Zweiter! Wenn sie jetzt noch guten Fußball …

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Hansa Rostock)

Was, wenn sie nun noch guten Fußball spielten? Was dann? Nein, in der Tabelle könnte es nicht besser aussehen, als es das zur Zeit tut. Schalke gewinnt, und das ist erst mal gut. Außerdem war das Spiel gegen Rostock, wenn es auch immer noch nicht schön, nicht toll, sondern ein Spiel der Art war, welche gemeinhin mit Arbeitssieg umschrieben werden, immerhin mal wieder anders: Schalke war nicht passiv, wartete nicht nur auf Fehler oder Chancen durch Standardsituationen. Schalke machte das Spiel und hatte eine Idee davon, wie es zum Erfolg kommen kann. Für einen Tabellenzweiten sollte das die Regel sein. Für Schalke im Jahr 2008 ist das erwähnenswert.

Endlich brachte der Trainer eine Mannschaft mit zwei Außenstürmern aufs Feld. Und die Aufstellung mit Streit und Sanchez auf den Flügeln funktionierte: Nicht dass diese Spieler überragen gespielt hätten, insbesondere in eins gegen eins Situationen blieb Albert Streit blass. Aber das die Flügel permanent besetzt waren tat dem Schalker Spiel gut, beendete dieses ewige Schlagen von Pässen aus dem Halbfeld in die Spitze, das man in den letzten Wochen so häufig ertragen musste.

Bester Schalke war Halil Altintop. Als hängender Stürmer hinter Larsen war er der Ballverteiler und hatte, wenn er sich etwas zurückfallen ließ, viele Freiheiten, da Rostock oft spät attackierte. Entsprechend häufig war er am Ball und fand auch selbst immerwieder zum Abschluß. Das er nicht auch als Geber von tödlichen Pässen auffiel, kann daran liegen, dass er das nicht drauf hat, eventuell lag es aber auch an Sören Larsen.

Ich wünsche Larsen, dass es nur an der fehlenden Spielpraxis liegt, aber was er gestern bot war wirklich keine Leistung, die es dem Trainer schwer machen könnte, ihn im nächsten Spiel wieder auf die Bank zu setzen. In diesem Spiel war er phänomenal unanspielbar: Er kam als Helfer auf den Flügel wenn in der nächsten Sekunde eine Flanke folgte, blieb in der Mitte, wenn sich die Angreifer auf den Flügeln mangels Unterstützung festrannten, oder stand im Abseits oder direkt hinter einem Rostocker, wenn mal ein Pass aus dem Mittelfeld hätte gespielt werden können. Mit unglücklich, lässt sich die Leistung wohl gut umschreiben.
Welches Problem Schalke da derzeit in der Sturmmitte hat wurde erneut deutlich, als der in der 60. Minuten eingewechselte Kuranyi bis Spielende gleich dreimal frei vor Rostocks Torwart Wächter stand, und dreimal kläglich scheiterte.

Viel schlimmer als die Einwechslung Kuranyis waren aber die beiden anderen Wechsel: Durch das Ersetzten von Sanchez und Streit durch Lövenkrands und Asamoah legte Trainer Mirko Slomka das Schalker Angriffsspiel völlig lahm.
Es ist dramatisch mitanzuschauen, dass Leistungsträger der letzten, immerhin auch einer Vizemeister-Saison, derart abgebaut haben, dass sie Schalke derzeit nicht mal in den letzten zwanzig Minuten einer solchen Partie helfen können. Lövenkrands spielte genauso unglücklich wie die ganze Saison und zimmerte seinen einzigen Torschuß erwartungsgemäß in den Oberrang, Gerald Asamoah war überhaupt nicht zu sehen.

Es ist schon eine schwierige Saison, in der sich auf Schalke vieles, fast alles neu finden muss. Angesichts dessen sollten sich vielleicht die hinter Schalke stehenden Konkurrenten mal fragen, welche Hoffnung ihnen denn bliebe, wenn Schalke nun auch noch guten Fußball spielen würde.



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