In der dicken Hose fehlt der Arsch

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Aufdiekackehauer. Meinetwegen sollte sich ein Manager des FC Schalke 04 meinungsfreudig geben und seine Meinung auch mit Nachdruck vertreten.

Manager Müller ist bislang eher durch moderate Töne aufgefallen. Nur im Fall Özil gab er sich plötzlich knochenhart. Eben ausgerechnet in der Kategorie ‚Umgang mit eigenen Spielern’, in der ich mir zwar einen klaren Weg, aber ebenso eine smarte Öffentlichkeitsarbeit wünschen würde. Plötzlich wurde die Bildzeitung zum Sprachrohr des FC Schalke, wurde gepoltert, was das Zeug hielt. Dass Özil nie mehr für Schalke spielen würde, dass er, sofern bis Ende Januar kein Transfer mehr gelänge, bis zum Sommer nurnoch trainieren würde, gab der Manager zu Protokoll.

Albern, wie ich finde. Mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Aber wenn, wenn es denn wirklich die dicke Hose sein soll, ja dann sollte der Manager auch sicherstellen, dass sich nicht am nächsten Sonntag ein anderer leitender Angestellter des Clubs vor eine Kamera setzt und töricht Sätze formuliert, die dem Focus Überschriften wie „Schalke knickt gegen Özil ein“ ermöglichen!

Hanebüchenes Schauspiel.



18 Kommentare zu “In der dicken Hose fehlt der Arsch”

  1. kurtspaeter sagt:

    Ich fand die Sätze von Slomka nicht töricht, ich finde es gut,daß sich jemand hinstellt und in dieser völlig absurden Szenerie das richtige ausspricht. Aus seiner eigenen Sicht natürlich. Schalke knickt also nicht ein, sondern bietet Özil die Möglichkeit, Entschuldigung zu sagen.
    Das der SID, denn der ist für den Focus-Text verantwortlich, daraus erneut polemische Scheisse macht ist der eigentliche Skandal an dieser Aussage.

  2. verschwender sagt:

    Es sind bekanntlich immer zwei Paar Schuh was man zur Bild sagt und was sie hinter her daraus macht. Und auch der Fokus kann im Artikel nicht die Erwartungen erfüllen, die er mit der Überschrift herauf beschwört.

    Selbst den langsamsten Fan sollte klar sein, daß nicht Mesut Özil für den Ärger sorgt, sondern seine Mentoren.

  3. Herr Wieland sagt:

    Ich fand es sehr auffällig, dass im Fall Özil nahezu jede Neuigkeit vorab von der Bild veröffentlicht wurde. Alles war immer dort zuerst zu lesen. Das ist kein Zufall. Zudem gaben Müller und Schnusenberg dort Interviews zum Thema, auf die sich dann andere Zeitungen bezogen.

    Mag sein dass die focus.de/sid Schlagzeile polemisch ist, und auch wenn Slomka mehr gesagt hat als nur diese Sätze: Das Slomka überhaupt einen Weg aufzeigt, nachdem sich Müller und Schnuseberg derart entschieden gaben, lässt den Club m.E. (nett ausgedrückt) sehr unprofessionell dastehen. Das hat nichts mit focus.de zu tun.

  4. Herr Wieland sagt:

    REPLY:
    PS @ Knut:

    Ich schrieb nicht von törichten Sätzen Slomkas, sondern davon, dass er töricht Sätze formuliert, also falsch gehandelt hat. Ein entscheidender Unterschied ;-)

