Artikel im November 2008

Meister wird …

… wer die meisten Tore schießt.
Eher nicht, dies war in der Bundesliga bisher nur in 19 von 45 Fällen so.

… die beste Heimmannschaft.
Heimstärke ist ebenfalls abträglich. Nur 20 mal wurde die heimstärkste Mannschaft Meister.

… wer die beste Rückrunde spielt.
Immer noch eine Minderheit, wenn auch knapp: 22 mal war das so.

… wer die wenigsten Gegentore kassiert.
Dies traf in 26 von 45 Fällen zu, damit liegen wir erstmals bei einer Quote von über 50%.

… die beste Auswärtsmannschaft.
28 mal war das so, achtmal mehr als beim besten Heimteam.

… wer die beste Hinrunde spielt.
Lange Zeit eine Bank, inzwischen hat es sich bei ungefähr zwei Drittel eingependelt: 31 Fälle, in denen der Herbstmeister auch am Ende die Nase vorn hatte.

… wer am häufigsten siegt.
Das ist schon ziemlich hilfreich, 37mal wurde die Mannschaft mit den meisten Siegen Meister. Noch wichtiger als zu siegen ist es aber nicht zu verlieren, denn:

Meister wird, wer am seltensten verliert!
In 38 von 45 Bundesligajahren wurde die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen Deutscher Meister.


Macht mir das jetzt Mut? Tore schießen ist eher abträglich wenn’s darum geht am Ende Meister zu werden. Viel wichtiger ist es nicht zu verlieren.

Auf nach Leverkusen!


[Diese Statistik fand ich in der Sportbild-Ausgabe vom 22. Oktober, heute morgen beim Zahnarzt. Danke an die Redaktion, die hoffentlich richtig recherchiert hat; die Stichproben stimmten jedenfalls. Und an die nette Zahnarzthelferin für die Kopie!]

„Mit unseren Fans kann man nicht rechnen“

Ob, und wenn ja, wie wichtig die von Fans erzeugte Stimmung für Fußballprofis ist, darüber wurde schon viel diskutiert. Manchmal hört man Spieler sagen, dass sie das Stadion ausblenden würden. Bastian Schweinsteiger kann man im Film sagen hören, dass es auch „irgendwie geil“ sei, von tausenden gegnerischen Fans ausgepfiffen zu werden.

Von den eigenen Fans ausgepfiffen zu werden ist sicher deutlich weniger geil.
Beschwerden der Spieler darüber hört man dennoch recht selten, weil diese wissen, dass dieses Thema sie verfolgen würde. Es muss schon hart auf hart kommen, es muss schon jemand Redebedarf haben, wie beispielsweise Kevin Kuranyi bei seiner Pressekonferenz heute vor einem Monat.

Oder es müssen Dinge passieren wie beim MSV Duisburg, wo Fans per Choreografie den Rauswurf des Trainers forderten. MSV-Verteidiger Serge Branco machte sich nach dem Spiel Luft. Die große Fußballwelt wollte es nicht hat es nicht mitbekommen, lediglich in die Sendung „Radio Zebra“ des Duisburger Bürgerfunks hat sein O-Ton es geschafft. Bemerkenswert ist er trotzdem. Und zu hören ist er ab 6:28 Min in der unten verlinkten Sendung von vorgestern. Für den Rest des Hörstücks müsste man MSV-Fan sein.

Hören:

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mp3-Datei / Podcast-Feed

„I am the Maskottchen of Schalke 04”

Charly Neumann ist tot.

Der immer da war. Der die aufgebrachteste Meute beruhigen konnte, weil er auch in den wildesten Zeiten immer irgendwie auf beide Seiten des Zauns gehörte. Eine Art Symbol, dass „wir“ Schalke sind. Es ist bezeichnend, dass es mit dem stetigen leiser werden um Charly Neumann einher ging, dass der Verein immer steriler wurde, dass es immer mehr „der Verein“ ist, nicht mehr „wir“ sind.

