Fußballrealitäten

Koller kommt bei einem Großteil der Fans nicht gut an. Dem stets etwas distanziert wirkenden Trainer wird Mangel an Volksnähe vorgeworfen.
Bei einer emotionalen Diskussion mit den Anhängern vor zwei Wochen wurde dem modebewussten 48-Jährigen nahe gelegt, zukünftig bei Spielen einen Trainingsanzug zu tragen. Damit jeder sehen könne, dass er „auch wirklich arbeite“, so ein Fansprecher. Koller ließ sich jedoch nur auf einen Kompromiss ein: Er trägt nun einen Fanschal. Gebracht hat es nichts.

Ist nun die Forderung nach einem Trainigsanzug, die Tatsache, dass Herr Koller deshalb nun einen Fanschal trägt oder die Feststellung des Oliver Müller, dass es nichts gebracht hätte der größte Klopper in diesen sieben Sätzen?

In jedem Fall wird hier Fußballrealität dargestellt, sehr gut, wie ich finde. Mit Sicherheit würde man auch reichlich Schalker finden die denken, dass Kevin Kuranyi ein besserer Fußballer sein könnte, würde er sich bloß seiner modischen Gesichtsbehaarung entledigen. Und Oliver Müller würde genau hinschauen und es im nachhinein bewerten.

Großartig.



3 Kommentare zu “Fußballrealitäten”

  1. Easyfunk [welt-hertha-linke] sagt:

    Dem ist eigentlich nichts weiter hinzuzufügen, außer: Oh Mann!

  2. Michael Wiemer sagt:

    Der Weggang von Stefan Kuntz wirkt schwer nach. Bochum war mit ihm auf einem guten Weg. Fazit der Hinrunde: 17 Spiele und ein einziger Sieg. Das riecht nach Abstieg. Der Patriarch duldete keinen kompetenten Kuntz neben sich. Die Rechnung wird den Bochumern gerade präsentiert. Gladbach wird sicherlich mit dem Trainerfuchs Meyer (natürlich hat er eine schwere Mission)in der Rückrunde attackieren. Bielefeld und Cottbus sind immer unangenehm zu spielen. Es kann sehr eng für Koller und den Vfl werden. Kündigt sich da eine zweite Duisburg/Bommer Abfahrt hinunter in die 2. Bundesliga an? Die Kleidung bewirkt da relativ wenig.

  3. Trainer Baade sagt:

    So ist es mal in Gelsenkirchen Bochum: Da entscheidet der Zwirn über die Sympathie. Das Krude daran ist, dass die Leute es ja selbst glauben: Wenn er einen Trainingsanzug trüge, wäre er einer von ihnen bzw. dann wäre seine Arbeit „erkennbar“.

    Du sagst es: Fußballrealität, aber auch Realität ohne Fußball ist damit trefflich beschrieben.

    Falls man mal gewählt werden will, sollte man das in seine Planungen miteinbeziehen. „Kleider machen Leute“ – eben so oder andersrum.

    (Das „Gelsenkirchen“ sollte durchgestrichen sein – geht aber wohl nicht in Kommentaren?)

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