Warum Kahn keine Rote Karte bekam

Oliver Kahn hat seine Gegner angemacht und angerempelt, hat ihnen den Hals gequetscht, sie am Ohr gezogen, hat sie umgerissen, versucht zu beißen, ist mit gestrecktem Bein auf sie zugeflogen, hat ihnen seinen Finger in die Nase gesteckt. Und hat doch nie eine rote Karte sehen müssen.

Millionen von Fußballfans können das bis heute nicht verstehen, also versucht Herbert Fandel, Konzertpianist und dreimaliger Schiedsrichter des Jahres, einen Einblick in seine Psyche zu gewähren. Fazit: Er fühlt sich eins mit dem Kahn, ist wohl gar ein Schiedsrichter-Titan, kann sich also unheimlich gut in ihn reinfühlen und wählte halt deshalb einfach mal die kleinere Strafe …

„Auf dem Platz ist Herr Kahn sehr introvertiert, so dass man als Schiedsrichter kaum eine Verbindung zu ihm bekommt. Er ist sehr konzentriert auf seinen Job, man sieht das an seinem Blick, er wirkt sehr ruhig und in sich gekehrt, aber ebenso kann er emotional und aufbrausend sein – genau so bin ich auch. Deshalb kann ich ihn verstehen. Im Spiel gegen Schalke 2007 (Kahn riss Sören Larsen um) war das für mich so ein Grenzbereich, rot wäre da schon möglich gewesen, aber eben auch gelb, und deshalb habe ich die kleinere Strafe gewählt.“

Und ich dachte, er hatte Angst gebissen zu werden …

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