Heute heiter bis wolkig

So. Und „was sagt uns nun dieses Spiel“?
Es wird ja immer interpretiert. Seit dem neuen Trainer noch mehr.
Was kann diese Mannschaft leisten? Kann sie ohne „10er“ offensiv spielen? Ist die Abwehr noch so gut wie ihre Namen? Inwieweit war die Schwäche des Gegners „schuld“ an der Leistung?

Ermüdend.
Heute war die Defensive schwach. Heute lief das Spiel nach vorne flüssig. Heute spielten Kobiashvili und Kuranyi stark, heute brachten Altintop, Farfan und Jones ansprechende Leistungen. Heute war Engelaar keine Verstärkung und heute war Rakitic, nachdem er endlich mal wieder im zentralen, offensiven Mittelfeld wirken durfte, zwar engagiert, besondere Situationen konnte er aber nicht kreieren.

Gegen Bielefeld kann das alles schon wieder ganz anders sein.
Als das große Rätsel des Spiels bleibt nur die Frage, wieso nicht Trainer Fred Rutten, nicht Co-Trainer 1 Mike Büskens, nicht Co-Trainer 2 Youri Mulder oder nicht sonst irgendeine, für Taktik insgesamt oder Verteidigung im Speziellen zuständige Person, sondern Torwarttrainer Oliver Reck dem eingewechselten Innenverteidiger Benedikt Höwedes am Spielfeldrand die letzten taktischen Anweisungen mit auf den Weg gab.

Dies ist eine schöne Frage, die dem Trainer nach dem Spiel hätte gestellt werden können. Stattdessen wurde die Zeit mit belanglosen Fragen vertan wie der, ob sich Kuranyi heute von einer Last befreit hätte. Kokolores. Tore schießen soll er.



7 Kommentare zu “Heute heiter bis wolkig”

  1. Max sagt:

    Für meinen Geschmack wurde die Leistung der Mannschaft zu stark geredet. Gegen die B-Elf eines mittlerweile nur noch durchschnittlichen französischen Erstligisten wäre Gelegenheit gewesen mal was zu zeigen. Kuranyi fande ich sehr stark, der hat gekämpft, die Bälle aus dem Mittelfeld erobert, aber es hat doch wieder kein geordnetes Offensivspiel stattgefunden. Gefahr entstand nur nach Standardsituationen und Vorstößen von Kobi. Wir spielen so ideenreich wie bei Slomka oder eine Eintagsfliege bei der Gestaltung der Wochenplanung. Die Abwehr war eine Karastrophe. Gegen Athletico hätte es wieder vier Stück gegeben.

    Der Holländer muss weg und soll den Schlacks gleich wieder mitnehmen!

  2. Jörg sagt:

    Ermüdend — Diese depressive Grundstimmung in letzter Zeit geht mir langsam auf die Nerven.

    Drei Tore geschossen, eins kassiert, teilweise sehr ansehnliche Kombinationen gezeigt, was gibt es da zu meckern? Das nächste miese Spiel kommt noch früh genug. Und ob oder wer an der Seitenlinie wen womit einweist – geschenkt.

    Diese allgemeine Ungeduld die momentan herrscht, ist für mich nicht nachvollziehbar. Natürlich sind einige Spieler nicht in Form und diverse Fehleinkäufe belasten den Kader. Hier neue Strukturen, auch innerhalb der Mannschaft, zu schaffen bedarf einiger Zeit.
    Noch gibt es keinen Grund für Herbstdepressionen.

  3. tumulder sagt:

    Hier neue Strukturen, auch innerhalb der Mannschaft, zu schaffen bedarf einiger Zeit.

    Word!

