Artikel im September 2007

Spieltag 1500! Und kaum einer gratuliert …

Gut, wenn man googlet findet man ein paar Portale die es bemerkten. Aber generell finde ich dieses Jubiläum zu wenig gewürdigt. Spieltag 8 war der 1500. Spieltag seit Bundesligabestehen. Dat is doch wat!

Das der Hamburger SV der einzige Verein ist, der an allen Spieltagen beteiligt war, kann nun jeder Überlebende des Dinogeblubbers in der vergangenen, beinahe-Abstiegs-Saison des HSV kombinieren. Bei Wielands gab’s gestern übrigens Holsten. Und selbstverständlich war es Zufall.

Hoch verdient und trotzdem knapp

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Hertha BSC Berlin)

Das ein Spiel oft unterschiedlich gesehen wird, hatte Stefan von blog-g.de erst vorgestern thematisiert. Mir wurde das heute früh wieder bewusst, als ich die Zeitung aufschlug und las, das Schalke auch in der zweiten Halbzeit das überlegene Team gewesen sei. Und als ich im Radio einen O-Ton von Mirko Slomka hörte der sagte, dass es kein schönes Spiel gewesen wäre.
Dabei war Schalke doch in den letzten 30 Minuten mit den Kräften völlig am Ende – und ich fand das Spiel großartig!

Meine Hoffnung auf die Dominanz des Schalker Mittelfelds hat sich erfüllt, jedenfalls in der ersten Halbzeit. Da spielte Schalke toll: Es lies Hertha kaum Raum für zwei Pässe, dem ballführenden Herthaner standen ständig zwei Schalke gegenüber. Viele Ballgewinne im Mittelfeld. Nach Ballgewinnen ein schnelles Umschalten auf Angriff. Hohes Tempo, keine Pausen. Ruhe brachte nur Berlins Torwart Drobny ins Spiel, der sich ab der 15. Minute bei Abschlägen immer mehr Zeit lies.

Was fehlte war der Abschluss. Wieder mal. Häufig wurde ein Spieler in aussichtsreiche Schussposition gebracht. Doch die folgenden Abschlüsse waren nicht mal knapp genug, als dass von vielen echten Chancen gesprochen werden könnte.
Konsequenterweise musste eine guten Schussposition alleine zum 1:0 herhalten, als Jones in eben einer solchen von den Beinen geholt wurde. Rafinha verwandelte sicher. Der „Held des Spiels“, wie kicker.de ihn heute morgen noch nannte, war er trotzdem nicht. Das war Jermaine Jones; und das hatte mit dem Elfer nichts zu tun.

Jones ist ein Spieler der Bälle erobert denen andere nicht mal hinterher schauen. Der, nachdem er abgegrätscht wurde, nachdem die Situation eigentlich vom Gegner bereinigt wurde, aus der Rutschbewegung heraus wieder aufsteht, den Ball zurückholt und die nächste Chance generiert. Eigentlich merkwürdig, aber so was ist in der Bundesliga nicht üblich. Jones machte das gestern 90 Minuten lang. In seinen bislang nur 8 Einsätzen für Schalke hat er sich selbst bei den kritischsten Fans größten Respekt erarbeitet.

In Halbzeit 2 kam Hertha dann zu mehr Spielanteilen. Nach einer Stunde baute Schalke immer mehr ab, ließen die Kräfte nach. Immer seltener konnte der Ball nach Eroberung konzentriert in die Spitze gespielt werden. Das Geschehen verlagerte sich mehr und mehr vor den Schalker Strafraum. Kraftlos anmutend, wankte Schalke mit der knappen 1:0 Führung im Rücken, dem erlösenden Schlusspfiff entgegen.
Zum Teil lag es an dem noch funktionierenden, ordentlichen Stellungsspiel der Königsblauen, dass Hertha trotzdem keine richtig guten Chancen mehr erhielt. Zum Teil lag es aber auch nur an der fehlenden Kreativität der Berliner, bei denen Trainer Favre in der Schlussphase Pantelic auswechselte. Ich war froh darüber.

Gut war es, was Schalke in der ersten Hälfte zeigte. Spannend war das Spiel in der zweiten. Ein Spiel ohne Pausen. Dazu noch die Punkte Sieben bis Neun in sieben Tagen. Ich fand’s toll! Egal was andere schreiben.

