Licht!

Heute habe ich mich gut gefühlt. Endlich mal wieder!

Man geht ja mit, leidet, wenn das Spiel derjenigen, mit denen man sich verbunden fühlt, schwerfällig ist, wenn sie nicht voran kommen, wenn nichts gelingt. Im umgekehrten Fall aber fühlt man sich stark, kann einem nichts anhaben. Heute saß ich souverän vor dem Fernseher und amüsierte mich über Maik „Der Sack“ Franz.

Dieses Spiel war wohl so was wie der Beweis, dass das, was Fred Rutten spielen lassen will, funktionieren kann. Schalke hatte das gesamte Spiel über das Heft in der Hand, „die Kontrolle“, wie Rutten das, was ihm am wichtigsten ist, ausdrückt. Gleichzeitig spielte Schalke nach vorne. Mit Pausen zwar, nach der Führung zogen sich die Blauen zunächst ein Stück weit zurück, aber generell war der Zug zum Tor über die gesamte Spielzeit zu sehen. Den herausgespielten Chancen nach hätte Schalke noch deutlich höher gewinnen können. Aber das war bei einem 3:0 nicht mehr so wichtig.

Wichtig war, dass das Kurzpassspiel zwischen Mittelfeld und Angriff heute über weite Strecken hervorragend funktionierte. Der KSC hat sich nie aufgegeben, griff immer wieder zu zweit den ballführenden Spieler an. Und doch schaffte es Schalke, mit dem Ball schneller zu sein, gewann zum allergrößten Teil diese Katz und Maus Spiele, machte den KSC mürbe.

Wie Kevin Kuranyi mit diesem flotten Schalker Spiel umzugehen wusste war geradezu grotesk meiner Kritik an ihm gegenüber. Es war fast so als wollte er zeigen: „Zwei oder drei Ballberührungen, stoppen und verwerten, das fällt mir schwer. Aber nur eine Ballberührung, das ist die höhere Kunst!“ Und so stand er im Zentrum und ließ ein ums andere Mal den Ball nur richtig abprallen und brachte seine Mitspieler damit wieder und wieder in beste Schusspositionen. Geplant. Eingeübt. Vorhersehbar und doch kaum zu verteidigen, denn wenn der Abwehrspieler spekuliert, gibt er Kuranyi genügend Raum, dass sogar er ….

Und dann war da noch die Geschichte um Maik „Der Sack“ Franz, der es auf aufopferungsvolle Art und Weise tatsächlich schaffte, bei einem Rückstand von 0:2 seiner Mannschaft und dem Karlsruher Publikum noch mal Leben einzuhauchen.
Aber statt sich an Schalkes Jermaine „Der Sack“ Jones zu halten, was dem Publikum sicher ebenso recht gewesen wäre, ließ er sich, nachdem er gerade erst knapp einer Roten Karte wegen absichtlichem Foulspiels entkam, von der Schalker Bank provozieren, gab das Rumpelstilzchen und verließ den Platz unehrenvoll. 10 Minuten brannte das von ihm gezündete Strohfeuer. Nach dem 0:3 war es wieder ruhig.

Samstag spielt Schalke in Cottbus. Ich hoffe auf die gleiche Startformation, auf die gleiche Passsicherheit, auf den gleichen Zug zum Tor. Ich möchte mich gerne noch mal, würde mich gerne noch eine Weile lang gut fühlen.



6 Kommentare zu “Licht!”

  1. tumulder sagt:

    Das war gestern genau das Spiel auf das man seit Monaten wartet. Ich hatte so einen Spaß und erst Recht nachdem der Franz völlig ausflippte. Die Karlsruher glauben doch wirklich er hätte das Publikum anheizen wollen.

  2. Matthias sagt:

    Und noch schöner war es, als ein Karlsruher Spieler direkt nach dem Spiel jammerte, die Gelb-Rote Karte sei der “Höhepunkt der jahrelangen Maik-Franz-Hetzkampagne” gewesen.

    Ganz abgesehen davon würde ich es sehr begrüßen, wenn bei seinem Foul an Farfán der Videobeweis herangezogen wird. Denn die Zeitlupe zeigt eindeutig, dass Franz einen Anlauf von knapp 20 Metern nimmt, nur um Farfán die Schulter ins Gesicht zu rammen. Da war kein Ball und kein Spielgeschehen in der Nähe. Und somit ist es eine grobe Unsportlichkeit und – da im Spiel ungeahndet – mindestens mit drei bis vier Spielen Sperre zu bestrafen.

  3. kurtspaeter sagt:

    Ja, man konnte sich entspannt zurücklehnen.
    Das alleine machte den gestrigen Abend zu einem, endlich mal wieder, schönen Abend. Allerdings muss man in Cottbus nachlegen und um mich wirklich sportlich gnädig zu stimmen in mindestens 2/3 aller Spiele bis zur Winterpause eine ähnliche Vorstellung bieten. Dann kann ich an eine gewisse Entwicklung glauben.

  4. Dan sagt:

    An Fred Rutten und dessen Spielphilosophie werden wir noch ne Menge Freude haben. Auch wenn schon viele Nixchecker bereits wieder seinen Rauswurf gefordert haben.. Übrigens: Engelaar wirds auch noch allen zeigen, davon bin ich überzeugt!!

    Übrigens: Schöne Seite hier!

  5. Nick sagt:

    Na ja, habe das Spiel (natürlich) nicht ganz gesehen, aber die zweite gelbe Karte für Franz, die dann den Platzverweis bedeutete, war ja sowas von lächerlich. Soll Fußball jetzt ein emotionsloser Sport werden?

  6. Torsten Wieland sagt:

    Die Meinung darfst Du haben.

    Gleichzeitig kannst Du Dir aber auch von jedem, der das Spiel gesehen hat, versichern lassen, dass Franz’ Verbleib im Spiel am Verlauf desselben auch nichts hätte ändern können.

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