Ein Spiel, 1904 Sichtweisen. Mindestens. Ein paar davon habe ich hier zusammengetragen. Zum hier an- und dort weiterlesen. Vielleicht meinungsbildend, vielleicht als Diskussionsgrundlage. Stoff für spannenden Gespräche in Bus und Bahn, am Arbeitsplatz oder um die Frau beim Frühstück damit zu nerven. (weiterlesen…)
Artikel im August 2008
So sieht der Pott aus!
Gut, in der Regel vielleicht ein wenig gerader. Das hat was mit der Intensität der Liebe zu ihm zu tun. Das generelle Aussehen hat aber vor allem mit dem Material zu tun.
Laut Wikipedia ist der DFB-Pokal mit zwölf Turmalinen, zwölf Bergkristallen und achtzehn Nephriten dekoriert. Kernstück ist das aus grünem Nephrit geformte DFB-Emblem.
Was aber bitte war das blaue Dings, das auf dem Pott prangte, mit dem die ARD während der Auslosung einen freien Blick verhinderte? Passt die ARD mitterweile sogar Trophäen ihrem Studiodesign an? Oder ist das etwa schon die Schalke-Version des Siegerpokals 2009?
Zu viele Fragen zum Wochenendausklang …
[Foto: Produnis]
Gutes Gefühl trotz scheiß Sicht
Mit tippen habe ich es nicht so, dass lasse ich in Zukunft lieber. Mesut Özil hat gut gespielt. Wie Rakitic war kann ich schon nicht mehr beurteilen. Ich habe unter der Premiere-Konferenz leiden müssen.
Drei bis viermal pro Halbzeit 2 Minuten, da weiß man kaum was über das Spiel, und Zusammenfassungen traue ich eh nicht. Die nachhaltigste Szene, bei der Premiere zufällig live dabei war, war ein übles Foul an Westermann, das es nicht in die „Bundesliga Live“-Zusammenfassung des DSF geschafft hat. Wer sich die Konferenzschaltung vorsetzlich anschaut kann niemand sein, der wirklich mit einer beteiligten Mannschaft mitfiebert. Oder er ist Masochist.
Mit dem Ergebnis bin ich jedefalls zufrieden. Ein Punkt in Bremen ist ok, zumal wenn die Mannschaft zuvor in Rückstand lag. Dem Anschein nach hat sie auch in Bremen versucht zu agieren. Und es schwingt immer dieses Gefühl mit, dass da was wächst, dass Fred Rutten noch lange nicht fertig ist. Dass sich Schalke noch verbessern wird, spielerisch und taktisch, durch das Zurückkommen der derzeit fehlenden Spieler sowieso. Ein gutes Gefühl.
Schalke gegen seinen vorletzten Ungezogenen
Schalke brauche keine Spieler, die sich nicht klar zum Verein bekennen, sagte Manger Müller im Januar. Heute spielt der talentierte „Winterpausen-Olympionike“ im Bremener Mittelfeld gegen die Königsblauen.
Der Unterschied zwischen den Schalker Streitfällen Rafinha und Özil ist, dass Schalke Rafinha braucht. Rafinha ist einer der besten Aussenverteidiger überhaupt, Mesut Özil war für Schalke nur ein schwieriges Talent. Dessen konnte man sich recht sorglos entledigen, weil man mit Ivan Rakitic einen ähnlich jungen Mittelfeldspieler im Kader, und mit Levan Kenia einen noch jüngeren in der Warteschleife hatte.
Mesut Özil fühlte sich auf Schalke nicht respektiert. Ob das was mit dem Verdienst zu tun hat weiß ich nicht, man hörte schon desöfteren, dass Profis Respekt am Kontostand ablesen. Ob er in Bremen mehr verdient weiß ich auch nicht. Mehr gespielt hat er in Bremen seit seinem Wechsel jedenfalls nicht.
