„I am the Maskottchen of Schalke 04”
11. November 2008, Torsten Wieland
Stichwörter: Helden, Schalke 04
Charly Neumann ist tot.
Der immer da war. Der die aufgebrachteste Meute beruhigen konnte, weil er auch in den wildesten Zeiten immer irgendwie auf beide Seiten des Zauns gehörte. Eine Art Symbol, dass „wir“ Schalke sind. Es ist bezeichnend, dass es mit dem stetigen leiser werden um Charly Neumann einher ging, dass der Verein immer steriler wurde, dass es immer mehr „der Verein“ ist, nicht mehr „wir“ sind.
Einen wie Charly Neumann wird es nicht mehr geben. Die Zeit ist nicht mehr so.
Traurig.
Kommentare
6 Kommentare zu “„I am the Maskottchen of Schalke 04””
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Besser kann man es nicht ausdrücken.
Stimmt.
Da kann und muss ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Besser kann man das nicht auf den Punkt bringen.
Perfekte Worte, Hut ab. Fürn Charly halt.
Ein gebürtiger Westfale mit eher rheinischem Naturell, daher ist sein Todesdatum kurios.
Viele Geschichten um ihn sind ja nun nochmal nachzulesen. Weniger bekannt ist dass er sich schon lange vor ‘Fußball ist unser Leben’ als Schauspieler versuchte:
eine Nebenrolle in „Das Wunder des Malachias“, BRD 1961, Regie: Bernhard Wicki. Neumann war als Brezelverkäufer, Playboy und Journalist zu sehen, mit u. a. Horst Bollmann, Günter Pfitzmann, Senta Berger und dem heutigen Geburtstagskind Loriot. Gesehen hab ich den Film allerdings noch nicht.
Wahre Worte.
Mit dem Tod Charly Neumanns wird mir noch einmal die Sehnsucht bewusst, die ich nach dem “alten” Schalke habe (soweit ich es seit Anfang der Neunziger kenne), als wir in so vielen Spielen Underdogs waren. Die Mannschaft war oft grottig, wir Fans auf eine geniale Weise hemmungslos und nicht selten peinlich, voller Bier, Hoffnung und bereit zur Ekstase. Vor allem: Wir waren der FC Schalke 04, wir waren authentisch.
Charly Neumann hat genau dieses Schalke 04 verkörpert.