  5. Dirk sagt:

    Die Frage ist, was tatsächlich hinter den Kulissen passiert ist. Den Umgang mit eigenen Spieler anzuprangern halte ich trotzdem für zweifelhaft, denn für mich gibt es keinen anderen Verein, der sich unter den für uns bekannten Umständen besser verhalten hätte. Es war nun mal so, dass Vertragsdetails an die Bild gelangt sind – über Herkunft darf man gerne spekulieren, auch wenn die Indizien nur eine Quelle übrig lassen. Zu dem wurde der sportliche Ehrgeiz von Mesut von seinen Vater übermäßig gesteuert. Die Frage darf berechtigt sein, wenn ich danach frage, welcher Verein nicht unglücklich ausgesehen hätte.
Aktuell wird versucht, dass nur so kleinste Detail besonders medienwirksam herauszuputzen. Aktuelles Beispiel ist besagter Focus Artikel, der meine Theorie untermauert. Slomka weiste ganz klar drauf hin, dass Özils einziger Weg zurück nach Schalke nur über einen klaren Tisch geht. Ein Sorry und die Bitte um einen Stift, damit der oft diskutierte Vertrag unterschrieben wird, reicht da sicherlich nicht. Die erwartenden Konsequenzen seitens Mesuts sehen da wesentlich schärfer aus – zum Beispiel: Bilden einer eigenen Meinung, Rausschmiss des aktuellen Spielerberaters und Hemmpillen für den falschen Ehrgeiz seines Vaters.
Natürlich darf gezweifelt werden, ob dies umsetzbar ist, jedoch sehe das so große Interesse von Europas großen Vereinen an Özil auch als sehr unwahrscheinlich an.
In dem ganzen Spiel darf man sich wohl nur auf die Fakten konzentrieren – und die werden am 31.01.2008 geschaffen.

    Gruß
Dirk

  6. Herr Wieland sagt:

    Ich denke sehrwohl, dass der Club anders hätte vorgehen können und müssen. Der Club – d.h. Schnusenberg, Müller und Slomka – hätte nicht unbedingt polarisieren, nicht unbedingt von „nie mehr für Schalke“ sprechen müssen. Sie hätten allesamt klarmachen können, dass es kein verbessertes Angebot gibt, und dass es an Özil ist, sich zu bewegen, oder den Vertrag eben auslaufen zu lassen. Es braucht m. E. so lange vor Vertragsende auch kein Ultimatum, denn wir sehen nun, dass die Situation mit Ultimatum keine andere ist, als wenn es keins gegeben hätte. Und nun komme mir bitte niemand mit „Planungssicherheit“.

    Vor allem aber, und das finde ich noch viel wichtiger, hätte der Club seinen Spieler – und das ist Özil nach wie vor – vor dem „Gierig“-Label, vor dem öffentlichen Anprangern des Boulevards verteidigen müssen!

    Irgendwo las ich mal, dass Müller was ähnliches sagte wie, dass Özil Profi sei, dass es um Geld ginge und dass er gegen diese Gierig-Darstellung sei. Aber das war doch sehr leise, so leise, dass sich das nichtmal mehr ergoogln lässt. Hier hätte es ein ideales Betätigungsfeld für den omnipräsenten Präsidenten gegeben. Stattdessen entstand bei mir der Eindruck, dass der Club eher der Bild noch das Feuer reichte, s.o..

  7. kurtspaeter sagt:

    REPLY:
    Das der Klub anders hätte vorgehen müssen, sowohl was ein Ultimatum zur Unterzeichnung als auch was die Aussage „spielt nie wieder…“ angeht, da sind wir uns einig.

    Wenn man Slomka gestern gehört hat und heute das (journalistisch absolut beschissene) Özil-Interview im Kicker liest, dann erfährt man aber, daß Geld im Prinzip nie ein Thema war. Sprich, Özil hat nichts nachgefordert. Wurde von Slomka öffentlich und sichtbar bestätigt.

    Bleibt weiterhin die Frage, was soll das ganze Theater? Slomka und Müller lassen in meinen Augen einen (kleinen) Blick aufs Innenleben (obs stimmt?) zu, indem sie von Vertrauensmißbrauch (Handschlagverlängerung ist das Stichwort) sprechen. Von einer solchen „Ehrenmannverlängerung“ kann man halten was man will, aber es ist wenigstens ein Ansatz.

    Özil dagegen gibt eine breite Angriffsfläche, weil er einfach nur von „Vertrauensmißbrauch“ spricht, diesen aber bis heute nicht benannt hat. Das Theater um die BamS-Vertragsveröffentlichung begann erst viel später, zu diesem Zeitpunkt rumorte es schon in den Foren und es gab schon Bild/Kicker-Artikel zum Thema Vertragsverlängerung Özil.

