Artikel im November 2008

Jefferson Farfan: Endlich ein echter Schalker

Den Ball, statt ihn ins verwaiste Tor zu dreschen, zum heraneilenden Gegner zu passen, oder einen Strafstoß in des dankbaren Torwarts Arme zu lupfen, sind Fähigkeiten eines echten Schalkers. Nachdem Jefferson Farfan in den ersten Spielen überraschend fremd auftrat, hat er sich heute auch auf dem Platz zu seinem neuen Arbeitgeber bekannt.

Ein weiteres Spiel für die Konjunktiv-Schublade. Wie das Spiel in Dortmund, dass trotz des Schiedsrichters hätte gewonnen werden müssen, das Heimspiel gegen Bielefeld, dass trotz des einsamen Torhüters Eilhoff hätte gewonnen werden müssen und das Spiel gegen die Bayern, in dem auch mehr drin war.
Sieben bis neun Punkte, die auf Grund von Kleinigkeiten auf der Strecke blieben. Die an einer ordentlichen Hinrunde fehlen. Aber wer sonst als der FC Schalke 04 sollte wissen, dass die Kleinigkeiten nicht fehlen dürfen?

Es wird ein heißer Winter auf Schalke.
Hoffentlich wird es ein heißer Winter auf Schalke.

Schalke ohne Løvenkrands

Schalke 04 wird aller Voraussicht nach auch im Spiel gegen den VfB Stuttgart auf Peter Løvenkrands verzichten. Der verletzungsanfällige Außenstürmer wird weiterhin für die dänische Nationalmannschaft geschont.

Die Bankrotterklärung des FC Schalke 04 und was daraus gemacht werden muss

Infokasten kurtspaeterEine Beschreibung des gestrigen Abends abgeben?
Gegen 20:50 Uhr habe ich mit einem Fan und regelmäßigen Besucher der Spiele des SV Werder Bremen geredet. Bzw. wir haben beide geredet und uns gegenseitig nicht zugehört.
Gesprochen über die Probleme, die zwei der drei dominierenden Mannschaften der letzten 10 Jahre mit sich rumschleppen. Schlussendlich, dass habe ich noch mitbekommen von seiner Aussage, wir sind uns einig, es muss ein Umbruch erfolgen. Spätestens, allerspätestens die 90 Minuten zuvor, haben diese Tatsache unausweichlich gemacht. Wahrscheinlicher sogar die gesamten letzten anderthalb Jahre. Eine Kurve in Richtung null, die bereits Mirko Slomka zum Verhängnis wurde, obwohl er die meisten Spieler wenigstens gewann, und deren Verlauf immer weiter nach unten zeigt, hat gestern ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Biederer, langweiliger, uninspirierter, langsamer und schlechter kann Schalke fast nicht mehr werden.

Bei Schalke sieht der Bestand und die Folge daraus in etwa so aus:
Bis zur Winterpause wurden noch 7 Punkte gefordert, wenn es schlecht läuft, und wer glaubt an etwas anderes, dann holt man noch 0-3 Punkte. Stuttgart nach dem Trainerwechsel, die erstaunlich auswärtsstarke Hertha und Hoffenheim dürften in der Verfassung im November 2008 fast unüberwindbare Hürden sein.
Dann wird auch dem letzten Schalker klar sein, dass ein Jahr ohne Europapokal folgen wird.
Und bereits in der Winterpause sollte man beginnen, die Mannschaft für die nächsten Jahre zu planen. Nicht für 2009, sondern perspektivisch für Jahre verjüngen, die Truppe billiger machen, den Kader ausdünnen. Dieses wiederum bedeutet zunächst sich Gedanken über die Philosophie des Vereins zu machen.
Der Trainer heißt Fred Rutten, er steht offensichtlich für ein 4-3-3 System mit dem Grundsatz, das die Defensive wichtiger ist als alles andere. Ist ja völlig in Ordnung, nur sollte man dann überlegen, welche Spieler passen in dieses System. Und dann die passenden Akteure dazu verpflichten. Will man ein 4-4-2, dann muss man dementsprechend auf dieses System orientiert handeln. Ist doch eigentlich nicht besonders schwierig.

