Luca ist ein Mädchenname
Stichwörter: Bayern München, Schalke 04
Schalke gegen Bayern München. Ein Spiel, das fast alle der gängigen Klischees bediente.
Der sprichwörtliche „Bayern-Dusel“ war zu sehen, denn obwohl der bei hohen Bällen unsichere Bayern-Keeper Rensing ein ums andere Mal daneben griff, fiel der Knicker wie von Zauberhand immer vor die Füße eines Mitspielers. Die Leichtfüßigkeit des Starensembles war zu sehen, insbesondere Toni und Ribery mussten von Schiedsrichter Kircher immer wieder vor Bundesligahärte bewahrt werden und Toni scheint grundsätzlich keinen verloreren Zweikapf auf seinen Füßen zu beenden. Es gab die gewisse Arroganz der Großkopferten zu sehen, wenn Oddo oder Kroos am eigenen Strafraum mir ihren Gegnern Katz und Maus spielen wollten. Und der Hang der Schiedsrichter, im Zweifelsfall eher für das „Aushängeschild des deutschen Vereinsfußballs“ zu entscheiden war ebenso zu spüren, als Borowski in der ersten Halbzeit im Bayern-Strafraum Jefferson Farfan relativ offensichtlich am Trikot hielt.
Leider wurde nicht bestätigt, dass Schalke eine besondere Stärke in Standardsituationen entwickeln kann. Am Ende standen 18:1 Ecken für die Königsblauen zu buche, allesamt ohne zählbarem Ergebnis …
Nüchtern betrachtet war Schalke zwar über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, konnte aber nur eine Halbzeit lang wirklich Druck aufbauen. Es war eine wirklich gute erste Halbzeit, in der Schalke alles klar hätte machen können, in der die Abwehr des FC Bayern schwamm und Lucio in der Bayern-Zentrale einige Male nicht wusste wie ihm geschah. In einer Hälfte, in der sich Ivan Rakitic immer noch zu häufig versteckte, kam Schalke effektiv über die Außenpositionen zu Torchancen, konnte aber nicht mehr als dieses eine Tor, den zwischenzeitlichen Ausgleich, erzielen.
Nüchtern betrachtet kam der FC Bayern zwar nur dreimal vor das Schalker Tor, erzielte dabei aber zwei Treffer. In der zweiten Hälfte lies der große Stratege Jürgen Klinsmann seine Mannschaft dann wie Energie Cottbus spielen, mit dem Unterschied, dass Cottbus zur Halbzeit selten mir 2:1 führt. Aber es reichte, Schalke 04 spielte zwar auch die zweiten 45 Minuten nach vorne, brachte aber nicht genug Kreativität auf, um das Bollwerk der eingeigelten Bayern zu durchbrechen.
Wie Dogfood schon schrieb, der Sieger wird das Spiel als Signal für bessere Zeiten interpretieren und der Verlierer bekommt die nächsten vier Tage eine Krise angedichtet. Ich sah engagierte, aber über weite Strecken viel zu biedere Knappen gegen passive Bayern.
Deutlich wurde aber auch, wieso es Schalke, trotz eingekauftem Talent, dem Willen und der nötigen Unterstützung, am Ende nie ganz nach oben schafft: Ein Gegner muss nicht besser, er muss nur gediegen abgewichst sein, um den FC Schalke 04 vor große Probleme zu stellen.
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13 Kommentare zu “Luca ist ein Mädchenname”
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Klar wurde da am Trikot gezogen (und deshalb wäre auch ein Elfmeter fällig gewesen), aber das Hinfallen dazu war völlig lächerlich. So lächerlich wie einige Schwerkraftübungen von Toni, sicherlich, aber auch von einigen anderen auf beiden Seiten, die sich allesamt nicht grade mit Ruhm bekleckerten. Genauso wie das Schiedsrichtergespann: Toni stand ganz am Anfang eben nicht im Abseits, den einen Elfmeter hatten wir schon, und dazu noch eine Willkür bei den gelben Karten und bei anderen komischen Szenen am Strafraum.
So unsicher, wie einige sagten, fand ich Rensing nicht — er verlängerte des öfteren so weit, dass der Ball zumindest aus dem Gefahrenbereich war, und er hatte auch bei zwei Aktionen gute Reflexe — aber natürlich gab es da einige Unsicherheiten.