    Ich kann auch nicht nachvollziehen wie eine Mannschaft, die zwei Jahre Kokolores spielte innerhalb nur weniger Wochen unter einem neuem Trainer plötzlich zur Lichtgestalt des Fußballsports werden sollte. Über das Gejammer des Bayernstammtisches mag ich amüsieren können. Aber die ewig miesepetrige Einstellung der Meinungsformer in der Schalkeblogosphäre ist vielleicht auch nicht ganz unverantwortlich für die ewig miese Stimmung im Schalker Umfeld. Das hat nichts mehr mit analytisch kritischem Fandasein zu tun. Eher mit krankhafter Depression.
    3:1, das muß man nicht feiern, aber schon gar nicht schlecht reden. Wen der Gegner auf’s Feld schickt ist immer noch seine Sache.

  4. Dülp sagt:

    Den Beitrag finde ich interessant. Ich bin ein großer Freund davon, einen erstolperten Sieg nicht hochzujubeln.

    Paris war sicher nicht der Top-Gegner angesichts der Leistungen in der Liga – der Schalker hingegen auch nicht selbstverständlich.

    Ich habe das Spiel nicht gesehen, aber Paris scheint so erbärmlich gewesen zu sein, wie es die bisherige Torausbeute in der Liga versprach.

    Nichtsdestotrotz zeugt der Beitrag und die bisherigen Kommentare von einer ziemlich hohen Anspruchshaltung. Vor allem wenn man die Schalker Ergebnisse in den letzten beiden Jahren als „Kokolores“ bezeichnet.

  5. tumulder sagt:

    Nicht die Ergebnisse, das Spiel. Feiner aber entscheidender Unterschied;)

  6. Torsten Wieland sagt:

    Manchmal ereilt mich das Gefühl, dass ich kein Talent zum Bloggen habe. Jedenfalls ist es nun schon des öfteren vorgekommen, dass meine Beiträge nicht zu dem passen, was danach in den Kommentaren diskutiert wird.

    In diesem Fall schreibe ich (relativ) deutlich, dass ich nicht schon wieder nach dem Zukunftsweisendem suchen, dass ich nur meine Eindrücke zu diesem einen Spiel aufschreiben will – und liege damit völlig neben dem was hier untendrunter gewollt ist, was scheinbar nun immer sein muss.

    Das da oben ist das Feuerwerk an Emotion, zu dem ich angesichts des gestrigen Spiels in der Lage bin. Ein Schalker Mannschaft, die gegen ein eher schwaches Team einige hundertprozentige Chancen zuließ, die angenehm engagiert nach vorne spielte und schöne Tore erzielte.

    Und ich leide natürlich unter keiner Depression und bin auch nicht ungeduldig. Eher das Gegenteil ist der Fall: Ich freue mich auf jeden Stadionbesuch und habe Spaß an den (in der Regel) 20 bis 30 Minuten guten Fußball, den die Blauen zeigen.
    Das in meinen Texten trotzdem nicht unbedingt zu 33% gejubelt wird liegt aber wohl auch an Andreas Müller und den Medien. Ich schaffe es einfach nicht, seine Statements nicht zu hören. Und wenn er dann das, was ich gerade bieder und bott fand, in Stile eines Vertriebsmanagers auf nahezu bayerische Art und Weise als weiteren Fortschritt anpreist, dann windet und errötet tief in mir etwas, dass mich später möglicherweise etwas zu verzagt vor meiner Tastatur sitzen lässt.

  7. hellwach sagt:

    Genau Herr Wieland,

    talentfreies Geblogge! So wie früher. Wenn se nich die Lederpille gehabbt hätten, hätten se auch immer im Tor gemusst. Unn gezz! Seien so doch froh, datt se übber sowatt wie sonne Autohöfe aum Bergerfeld watt schreiben dürfen.

    Unn datt se auch fordern können, datte Mannschafft ma widder so richtich am Rennen fängt. So alle, Für einen. Nää, nich nur für ein Käwinn. Einen für alle, alle für Einen. Sonn total antkwierten Scheiß. Rennen. Ts.

    Komm se, geben se ma nich den Kävinn hier, ja….? Machen se ma flott watt weiter!

    Glückauf

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