  8. verschwender sagt:

    hat zumindest Hannover Interesse an Özil. Waren da nicht mal internationale Spitzenclubs im Gespräch?

  9. verschwender sagt:

    REPLY:
    wurde von Özils Seite doch letzte Woche über die Hürriyet kommuniziert. Er hat nicht wie angeblich versprochen die 10 bekommen. Das läßt tief blicken, wie ich meine. Lächerlicher geht es kaum noch.

  10. kurtspaeter sagt:

    REPLY:
    Das es an der Nummer 10 liegt, dazu sagt Özil im Kicker-Interview wörtlich:
    „Zunächst muss ich klarstellen, dass die 17 meine Lieblingsnummer ist, nicht die 10. Und: Ich bin sogar mit Rakitic befreundet. Als er supendiert war, hielt ich demonstrativ Ivans Trikot in der Hand. Herr Müller hatte uns gesagt, dass er nach Lincolns Weggang keinen Spielmacher holen wird – was für mich aber nicht ausschlaggebend war.“

    Hört sich nicht nach dem Vertrauensbruch an, der solche Kreise ziehen sollte.

  11. verschwender sagt:

    REPLY:
    Mir scheint da wissen einige nicht mehr was sie eigentlich von sich geben. Wo bitte schön ist den dann der Vertrauensbruch. Doch zu wenig Knete? Keine Stammplatzgarantie? Ze Roberto?

  12. Herr Wieland sagt:

    REPLY:
    Das scheint mir schon lange so zu sein.

    Und zur Hürriyet fällt mir noch ein:
    Es sind bekanntlich immer zwei Paar Schuh was man zur Bild Hürriyet sagt und was sie hinter her daraus macht.
    ;-))

  13. verschwender sagt:

    REPLY:
    Immerhin handelte es sich aber scheinbar um ein offizielles Interview. Also ich glaube die Özils haben sich einfach nur verzockt. Wochenlang kein Statement zur Vertragsverlängerung und jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist plötzlich das Opfer spielen um zu retten, was noch an Reputation zu retten ist. Nein, daß erinnert mich einfach nur an einen Herrn Rost im ZDF Sportstudio. Ich weiß was, die waren alle böse zu mir, ich sage aber nicht was man mir angetan hat. Sorry, wo bleiben eigentlich die Super Angebote von den internationalen Spitzenclubs? Ich denke mal die dicke Hose ohne Arsch hat hier letztendlich nur das vermeintliche Opfer Özil. Manchmal sind Dinge einfach so wie sie sind.

  14. max sagt:

    REPLY:
    ‚Internationale Spitzenclubs‘ und ‚Mesut Özil‘ in einem Satz?

    Ich weiß, dass war nur ne Frage, möglicherweise ironisch dazu, aber erschrocken hab ich mich im ersten Moment doch ein wenig.

    Hui, Kinder, Kinder…

  15. hilti sagt:

    REPLY:
    HAZ sind neben Hanover auch Fenerbahce Istanbul und der VfB Stuttgart in der Verlosung. Und die im Artikel genannten Summen für Özil sind erstaunlich hoch.

  16. Herr Wieland sagt:

    REPLY:
    Ja diese Clubs wurden auch schon von anderen Portalen genannt. Zu Fenerbahce will Özil nicht, habe ich irgendwo gelesen. Bleiben 96 und der VfB.
    Besonders schräg wäre natürlich, wechselte er zu VfB und würde kommenden Sonntag als Neu-Stuttgarter auf Schalke antreten …

  17. hilti sagt:

    REPLY:
    habe ich wohl zu spät auf den zwei Tage alten Artikel verwiesen.
    Özils Absage hatte die HAZ schon vorher im Netz.

    Und statt des VfB nun Werder? Es bleiben noch vier Stunden…

  18. hilti sagt:

    REPLY:
    kaum schreib ich das, da werde ich schon wieder von der Wirklichkeit eingeholt. Der Wechsel ist perfekt und ein Vertrag bis 20011 ist unterschrieben.

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