Mich wundert, dass man sich wundert

Der Stürmer kann nichts dafür, dass der Verteidiger, verletzt oder unverletzt, das Spielfeld hinter die Torauslinie verlässt.

Wieso um alles in der Welt sollte er durch einen Abseitspfiff dafür bestraft werden?



4 Kommentare zu “Mich wundert, dass man sich wundert”

  1. sohnvonsohnvonpeter sagt:

    Die Regel besagt ja, dass es kein Abseits ist, wenn sich ein Verteidiger hinter die Torauslinie begibt, um den Stürmer Abseits zu stellen. Soll dann sogar mit gelb geahndet werden.
    Aber bei diesem Fall ist Panucci nach dem Zusammenprall im Toraus liegen geblieben. Von einem „ins Tor aus begeben, um den Stürmer Abseits zu stellen“ kann also keine Rede sein.

    Hat meiner Meinung nach einen faden Beigeschmack, das Tor. Die Holländer konntens ja auch nicht so recht glauben.

  2. Dr. Death sagt:

    REPLY:
    http://de.fifa.com/mm/document.....f10567.pdf :

    S. 35

    „Regel 11 – Abseits
    Abseitsposition:


    Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball under der vorletzte Abwehrspieler.
    …“

    Das ist die Regel.

    http://www.dfb.de/fileadmin/As.....n07008.pdf :

    S. 71

    „Entscheidungen des International Football Association Board

    Zusatzbestimmungen und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter

    Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen
    Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen und verwarnt den verteidigenden Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat.
    …“

    Hier beginnt die Interpretation.

    „…um einen Gegner abseits zu stellen…“ impliziert für mich, dass der Stürmer Abseits ist, wenn der Verteidiger sich hinter der Torlinie befindet.

    Es stellen sich an dieser Stelle Fragen.
    War der Angreifer näher an der Torauslinie als der Vorletzte Verteidiger?
    Kann ich nicht genau beurteilen.

    Kann man ausserhalb des Spielfeldes überhaupt näher an der Torauslinie sein?
    Kann ich nicht beantworten. Für mich ganz klar: Nein.

    Lag ein Vergehen vor?
    Wenn es eine Abseitsposition war, dann offensichtlich ja, da der Angreifer ins Spiel eingreift. ( s. „Vergehen“ )

    In der ARD und den einschlägigen Online Medien wurde von einer existierenden Regel ( es kann sich hier eigentlich nur um eine Anweisung für die Schiedsrichter handeln ) gesprochen.
    Ich finde nix.

    Herr Wieland, hilf!

    PS. Meine Frau ist Niederländerin, es haben also die richtigen gewonnen ;-)
    Trotzdem war das für mich ein irreguläres Tor.

  3. Manfred sagt:

    Ich sags mal so: da Buffon seinen eigenen Spieler rausbefördert hat, griff die Regel per se. Hätte der niederländische Spieler seinen Gegner rausgefoult, wäre sicher auf (Stürmer)Foul entschieden und das Spiel unterbrochen worden.
    In dem Fall hatten die Italiener schlicht Pech. Erstaunlicher an der ganzen Situation finde ich, dass viel zu hoch bezahlte Profis die Regeln des Spiels anscheinend nicht kennen: selbst die Niederländer haben erst den Assicheck gemacht und dann gejubelt.

  4. Herr Wieland sagt:

    Also erstmal zu dieser Formulierung in der Regel: Die Regel 11 ist völlig klar, da sind wir uns wohl einig. Dann kommt die Zusatzregel mit dieser ominösen Formulierung „um einen Gegner Abseits zu stellen“. Diese Zusatzregel bezieht sich aber auf die Bestrafung mit Gelb, d.h. wenn absichtlich unsportlich gehandelt wird soll es Gelb geben. Eine Zusatzregel hebt eine Grundregel nicht aus (sonst wäre es ja keine Zusatz…).

    Aber gut, vielleicht sollte die Zusatzbestimmung nochmal neu formuliert werden. Sonst gibt es sich irgendwann noch jemand, der sich an den Worten „der Torlinie näher als“ stört. Theoretisch hätte der verletzte Italiener ja nur weit genug hinter das Tor gemusst …

    Ansonsten denke ich, dass die meisten Leute einfach falsch rum denken.

    Seit dem Vorfall denkt jeder aus der Sicht des Verteidigers. Warum? Der Verteidiger stand vorher nah am Tor, hob das Abseits auf. Dann liegt er, entweder vor, auf oder hinter der Linie, und hebt das Abseits auf. So what?

    Wie ich oben schrieb: Der Stürmer kann absolut nichts für das, was mit dem Verteidiger passiert. Würde ihm durch einen Pfiff sein Vorteil genommen, wäre das sehr unsportlich.

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