Es zeigte sich mal wieder der Unterschied zwischen Bayern und Schalke: Das ist nicht der immer zitierte Bayern-Dusel, sondern eine Offensive, die das macht, was sie soll: Eiskalt Tore schießen.
Durch die Punktverluste der Leverkusener und Hoffenheimer haben wir uns in der Tabelle ja nicht soo viel verschlechtert. Gegen die Bayern darf einem sowas halt nicht passieren.
Deshalb warte ich mit meinen Berichten oft immer mal einen Tag, schlafe eine Nacht drüber – sonst käme bei mir eben oft auch so viel Emotion mit hinein…
Rensing habe ich insgesamt nur einmal unsicher gesehen – beim Westermann-”Kopfball” kurz vor Schluss. Davon abgesehen war er imho ähnlich sicher wie schon in Florenz. Aber ich will meinem Bericht nicht vorgreifen – der wird jetzt erst noch erstellt – mit etwas emotionalem Abstand… ;-)
Nie deutscher Meister?…
Wirklich? Wird Schalke niemals deutscher Meister?
Keine Ahnung. Statistisch wird’s jedes Jahr wahrscheinlich, allein, soviel investiert wie vor dieser Saison wurde imho noch nie und ab und an sieht man davon auch was, aber im gestrigen Spiel der …
Du nennst es “gediegen abgewichst sein” – andere sagen Cleverness. Beides beschreibt dasselbe, den Grund, wieso nicht Schalke sondern Bayern als Sieger vom Platz ging. Und doch behaupte ich, dass die von Schalke praktizierte Spielweise in der Regel erfolgsversprechender ist als die gestrige Taktik der Bayern. Zieht man das Motto “Ausnahmen bestätigen die Regel” hinzu, haben wir gestern die Ausnahme sehen dürfen.
Hoch überlegen und doch viel zu torungefährlich, so sah ich die Schalker. Die Bayern waren dagegen deutlich unterlegen, aber in drei ihrer vier Tormöglichkeiten extrem gefährlich. Ärgerlich, dass die Standardstärke Schalke ausgerechnet in einem Spiel im Stich ließ, in dem es an Standards wahrlich nicht mangelte. Im Fußball zählen Tore und wenn Schalke es schafft, sich für solch Auftritte mit Toren selbst zu belohnen, dann wäre ein Meilenstein gelegt.
Wie jetzt, viele Emotionen? Ich finde ich habe hier einen geradezu öde-sachlichen Beitrag abgesetzt …
Ich denke es ist alles gesagt. Es bin fast ein wenig beruhigt, dass es auch unter Bayern-Fans Leute gibt, denen Luca Tonis Verhalten auf den Keks geht.
Zu Rensing möchte ich noch anmerken, dass er eben unendlich viele hohe Bälle irgendwo hin verlängert, irgendwo hin gefaustet oder irgendwo hin weggespitzelt hat. Bälle, von denen er einen großen Teil hätte fangen müssen, wozu er aber meist einen Schritt zu weit weg von der für seine 1.88m idealen Position stand. Das dies für Bayern glücklicherweise gut ausging habe ich hier oben thematisiert. Dass das trotzdem objektiv nicht „gut“ ist, wird in den allermeisten Berichten zum Spiel thematisiert.
@ Cornelius:
Wer will mag es „clever“ nennen. „Gediegen abgewichst“ liest sich aber interessanter ;-) Und „unterlegen“ fand ich die Bayern auch nur in Halbzeit 1. In der zweiten Hälfte hatten sie die Sache eigentlich im Griff. Destruktiv zwar, und durch Schalker Einfallslosigkeit begünstigt, aber trotzdem.
Zugegeben, das gestrige Ärgernis habe ich nur in der Kneipe am TV gesehen, dennoch hat mich mit zunehmender Dauer ein déjà vue beschlichen. Nämlich hatte ich das Spiel schon einmal am 25. Oktober gegen Arminia Bielefeld gesehen. Nein. Am 25. Okt. stand die 4er Kette der Gastmannschaft am 16er und die zweite defensive 4er Kette zwei Meter davor. Gestern war das anders. Die hintere Kette stand im 16er und die zweite nur 1,5 Meter davor. Darum war auch kein Raum für einen zusätzlichen flüchtigen Defensiven zwischen den beiden Riegeln. Die Bayern haben Rakitic allerdings auch ohne diesen aus dem Spiel genommen. Hut ab! Und hatten im Gegensatz zu Bielefeld zwei Stürmer auf dem Platz.
