Schranke im Kopf

Wenn ich mich konzentriere fällt mir ein, dass Schalke kommenden Samstag gegen den VfL Bochum spielt. Darauf freue ich mich sogar noch ein bisschen mehr als sonst, weil ich seit langer Zeit mal wieder ein Spiel gemeinsam mit Freundin Kerstin – die, die einem immer den Arm blau haut – erleben werde. Gefühlt ist es aber noch ein Ewigkeit bis dahin.

Dinge die einen sehr beschäftigen lassen keine Gedanke an ein danach zu. Überhaupt bin ich so ein ein-Ziel-Verfolger, ich schließe gerne ab bevor ich neu beginne. Wer das negativ sehen will wirft mir vor, dass ich nicht Multi-Tasking-fähig sei. Klugscheißer der ich bin erkläre ich dann, dass es Multi-Tasking beim Menschen nicht gibt, dass der Kopf immer nur an eine Sache gleichzeitig denken kann. Und denke ich an Fußball ist alles heute, alles ist Madrid.

1:0! Nur 1:0. Zu Null! Ein Tor machen, irgendwie. Dicht halten, mit aller Kraft.

Hoffentlich wird es kein Spiel wie in Valencia, wo Schalke jedes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermissen lies. Gerne sähe ich eine Schalker Mannschaft, die das Mittelfeld kontrolliert, die den Ball vom eigenen Strafraum weghält und selbst zu Chancen kommt. Aber wer wünschte sich das nicht …
Atlético redet sich derweil stark. Seit einer Woche vergeht kein Tag, an dem nicht ein Spieler der Madrilenen in einem Interview die absolute Gewissheit formuliert, Schalke aus dem Wettbewerb zu schmeißen. Ideal für Atlético, zu diesem Spiel mit Sergio Aguero einen Heilsbringer präsentieren zu können, dessen Image durch die Niederlage in Gelsenkirchen nicht besudelt wurde, der vielmehr als Champion von den Olympischen Spielen zurückkehrte.

Aber hey, Schalke wird sich den Respekt erarbeiten, und Schalke führt. Schalke wird sich nicht hinten reinstellen, es wird zu Chancen kommen, und bestimmt irgendwann auch mal zu einem Freistoß aus aussichtsreicher Position. Und dann werden plötzlich nicht mehr so selbstsichere Gesichter über den rotgestreiften Trikots zu sehen sein, wenn sich Christian Pander den Ball zurechtlegt.

Ich glaube dran. Glückauf ihr Knappen!

[Foto: Héctor Sánchez]



11 Kommentare zu “Schranke im Kopf”

  1. soeren onez sagt:

    Ich drücke euch rege die Daumen, es wäre wirklich schade Schalke nicht in der Königsklasse zu sehen. Blöd nur, dass Engelaar immer noch verletzt ist und so ein wirklich guter Sechser fehlt, der sicher heute gebraucht werden wird.

  2. Los Holstos sagt:

    Hab mich heute morgen schon scheckig gelacht, als ich mir den SportBild-Podcast bei iTunes gezogen hab und Stefan Effenberg erst über die geringen Chancen von Schalke gefaselt hat, da das 1:0 zu wenig ist, dann aber mit den Worten schloss, dass Atlético doch nicht so stark ist… das bestätigt nur meine Meinung: Ein enges Ding zwischen zwei Vereinen auf Augenhöhe.

    Der Vorteil von Schalke sollte sein, dass ihr schon zwei Ligaspiele in den Beinen habt, während Madrid erst vor dem Saisonstart steht und noch kein Pflichtspiel (außer das Hinspiel) absolvieren musste. Die Wettkampfpraxis könnte den Ausschlag geben.

    Wenn S04 sich anfangs nicht hinten rein stellt, sondern gleich zu Beginn attackiert, könnte es reichen… ich drück die Daumen!

    @Sören: Vielleicht steht Jones schon in der ersten Elf, dann hätte sich das Problem gelöst

  3. Kai sagt:

    Entweder 1:0 gewinnen oder
    1:1 unentschieden oder
    1:2 verlieren …
    diese drei Varianten sind erlaubt und sichern ein Weiterkommen. Alles andere ist verboten! Ist aber machbar!