Einen wie Charly Neumann wird es nicht mehr geben. Die Zeit ist nicht mehr so.
Traurig.

Martinstag

Alles Gute zum Namenstag an die Herren Martín Demichelis, Martin Fenin, Martin Harnik, Martin Jol, Martin Lanig und Martin Stoll. Aber schön die Tonpfeifen weglassen.

Fünf Martins, damit kommt der Name in der Liga ebenso häufig vor wie der Name Kevin.
Der häufigste Vorname der 1. Bundesliga ist Daniel (inkusive Danijel, Danny), davon gibt es 17, gefolgt von Alexander (13, mit Alexandar, Alex) und Christian (10). Und Luca gibts natürlich nur einmal.

Nicht das man sowas wissen sollte. Mir war nur gerade danach.

Luca ist ein Mädchenname

Schalke gegen Bayern München. Ein Spiel, das fast alle der gängigen Klischees bediente.

Der sprichwörtliche „Bayern-Dusel“ war zu sehen, denn obwohl der bei hohen Bällen unsichere Bayern-Keeper Rensing ein ums andere Mal daneben griff, fiel der Knicker wie von Zauberhand immer vor die Füße eines Mitspielers. Die Leichtfüßigkeit des Starensembles war zu sehen, insbesondere Toni und Ribery mussten von Schiedsrichter Kircher immer wieder vor Bundesligahärte bewahrt werden und Toni scheint grundsätzlich keinen verloreren Zweikapf auf seinen Füßen zu beenden. Es gab die gewisse Arroganz der Großkopferten zu sehen, wenn Oddo oder Kroos am eigenen Strafraum mir ihren Gegnern Katz und Maus spielen wollten. Und der Hang der Schiedsrichter, im Zweifelsfall eher für das „Aushängeschild des deutschen Vereinsfußballs“ zu entscheiden war ebenso zu spüren, als Borowski in der ersten Halbzeit im Bayern-Strafraum Jefferson Farfan relativ offensichtlich am Trikot hielt.

Leider wurde nicht bestätigt, dass Schalke eine besondere Stärke in Standardsituationen entwickeln kann. Am Ende standen 18:1 Ecken für die Königsblauen zu buche, allesamt ohne zählbarem Ergebnis …

Nüchtern betrachtet war Schalke zwar über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, konnte aber nur eine Halbzeit lang wirklich Druck aufbauen. Es war eine wirklich gute erste Halbzeit, in der Schalke alles klar hätte machen können, in der die Abwehr des FC Bayern schwamm und Lucio in der Bayern-Zentrale einige Male nicht wusste wie ihm geschah. In einer Hälfte, in der sich Ivan Rakitic immer noch zu häufig versteckte, kam Schalke effektiv über die Außenpositionen zu Torchancen, konnte aber nicht mehr als dieses eine Tor, den zwischenzeitlichen Ausgleich, erzielen.

Nüchtern betrachtet kam der FC Bayern zwar nur dreimal vor das Schalker Tor, erzielte dabei aber zwei Treffer. In der zweiten Hälfte lies der große Stratege Jürgen Klinsmann seine Mannschaft dann wie Energie Cottbus spielen, mit dem Unterschied, dass Cottbus zur Halbzeit selten mir 2:1 führt. Aber es reichte, Schalke 04 spielte zwar auch die zweiten 45 Minuten nach vorne, brachte aber nicht genug Kreativität auf, um das Bollwerk der eingeigelten Bayern zu durchbrechen.

Wie Dogfood schon schrieb, der Sieger wird das Spiel als Signal für bessere Zeiten interpretieren und der Verlierer bekommt die nächsten vier Tage eine Krise angedichtet. Ich sah engagierte, aber über weite Strecken viel zu biedere Knappen gegen passive Bayern.

Deutlich wurde aber auch, wieso es Schalke, trotz eingekauftem Talent, dem Willen und der nötigen Unterstützung, am Ende nie ganz nach oben schafft: Ein Gegner muss nicht besser, er muss nur gediegen abgewichst sein, um den FC Schalke 04 vor große Probleme zu stellen.