Fakt ist momentan, von 3-4 offensiven Akteuren pro Spiel kann man nicht noch zwei auf der falschen Position einsetzen. Damit meine ich die unzureichende Fähigkeit der Außenstürmer (Halil, Farfan, teilweise spielte sogar Rakitic dort), die definitiv keine sind. Also muss man Außenstürmer verpflichten. Spieler, die fähig sind, sich im eine gegen eins durchzusetzen und Flanken von der Grundlinie bringen können. Marko Marin wäre so jemand. Von einem zentralen Mittelstürmer, der auch am Spiel teilnehmen kann ganz zu schweigen.
Dann hat Schalke seit dem Moment, als Lincoln nach Istanbul wechselte (was ich überhaupt nicht kritisiere) keinen Spieler mehr, der über den überraschenden Moment kommt, der mit einer Einzelaktion ein Spiel entscheiden kann oder zumindest seine Kollegen in torgefährliche Situationen bringt. Özil ist nicht mehr da, ob Kenia die Fähigkeit hat weiß ich nicht, Rakitic hat sie nicht, also schlage ich jemanden wie Baumjohann vor, der nicht teuer sein dürfte und genau diese Fähigkeiten bewiesen hat. Da fällt mir ein, wo war Schalke bei Hajnal oder Misimovic?
Desweiteren muss die Innenverteidigung für die nächsten Jahre präpariert werden. Dafür hat man die entscheidenden Spieler bereits in eigenen Reihen, nur muss man ab Januar auch auf Höwedes/Westermann setzen, sonst könnte erstgenannter den Verein verlassen. Schade, das jemand wie Tim Hoogland nicht mehr da ist, er wäre als dritter Verteidiger oder rechts in einer solchen Stuation viel wert. Denn Marcelo Bordons Zenit ist überschritten, nicht einmal sein defensiver Zweikampf, viel mehr sein katastrophaler Spielaufbau und die zunehmende Hüftsteifigkeit geben Anlass, auch über den Kapitän nachzudenken.

Um wirklich einen radikalen Neuaufbau zu starten muss man, wie oben gesagt, den Kader ausdünnen. Zu diesem Ausverkauf gehören logischerweise die ganzen Hilfloskäufe aus der letzten Winterpause, Ze Roberto, Streit und Sanchez, dazu gehören aber auch Lövenkrands, Varela, der Lümmel, Kobiashvili und dazu gehören sicherlich auch jetzige Stamm- oder Bankspieler, die sich überlegen müssen, den Verein zu verlassen oder sich ruhig und als Alternative im Hintergrund zu halten. Das sind Asamoah, Krstajic, Rakitic, Altintop, Kuranyi und Bordon.
Ferner muss überlegt werden, ob man als Linksverteidiger immer die Hälfte der Spiele auf Pander warten will. Ein Versäumnis im Übrigen, das nicht neu ist, dank Westermanns letzter Saison ein wenig in den Hintergrund rückte, aber auf die Arbeit von Andreas Müller erneut kein positives Licht wirft.

Wo wir beim Manager sind. Die Müller raus-Rufe des gestrigen Tages sind nicht verfrüht und nicht überraschend. Seine Transferbilanz ist miserabel, seine Außendarstellung in Sachen Trainerverpflichtung, Konzept, Lob und Kritik ist eine einzige Katastrophe. Höhepunkt gestern, siehe dazu meinen Kommentar.
Mit Rutten hat er nun den dritten Trainer (nach Rangnick und Slomka) zu verantworten. Die Ankündigung und Philosophie Ruttens steht im kompletten Gegensatz zu der Art und Weise wie Schalke sich präsentiert. Defensiv, offensiv hilflos, teilnahmslos an der Niederlage. Und ganz ehrlich, die falsche Erwartungshaltung bei allen geweckt zu haben, dies werfe ich Müller persönlich vor. Daher ist auch hier dringend zu überlegen, ob Andreas Müller als Manager respektive sportlicher Leiter haltbar ist. Ich tendiere zu letzter Chance.

Nichts

Surfe weiter, hier gibt es nichts zu lesen!

Kennt man so ähnlich, von Unfallstellen. Ist im Prinzip auch so was wie eine Unfallstelle hier. Es ist die absolute Lustlosigkeit, sich über das Spiel des FC Schalke 04 gegen Manchester City irgendwas Aufmunterndes, oder auch nur etwas besonders Fieses aus den Fingern zu leiern.