14 mal kam er für Werder zum Einsatz, spielte viermal durch, wurde siebenmal ein- und dreimal ausgewechselt. Insgesamt stand er in dieser Zeit 690 Spielminuten auf dem Platz. Für Schalke 04 spielte Özil in der letzten Hinrunde in 15 Pflichtspielen insgesamt 814 Minuten. Dreimal ging es über die volle Spielzeit, je sechmal wurde er ein- oder ausgewechselt. Gegenübergestellt macht das keinen nenneswerten Unterschied.
In Bremen ist er nun derjenige, auf den Bremen setzt, wenn Diego nicht da ist. Auf Schalke war er nicht das alleinige Top-Talent, dafür hatte Schalke aber keinen Diego. Das heute könnte sein Spiel werden. Die Augen sind auf ihn gerichtet, kein Diego weit und breit. Man wird sehen, was er daraus macht. Ich tippe darauf, dass ihm Rakitic die Show stiehlt.
Über König Fußball im Allgemeinen und Königsblau im Besonderen
… habe ich bisher unter „Drei Ecken, ein Elfer“ geschrieben. Womit die ersten Frage eigentlich schon beantwortet ist.
Was bleibt?
Der Inhalt. Fußball eben. Nicht nur Schalke. Wenngleich ich auch die Idee eines reinen Schalke-Blogs gut finde. Aber ich weiß, dass ich das – zumindest in der Form, wie ich es mir vorstellen würde – nicht leisten kann. Ich schreibe alleine. Und obwohl ich schon Glück mit meinem Verein habe, es gibt schließlich wesentlich langweiligere Vereine, ist es sehr schwer, täglich was Vernünftiges in die Tasten zu bekommen. Man sieht es bei den Jungs von der Bildzeitung, die jeden Tag was zu Schalke 04 schreiben müssen. Die schaffen es auch nicht.
Das breitere Themenfeld macht mir mehr Spaß. Ich will weiter über selbstgefällige Bremer und großkopferte Münchener lästern, mich weiter über den Unterschied zwischen dem Sein und dem Schein des Herrn Löw auslassen, werde weiter das „Projekt Hoffenheim“ bedauern, Herrn Watzke doof finden, meine Podcast-Tipps und Statistiken unter die Leute bringen und erfolglos versuchen, Schalker Glückseeligkeit herbeizuschreiben.
Was ändert sich?
Zunächst natürlich das Offensichtliche, die URL, das Design. Hier ist mehr Komfort möglich, Kommentarkorrektur, Mailbenachrichtigung, eine tatsächlich funktionierende Suchfunktion, kein Captcha.
Ich werde auf Kategorien verzichten und mich stattdessen um ein ‚ordentliches’ Tagging bemühen. Die Argumente dafür hat Dülp bereits mal aufgeführt, vor allem Schwierigkeiten beim Kategorisieren von Beiträgen bringen mich zu dieser Änderung. Bei „Drei Ecken, ein Elfer“ war „Gedöns“ die Kategorie mit den meisten Beträgen. Ursprünglich wollte ich dort Internet-Fundstücke einordnen, allmählich wurde aber eine Sonstiges-Kategorie daraus.
Hier soll es kein Sonstiges mehr geben. Stattdessen will ich durch passende Tags (lasst sie uns „Stichwörter“ nennen) eine klarere Navigation ermöglichen. Ob mir das gelingt wird man sehen.
Dieses Blog ist target=”_blank”-frei. Im alten Blog pappte dieses Attribut an jedem Link. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass sowas albern ist, dass man dem Leser seine Navigation selbst überlassen sollte.
Achja, und die eingebaute Anrede im Blogger-Namen habe ich auch abgelegt. „Herr Wieland“ war ein Überbleibsel aus alten Forum-Zeiten, ein Benutzername, der zum einen für eine gewisse Wiedererkennung sorgte, zum anderen aber eben doch mein richtiger Name ist. Mitterweile sind mir Foren unwichtiger geworden und in den Blogs, in denen ich regelmäßig lese und kommentiere, kennt man mich mitterweile auch mit Vornamen.
