Artikel im August 2007

Bin ma kurz wech …

Ist nicht nur, dass ich nun ein paar Tage offline sein werde: Vor allem werde ich das Spiel gegen Leverkusen nicht sehen können! Nicht nur nicht im Stadion, nicht mal in der Kneipe meines Vertrauens. Furchtbar.

Weshalb dieser 4. Spieltag in meiner Nachbetrachtungsrubrik auch keinen Eintrag erfahren wird. Wer nicht betrachten kann, der kann auch nicht nachbetrachten.

Erst am Dienstag, den 04.09. geht es hier weiter.
Bis dahin, angenehmen Spieltag!
Glück auf.

Das immer schwerste Spiel: Bayer 04 Leverkusen

„Schalke vor richtungsweisendem Spiel gegen Leverkusen“

So war es gestern bereits zu lesen und ich bin mir sicher, dass diese Sichtweise heute noch von dem einen oder anderen Portal aufgegriffen werden wird.

Nörgler der ich bin, mag ich solche Adjektive nicht, die dem aktuellen Spiel eine Wirkung in die Zukunft andichten wollen. Und als erste Reaktion denke ich dann darüber nach, wieso das Blödsinn ist: Dass doch gerade in der Bundesliga Trends häufig nur einen Spieltag bestand haben, und dass das doch auch der Mensch wissen sollte, der solche Überschriften verfasst.

Ist aber Humbug. Natürlich muss auch ich eingestehen, dass er recht hat – zumindest gefühlt. Und das reicht ja schon! Wenn Schalke gegen Leverkusen verliert, geht der Trabbel wieder los.

Nur: Auf Schwarzmalerei habe ich eben auch keine Lust.

Leverkusen hat letzte Woche gut gespielt und souverän gesiegt. Zu Hause. Gegen einen Aufsteiger, der selbst noch nicht weiß wo er steht. Davor verlor Leverkusen in Hamburg, spielte daheim gegen Cottbus 0:0 und flog gegen St. Pauli aus dem Pokal.

Schalke hat bislang nur eine Halbzeit schlecht gespielt. Die Erste in Wolfsburg. Netterweise sah Slomka das nach dem Spiel genauso und flüchtete nicht in beschönigende Floskeln.

Offensiv ist Leverkusen sicher stark, die Hintermannschaft muss das noch nachweisen. Schalkes Bank ist ordentlich besetzt. Westermann ist solide und Jones hat Kobiashvili in Wolfsburg sehr gut vertreten. Und eigentlich kann Adler doch nicht noch mal an gleicher Stelle einen so „unnatürlich starke“ Leistung zeigen …

[Was beim letzten mal wa(h)r: „Starker Adler + schwacher Hamit + dummer Lincoln = Pleitetag für Schalke“]

DFB kurbelt Fanartikelverkauf an

Mörtschendeising ist heutzutage eine wichtige Einnahmequelle. Da freut sich Schalke sicher über eine neue Idee. Wie wärs mit einem „Trikot – DFB-Version“?

Bei Einführung der Meistersterne 2004 hat die DFL entschieden, dass Fußball in Deutschland vor 1963 kein Wettbewerb mit stetig wiederkehrendem Stellenwert gewesen ist. Somit zählen diese Titel nicht, Sterne gibt’s nur für Meisterschaften ab 1963.

Der DFB war anderer Meinung, wollte auch Sterne für Meister der DDR-Oberliga und für die Meister vor ’63, konnte sich aber gegen die DFL nicht durchsetzten und beschloss am 25.04.2005, in den nächsten Wochen über Alternativ-Vorschläge für die im Amateurbereich spielenden Clubs zu beraten. Das Ergebnis wurde gestern veröffentlicht.

Demnach dürfen nun die im Verantwortungsbereich des DFB spielenden Vereine mit den entsprechenden Erfolgen ein(!) Sternchen auf ihr Trikot sticken, auf dessen Mitte durch eine Ziffer die Anzahl der Titel dargestellt wird.

Nun also auf ans Geldverdienen, Knappen:
Für die in der Oberliga spielende Mannschaft – gemeinhin Schalke II genannt – sollte es schon bald entsprechende Trikots geben. Und eben auch im Fanshop. Das fiesrote DFL-Emblem gehört selbstredend abgeknibbelt. Der Stern sollte weiß sein, vielleicht mit leichtem Blaustich; keinesfalls will der gemeine Schalkefan was gelbes auf dem Trikot sehen. Und schön mittig dann die fette 7, fertig ist das „Trikot – DFB-Version“.

