Der Quatsch mit den Ablösesummen

Vor der letzten Saison gab es in der Bildzeitung eine ganzseitige Balkengrafik. Die Höhe der Balken stellte die Höhe der gezahlten Ablösesummen der einzelnen Bundesligaclubs dar. Die Botschaft: So weit war der FC Bayern, dessen Balken bis zum oberen Seitenende ragte, der Konkurrenz enteilt. In diesem Jahr ist es der sid, der ähnlichen Blödsinn veröffentlicht. Wenn auch ohne Grafik.

Schon vor dem Bosman-Urteil waren solche Vergleiche grenzwertig. Seitdem sind sie völlig unbrauchbar. Mikael Forsell kam nach Hannover, Jens Lehmann nach Stuttgart und Borowski wechselte nach München. Alle ablösefrei, weil ihre Verträge ausliefen. Was ist Jungnationalspieler Patrik Helmes wohl wert, hat sich Leverkusen mit ihm nicht verstärkt? Was mag er, was mögen Borowski, Forsell oder Lehmann an Handgeld für ihre Unterschrift kassiert haben? Was verdienen sie, was immer, was nur bei Siegen, welche Prämien kassieren sie, wenn die Mannschaft ihr Saisonziel erreicht?

Und selbst die Summen, die als Ablösesummen aufgeführt sind fragwürdig. Zunächst mal werden sie ja von den Vereinen nur in den seltensten Fällen bestätigt. Außerdem macht es einen Unterschied, ob die Beträge erst in diesem oder im nächsten Geschäftsjahr bezahlt werden, ob bei Erfolgen Nachschläge fällig werden oder ob bei einem Weiterverkauf des Spielers der vorherige Verein an der Ablösesumme beteiligt werden muss.

Verkäufe und Abwerbungen im Profisport sind so kreativ und vielfältig wie die Manager und Spielerberater, die sie einfädeln. Die plumpe Addition von irgendwo publizierten Beträgen mag Leute befriedigen die es einfach mögen. Eine Aussagekraft haben sie nicht.



2 Kommentare zu “Der Quatsch mit den Ablösesummen”

  1. Poschy sagt:

    recht so!

  2. k11n sagt:

    Gut geschrieben.

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