Und sonst?
Um Dir, dem Leser, den Umstieg zu vereinfachen, habe ich die Beiträge seit dem 01.08. mit samt der Kommentare übernommen. Ansonsten freue ich mich über das Mehr an Möglichkeiten, das ich hier habe. Die flexibleren Sidebars, die Möglichkeit statische Seiten zu erstellen. Mal sehen, was mir dazu noch so einfällt.
Und vor allem bin ich froh, dass es hier nun endlich losgeht. Das alte Blog noch weiterzuführen und parallel am neuen zu werkeln, das war ein bisschen mehr als Spaß macht.
Vielen Dank allen Mitbloggern, die mir in der Planungsphase die eine oder andere Frage beantwortet haben. Feedbacks und Anregungen aller Art sind sehr willkommen. Im nächsten Beitrag geht’s wieder um Fußball.
Hilf Dir selbst, Ailton
Nein, ich weiß auch nicht mehr. Ich kenne ihn auch nicht näher, kenne auch nur all die Schlagzeilen über Aílton Gonçalves da Silva. Die Ailton musse mache Tor-Sprüche, das Bild vom Torhamster.
Und dann ist da noch die Geschichte, die Christoph Biermann in seinem Buch ‚Wie ich einmal vergaß, Schalke zu hassen’ erzählt. Er sollte ein Interview mit dem Stürmer führen, und es graute ihm davor. Ihm schien es unmöglich, genug kluge Sachen über Fußball aus Ailton herauszupressen, um die geforderten Zeilen zu füllen.
Und dann ließ er ihn über Brasilien reden. Und Ailton erzählte vom Rodeo, wie man einen Kuhschwanz zu packen hat, und von Heimweh, wie ihn seine Mutter wieder zu dem Profis schickte, nachdem er nach zwei Tagen nach Hause gekommen war. Biermann entdeckte den Unterschied zwischen dem von ihm als Dummkopf eingestuften Profi und Aílton Gonçalves da Silva.
Immer mehr vergaß er, während er so sprach, seine übliche Aufführung „Fußballstar Ailton“. Denn nicht nur sein Stummel-Deutsch lässt ihn sonst so beschränkt erscheinen, mehr noch sind es seine abgeschauten Posen eines coolen Stars. Vielleicht glaubt Ailton, dass er auf diese Weise die Erwartungen des Publikums bedient, vielleicht sind es aber auch nur seine eigenen.
Nun aber, einen Moment lang selbstvergessen, erkannte man den netten Kerl, weshalb ich Ailton, wenn er mal wieder irgendwo seine schlechte Aufführung vom Fußballstar Ailton macht, im Geiste die Kuh am Schwanz ziehen lasse.
Ich weiß nicht, ob er das Geld so nötig hat oder weshalb es ihn treibt, weiterzuspielen. Ich wünsche ihm Glück, habe das schon bei seinem Engagement in Duisburg getan, wohin er aber wohl nicht geholt wurde weil der Trainer ihn wollte, sondern weil sich der Präsident gerne mit Größen des Sports ablichten lässt. Ich hoffe Ailton schafft bald den Absprung. Und dass es endlich aufhört, unwürdig zu sein.
Lesen:
‚Wie ich einmal vergaß, Schalke zu hassen’ von Ch. Biermann
Die Einschläge rücken näher
Schalke: Das sind die, die sich alle verletzen.
War ich Sonntag noch frohen Mutes, weil ich Fred Rutten als wichtigsten Neuzugang ausgemacht habe und sich dieser bester Gesundheit erfreut, mache ich mir mittlerweile Sorgen.
Das Verletzungspech ist bereits auf der Bank angekommen. Schulterblessuren sind gerade in Mode.






