Nein, ein „Fan“ bin ich nicht. Da aber heutzutage alle, die überhaupt hinschauen, pauschal als „Fans“ bezeichnet werden, braucht es vielleicht doch eine gewisse Offenheit, um mein Verhältnis zu der Auswahlmannschaft des DFB, die gemeinhin gerne als „Nationalmannschaft“ bezeichnet wird, darzustellen.
Ich bin ein Eventfan. Immer dabei wenn Remmidemmi ist, ein Mitjubler. Auch ein Mitfeierer, und ein Mitgucker, den Sommermärchen-Film sah ich dereinst im Kino. EM oder WM schaut man sich heutzutage ja nicht mehr alleine an, „Public Viewing“, Grillparty, überfüllte Kneipe, alles meins. Und das Fähnchen klemmt am Auto.
Ich bin aber auch der erste, der das Fähnchen wieder abmacht. Freundschaftsspiele interessieren mich nicht die Bohne, und selbst in einer Qualifikation zu einem großen Turnier muss es schon Spitz auf Knopf stehen, damit ich vorsätzlich meine Abendaktivitäten der Anstoßzeit anpasse. Dass sich jemand „Fan der Nationalmannschaft“ nennt, das jemand in den „Coca-Cola-Fan Club Nationalmannschaft“ eintritt erscheint mir so befremdlich wie Dreißigjährige, die aus freien Stücken beim Musikantenstadl mitschunkeln.
Gibt es denjenigen, der sich tatsächlich auf ein Spiel gegen Liechtenstein freut? Dessen Puls beim Anpfiff dieses Spiels schneller geht, der beim „befreienden“ 1:0 die Arme in die Luft reißt, und der, wenn nach dem Spiel Thomas Hitzlsperger von der erwartet schweren Aufgabe spricht, zufrieden seufzt mit dem Gefühl, gerade mal wieder einen tollen Fußballabend erlebt zu haben?
Es gibt nichts, was es nicht gibt. Ich will denjenigen aber lieber nicht kennenlernen.
[Foto: SpreePIX]







Interessanter Beitrag! Ich mag die Art und Weise, wie du deine Sichtweisen schilderst. Liest sich nämlich sehr gut. :)
Na, der Fanclub Nationalmannschaft hat schon seine Vorteile. Mein Vater hat darüber 2006 mehrere WM-Tickets bekommen (wenn auch nicht für Deutschland-Spiele).
Gucken tu ich ja die meisten Länderspiele schon auch, sofern sich nichts anderes ergibt. Heute abend habe ich allerdings Kabarett dem Liechtenstein-Spiel vorgezogen. =)
Der Musikantenstadl-Vergleich ist fast so gut wie Deine Liechtenstein-Schreibweise :)
Hat Hitzlsperger das wirklich gesagt?
btw: meine Frau kam gestern darauf dass bei Poldi ja das ‘l’ an der falschen Stelle steht.
Das ist es, was ich meine. So geht’s mir auch. Schalke-Spiele schaue ich aber unbedingt.
Ups, dank je wel.
Ja tatsächlich, sinngemäß. Wortgenau weiß ich es nicht mehr, aber er sagte so was wie „wir wussten, dass es schwer werden würde“.
?
Ich glaub “das ‘l’ an der falschen Stelle” soll heißen, dass es im Namen dem d nachfolgt, im Spitznamen aber vor dem d steht. Oder so. Aber Spitznamen sind nun mal Spitznamen, weshalb das ‘l’ natürlich genau an der richtigen Stelle steht.
Deswegen wurde der Poldi in ausländischen Medien auch schonmal als Lukas Poldolski vorgestellt ;)
Dafeld versteht meine Frau genau richtig, und hat im übrigen natürlich recht: Podi hört sich merkwürdig an
So Spiele wie gegen Liechtenstein schaue ich mir mittlerweile sehr gerne an, weil die Deutsche Mannschaft bei diesen Spielen immer ganz gut ausschaut. Dem ist bei Spielen gegen die ‘Hochkaräter’ leider nicht mehr so.
Das musste mal geschrieben werden! Deckt sich zu 100% mit meiner Beziehung zur DFB-Elf. Als Kind war das mal anders, da flossen nach dem Burruchaga-Tor im 86er-Finale sogar Tränen. Heute undenkbar. Das Spiel gestern Abend habe ich übrigens nicht gesehen.