Schlimmer geht’s nicht

Ich weiß gar nicht, ob ich vor dem gestrigen Tag bereits einmal ein Elfmeterschießen via Radio verfolgt habe. Ich glaube nicht. Und wenn’s irgendwie geht will ich das auch nicht noch mal haben.

Wie furchtbar. Du weißt wer nun anläuft und Du weißt, dass er das gerade tut. Du hörst aber den Kommentator reden, weißt, dass er nicht bereit sein wird, sofort, unmittelbar entweder „TOR“ oder „VORBEI“ oder „GEHALTEN“ zu rufen. Er faselt, dabei interessiert nicht die Art des Anlaufs, das kann er später berichten, auch wohin der Schuss geht ist zweitrangig. „TOR“ oder „VORBEI“ oder „GEHALTEN“ ist entscheidend, alles was man wissen will. Schnell. Unmittelbar.

Aber schnell genug ist es nie. Immer sind die im Hintergrund zu hörenden Zuschauer schneller, immer interpretiert man das Geräusch, bis der Kommentator endlich das Urteil gesprochen hat. Selbst wenn er sich beeilt. Selbst eine halbe Sekunde lässt Zeit für Interpretationen. Eine Erfahrung auf die sich verzichten lässt.

Dagegen ist ein TV-Elfmeterschießen, bei dem man häufig schon während des Schusses Bescheid weiß, geradezu progressive Muskelrelaxion.



2 Kommentare zu “Schlimmer geht’s nicht”

  1. Atomaffe sagt:

    Auch wenn ich den Ausgang eben jenes Elfmeterschießens sicherlich anders bewerte als du weiß ich genau was du meinst. Aber ist es nicht grade diese Spannung die dem Medium Radio seinen Reiz gibt?

  2. Herr Wieland sagt:

    REPLY:
    Generell schon. Aber das ist wie mit Kitzeln, das übertrieben auch eine Folter ist. Klar hatte das was.
    Aber nee … und wohl auch nichtmal, wenn die Blauen gewonnen hätten.

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