Rinn in Kasten, mit die Kirsche, die Pille, dä Knicker!

Vor nicht allzu langer Zeit bemerkte Indirekter Freistoß, dass Medienleute bei der Beschreibung unseres Lieblingssports gerne Worte benutzen, die im Sprachgebrauch nicht üblich sind. Trainer Baade nahm dies auf und sammelte Beispiele dafür. In beiden Fällen – und auch in den Kommentaren bei Trainer Baade ist das zu bemerken – geht die Kritik in Richtung der Medienleute, nicht ausreichend nah „am Ball zu bleiben“.

Genau umgekehrt ging dieses Thema bereits vor der EM die Bayern 2-Sendung „Sozusagen!“ an, ein (Zitat) „Magazin für Liebhaber und nicht für Rechthaber der deutschen Sprache“.
Manni Breuckmann war dort zu Gast und entschuldigte sich fast dafür, das er und seine Kollegen häufig wenig phantasievoll formulieren, sich (zu) häufig auf die Grundbegriffe des Fußballs verlassen würden.

Die Sprache der Fußballreporter krankt naturgemäß daran, dass es für bestimmte Aktionen oder Gegenstände, die mit diesem Spiel zu tun haben, gar nicht so viele Begriffe gibt.

Und weil dem so ist, und weil sich die fünfzehnte Wiederholung der immer gleichen Worte doof anhört oder lesen lässt, nutzen Herr Breuckmann und Kollegen eben gerne Formulierungen wie „Schlussmann“ oder „Spielgestalter“.
Das die Worte „Leder“ oder „Spielgerät“ für „Ball“ allerdings falsch bzw. umständlich sind, darüber ist sich Herr Breuckmann mit den Bloggern einig. Immerhin.

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2 Kommentare zu “Rinn in Kasten, mit die Kirsche, die Pille, dä Knicker!”

  1. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    „Magazin für Liebhaber und nicht Rechthaber der deutschen Sprache“ gefällt mir. Ich hoffe, das geht gegen Bastian Sick.

  2. mberghoefer sagt:

    Also, als jemand der ständig vor dem selben Problem steht (sitzt), muss ich da mal anmerken, dass es m.E. nicht so trivial ist, wie man zu meinen scheint. Zumindest wenn es um die exakte Bezeichung des Spielgerätes oder des Torwartes geht.

    Wenn ich „Pille“ schreibe, dann ist Gefahr im Verzug, und während der „Ball“ ganz gewöhnlichen Tritten ausgesetzt (oder gar „im Aus“, also völlig unbrauchbar!) sein kann ist die „Kirsche“ doch offensichtlich eben einer ungewöhnlichen Behandlung unterzogen worden. Einen „Ball“ kann man vertändeln, aber das „Ei“ trägt bei identischem Geschehen eine Mitschuld! Ebenso ist der „Schlussmann“ eine eher traurige, passive Figur, während der „Schnapper“ zu geradezu grandioser Aktivität neigt. Derartige Wahr- und Feinheiten zu übersehen ist geradezu fahrlässig!

    Wollt´ ich nur ma gesacht haben.

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