Artikel im September 2008

Der Überflieger: Schalke 04 – Eintracht Frankfurt

Die Pfiffe gegen Kevin Kuranyi werden nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt fast häufiger kommentiert als das Spiel selbst. Zumeist wird das 1:0 als Pflichtsieg beschrieben. Wenn es den Einen darum geht, das Spiel anzuhalten, muss es den Anderen darum gehen, es bis zur Führung fortzusetzen. Mehr ist eben nicht passiert. Außer dem Auspfeifen Kuranyis.

Wie gehabt: Zum hier an- und dort weiterlesen. Vielleicht meinungsbildend, vielleicht als Diskussionsgrundlage. Stoff für spannenden Gespräche in Bus und Bahn, am Arbeitsplatz oder um die Frau beim Kaffee damit zu nerven. (weiterlesen…)

Ein Saisonstart voller Momentaufnahmen

„Weltklasse!“ tönte der das Spiel Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt kommentierenden 90elf-Reporter in sein Mikro. In der ersten Halbzeit, es stand noch 0:0. In der zweiten Hälfte verrenkte er sich dann zu einem Satz wie diesem: „Diese Führung wird sich Schalke heute vielleicht nicht mehr nehmen lassen.“ Ein scheiß Satz, natürlich. Aber das Gefühl dahinter ist schon nachzuvollziehen. Man weiß einfach nie so richtig woran man ist. Nicht nur auf Schalke.

Werder Bremen hofft darauf, dass der Sieg in München nach mäßigem Saisonauftakt die Wende darstellt. Die Bayern wähnten sich nach durchwachsenem Start gerade auf dem richtigen Pfad und kassieren dann eine solche Klatsche. Leverkusen ist im Moment obenauf, allerdings ging es Gegner Hannover 96 bereits vor dem 0:4 nicht so gut und man verlor auch schon ein Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Als Letztes wurde heute der HSV von Wolfsburg zurück in die Reihe geschubst.

In dieser Liga des Unperfekten steht Schalke 04 ganz oben, weil es seine übelste Leistung im Europapokal ablieferte. In der Liga gab es ein Unentschieden in Bremen, mit dem man angesichts des Spiels zufrieden sein konnte, und ein Unentschieden in Dortmund, dass im Ordner „Derby-Kuriositäten“ abgeheftet werden kann und das bereits mit dem folgenden Spieltag seine Nachhaltigkeit verlor. Wenn man auf Platz 1 steht kann man nicht zuvor die entscheidenden Punkte verloren haben, wenn’s am Ende zur Zielerreichung nicht genügt.

Jeder Trainerwechsel schürt Erwartungen, man giert nach dem Anderen, nach Verbesserungen. Und wenn Schalke dann beim Stand von 1:0 das Fußballspielen einstellt fragt man sich, wieso eigentlich nur Werder Bremen nie aufhört nach vorne zu spielen. Ob Fred Rutten die Antwort kennt oder ob er noch nach einer Lösung sucht: Das würde unsereins gerne wissen. Hoffentlich Letzteres.
Immerhin hat Schalke nun einen Trainer, der die Sachen auf den Punkt bringt. In Dortmund war man „ein bisschen Arrogant“, gestern bemerkte er ungefragt, dass ihn die Pfiffe gegen Kevin Kuranyi enttäuscht hätten und stellte fest, dass die Steigerung zum Spiel gegen Borussia darin zu finden war, dass Schalke über 90 Minuten die Ordnung nicht verloren hat.

Angenehm der Mann, und wenn man die Spiele seiner Mannschaft genau verfolgt eignet sich Trainer Rutten auch weiterhin als Hoffnungsträger. Neue Trainer brauchen eine Weile, bis alle Spieler ihn, seine Ziele und seine Methode verstehen. Das gilt nicht nur für Schalke und Rutten, das gilt bis runter zu Dortmund. Vermutlich werden wir noch eine ganze Weile in sehr kurzen Abständen Beiträge lesen können, in denen erklärt wird wieso genau der eine Neue zu seiner Mannschaft passt und der andere wohl doch eine Fehlbesetzung darstellt. Diese Saison wird noch lange Spaß machen – ich hoffe sehr für mich selbst, nicht nur objektiv.

Würde Jermaine Jones morgen ein Tor gelingen

… ich denke schon, dass er jubeln würde.

Klage der Bild-Zeitung abgewiesen

Der DFB-Kontrollausschuss hat entschieden: Aus Mangel an Beweisen wurden Marcelo Bordon und Mladen Krstajic vom Vorwurf der Schiedsrichterbeleidigung freigesprochen.
Die quasi als Kläger aufgetretene Bild-Zeitung hatte bereits zuvor die entsprechenden Beiträge aus ihrem Onlineangebot gelöscht. Im Bildblog wird der Fall in Gänze dargestellt.

Werder zu Bayern, zu Hertha

Der Unterschied von Werder Bremen zu Bayern München ist, dass Bayern München in der Regel auch schwache Spiele gegen weniger namhafte Gegner noch mit 1:0 gewinnen kann. Über Schalke 04 brauch in diesem Kontext nicht gesprochen werden, die Spielen nicht mehr in der gleichen Liga.

Christine Westermann: Sie sind ja in Bremen geboren, leben aber in Berlin. Wenn man Ihnen eine Freude machen wollte, würde man das eher mit einem Hertha-Ticket oder mit einem Werder Bremen-Ticket tun?

Sven Regener: Mit ’nem Werder-Ticket. Es ist nicht so weit gekommen, dass ich mich mit der Hertha befassen würde. So weit kommt das noch.

[Zitat aus der WDR2-Sendung „MonTalk“ vom 15.09.08]

Aus allen blau-weißen Wolken gefallen

Heimlich, still und leise, gar hinterrücks hat meine Frau dafür gesorgt, dass fast die komplette Garderobe meiner 6-Monate alten Tochter in der Grundfarbe dem neuen Trikot des MSV Duisburg entspricht!

Meiner Frau, eigentlich ein „Resser Mädchen“, waren es wohl der Schalker Fan-Utensilien unseres Sohnes zu viele. Sie ist gerne um Ausgleich bemüht.
Aber das geht mir dann doch etwas zu weit.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Gesucht wird ein Deutscher; ca. 185 cm groß; kurze, blonde Haare; Dreitagebart; – alkoholisiert; schwankender Gang; – Bekleidung: Schalke-Trikot; Schalke-Schal; blaue Jeanshose.

Er machte sich des Diebstahls einer Zeitschrift und eines Snacks schuldig. Ursprünglich wollte der Halunke sogar bezahlen. Der Verkäufer ist aber offensichtlich kein Borusse und/oder wusste den ideellen und/oder eBay-Wert der ihm vom Täter angebotenen Derby-Karte nicht zu schätzen.

Die Großfahndung läuft.

Ich persönlich halte es für möglich, dass der räuberische Dieb nicht zu jeder Tages und Nachtzeit die angeführte Bekleidung trägt, aber genau weiß ich das natürlich nicht. Ausserdem versichere ich hiermit offiziell, noch nie im Leben eine Person gesehen zu haben, auf die die Beschreibung passen könnte. In N5 sind jedenfalls alle immer rasiert und haben schwarze Haare.

Der Tipp der Woche des Königsblogs lautet:
Plane zum nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt zusätzliche 15 bis 30 Minuten Anfahrtszeit ein. Mit rigorosem Polizeieinsatz und lückenlos durchzuführenden Personenkontrollen ist unbedingt zu rechnen.