Ungefiltert muss das mal raus

Infokasten kurtspaeter„Der Gegner stand wie erwartet sehr tief und damit haben wir uns schwer getan!“

Die üblichen armseligen Aussagen, die man nach einem torlosen 0:0 eines selbsternannten Favoriten gegen einen Abstiegskandidaten immer wieder hört.

Verdammt nochmal, dann hört endlich auf mit diesem immer gleichen trostlosen Ballgeschiebe der letzten drei Jahre, dann hört endlich auf, immer wieder das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, immer wieder Standfußball zu präsentieren.
Die Bundesliga freut sich über viele Tore, über spektakuläre Spiele, über Offensivfußball, nur Schalke eiert mit 12:8 Toren durch die pure Tristesse.

Es ist wahrscheinlich doch eine Frage der Qualität, vielleicht nicht so sehr auf dem Platz, dort wird Woche für Woche einfach nur nachgewiesen, dass Schalke spielt wie es im Moment spielen kann.
Es ist wahrscheinlich eher die Frage, ob Andreas Müller weiß, was er tut, ob er weiß, was die Mannschaft kann und ob er wirklich der richtige Stratege in Schalkes sportlicher Führung ist. Denn die Zusammenstellung des Teams inklusive der Trainerwahl, das ist Müllers Ding. Aber diese Frage lässt sich erst im Verlauf der Saison klären und zur nächsten eventuell korrigieren. Wenn man denn dieses Eisen anpacken will. Meines Erachtens sollte man zumindest offen darüber diskutieren.



6 Kommentare zu “Ungefiltert muss das mal raus”

  1. Matthias sagt:

    Diskutieren sollte man da sicherlich drüber, aber nicht unbedingt aufgrund des gestrigen Spiels. Das war zu weiten Teilen einfach nur unglücklich, weil die doch vorhandenen guten Möglichkeiten nicht verwertet wurden. Der Rest des Spiels bestand aus der oft geforderten “Geduld”, nur dass man diesmal schlichtweg zu geduldig war.

    Zum globalen: Eine echte spielerische Weiterentwicklung ist mittlerweile nach gut 15 Pflichtspielen unter Rutten wirklich nicht erkennbar. Stattdessen wurden unsere Standards von Spiel zu Spiel schlechter. Das ist eine Baustelle des Trainers.

    Was die Zusammenstellung des Kaders angeht, so rächt es sich dann leider doch, dass nach dem Abgang von Lincoln die Devise “Schalke braucht keinen Spielmacher” ausgegeben wurde. Und natürlich kann man sich auch damit auseinandersetzen, warum mit Ze Roberto, Großmüller, Streit und Sanchez in der Mitte der vergangenen Saison gut und gerne 15 Millionen Euro (Gehälter mit eingerechnet) verpulvert wurden. Das muss man dem Manager anrechnen.

    Vor der Saison hatte ich die Hoffnung, dass Schalke endlich von der Taktik “Viel Geld für die Breite des Kaders” abrückt. Mit Farfan und Engelaar wurden zwei “fertige” Spieler geholt, die man durchaus als “Stars” bezeichnen konnte. Jetzt müssen sie das nur noch beweisen. Und das ist ein Problem, dem sich die Spieler stellen müssen.

    Baustellen gibt es aktuell sehr viele. Zeit bleibt bereits jetzt kaum noch. Bis zur Winterpause kann es eigentlich nur noch darum gehen, den Kontakt zur Spitze nicht komplett abreissen zu lassen. Große Sprünge erwarte ich vor Januar nicht mehr.

  2. tumulder sagt:

    @matthias
    Sehr schön ausgedrückt. Man muß aber auch einsehen, daß Schalke sicherlich kein Glück beim Start in die Saison hatte. Der Ausfall Neuers und der zwei für Rutten wichtigsten Spieler gleich zu Anfang warf die Mannschaft sicherlich ein gutes Stück zurück. Jetzt schon über den Trainer zu diskutieren halte ich für überzogen. Sicherlich, Spaß macht Schalke momentan nicht. Winterpause abwarten und nach der Saison ein Resümee ziehen. Bis dahin sollte jedoch der Mannschaft und dem Trainer der nötige Entwicklungsfreiraum zugestanden werden. In alte Adhoc Zeiten zurückzukehren halte ich für den falschen Weg.

  3. Torsten Wieland sagt:

    Der Rest des Spiels bestand aus der oft geforderten „Geduld”, nur dass man diesmal schlichtweg zu geduldig war.