Absicht?!

Unterschreitet ein Team die Mindestanzahl von sieben Spielern, weil einer oder mehrere Spieler das Spielfeld absichtlich verlassen haben, ist der Schiedsrichter nicht verpflichtet, das Spiel zu unterbrechen, und darf auf Vorteil entscheiden. Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte und wird verwarnt, wenn er absichtlich, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters, das Spielfeld verlässt.
Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter die Partie weiterlaufen und verwarnt den fehlbaren Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat.

Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Dem gegnerischen Team wird ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielt.
Unter gewissen Umständen sind Spieler bei einem Handspiel wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, z. B. wenn der Spieler durch ein absichtliches, klares Handspiel verhindert, dass der Gegner in Ballbesitz gelangt oder wenn versucht wird, durch ein absichtliches Handspiel ein Tor zu erzielen. Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler erhält die Rote Karte und wird des Feldes verwiesen, wenn er durch absichtliches Handspiel ein Tor oder eine offensichtliche Torchance des Gegners verhindert. Der Torhüter ist mit der Roten Karte des Feldes zu verweisen, wenn er außerhalb seines Strafraumes den Ball absichtlich mit den Händen spielt und so eine klare Tormöglichkeit zunichte macht oder einen offensichtlichen Torerfolg verhindert.

Als Ballbesitz durch den Torhüter gilt auch, wenn der Torhüter den Ball absichtlich von der Hand oder vom Arm abprallen lässt.

Ein Torwart verursacht einen indirekten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er innerhalb seines Strafraums den Ball, den ihm ein Mitspieler mit dem Fuß absichtlich zugespielt hat, mit der Hand berührt. Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er bei einem Rückpass zum eigenen Torhüter den Ball absichtlich auf unkonventionelle Art mit dem Kopf, der Brust oder dem Knie spielt, um die Rückpassregel zu umgehen.
Situationen, in welchen der Ball von einem Mannschaftskollegen mit dem Fuß zwar nicht direkt in Richtung des Torhüters, jedoch absichtlich so gespielt wird (beispielsweise neben das Tor), dass der Torhüter den Ball annehmen kann, sind im Sinne dieser Regel als absichtliche Rückpässe an den Torhüter zu werten – berührt der Torwart in solchen Fällen den Ball mit den Händen, ist ein indirekter Freistoß zu verhängen. Ein indirekter Freistoß ist auch dann zu verhängen, wenn ein Mitspieler des Torhüters den Ball mit dem Fuß absichtlich stoppt und der Torhüter diesen Ball mit der Hand berührt.

Der Schiedsrichter verwarnt jeden Spieler, der die Spielfortsetzung verzögert indem er (a) einen Freistoß absichtlich an der falschen Stelle ausführt, um damit den Schiedsrichter zu zwingen, die Ausführung wiederholen zu lassen, (b) bei seiner Auswechslung das Spielfeld absichtlich langsam verlässt, oder (c) eine Auseinandersetzung dadurch provoziert, dass er den Ball absichtlich in die Hand nimmt, nachdem der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat.

Wenn nach Ab- oder Eckstößen der Ball im Spiel ist und vom ausführenden Spieler absichtlich mit der Hand gespielt wird bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat, wird ein direkter Freistoß für das gegnerische Team an der Stelle verhängt, an der sich das Vergehen ereignete. Zielt ein Spieler bei der korrekten Ausführung eines Frei- oder eines Eckstoßes absichtlich auf einen Gegner, um erneut in Ballbesitz zu gelangen, und hat er den Ball weder rücksichtslos, gefährlich noch übermäßig hart getreten, lässt der Schiedsrichter die Partie weiterlaufen.

[Quelle: Fußballregeln 2008/2009. Inspiriert durch Doktor Fußball]

Peer Steinbrück hat nur das Königsblog im Kopf

Oder über’m Kopf … Oder so …



[Danke für den Hinweis an GeSc04]