißen Stuttgarter oder die rot-schwarzen Nürnberger deutscher Pokalsieger. Und um noch eins drauf zu setzen und gegen den ursprünglichen Sinn von Trikots, die Mannschaften möglichst gut unterscheiden zu können, trat der VfB Stuttgart zum endgültigen Gewinn der deutschen Meisterschaft gegen die orangefarben gekleideten Cottbuser nicht nur mit dem traditionellen rotem Brustring, sondern komplett in rot an.

Schlechte Zeiten für Königsblau.