    Nein, das mit der Geduld ist meiner Meinung nach falsch. Schalke hat anfangs gut gespielt. Wenn es dann „geduldig bleibt“ heißt das, dass es so weitermacht obwohl sich zunächst kein Erfolg einstellt, dass es nicht hektisch wird, es nicht „mit der Brechstange“ versucht. „Geduldig sein“ heißt m.E. nicht, das Tempo rauszunehmen und das Kombinieren einzustellen.

    Über Fred Rutten habe ich mich dann geärgert, wenn er zum Beispiel gegen Wolfsburg – als ich das was ich sah schrecklich fand – nur einmal auswechselte, eben nicht mal versuchte, durch personelle Änderungen eine Verbesserung zu bewirken.
    Andererseits dünkt es mir selbst mittlerweile, dass sich Sanchez in der Bundesliga nicht durchsetzten kann, dass ich nicht mehr von Spielern wie Lövenkrands oder Varela in der Form von vor zwei Jahren träumen muss, dass es einfach durch das andere Personal im Kader nicht besser wird. Nein, Rutten muss natürlich seine Zeit bekommen. Andreas Müller sollte aber mal von jemandem die Frage gestellt bekommen, welche Informationen den Verpflichtungen von Carlos Grossmüller und Zé Roberto zu Grunde lagen.

  4. tumulder sagt:

    Andreas Müller sollte aber mal von jemandem die Frage gestellt bekommen, welche Informationen den Verpflichtungen von Carlos Grossmüller und Zé Roberto zu Grunde lagen.

    Ich hatte nie das Gefühl, daß Trainer und Manager diese Spieler eigentlich jemals wirklich haben wollten. Bei Großmüller stand wohl der öffentliche Druck die Mannschaft noch in der Sommerpause zu verstärken Pate, da der Appiah Transfer geplatzt war. Immerhin fiel der Name schon ein halbes Jahr vorher. Bei Ze Roberto ging man vielleicht ein wenig zu viel Risiko und pfiff auf alle Warnungen, die seine bisherige Karriere außerhalb Brasiliens wohl deutlich machte. Vielmehr beschäftigt mich die Frage warum für Albert Streit doch noch soviel Geld locker gemacht wurde. Es hilft weder Streit (auch wenn ich nicht besonders viel von ihm halte) noch Schalke wenn er noch nicht einmal im Kader ist. Ich glaube der Müller muß vielleicht einmal lernen seine Vorstellungen auch gegen den öffentlichen Druck und vielleicht dem hinter den Kulissen durchzusetzen. Mit Tönnies und Schnusenberg haben wir zwei echte Provinzkönige an der Spitze. Nicht das sie etwa Schalke böses wollten, aber ein Fußballverein der international bestehen will kann nicht geführt werden wie eine Metzgerei oder eine Steuerberatungsgesellschaft bürgerlichen Rechts. Soll heißen nach Gutsherrenart.

  5. Torsten Wieland sagt:

    Hast Du irgendwelche Indizien dafür, dass Tönnies und Schnusenberg in die sportlichen Belange reinquatschen? Sicher, als es um Slomkas Job ging hat Schnusenberg Stimmung gemacht, das war scheiße. Und der Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Tönnies ist, genehmigt die Ausgaben, die für Transfers nötig sind.

    Aber dass Tönnies oder Schnusenberg bestimmte Spielerverpflichtungen verlangt hätten, das habe ich bislang auch noch nirgends zwischen den Zeilen lesen können oder irgendwo gehört.

    Aber dass ein bundesligaerprobter Spieler wie Streit nicht mal mehr im Kader ist, dass ist schon beachtlich, da hast Du natürlich recht.

  6. tumulder sagt:

    Natürlich habe ich dafür Indizien. Überlege doch mal mit welchen Statements sich Schnusenberg nach der letzten Winterpause in der Öffentlichkeit begeben hat nachdem Slomka Ze Roberto und Co. nicht einsetzte. Da wurde von seiner Seite aus betont, daß der Trainer nach dem Gespräch mit dem Vorstand zukünftig auch die Neuzugänge spielen lassen wird. Als er es nicht getan hat kamen ganz schnell die Schnusenbergs Forderungen nach einem international erfahrenen Trainer. Wenn das keine öffentliche Einmischung in den sportlichen Bereich ist, was dann? Von Müller habe ich in der Vergangenheit diesbezüglich nichts mitgekriegt. Der hat die Transfers von Großmüller und Co. zwar verkündet, aber angepriesen hat er diese Spieler nicht großartig. Aber ich möchte kein Faß aufmachen, sind nur meine Beobachtungen.

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