Keine Wahl

Fußballer des Jahres in Weißrussland 2002,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2003,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2005,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2006,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2007,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2008 ist Aliaksandr Hleb.

Und das, obwohl er für seinen Club in dieser Saison an lediglich 10 Ligaspielen beteiligt war. Dabei wurde er siebenmal ein- und dreimal ausgewechselt, stand im Schnitt pro Einsatz 26 Minuten auf dem Platz.

Nun habe ich keine Ahnung, wer den Fußballer des Jahres in Weißrussland bestimmt. Trifft sich eine Kommission zur Abstimmung, könnte man sich zwei Szenarien vorstellen:

In dem ersten hadern die Herren (und es sind nur Herren anwesend) mit dem Umstand, dass es keinen zweiten Fußballer weißrussischer Abstammung gibt, der in irgendeinem Club der vielbeachteten westlichen Ligen wenigstens ab und an sein Können zur Schau stellt. Und sie schwören Stein und Bein, dass sie die Ehre nochmal Maksim Ramaschtschanka antragen würden, spielte dieser, wenn schon in der Türkei, wenigstens für Fenerbahçe oder Galatasaray. So aber bleibt ihnen nur die eine Wahl.

In dem anderen Szenario ist das jährliche Treffen der Komission (zu der auch Frauen gehören) zu einem bei allen Anwesenden sehr beliebten Termin geworden. Sich kurz vor Weihnachten nochmal sehen, gut zu speisen und hiernach ohne jede Diskussion eine Entscheidung treffen zu können, die von niemandem angezeifelt werden wird, passt in die Jahreszeit, ist ein höchst befriedigender Akt. Und Nationaltrainer Bernd Stange beglückwünscht die Komission in seiner Rede zu ihrer Entscheidung.

Natürlich ist das zweite Szenario näher dran. Bestimmt.
Wie friedvoll andere Länder mit ihrem Topstar umgehen können!
Frohe Weihnachten.



2 Kommentare zu “Keine Wahl”

  1. mars sagt:

    Abgesehen davon, dass ich mal als Augenzeuge zweier weißrussischer Erstligaspiele bestätigen kann, dass das allgemeine Niveau sehr weit unter dem des Herrn Hleb liegt, finde ich paßt diese ewig gleiche Wahl doch ganz gut zum Land. Aliaksandr Lukaschenka kommt ja auf ähnliche Weise zu seinem Posten.

  2. Sebastian sagt:

    Nun ja, da wird eine Kommission getagt haben und sich überlegt haben, welche weißrussischen Fußballer der Präsident kennt. Lukaschenka ist ja bekanntermaßen ein Freund des Eishockeys. Und da die Kommission keine gewagte Einführung eines neuen Namens riskieren wollte, nahm man halt den des letzten Jahres. Ach ja, Jens Weinreich dokumentiert die Wertschätzung Lukaschenkas durch die diverse nationalen bzw. internationalen Sportverbände

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