Artikel im Oktober 2007

Die goldene Ailton-Regel

Willst Du Ailton mache Tor muss Du Ailton lasse spielen.


(Stand 30.10.07)

Altes im Neuen

Slomka ist der „Übungsleiter“. Nicht die Fans oder Zuschauer hatten unter Fehlpässen zu leiden sondern die „Kunden“. Und dem Schalker Spiel fehlten durchdachte Pässe, weil – naklar: Weil Lincoln nicht mehr da ist.

Ohne die neue Internetpräsenz derwesten.de hätte ich vom Erguss des Herrn Leemreize (Westfalenpost) nichts mitbekommen. Da bedanke ich mich doch recht herzlich.

Bei ARD & ZDF sitzen Sie nichtmal in der letzten Reihe und mit dem Zweiten sieht man nur Bayern

Es wird ja viel über Pay-TV, Fernsehverträge und die bereits sehr hoch gesteigerte Kommerzialisierung der Bundesliga diskutiert und auch geschimpft. Tatsache ist, dass ich nahezu jedes Bundesligaspiel des FC Schalke 04 über 90 Minuten live verfolgen kann. Das kostet mich Geld, sicher. Bei Heimspielen zahle ich für die Eintrittskarten, bei Auswärtsspielen zahle ich in geeigneten Kneipen Bierpreise, die deutlich über den des Getränkemarktes an der Ecke liegen. Aber meine Fußballlust wird befriedigt, ich fühle mich als Fan, bin dabei.

Beim DFB Pokal fühle ich mich ohne Eintrittskarte ans andere Ende der Welt versetzt. Gestern und heute finden 16 Spiele des neben den Ligen interessantesten Turniers Deutschlands statt. Wichtige Spiele. Der leichteste Weg in den internationalen Wettbewerb. Im TV kommt ein Spiel, von den anderen bekommt man live quasi nichts mit!

Den GEZ-TV-Anstalten reicht jeweils das Bayernspiel. Die Radiowellen warben damit, dass der DFB-Pokal „nur im Radio“ live präsentiert werden würde und bedudelte mich dann mit „Baby Baby“ von Amy Grant, während in Gelsenkirchen die Verlängerung lief. Da schüttelt es einen, ob der Ignoranz der ARD, ob der Musik ebenso.

Was blieb war der Internet-Live-Ticker von sportal.de – kicker.de engagiert sich auch nicht im DFB-Pokal … es blieben aus 120 Minuten Schalker Pokalfight die folgenden 11 erbärmlichen Kurzmeldungen!


Live dabei: 120 Minuten Schalker Pokalfight

Bremen kann auf Karten pfeifen

Der Leistungsträger soll ausgerechnet zum Spitzenspiel wegen einer Gelbsperre nicht dabei sein? Vielleicht spielt unter der Woche ja noch die zweite Mannschaft. Aktuell hilft das im Ligabetrieb noch nicht weiter, aber der DFB ist der DFL mal wieder ein Stück weit voraus.

Per Mertesacker fing sich in der 1. Runde des DFB-Pokals eine Gelb-Rote Karte ein. Morgen spielt Werder in Runde 2 gegen Meiderich und Mertesacker wird mitspielen, denn einen Tag nach dem Platzverweis trat Werders zweite Mannschaft gegen Köln an und – der DFB fand es bemerkenswert – Mertesacker war nicht dabei! Zum abbüßen der Strafe reiche es völlig, dass der Verein in der Zwischenzeit ein Spiel bestreitet, findet der DFB, wie Herr sid berichtet.

Mit Einführung der neuen 3. Liga wird es auch im Bereich der DFL Vereine mit zwei Mannschaften geben. Für die Clubs, die ihre zweite Mannschaft dort positionieren können, böte diese Logik ungeahnte Möglichkeiten. (siehe 1. Kommentar)

Derzeit darf sich aber nur Werder Bremen freuen. Nicht nur wegen Mertesacker, auch die Chancen auf ein Weiterkommen der zweiten Mannschaft sind dadurch gestiegen. Die spielen heute gegen St. Pauli und dürfen in der zweiten Hälfte ruhig die Brechstange rausholen. Gelb-Rot? Schad’ ja nix. Morgen spielt der Verein doch schon wieder.

Nix Halbes, nix Ganzes

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Werder Bremen)

Letzte Saison hatte Schalke die vielleicht beste Defensive der Liga. Nun bleibt Schalke vorne gewohnt unzuverlässig, wird aber hinten immer anfälliger.

Die Sportschau fand es ein tolles Spiel. Für einen neutrale, eher unbeteiligten Zuschauer mag es das gewesen sein. Ich kann mich seit einigen Spielen nicht mehr entspannen und kann nichts tolles daran finden, wenn Schalke derart unstrukturiert, planlos spielt.