Soweit zu dem, was alle gesehen, besprochen und kommentiert haben.
Was mich unendlich nervt ist, dass niemand fragt, wieso ein KK beschimpft, verunglimpft und von vielen Kommentatoren als bemerkenswert unfähig beurteilt wird und die Leistung? eines Nationalstürmers nicht einmal erwähnt wird. Gut, war ja scheinbar auch keine (kicker-Note 6). Am 25. Okt. hat Artur Wichniarek jedenfalls 3x mehr Alarm gemacht als MK.
Was mich wahnsinnig macht ist, dass ein Trainer eines Meisterschafts-Aspiranten einen 6er für einen Stürmer bringt. 18 Minuten vor dem Ende. Von Beton-Abwehr auf Riegel-Jürgen umgestellt. Prima, richtig innovativ diese taktische Variante.
Nach dem Spiel gegen die Ostwestfalen hab ich mir gewünscht, dass wir zu Hause mal wieder gegen eine Fußballmannschaft antreten dürfen.
Vielleicht gegen Manchester City. Herr Wieland würde vermutlich sagen ” Ma kucken”
“Zu Rensing möchte ich noch anmerken, dass er eben unendlich viele hohe Bälle irgendwo hin verlängert, irgendwo hin gefaustet oder irgendwo hin weggespitzelt hat. Bälle, von denen er einen großen Teil hätte fangen müssen, wozu er aber meist einen Schritt zu weit weg von der für seine 1.88m idealen Position stand.”
Anyway, Rensing’s Quote ist damit jedenfalls besser als die seines Gegenüber, oder? 3 richtige Bälle auf’s Tor bekommen und davon 2 rein gelassen und warum? Weil er von der für seine Größe idealen Position ganz knapp entfernt war. ;-)
Nein, bitte nicht …. autsch. War doch nur ein Spaßerl. ;-)
Wenn ein Sturm gerade durch Effektivität glänzt und ein Spiel gewinnt ist es eben einigermaßen daneben, sich einen rauszupicken um über ihn herzuziehen, auch wenn er objektiv schlecht gewesen sein mag.
Bei Kuranyi ist das deshalb anders, weil er der eine, der einzige Stoßstürmer ist, an den sich Schalker derart kettet, dass es schlicht kaum noch vorstellbar ist, dass da mal ein anderer in der Mittelstürmerposition ein Spiel beginnt. Und wenn der scheiße spielt ist das nun mal so blockierend, dass Schalke nur noch via Standards an ihm vorbei kommt, um es mal etwas überspitzt zu formulieren.
Warum reicht es für unsere Gegner “gediegen abgewichst” zu sein? Ich fürchte, weil unsere Rakitics, Altintops und Kuranyis offenbar (berechtigte?) Zweifel an ihren fußballerischen Fähigkeiten haben. Selbstbewußtsein, Spielfreude – von Spielwitz mag ich gar nicht reden – und/oder Torgefahr sehen anders aus. Unter Leistungsdruck geht leider bei einigen unserer Helden nichts, jedenfalls nicht genug um ein Wort wie “Meisterschaft” auch nur in den Mund zu nehmen.
Man kann nur, was man auch unter Druck kann. Zu einem Spitzenspieler gehört auch die psychische Stabilität. Der FC Schalke 04 hat diesbezüglich aber eher einen Hang zu Pflegefällen. Was sehr sympathisch, aber eben nur bedingt erfolgsversprechend ist.
[...] Fünf Martins, damit kommt der Name in der Liga ebenso häufig vor wie der Name Kevin. Der häufigste Vorname der 1. Bundesliga ist Daniel (inkusive Danijel, Danny), davon gibt es 17, gefolgt von Alexander (13, mit Alexandar, Alex) und Christian (10). Und Luca gibts natürlich nur einmal. [...]
[...] das nur gegen Bayern. An Niederlagen gegen den Rivalen von der Isar muss man sich allerdings wieder gewöhnen, so scheint [...]
Der Artikel is ja soweit ganz ok; aber is der Seximus in der Überschrift notwendig? Find ich ärgerlich…