Kopfsache

Per SMS: „Woraus soll man Hoffnung schöpfen, wenn schon ein gutes Spiel mit zig Torchancen nicht gewonnen wird?“

Antwort von kurtspaeter: „Vielleicht aus der Tatsache, dass man wirklich ganz gut gespielt hat? Mehr fällt mir nicht ein.“

Mehr kann einem dazu wohl auch nicht einfallen.

Es gab mehrere Dinge am Schalker Spiel, die man kritisieren kann. Bennedikt Höwedes Handspiel hätte einen Strafstoß und somit das 0:2 zur Folge haben müssen. Zudem zeigten Höwedes und Bordon Abstimmungsprobleme bei schnellen Kontern der Hannoveraner. In der Defensive spielte Westermann die Position des linken Verteidigers auch nicht souverän. Und vorne fehlte es dem Sturmspiel durch die Mitte wieder an Klarheit. Das offensive Mittelfeld, dass heute zunächst mit Rakitic und Kobiashvili, später mit Rakitic und Altintop vergleichsweise schicksalhaft offensiv besetzt war, spielte genau einen „tödlichen Pass“ – Rakitic in Minute 2 auf Farfán, der den Ball an den Pfosten setzte.

Aber ja, trotzdem hat Schalke gut gespielt. Schalke hat eben niemanden für den „tödlichen Pass“. Rakitic mag das Auge und den Fuß dazu haben, doch ist er zu wenig präsent, zu langsam, zu schwach auf der Brust. Also erarbeitete sich Schalke seine Chancen durch körperliche Überlegenheit von Spielern wie Westermann, Asamoah und Altintop, bei eigentlich viel zu umständlichem Spiel durch die Mitte. Oder die Mannschaft versuchte es über Außen und durch Standards, wie man es seit anderthalb Jahren gewohnt ist. Heute erspielte es sich damit ausreichend Chancen.

Trotzdem reichte es nicht zum Sieg, nicht mal zu einem Punkt. Das deprimiert.
In vielen Spielen erschafft sich Schalke nicht mal die Hälfte der heutigen Chancen. Man leidet und flucht über die fehlende Kreativität, rauft sich die Haare ob der Kompliziertheit des Schalker Aufbauspiels und wünscht sich die Stürmer irgendwie angespielt. Und dann bekommen sie die Bälle auf die Füße, auf die Köpfe und nach vergebenen Chancen vom Pfosten noch mal als Rebound, und kriegen die Kugel trotzdem nicht über die Linie.

Das ist kein Pech, das war auch nicht nur die unbestrittene Stärke Robert Enkes. Das lässt sich auch nicht durch Torschusstraining abstellen. Das ist Kopfsache.

Dies war ein wichtiges Spiel, es sollte einen Neuanfang markieren. Ein Sieg nach einem 0:1 Rückstand wäre dazu perfekt gewesen. Schalke hat sehr viel investiert und nichts erreicht. Das Ergebnis dieses Spiels wird nachhaltig sein. In der Regel verliert das Schalke dieser Ära seine wichtigen Spiele eben.



3 Kommentare zu “Kopfsache”

  1. berka sagt:

    Das Gerede vom Lieblingsgegner (wdr-Videotext) hat mir gleich nicht gefallen. Bleibt wohl erstmal nur noch der Pokal?

  2. Torsten Wieland sagt:

    Wohl nur eine rhetorische Frage.

    9 Punkte und 6 Gegner bis Platz 3 halte ich für unmöglich. 6 Punkte und 4 Gegner bis Platz 5 sehr schwierig.

    Ja, der Pokal könnte – mit einer guten Portion Massel – noch etwas Spaß und einen internationalen Startplatz für die kommende Saison bedeuten.

  3. berka sagt:

    War auch rhetorisch gemeint. Das ‘?’ hab ich im letzten Moment angefügt.

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