Absicht?!

Unterschreitet ein Team die Mindestanzahl von sieben Spielern, weil einer oder mehrere Spieler das Spielfeld absichtlich verlassen haben, ist der Schiedsrichter nicht verpflichtet, das Spiel zu unterbrechen, und darf auf Vorteil entscheiden. Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte und wird verwarnt, wenn er absichtlich, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters, das Spielfeld verlässt.
Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter die Partie weiterlaufen und verwarnt den fehlbaren Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat.

Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Dem gegnerischen Team wird ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielt.
Unter gewissen Umständen sind Spieler bei einem Handspiel wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, z. B. wenn der Spieler durch ein absichtliches, klares Handspiel verhindert, dass der Gegner in Ballbesitz gelangt oder wenn versucht wird, durch ein absichtliches Handspiel ein Tor zu erzielen. Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler erhält die Rote Karte und wird des Feldes verwiesen, wenn er durch absichtliches Handspiel ein Tor oder eine offensichtliche Torchance des Gegners verhindert. Der Torhüter ist mit der Roten Karte des Feldes zu verweisen, wenn er außerhalb seines Strafraumes den Ball absichtlich mit den Händen spielt und so eine klare Tormöglichkeit zunichte macht oder einen offensichtlichen Torerfolg verhindert.

Als Ballbesitz durch den Torhüter gilt auch, wenn der Torhüter den Ball absichtlich von der Hand oder vom Arm abprallen lässt.

Ein Torwart verursacht einen indirekten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er innerhalb seines Strafraums den Ball, den ihm ein Mitspieler mit dem Fuß absichtlich zugespielt hat, mit der Hand berührt. Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er bei einem Rückpass zum eigenen Torhüter den Ball absichtlich auf unkonventionelle Art mit dem Kopf, der Brust oder dem Knie spielt, um die Rückpassregel zu umgehen.
Situationen, in welchen der Ball von einem Mannschaftskollegen mit dem Fuß zwar nicht direkt in Richtung des Torhüters, jedoch absichtlich so gespielt wird (beispielsweise neben das Tor), dass der Torhüter den Ball annehmen kann, sind im Sinne dieser Regel als absichtliche Rückpässe an den Torhüter zu werten – berührt der Torwart in solchen Fällen den Ball mit den Händen, ist ein indirekter Freistoß zu verhängen. Ein indirekter Freistoß ist auch dann zu verhängen, wenn ein Mitspieler des Torhüters den Ball mit dem Fuß absichtlich stoppt und der Torhüter diesen Ball mit der Hand berührt.

Der Schiedsrichter verwarnt jeden Spieler, der die Spielfortsetzung verzögert indem er (a) einen Freistoß absichtlich an der falschen Stelle ausführt, um damit den Schiedsrichter zu zwingen, die Ausführung wiederholen zu lassen, (b) bei seiner Auswechslung das Spielfeld absichtlich langsam verlässt, oder (c) eine Auseinandersetzung dadurch provoziert, dass er den Ball absichtlich in die Hand nimmt, nachdem der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat.

Wenn nach Ab- oder Eckstößen der Ball im Spiel ist und vom ausführenden Spieler absichtlich mit der Hand gespielt wird bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat, wird ein direkter Freistoß für das gegnerische Team an der Stelle verhängt, an der sich das Vergehen ereignete. Zielt ein Spieler bei der korrekten Ausführung eines Frei- oder eines Eckstoßes absichtlich auf einen Gegner, um erneut in Ballbesitz zu gelangen, und hat er den Ball weder rücksichtslos, gefährlich noch übermäßig hart getreten, lässt der Schiedsrichter die Partie weiterlaufen.

[Quelle: Fußballregeln 2008/2009. Inspiriert durch Doktor Fußball]



3 Kommentare zu “Absicht?!”

  1. Jan sagt:

    „Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er bei einem Rückpass zum eigenen Torhüter den Ball absichtlich auf unkonventionelle Art mit dem Kopf, der Brust oder dem Knie spielt, um die Rückpassregel zu umgehen.“

    Was hat man sich darunter vorzustellen?

  2. Trainer Baade sagt:

    Dass er den Ball unkonventionell mit dem Rücken, dem Gesäß, dem Gemächt, der Hüfte, dem Oberschenkel oder dem Schienbein spielen darf.

  3. Martin sagt:

    Gemeint ist wohl das “typische” Hochspielen des Balles mit dem Fuß als Vorlage für den eigenen Kopf, um anschließend mit dem Kopf zum Torwart zu spielen (oder analog mit Brust oder Knie).

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