Am Ende stand das drauf-geschissen-Gefühl

Das letzte Heimspiel komprimierte nochmals die Gefühle der letzten zwei Wochen auf 90 Minuten: Gute Stimmung, Hoffnung, Ernüchterung, Enttäuschung und Stolz.

Eigentlich wurde das Spiel gegen Dortmund ja schon ein paarmal hinunter gewürgt, auch wenns immer wieder hochkam. Aber zu Beginn des gestrigen Spiels war wohl jedem klar, dass Schalke selbst die große Chance 2007 verdaddelt hat. Glück darf man nicht erwarten.

Vielleicht war gerade deshalb die Stimmung gut, schon in der Bahn auf dem Weg zum Stadion. Es war fast so als wäre schon alles verloren, als gäbe es nur noch was zu gewinnen. Daran, gegen Bielefeld noch den zweiten Platz zu verspielen, dachte wohl kaum jemand.

Schalke ging flott in Führung, nach 16 Minuten stand es 2:0. In den folgenden 10 Min hätte alleine Lincoln noch 2 Tore machen können. Das viel beschriebene 4:0 hatte ich schon erhofft, einfach damit Schalke zumindest an diesem letzten Spieltag alles getan hätte.

Dann die Cottbuser Führung in Stuttgart. Ich stand in N5, zweite oder dritte Stufe von oben. In der – wie nennt man diese Räume? – VIP-Loge hinter uns hing ein Fernsehgerät. Fortan schaute ich doch recht häufig auf das Gerät.

Das es Schalke in der Folge nicht schaffte, das dritte Tor nachzulegen, war das eigentlich Enttäuschendste an diesem Nachmittag. Trotz klarster Überlegenheit stockte es jeweils kurz vor Abschluß des Spielzugs. Wie in den Heimspielen gegen Leverkusen oder Hamburg, wie in der zweiten Halbzeit in Bochum.

Stuttgart leistete im Gegensatz zu Schalke das Erwartete und stellte sicher, dass diese letzte Fehlleistung der Königsblauen keine entscheidenden Auswirkungen mehr hatte.

Ein paar Minuten vor Abpfiff kam dann auch dem letzten Hoffnungsvollen das „drauf-geschissen-Gefühl“ hoch. Die letzten Minuten wurde applaudiert, wurde die Mannschaft ordentlich verabschiedet, wurde die Ehrenrunde abgenommen.
Klar ist Schalke gescheitert, wenn eine Mannschaft so lange auf Platz eins stand ist Platz zwei eine Niederlage. Andererseits siehts für die Zukunft nicht so schlecht aus und nur die Stuttgarter Fans dürfen ernsthaft mit dem Finger auf einen zeigen – und das sind ja nicht so viele ;-)



5 Kommentare zu “Am Ende stand das drauf-geschissen-Gefühl”

  1. verschwender sagt:

    Der BvB und seine Anhänger haben endlich ein

  2. verschwender sagt:
  3. Herr Wieland sagt:

    REPLY:
    Doch, geht eigentlich schon: Fanbanner.

    Stimmt, die Borussen können sich auch nur kurz an ihrer Häme S04 gegenüber erfreuen. Aber sowas finde ich alles nachvollziehbar, das gehört dazu. Ohne Rivalität würde was fehlen.

    Was ich nicht verstand:
    Die Ostwestfalen hatten doch jede Menge Grund zu feiern: Noch ein Jahr erste Liga z.B., oder einen Trainer der zu feiern versteht. Und trotzdem waren die nicht zu hören. Erst als es ob der Schalker Enttäuschung leise genug wurde, war irgendwas von „VfB“ zu vernehmen! Unglaublich.
    Auf die Idee, am Samstag irgendwie „Energie Cottbus“ zu skandieren, wäre ich im Leben nie gekommen!

  4. schw4ben sagt:

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    Ich denke, mehr muss man nicht sagen ;-)

    Schon bitter für Schalke, nach 2001, 2005 jetzt auch 2007 Vize-Meister der Herzen. Fußball kann aber so grausam und so schön sein zugleich.

    War eine sehr spannende Meisterschaft, und wer am Ende oben steht, hat es verdient. Hätten wir gegen Cottbus verloren, wärt ihr auch verdient deutscher Meister geworden.

    Freuen wir uns auf die neue Saison … Sportliche Grüße aus dem rot-weißen Cannstatt!

  5. Herr Wieland sagt:

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    „wer am Ende oben steht, hat es verdient“

    Recht hast Du. Auch wenn mir dünkt, dass ich den Spruch schonmal gehört habe. Die Schale rechts ist auch Deine, Gratulation.

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