Vorbildhaft für Schalke?

Infokasten kurtspaeterLassen wir all die Probleme hinter uns, betrachten wir auch nicht, dass schalketypisch der Manager entlassen ist, bevor er entlassen ist und die große deutsche Boulevardzeitung einen Namen nach dem anderen in den Ring wirft. Gestern Assauer, heute Allofs und Bierhoff, morgen womöglich Dieter Hoeneß. Denn der hört wohl bald auf beim nächsten Schalke Gegner, der Berliner Hertha.

Wenn ich über die Hertha nachdenke, dann denke ich an Überraschung. Vielleicht auch ein bisschen an Wundertüte. Denn ich muss mich revidieren, die Entwicklung der Hertha in dieser Saison, beginnend mit einem radikalen Umbruch vor anderthalb Jahren, diese Entwicklung hätte ich dem Verein nicht zugetraut. Zuerst wurde ein Trainer verpflichtet, dem der Ruf vorauseilte, er könne eine Mannschaft aufbauen. Langfristig.

Nur wieviel Zeit benötigt er und wieviel ist man bereit zu geben?
Zunächst hat er die Mannschaft fast komplett umgekrempelt und sich Spieler verpflichten lassen, die seinen Vorstellungen entsprachen. Teilweise in Deutschland völlig unbekannte, junge Spieler wie Rafael, Lustenberger, Cicero, von Bergen oder Kacar. Als Sahnepunkte erfahrene Leute wie Voronin oder Drobny. Dazu Stein aus Rostock oder Nicu aus Wehen, also nicht auf dem großen Radar großer Vereine erprobt. Von der wirklichen Stammelf voriger Jahre ist nur Friedrich unumstritten geblieben, Simunic hat sich nach Schwierigkeiten gefangen und Pantelic ist immer auf dem Absprung und ich bin mir sicher, spätestens in der Sommerpause wird er den Verein verlassen. Und von der ehemaligen Schwemme an Hertha-Jugendspielern (ich denke vorallem an die Boatengs oder Dejagah) ist nur der Kieler Patrick Ebert und Sofian Chahed übriggeblieben.

Und plötzlich steht die Hertha auf Platz 3, fast am Ende der Hinrunde. Zwar ist ihr Fußball nicht unbedingt der ansehnlichste der Liga, aber der Erfolg stellt sich bereits ein. Mit defensivem, vor allem aber mit organisiertem Fußball, mit Spielern, die bereit sind ihm zu folgen und (Ausnahme Pantelic und anfangs Simunic) die sich in den Dienst der Sache stellen. Die Schwächen in der Offensive in der noch zuviel an Pantelic hängt, wird der Trainer, der alles ißt, mit Sicherheit auch noch ausmerzen. Wenn man ihm die Zeit gibt, wovon nach dieser Hinrunde mehr denn je auszugehen ist und die er immer eingefordert hat.

Um den Bogen zu Schalke herzustellen, so schwer es fällt, dieser Weg der Neuentwicklung mit einem klaren System ist der Weg, den auch Schalke gehen sollte. Trotz aller Widrigkeiten, die Favre und der Verein in der letzten und am Anfang dieser Saison zu überstehen hatten, arbeitet man immer noch am Konzept, dass der Trainer im Juni 2007 mitbrachte und wegen dem man ihn verpflichtete. Das allein ist vorbildhaft für das Schalke im Dezember 08.



2 Kommentare zu “Vorbildhaft für Schalke?”

  1. Welt Hertha Linke - Hertha BSC Berlin Blog sagt:

    Ein Fest der Scheußlichkeiten auf Schalke…

    Hertha verliert also mal wieder. Jetzt hatte ich mich gerade daran gewöhnt, die Mannschaft regelmäßig siegen zu sehen und dann folgt der Niederlage gegen Galatasaray gleich noch die Auswärtsschlappe auf Schalke. Gegen Schalke und Galatasaray kann m…

  2. kurtspaeter sagt:

    Darüber freu ich mich mal richtig. In meinen Augen ganz wichtig und ein erster, richtiger Schritt:

    Benedikt Höwedes verlängert bis 2014!

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