Gut, für mich wär’ das nix. Aber irgendjemand kauft ja auch das „S04 Küchentuch Karo 2er-Pack“ und die „Schalke Eieruhr“ …

[via GeSc04, Jaku; Quellen: dfb.de, Wikipedia]

Hallo Herr Müller!

Nur noch zwei Tage, dann schließt das Transferfenster. Passiert da noch was?

„Im Fußball passieren Dinge manchmal über Nacht. Dann muss man reagieren.“

Ok, dann eben noch zwei Tage und anderthalb Nächte. Aber apropos Nacht: Heute nacht finden ja noch Qualifikationsspiele zur CL statt.

„Das ist völlig unabhängig davon, ob Werder die Qualifikation schafft.“

… aber Sie; aber Schalke würde …

„Für das Spiel heute Abend in Zagreb sage ich ganz klar: Wir drücken Bremen die Daumen, dass sie es schaffen!“

Ähem, ja … Hatte ich auch schon vermutet.
Sie sagten ja schon mal, dass sie ständig Spieler suchen, bei denen Position, sportliche Qualifikation und finanzielle Rahmenbedingungen stimmen. Und so einen haben Sie nun also gefunden?

„Die Chancen dafür stehen 50:50.“

Na entweder es passt oder es passt nicht?!

„Die Chancen dafür stehen 50:50“

Aber Herr Müller, so …

„ … aber ich gehe davon aus, dass unser Kader, der in der Qualität und in der Breite gut besetzt ist, so bestehen bleiben wird.“

Ahja. Eben.

[Hier die dazu passende, an Neuigkeit kaum zu unterbietende „News“]

Nix zu hören? Das dradio-Sportgespräch

Unter ‚Nix zu hören?!’ hatte ich mich ja schon mal dazu ausgelassen, dass es m.E. an ordentlichen Fußball-Podcasts fehlt; erst recht, seit es auch DieLigaShow nicht mehr gibt. Um so wichtiger es kund zu tun, wenn es was zu hören gibt.

Das „Sportgespräch“ des Deutschlandfunks wird als Podcast bereitgestellt. Oft genug ist es gar kein Gespräch sondern eine Reportage, es ist eine professionelle Radiosendung die nichts mit Audioblogging zu tun hat und es geht auch nicht immer um Fußball. Aber wenn doch, dann fand ich das bislang immer hörenswert.

Im aktuellen Feed sind vier Sendungen zum Thema Fußball abzurufen.

Begehrt oder verteufelt – Die Spielerberater
Norbert Pflippen, Bernd Cullmann, Gerd von Bruch oder der heute für Rogon tätige Wolfgang Fahrian kommen hier zu Wort und reden über ihre Tätigkeit und das Beziehungsdreick zwischen Club, Berater und Spieler. Nett, wenn Pflippen erklärt, dass er ein Zweittelefon braucht, weil er sich von Allofs nicht dadurch erwischen lassen will, dass er gerade im Aufzug steckt und Allofs eine italienische Unerreichbarkeitsansage zu hören bekommt, wenn er in Italien den Frings anbietet.

TSG Hoffenheim
„Ein Dorfverein macht mobil“ ist der Untertitel, und das Konzept zu erklären, das mehr ist als nur mit viel Geld gute Spieler zu kaufen, das ist das Ziel dieser Sendung. Milliardär Hopp hat Rangnick geholt, er hat den vom DFB nicht gewollten Bernhard Peters geholt, Geschäftsführer Jochen Rotthaus war zuvor beim VfB Stuttgart tätig. Rotthaus scheut sich nicht, von Kunden zu sprechen und gibt zu, dass das Generieren von Fans die wohl schwierigste Aufgabe werden wird.

Wolfgang Holzhäuser – Geschäftsführer Bayer 04 Leverkusen
Das einzige richtige Gespräch. Ich weiß wenig über Holzhäuser und Leverkusen ist mir mächtig egal, aber dieses Interview ist wirklich interessant. Keine Selbstdarstellung, wenig Werbung. Nüchterne Antworten die ein wenig Einblick gewähren, wie der tickt, wie vielleicht auch andere in seiner Position ticken, was man aber ob der ständigen Öffentlichkeitsarbeit nie mitbekommt. „Wir sind ein Nischenprodukt, ein Verein, der weder mit dem 1. FC Köln konkurrieren kann oder will, noch einer der mit Borussia Dortmund, Schalke 04 oder gar Borussia Mönchengladbach konkurrieren sollte. Wir sind ein anderes Produkt.“

