Artikel im Dezember 2007

Wir warten auf’s Christkind … immer noch!

Vielleicht liegt’s an mir. Vielleicht daran, dass ich gerne was gehaltvolles, auf Schalke 04 bezogenes bloggen würde. Vielleicht bin ich zu ungeduldig, vielleicht sollte ich cooler sein. Aber irgendwie ist das, was es aktuell zu Schalke zu lesen – oder auch eben nicht zu lesen gibt, ziemlich ernüchternd.

Ob Zé Roberto verpflichtet wird, ist weiter völlig offen. Ob er Schalke sofort verstärken würde auch. Er hätte bei seinem Aufenthalt in Gelsenkirchen den Eindruck gemacht, nicht ganz fit zu sein, sagt der Präsident. Wenn man bedenkt, wie wenig fit Großmüller bei seiner Verpflichtung war, wie lange es dauerte, bis er mal eine Halbzeit lang eingesetzt wurde, und dass das bei seinem Transfer kein Thema war, kann einem blümerant werden, wenn man sich überlegt, wie wenig fit Zé Roberto sein muss.

Ob Vicente Sánchez verpflichtet wird, ist noch fraglicher. Bisher hätte es nur lockere Gespräche gegeben, sagt der Präsident. Und überhaupt …

„ […] hat es nur Sinn, wenn er bis zum Trainingsauftakt, spätestens zu Beginn des Trainingslagers in der Türkei, bei der Mannschaft ist.“

Trainingsauftakt ist Freitag. Sonntag geht’s ins Trainingslager. Gibt es andere Kandidaten? Nein, sagt der Präsident. Und Manager Müller? Der weilt derzeit im Urlaub.

Na dann, guten Rutsch!

[via reviersport]

Sein oder Nichtsein?

Wenn einer Nationalspieler ist, ist er dann für immer ein Nationalspieler?

Wieso wechselt gerade der deutsche Nationalspieler Andreas Hinkel nach Glasgow, obwohl Hinkel zuletzt am 03.09.2005 mit dem Adler auf der Brust auf dem Platz stand?

Alkohol ist in deutschen Stadien grundsätzlich verboten

Damit hat der DFB-Vizepräsident Dr. Hans-Georg Moldenhauer vollkommen recht. So steht es in § 23, Absatz 1 der Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesspielen, die in diesem Bereich auch für die Lizensvereine gilt. In Absatz 2 steht allerdings, dass der Veranstalter in eigener Verantwortung Bier mit bis zu 5% Alkohol ausschenken darf. Und wir alle wissen, die Clubs tun das.

Ich vermute, dass Dr. Moldenhauer das auch weiß. Und trotzdem antwortete er mit diesem grundsätzlichen Verbot auf die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Alkohol und Gewalt im Fußball. Der einzigen nicht-trallala-Frage während seines Auftritts in der MDR Talkshow Riverboat (der letzten Sendung mit Evil Kiewel). Und fördert damit das Klischee von ahnungslosen Schreibtischfunktionär.

Der Auftritt des Dr. Moldenhauer ist hier nachzuhören (feed). Ab ca. 7:40 min geht’s um das Thema Alkohol im Stadion.

Aktion Rettet den KFC Uerdingen 05

Traditionsretter wollen den KFC vor der Insolvenz bewahren und dann von den Fans führen lassen

Der KFC Uerdingen 05 steht kurz vor dem Ruin. Und wie bei jeder Abwärtsstory eines ehemals namhaften Vereins gibt’s hundert Gründe und hunderte Fans, die es besser wussten, wissen, gemacht hätten, aber tatenlos zusahen. Nun hat sich die XING-Diskussionsgruppe „Fußballclubmanagement“ zur Aufgabe gemacht, den KFC vor der Insolvenz zu bewahren – und in eine bessere Zukunft zu führen.

Unter www.traditionsretter.de erklärt die Gruppe ihre Motive und das geplante Vorgehen. Dabei konnte sich der erste Schritt nicht ausgesucht werden: Um die Insolvenz abzuwenden, müssen bis zum 15. Januar ca. 150.000 Euro zusammenkommen!
Die Traditionsretter haben sich somit als erstes Ziel gesetzt, 1.000 Leute zu finden, die sich mit 100 Euro an der Rettung des KFC beteiligen.

Den dann noch fehlenden Teil des Geldes versucht der KFC durch zwei Freundschaftsspiele und der Aktion Krefeld wählt zu erwirtschaften. Am 19.01. findet ein Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen statt, am 22.01. wird der MSV Duisburg zu Gast sein. Da beide Termine nach dem Showdown mit dem Insolvenzverwalter liegen, sind mittlerweile alle Aktiven des KFC, von Ehrenamtlern bis zu den Spielern, bemüht, möglichst viele Tickets im Vorverkauf abzusetzen.

Wenn die Insolvenz abgewendet werden kann, beginnt die spannende Phase 2, der hauptsächliche Antrieb der Gruppe „Fußballclubmanagement“:
Die Umsetzung der Idee, dass ein Verein von seinen Fans demokratisch geführt werden kann.