    Glückauf!

  4. murdock sagt:

    @Kai:

    Aus meiner Sicht ist ein klassisches 0:4 durchaus auch erlaubt!

  5. Torsten Wieland sagt:

    Noch 90 Minuten.
    Langsam wirds spannend.

  6. Kai sagt:

    jau es kribbelt schon…

  7. Torsten Wieland sagt:

    Um 20 Uhr 13 und 16 Sekunden sind es noch 1904 Sekunden bis zum Anpfiff …

    PIEP

  8. Kai sagt:

    Halbzeit und 0:1, ohohoh, es sieht momentan nicht gut aus. Aber ich bin Optimist. Rutten findet die richtigen Worte. Die kommen aus der Halbzeit wie die Stiere. Die fegen die Spanickel weg. Ja, das machen die. Wetten? Nein – nicht wetten! Beten! 1904 Sekunden vor dem Abpfiff kommt der Ausgleich! … …

  9. e. Call sagt:

    Schalke sind keine Knappen mehr!

    Schalke = GASPROM !

    Hallo,

    es tut mir leid – wirklich sehr leid, was aus Schalke geworden ist!

    Aber wer einen Hauptsponsor Namens „Gasprom“ hat, der ist einfach auf der Strasse der Unsympathischen! Schade!

    Ich kenne Niemanden außerhalb von Gelsenkirchen, der ausgerechnet einer Gasprom-Mannschaft eine deutsche Meisterschaft oder die Teilnahme in der Champions-League auch nur im Ansatz wünscht!

    Gasprom steht für das schlimmste Gesicht der neuen Rücksichtslos-Kapitalisten! Und wir dachten immer, dass Schalke dort nicht hin gehört.

    Viele Grüße
    er.call

  10. Torsten Wieland sagt:

    Danke für Deinen Beitrag. Wäre schön, wenn Du es das nächste Mal bei einem belässt. Auch einen kriegt man, kriege ich hier schon zu lesen.

    Du hast vermutlich recht: Ich kenne auch niemanden, der „ausgerechnet einer Gazprom-Mannschaft“ eine deutsche Meisterschaft wünscht. Nichtmal in Gelsenkirchen. Ich kenne aber deutschlandweit Menschen, die das dem FC Schalke 04 gönnen.

    Ich bin ein durchaus politischer Mensch, und ich freue mich nicht darüber, dass ausgerechnet diese Firma der Hauptsponsor meines Clubs ist. Gerne sähe ich den Schriftzug einer grundsympatischen Organisation auf den Trikots der Königsblauen. Noch lieber wäre mir, wenn es ein exzessives Hauptsponsoring, wie es heute Gang und Gäbe ist, und das ja viel penetranter als nur durch einen Trikotschriftzug daherkommt, gar nicht bräuchte. Aber dem ist nun mal nicht so.

    Schalke „ist“ soviel Gazprom wie es zuvor mal RH Alu Felgen war, wie die Eintracht Fraport und die Borussia die Degussa ist. Levan Kobiashvili sagt, er spiele für einen Verein, nicht für einen Sponsor. Ich halte zu diesem Verein, nicht zu einem Sponsor. Wer mich dessen beschimpfen will, soll diese tun. Wer aber die Moralkeule schwingt, sollte tunlichst aufpassen sich nicht selbst von den Füßen zu reißen.

  11. Los Holstos sagt:

    Ich weiß nicht, was die ganze Aufregung jetzt soll. Vor drei Wochen war es ziemlich egal, dass Gasprom Schalke sponsort, jetzt wird alles wieder hochgehypt. Wenn sich die Wogen in Osteuropa geglättet haben, ist es auch wieder egal, welcher Schriftzug auf der Brust prangert.

    Am Ende sollte es für den Verein wichtig sein, das lukrativste Angebot zu erhalten, um konkurrenzfähig zu sein…

    Es regt sich doch auch niemand auf, dass Mannschaften Werbung für fettige Chips oder Alkohol macht…

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