Ich will nichts erklären, denn ich wüsste nicht wie. Ich will keinen Einzelnen kritisieren, denn keiner war gut. Es war furchtbar anzuschauen, mitleiderregende Hilflosigkeit, und ich will mich nicht mit der Überlegung quälen, wer wie warum was falsch macht und wieso das alles nur so dahinplätschert.

Weil es mich ärgert.

„Ein Offensivspektakel mit Torgarantie!“

So wurde das heutige Spiel zwischen Schalke und Manchester City tatsächlich angekündigt, im Vorspann des ZDF – auf Grund welcher Erkenntnis oder Statistik auch immer.

Mehr kann ich zu diesem Spiel noch nicht schreiben. Ich bin derweil eingenickt und noch nicht wieder aufgewacht.

Konflikt

Nein, ich will nicht pfeifen.

Nicht dass ich generell gegen Pfeifen wäre. Zur Halbzeit, nach dem Spiel im Guten wie im Schlechten eine Rückmeldung geben, auch durch Pfiffe seinen Unmut zu äußern, das ist Kultur, das ist wohl so traditionell wie Applaudieren.

Aber nicht gegen einen einzelnen Spieler der eigenen Mannschaft. Sicher nicht gegen Orlando Engelaar. Nichtmal gegen Herrn Grossmüller. Auch nicht gegen Kevin Kuranyi.

Natürlich ärgert er mich schon. Und dieses Allesistjetztimmertollundwirjubelnbeiallem-wasderkevintut, was in den vergangenen Wochen „angesagt“ war, fand ich auch ein wenig peinlich. Aber nein, ich habe auch kein Patentrezept. Würden alle handeln wie ich, würde es nach der nächsten verstümperten Großchance in der Arena mucksmäuschenstill werden, würden 60.000 Menschen schweigend ihre Köpfe neigen, den Blick zu Boden richten und warten, bis dieses Déjà vu wieder verblasst, es würde wohl auch als Mobbing aufgefasst werden.

Nein, ich werde nicht pfeifen. Ich will aber auch ganz sicher nicht, dass sich mein Verein noch länger als unbedingt nötig an Kevin Kuranyi kettet!
Nun aber wird kolportiert, die Entscheidungsträger im Verein wollten den Vertrag mit Kuranyi tatsächlich verlängern, dieser ließe „den Club zappeln“ und sein Berater würde ihm (nur) wegen der Pfiffe von einer Verlängerung abraten!

Mein Gott, dieses Schalke 04, was macht es nur aus mir?!

Trapattoni in der Nachspielzeit

Mit „Guten Abend“ wird er begrüßt, „’N Abend“ antwortet er. Nach ausführlicher Einleitung stellt Herr Breitmeier die erste Frage. Wird Giovanni Trapattoni auf Deutsch antworten? Hoffentlich nicht, denke ich noch so bei mir, als auch schon sein Italienisch zu hören ist – und erst mal nichts weiter. Italienisch? Falsch gelandet? In einem „Kultur“-Feed, für den Italienisch sicher die gängigste Sprache überhaupt … aber nach einer gefühlten Minute ist dann doch die Stimme eines Übersetzers zu hören, ermöglicht mir dieser, dieses unterhaltsame Gespräch zu verfolgen.

Giovanni Trapattoni war bei „NDR Kultur“ zu Gast, bzw. der Sender bei ihm. Der freundliche Signor Trapattoni beginnt jede Antwort mit „Sì“ und führt dann aus. Und er lässt sich Zeit dabei. Er erzählt und gibt vieles preis. Man muss nicht alle Ansichten teilen, aber doch kommt man nicht umhin seine Souveränität anzuerkennen. Und mir wurde klar, welch eingeschränktes Bild ich eigentlich von diesem sehr berühmten Mann hatte.

Als dieses Gespräch stattfand war Trapattoni noch Trainer in Salzburg und Spanien kein Europameister. Es ist fast 9 Monate alt, wodurch es nicht schlechter wurde, wodurch es sich aber im Podcast-Feed mittlerweile ganz am Ende wiederfindet. Möglicherweise „rutscht es bald raus“. Wer will sollte also flott …

Hören:

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