Der Schuhkrieg – Sportartikelfirmen kämpfen um Märkte
Aktuell wie eh und je, auch wenn die Sendung schon am 17.06. veröffentlicht wurde. Nike’s Kampfpreis, der den Konkurrent nicht „zum Mitbieten animieren“, sondern „per se plattmachen“ sollte. Adidas’ Lobbyarbeit, die guten Verbindungen zum DFB seit Jahrzehnten, die bislang niemanden gestört hatten. Adidas’ Erstschlag durch den Reebok-Kauf und die gleichzeitige Übernahme deren NBA-Sponsorenvertrags. Außerdem Kloses Fußschmerzen, Bierhoffs Vermittlungen und Puma kommt auch noch drin vor …

Hier sind die Sendungen direkt abzurufen:
Begehrt oder verteufelt – Die Spielerberater
TSG Hoffenheim
Wolfgang Holzhäuser – Geschäftsführer Bayer 04 Leverkusen
Der Schuhkrieg – Sportartikelfirmen kämpfen um Märkte

Den Feed zum dradio-Sportgespräch gibt’s hier.

Schon schräg: Wenn Werder scheitert, gibt’s Extra-Kohle!

„Scheitert Werder [in der Champions-League-Qualifikation], profitieren Stuttgart und Schalke. […] Grund dafür ist das Prämiensystem der Uefa. Der Verband schüttet nicht nur Erfolgsprämien aus. Die 32 Teilnehmer dürfen sich auch auf Gelder aus dem sogenannten Markt-Pool freuen, dessen Höhe sich nach den TV-Einnahmen aus den einzelnen Ländern richtet. Dieser vermutlich wie im Vorjahr mit 35,2 Millionen Euro gefüllte deutsche Markt-Pool müsste bei einem Werder-Aus in Zagreb nur noch durch zwei statt drei Vereine geteilt werden.“

Bei drei deutschen Teilnehmern erhält Schalke 35% aus diesem Markt-Pool, scheidet Werder aus erhöht sich der Anteil auf 45%.

War mir nicht bewusst, dass das so ist, habe ich noch nie gehört. Und die Champions-League gibt’s ja schon ein paar Tage.

Da darf man bei irgendwelchen Interviews mit Horst Heldt oder Andreas Müller noch ein wenig genauer hinhören, wenn rund ums Werder-Spiel wieder von einem für die UEFA-Fünfjahreswertung notwendigen Erfolg die Rede sein wird.

[Die ganze Rechnung gibt’s bei welt.de]

Zu spät!

(Zum Spiel VfL Wolfsburg – FC Schalke 04)

Wenn eine Mannschaft ihren Stiefel runter spielt und gewinnt, dann hat sie die Ruhe bewahrt und auf ihre Chance gewartet. Wenn eine Mannschaft aus allen Lagen schießt und verliert, dann hat sie die Brechstange rausgeholt, uns meistens hat dann die Kreativität gefehlt. Auf Schalke traf das heute alles nicht zu, und am Ende gingen 2 Punkte verloren.

Es lag an Halbzeit 1, denn die war schlicht zu lethargisch. Natürlich hatte Schalke mehr vom Spiel und es gingen auch ein paar Schüsse in Richtung Jentzsch. Insgesamt lies Schalke das Spiel aber viel zu lange vor sich hinplätschern, bis Radu dann plötzlich fiel und es 1:0 für Wolfsburg stand.

Ob es ein Foul war? Ich denke nicht, aber wen schert das nun noch?! Effenberg sagte in der Halbzeitpause, man müsse ja nicht immer pfeifen, nur weil jemand fiele. Richtig. Aber es wird doch häufig so gehalten, und so auch diesmal.

Die zweite Halbzeit war ok. Sicher auch, weil Schalke ab der 51. Minute in Überzahl spielte, nachdem Josué mit Gelb-Rot vom Platz flog, nachdem Josué mit Gelb-Rot vom Platz flog, aber deshalb braucht Schalke ja nicht um Entschuldigung zu bitten. Das Spiel lief nurnoch auf ein Tor, Kuranyi prüfte Jentzsch vier- oder fünfmal, Rakitic zimmerte den Ball an die Unterlatte; aber der Knicker wollte nun mal nicht reingehen.

Aber im Fußball verdient man sich nichts, im Fußball macht man nur.
Und Marchelinho hätte es auch machen können, nachdem der überragend spielende Dejagah ihm den Ball einen Meter vor der Schalker Torlinie auf den Fuß spielte.
So aber machte der eingewechselte Halil Altintop in der 86. Minute den Ausgleich. Verdient und immerhin, aber zu spät für alle Schalker, die wir doch eigentlich gewinnen wollten.

Übrigens ersetzte Slomka den verletzten Kobiashvili durch Jones, wie von mir erhofft. Was durchaus aufging, Jones war agil, spielte ordentlich. Das rettete Schalke aber auch nicht.