Auch gestern entstanden die besten Chancen wieder aus purem Zufall. Ein Pander-Freistoß aus 40 Meter der an den Pfosten segelte, nicht weil es geplant gewesen wäre, sondern weil niemand den Ball mehr berührte. Ein Benaheeigentor von Mertesacker. Eine Bogenlampe von Rakitic aus 30 Metern. Und selbst das Freistoßtor von Grossmüller war schlecht geschossen; solche Bälle hat man andere Torhüter schon stehenderweise fangen sehen.
Von Passkombinationen, davon, dass mal ein Stürmer steil hinter die Abwehr geschickt wird, oder simplen, meinetwegen biederen Doppelpässen, war auch gestern wieder nichts zu sehen.

In der Verteidigung hingegen sind zwei bis drei Blackouts mittlerweile die Regel. Entweder werden die aufgerückten Verteidiger dabei schlicht überlaufen oder die Innenverteidiger stehen schlecht. Marcelo Bordon hat gerade ein wirklich schwache Phase, weshalb er sich vermehrt mit Fouls behelfen muss und fast in jedem Spiel kurz vor einer Roten Karte steht.

Auch gestern hatte der Gegner seine erste Chance nachdem Westermann einen Diego-Lob passend auf Sanogos Fuß verlängerte. Beim Gegentor tauchten drei Bremer völlig frei vor Neuer auf. Und auch in der Schlussphase segelte der Ball quer durch den Schalker Strafraum, ohne dass einer der drei dazwischenstehenden Schalker in der Lage gewesen wäre, einzugreifen. Pures Glück, dass der völlig freie Sanogo nicht zum Bremer Sieg einschoss.

In Bremen mag es eine Tradition sein, es hinten nicht so genau zu nehmen und zu versuchen, vorne einfach ein Tor mehr zu erzielen. So lange Schalke im Sturm derart unproduktiv bleibt wie es das aktuell ist, wäre ich für eine stabile Defensive respektive einer gepflegten Langeweile in Schalkes Hintermannschaft äußerst dankbar. Die neutralen Zuschauer sind mir dabei scheißegal.

Ganz wichtige Heimspiele – Teil 1 von 3

(Das immer schwerste Spiel: Werder Bremen)

Schalke spielt in den nächsten 14 Tagen drei Heimspiele gegen Werder, Chelsea und Hamburg. Dies sind die direkten Gegner im Kampf um die eigenen Saisonziele, Platz 1-3 in der Bundesliga und das Überleben der Vorrunde in der Champions League.

Gegen Werder sah Schalke im letzten Jahr zweimal sehr gut aus. Der aktuellen Form nach sollte das heutige Spiel aber schwierig werden. Dummerweise hat sich nach Pander und Kobiashvili nun auch noch Rodriguez verletzt. Der kicker sieht den gerade aus dem Lazarett zurückgekehrten Krstajic auf der linken Position in der Viererkette. Ich werden versuchen woanders hinzuschauen, wenn Werder über rechts angreift.

Um mich zur Lage auf Schalke nicht zu wiederholen, lasse ich’s hier für heute mal gut sein. Ich möchte aber noch kurz dogfood zitieren, der noch einen anderen Grund für die derzeitige Situation benennt.

„Während Werder an den Verletzungsproblemen zu nagen hat und auf dem Weg zur Besserung zu sein scheint, hat Schalke einen kaum diskutierten Umbruch gemacht und tritt inzwischen mit einem jungen Mannschaftsgerüst auf: Pander 24 Jahre, Rafinha 22J., Westermann 24J, Neuer 21J, Rakitic und Özil 19J, Halil und Kuranyi 25J. […] Insofern ist es nicht verwunderlich das Schalke spielt wie es spielt: inkonstant, unerfahren, etwas kopflos. Das wird zum Problem, wenn die älteren Spieler es nicht auffangen können. Derzeit sind sie verletzt oder formschwach. Wegen den jungen Leuten wird sich am Schalker Spiel vermutlich über die ganze Saison nicht viel ändern. Das braucht einfach Zeit zum Reifen und keinen Präsident mit Knarre hinterm Rücken.“

Auch da ist sicher was dran, wenngleich ich hinter dem Rücken des Präsidenten eher Gläubiger denn eine Knarre vermute. Ma’kucken, vielleicht geht’s mir nach den nächsten drei Heimspielen ja besser …

[Was beim letzten mal wa(h)r: „Schalke mit System an die Tabellenspitze“]

Ein Vorab-Tipp

Falls sich jemand bei „Wer wird Millionär?“ (heute, 20.15, RTL) mitbeeilen möchte, hier ein Vorab-Tipp, auf das er vor seiner Frau / Freundin / seinen Kumpels nicht blöd dasteht:

Es ist Wolfsburg gemeint!
Gemein, wer soll sowas ahnen.