Aktion „Festgeldkonto statt Kreditabteilung“: Aufschwung mit alternativer Mathematik

Schalke könnte Schuldenfreiheit ausrufen. Herr Schnusenberg weiß das noch nicht, er kümmerte sich in der letzten Saison zu sehr um sportliche Dinge. Er sollte es sich von Hans-Joachim Watzke und Thomas Hennecke erklären lassen. Das würde an den Konten zwar nichts ändern, aber an der Sicht der Dinge. Und es würde eine positive Schlagzeile ergeben. Schadet ja nie, so was.

Das dachten sich wohl auch Watzke und Hennecke und haben ihre alternative Mathematik gestern am Beispiel Borussia Dortmunds klargemacht. Thomas Hennecke, Journalist, berichtete bei kicker.de darüber, dass die Borussia Dortmund GmbH & Co. KgaA, deren Geschäftführer Hans-Joachim Watzke ist, in einer Ad hoc-Mitteilung verkündet hätte, dass am 30. Juni 2008 noch 69,1 Millionen Euro zur Stadionfinanzierung ausstehen würden.

Außerdem, so ist zu lesen, erhielt die GmbH & Co. KgaA eine Kreditzusage über 20 Millionen Euro von einer Immobilienbank. Damit, und mit den 50 Millionen Euro, die die Borussia für den Verkauf der Vermarktungsrechte für die nächsten 12 Jahre an die Agentur Sportfive kassiert, tilgt Herr Watzke nun den bisherigen Kredit seiner Firma bei der US-Investmentbank Morgan Stanley.

69,1 Mio. fürs Stadion, plus 20 Mio. bei der Immobilienbank, plus die Selbstanleihe an elf Zwölftel des Geldes für die Vermarktung (45,8 Mio.), die Borussia in den nächsten 11 Jahren fehlen, ergibt bei Hennecke und Watzke: Schuldenfreiheit!

Würde Herr Schnusenberg deren Mathematik verstehen, Andreas Müller hätte längst auch Riise, Rat, Huntelaar, Engelaar, Mutu und Arshavin verpflichtet …



6 Kommentare zu “Aktion „Festgeldkonto statt Kreditabteilung“: Aufschwung mit alternativer Mathematik”

  1. verschwender sagt:

    und hat mich beim Frühstück auch zum Lachen gebracht. Wir sind praktisch schuldenfrei, nur noch 20 Mio bei denen und 60 Mio bei denen und die anderen XXX Mio haben wir wirklich gut versteckt.

  2. Stadtneurotiker sagt:

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    Daß sich Thomas Hennecke, der mit Freddi Röckenhaus vor einigen Jahren das Finanzgebaren des BVB aufgedröselt hat, dafür hergibt, verwundert mich ein wenig…

  3. Nick sagt:

    Das mit dem „schuldenfrei“ steht in dem Kicker-Artikel nur in der Überschrift und der Bildunterschrift, da kannst du nicht mal sicher sein, dass die der Hennecke geschrieben hat.

    Was sagt Hans-Joachim Watzke wirklich in dem Artikel: „Darüber hinaus [gemeint: die Stadionfinanzierung] sind wir im operativen Bereich komplett schuldenfrei.“ Und da durch den neuen Vermarktervertrag und den neuen Kredit der Kredit bei Morgan Stanley, der an Bedingungen geknüpft war (Gewinne mussten abgeführt werden), abgelöst werden kann, hat man jetzt im operativen Bereich Handlungsfreiheit, kann also Gewinne wieder investieren.

    Watzke behauptet nirgends, dass der Verein bzw. die KgaA keine Verbindlichkeiten mehr haben, die bedient werden müssen!

  4. verschwender sagt:

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    Ab dem 1. Juli ist der BVB schuldenfrei! Nur das Stadion ist noch mit ca 69 Mio Euro belastet. Und was ist mit dem neuem Kredit in Höhe von 20 Mio.? Die Quelle hätte ich nicht angegeben, wenn es kein Interview gewesen wäre;)

  5. Nick sagt:

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    Das war ein B++d-Interview. Da kannst du doch keine komplexen Zusammenhänge erklären ;-) . Die 69 Mio. hat er jedenfalls nicht verschwiegen.

  6. Frank sagt:

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    Ihr solltet den Artikel richtig lesen. Inklusive des neuen Kredits über 20 Millionen beträgt der Schuldenstand 69 Millionen.
    Die Zinsersparnis wiegt die Abgabe von Marketinganteilen an Sportfive deutlich auf.

    Schuldenfrei?
    Eintracht Frankfurt zahlt pro Jahr an die Stadt Frankfurt 6 Millionen Miete fürs Stadion.

    Bei 6 % Zinsen zahlt der BVB für den Stadionkredit 4,2 Millionen Zinsen. Um auf die gleiche Miete wie die Eintracht zu kommen blieben also noch 1,8 zur Tilgung.

    Aber wer seine Zuschauereinnahmen an Schächter abgibt kann ruhig den Aki kritisieren.

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