Schalke gegen Unbekannt

(Das immer schwerste Spiel: Hertha BSC Berlin)

Nachdem Schalke im letzten Heimspiel die Bayernjäger des fünften Spieltags beherrschte und die Bayern nun gegen die aktuellen Bayernjäger Bayer 04 spielen müssen, spielt Schalke heute gegen die Bayernjäger des 6. Spieltags: Hertha BSC Berlin.

Wo steht Hertha BSC? Ich glaube, dass ansonsten nur noch Borussia Dortmund die eigene Leistungsstärke ähnlich schlecht einzuschätzen weiß. Vor der Saison regierte scheinbar das Chaos in Berlin, etliche Spieler gingen, mit den Verpflichtungen klappte es nicht so recht. Es gingen Gerüchte um, der neue Trainer Favre hätte schon zurücktreten wollen.

Er blieb und gegen Frankfurt gab’s im ersten Spiel direkt was auf die Mütze. In den nächsten fünf Spielen folgten vier Siege, was Hertha zum Bayernjäger und in den Augen Rudi Brückners zu einem Team machte, dass Richtung Champions League zu beachten sei. Ob dieser das nach Herthas 1:3 Schlappe gegen Rostock immer noch so sieht, ist nicht überliefert.

Im letzten Spiel auf Schalke stand Hertha sehr tief und hoffte auf Konter. Die neue Hertha in dieser Saison versucht eher, selber das Spiel zu gestalten und stand meist von der ersten Spielminute an unter Dampf. Ich bin gespannt, ob sie sich das auch auf Schalke trauen.

Wie schon gegen Duisburg, setzte ich meine Hoffnung in das aktuell sehr starke Schalker Mittelfeld. Bajramovic und Jones funktionieren derzeit neben Ernst wirklich gut. Alle drei fördern auch das Spiel nach Vorne, wo sich Rakitic, Kuranyi und X austoben dürfen.

In den letzten sechs Spielen auf Schalke schoss Hertha kein Tor. Ich hoffe, dass das auch heute so bleibt. Dann reicht Schalke auch nur ein Treffer aus zig Chancen.

[Was beim letzten mal wa(h)r: „Erst horizontal, dann vertikal: Drei Punkte gegen Hertha BSC“]

Nur ma’ so

Kann sein dass ich da was verpasst habe, aber am letzten Spieltag gabs keine unsportliche Überhärten die eine rote Karte oder tagelange Diskussionen um nachträgliche Bestrafungen bedurft hätten; oder?!

Nachdem zuletzt spieltagelang der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, finde ich das erwähnenswert.

Mach mir den Hoeneß

Eine Aussage, die dem Hoeneß Uli gut stehen würde. Tatsächlich stammen diese Worte aber von Jan Rekers, Generaldirektor des PSV Eindhoven, nachdem der Verband seinen Club aus dem Pokal ausschloss, weil ein gesperrter Spieler eingesetzt wurde:

„Das war ein großer Fehler von uns. Da gibt es nichts zu beschönigen. Aber der Pokal ist ein schöner Wettbewerb, den wir gerne gewinnen würden. Und deshalb ist das letzte Wort darüber noch nicht gesprochen.“

Immer geiler

Noch sind nicht alle überzeugt. Philip schon. Und ich bin auch recht angetan.


Gästebuch bei jermaine-jones.de

Alles mitbekommen, nichts erfahren

Schalke in Champions League-Torwarttrikots. Wohl mehr Spielanteile gehabt. Abgezockter gewesen, haben nichts anbrennen lassen. Ein Abstauber von Halil. Ein fälschlicherweise nicht gegebenes Tor von Kuranyi. Die Erlösung durch Kuranyi, 15 Minuten vor Schluß. Wieder ’ne Menge Chancen ausgelassen. Bei einem Freistoß von Grlic Massel gehabt. Kuchlbauers „Alte Liebe“ schmeckt mir’n Tick zu flach.

Meine Eindrücke zum Spiel gegen den MSV. Mehr nicht. Mehr lässt eine Premiere-Konferenzschaltung nicht zu, mag die Leinwand auch noch so groß sein.