Wer nun an Ebsfleet United und die Aktivitäten auf myfootballclub.co.uk denkt, liegt nicht ganz falsch. In Deutschland lässt sich ein Verein von Fans nicht übernehmen i.S.v. kaufen, aber die Gruppe ist davon überzeugt, dass es im Zeitalter des Internets möglich ist, die Mitglieder des Vereins aktiv an Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen, statt nur einmal im Jahr einen Vorstand zu bestellen, der den Club dann mehr oder weniger unkontrolliert führt.

Anfangs wurde in der Rheinischen Post von zwei getrennten Initiativen berichtet, den traditionellen, ticketverkaufenden Rettern, und einer Gruppe Geschäftsleute aus dem süddeutschen Raum. Das Klang fast nach Konkurrenz unter den Helfenden. Mittlerweile haben sich die Gruppen bekannt gemacht und erscheinen auf den verschiedenen Webseiten gemeinsam. Zudem hat Andreas Klausmann, einer der Initiatoren der Traditionsretter, im Forum des KFC den Fans die Hintergründe und Ziele der Gruppe erklärt.

Nun ziehen also alle an einem Strang. Was daraus wird, wird nach dem 15. Januar, und hoffentlich in einer ganzen Weile danach, auch hier zu lesen sein.

Unanswered Prayers

Keine Ahnung, wie viele Millionen Schalke im letzten Sommer wirklich für Steven Appiah bot. Häufig war von 4, zuletzt von 8 bis 10 zu lesen. Fenerbahce wollte ihn dafür nicht abgeben und Manager Müller wurde vielfach für diesen geplatzten Wechsel kritisiert. Heute kann man sagen, dass dieser Verlauf ein großes Glück für Schalke war.

Zum Zeitpunkt der Verhandlungen war Appiah verletzt und seine Genesung ging nur sehr schleppend voran. In der aktuellen Saison hat er in 8 Einsätzen insgesamt lediglich 270 Minuten auf dem Platz gestanden. Gerade zwei Spiele bestritt er über 90 Minuten. In seinem letzten Einsatz in diesem Jahr wurde er in der 87. Minute eingewechselt.
Ausserdem ist Appiah Kapitän der Ghanaischen Nationalmannschaft, und sollte er nach der Winterpause tatsächlich wieder ordentlich geradeaus laufen können, wird er sich Ende Januar vermutlich erstmal Richtung Heimat, zum Africa Cup 2008 verabschieden.

Nicht gerade derjenige, der Schalkes Hinrunde hätte retten können.

China braucht Energie

Chinesen sind viele, ständig lächelnd und schnell begeistert. So sieht das auch die DFL. Und Asien sei wichtig, sagt Herr Daubitzer, schließlich stünde man im Verdrängungswettbewerb um die internationalen TV-Märkte mit den Spaniern und Italienern.

Das Problem des Herrn Daubitzer ist, dass die großen Bundesligaclubs zwar immer dann gerne durch die Welt reisen, wenn sie für geeignete Startgelder zu Freundschaftsspielen eingeladen werden, sie aber wegen des engen Terminkalenders dringend eine Pause brauchen, wenn es um eine Werbetour zu Gunsten des zentral vermarkteten DFL-Fernsehrechte geht.

Also geht die DFL gezielt vor, sagt Herr Daubitzer. Da werden Jugendtrainings live übertragen – bei so vielen Asiaten wird das schon irgendjemand schauen. Und es werden Teams mit Bezug hingeschickt. Cottbus und Bielefeld hatten beispielsweise Zeit.

Cottbus hat schließlich einen Chinesen im Kader. Und den Piplica, den bunte Vogel, den mögen die Asiaten auch bestimmt!
Und Bielefeld? Die spielen dann eben gegen den FC Wuhan. Mit Wuhan hat Bielefeld eine Städtepartnerschaft, sagte die DFL dem Herrn sid. Das freut die Chinesen, wenn Freunde kommen!
Auch wenn das mit der Städtepartnerschaft in Bielefeld niemand zu wissen scheint.
Aber immerhin spielt Bielefeld ja auch in Blau.

Update:
Ich habe nochmal nachgehakt. Hätte ich zugegebenermaßen direkt machen können. Aber immerhin.
Herr Bertels vom Presseamt der Stadt Bielefeld hat meine Vermutung binnen Stunden bestätigt, trotz des zwischen den Jahren Seins:

„Es gibt keine offizielle Verbindung zwischen den beiden Städten. Es war ja auch kein Rathaus-Team in China, sondern unsere Profis von Arminia.“

Eben. Arminia Bielefeld hat in 2005 einen Vertrag über eine Kooperation mit dem FC Wuhan abgeschlossen und erste Kontakte zu zwei Erstligisten aus Peking hergestellt. Eine Städtepartnerschaft ist aber etwas völlig anderes.

Ja is’ denn heut’ scho’ Weihnachten?

Dieser Satz hat sich mir eingeprägt und ist bei mir, und im Kollegenkreis, zu einem geflügeltem Wort geworden. Und wenn man Weihnachten und Beckenbauer in die YouTube-Suche eingibt, gerät man an die Lebensgeschichte des deutschen Fußballmessis, die doch tatsächlich dem heutigen Datum entsprechend beginnt.

„In einem kleinen Stall in Giesing, in einer Krippe und in die Vereinsfarben gewickelt, kam Franz Beckenbauer zur Welt.“

Hier geht’s zu Teil 2