„Vielleicht brauchen wir auf Schalke mal einen Coach, der großes internationales Standing hat.“

Ja, vielleicht wäre das gut.

Ganz sicher gut für Schalke 04 wäre ein souveräner Präsident.

Einer, der damit umgehen kann, plötzlich als erster Mann eines von den Medien sehr beachteten Fußball-Clubs dazustehen. Einer, der versteht, dass die Journalisten zu sportlichen Themen nichts Kluges von ihm erwarten, dass sie nur auf was Druckbares hoffen. Einer, der sich bei Themen, bei denen er nicht auf dem aktuellen Stand ist, zurückhält, der nicht um des Sprechens willen spricht. Einer, der sich von dem augenscheinlichem Interesse an ihm nicht gebauchpinselt fühlt, der sich selbst nicht wichtig nimmt. Einer, der versteht, dass es um den Club geht.

Einer, der es nicht nötig hat, über die Öffentlichkeit Druck auf die eigenen Mitarbeiter auszuüben, weil er gut kommunizieren kann, den Mitarbeitern seine Erwartungen und Ziele längst deutlich gemacht hat. Einer, der Personalgespräche nicht per Zeitung sondern per Telefon ankündigt.

Einer, der klug genug ist, seinen Trainer nicht zu demontieren, wenn er ihn noch im Amt lassen will.
Einer, der seine Sätze nicht mit Vielleicht beginnt.



8 Kommentare zu “„Vielleicht brauchen wir auf Schalke mal einen Coach, der großes internationales Standing hat.“”

  1. dafeld sagt:

    Danke für diesen Kommentar. Ich sehe das genauso und weiß jetzt erst so richtig, was wir an Rehberg hatten.
    Und auch wenn ich Andy Müllers Äußerungen oft blutleer und floskelhaft finde: In diesem Fall schätze ich seine Professionalität. Dazu gehört nämlich auch, sich selbst soweit einschätzen zu können, dass man weiß, wann man besser nicht vor eine Kamera tritt.

  2. verschwender sagt:

    Schalke hat definitiv ein Kommunikationsproblem. Auf der einen Seite der Präsident, der mittels Zeitungsinterviews die Fans beruhigen möchte. Nach dem Motto Problem erkannt, wir arbeiten dran. Auf der anderen Seite der Trainer, der es nicht für nötig hält den Fans seine fragwürdigen Entscheidungen zu erklären. Beides empfinde ich mehr als befremdlich. Slomka hat es nicht geschafft sich rechtzeitig aus der Schußlinie zu bringen, jetzt hat er den Salat. Ein Präsident muß andere Mittel bemühen um Druck auf seinen Trainer auszuüben. Mich erninnert das an die unsägliche Watzke /van Marweijk Geschichte. Wie das Ausging wissen wir ja.

  3. Sören sagt:

    REPLY:
    .

  4. Herr Wieland sagt:

    @ Dafeld:

    „auch wenn ich Andy Müllers Äußerungen oft blutleer und floskelhaft finde: In diesem Fall schätze ich seine Professionalität“
    So sehe ich das auch. Wobei zur Professionalität auch gehört, an seiner Rhetorik zu arbeiten, wenn man derart oft öffentlich spricht. Aber das ist schonwieder ein anderes Thema.

    @ Verschwender:

    Da unterstellst du dem Präsidenten aber ein edles Motiv. Ich denke nicht, dass er irgendwas beruhigen wollte, eher im Gegenteil.
    Slomka halte ich eigentlich für einen recht offenen, kommunikativen Trainer. Und natürlich muss er nicht nach jedem Pfeifkonzert Rechenschaft ablegen, aber in diesem Fall hast Du wohl recht: Weil ihm unterstellt wird, er hätte Lövenkrands aus Trotz eingewechselt, weil die Fans Sánchez forderten, hätten ihm erklärende Worte selbst geholfen.

    „Mich erinnert das an die unsägliche Watzke /van Marweijk Geschichte“

    Herrje, dass hättest Du besser nicht geschrieben. Das merke ich mir jetzt. Ärgerlich.

  5. Omma Pritschikowski sagt:

    Wahre Worte, Herr Wieland!
    Das Gebaren des Herrn Josef S. ist nicht einmal mehr des Stumpen-Rudi-Vergleichs würdig.
    Ein derart offen zur Schau getragener Dilettantismus hat selbst auf Schalke Seltenheitswert. Man sollte es im Schlaf herunterbeten können, dass vor einer derart wichtigen Woche Attribute wie „Ruhe“ und „Rückendeckung“ durch nichts zu ersetzen sind. Statt dessen rotzt man in geistiger Umnachtung alles, was einem an Gehirnmüll grad so einfällt, ins nächstbeste Mikrophon.

    Da wird einem ein Herr Tönnies ja schon fast smpathisch – der schafft es wenigstens, mit dem Trainer ein vertrauliches Telefonat zu führen…

  6. verschwender sagt:

    REPLY:
    Schnusenberg spielt für mich doch nur den lieben Onkel der Slomkakritiker. Damit versucht er sich und den Vorstand in ein gutes Licht zu stellen. Dem wird ja gleichermaßen Unfähigkeit unterstellt. Edel wäre es wenn er sich gar nicht erst zu Wort gemeldet hätte und das Tagesgeschäft denen überließe, die dafür bezahlt werden. Wenn dem Trainer öffentlich ein Ultimatum gestellt wird, ist das Kind schon lange in den Brunnen gefallen. Wie soll es Slomka eigentlich jetzt noch schaffen auf Schalke jemals wieder ernst genommen zu werden. Und noch etwas, wenn man es schafft mit Schalke in ein Achtelfinale der Champions League zu kommen, im Hinspiel einen ehemaligen CL Gewinner besiegst und damit die Weichen für das Viertelfinale stellst, das ist doch schon internationales Standing. Es kann mir niemand erzählen, daß Slomka nicht spätestens jetzt bei seinen Kollegen im Ausland für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

  7. dafeld sagt:

    REPLY:
    Naja, rein rhetorisch könnte der gesamte Vorstand noch ein wenig am „internationalen standing“ arbeiten…da steht der Herr Slomka eigentlich am besten von allen da. Und vor allem: Wenn man nichts zu sagen hat: Einfach mal die Fresse halten.

  8. kurtspaeter sagt:

    REPLY:
    das Slomka den Fans seine Entscheidungen erklären muss.

    Watzke/van Marwejik? Oh je. Soweit kann ich glücklicherweise gar nicht denken.

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