Artikel im Januar 2009

Schalke sammelt Talent

Gemeinsam mit Fred Rutten habe er ein Konzept vorgestellt. Das sagte Manager Müller in nahezu jedem Interview, nachdem er zur Aussprache mit dem Restvorstand und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach Rheda-Wiedenbrück geladen wurde. Als man munkelte, es wäre auch um seinen Job gegangen.

Bislang wurde der Kader für die Rückrunde nicht verstärkt, bislang durfte sich der Trainer lediglich der schlimmsten Transfersünden der letzten 17 Monate entledigen. Daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Dennoch ist Schalke nicht untätig. Aktuell scheint der Club verstärkt auf der Suche nach jungen Spielern zu sein.

Marvin Pourie (18 Jahre, Mittelstürmer) wurde bereits verpflichtet und an 1860 München ausgeliehen. Jan Morávek (19 Jahre, offensives Mittelfeld) gilt in Tschechien als großes Talent, trainierte eine Woche im Schalker Kader und wird eventuell im Sommer nochmal ein Thema. Der kicker berichtet über ein Schalker Interesse an Marko Arnautovic (19 Jahre, Aussenstürmer). Der Österreicher wurde noch zu Ruttens Zeiten aus Wien nach Enschede geholt, wo er nun in der Eredivisie zum Stammspieler avanciert. Und just heute meldete goal.com, dass Schalke 04 Nicolás Mezquida (17 Jahre, Stürmer) aus Uruguay vorab für Ende 2009 verpflichtet hätte.

Ob diese Anhäufung von Meldungen Zufall oder eine Entwicklung, gar der Teil eines Konzeptes ist, wird man sehen. Trainer Rutten eilte aus Holland der Ruf voraus, junge Spieler formen zu können. Man darf nun sehr gespannt sein, ob er in der Rückrunde Levan Kenia (18, Mittelfeld) an die Mannschaft heranführen wird. Kenia gilt als großes Talent, hat trotz seiner Jungend bereits 7 A-Länderspiele für Georgien bestritten, laborierte während der Hinrunde aber Wochenlang an einer Sprunggelenksverletzung. Nun hat er das Wintertraining komplett absolviert und könnte in der Rückrunde zur Alternative werden.

Sicher ist Kenia nicht der Heiland, zu dem er von manchen Schalker Fans gemacht wird, die all’ ihre Hoffnungen immer in den nächsten, noch unbekannten Spieler legen, eben immer in den letzten, der sie noch nicht enttäuscht hat. Aber Levan Kenia ist einer von der Sorte, die Schalke möglicherweise sucht – nur das es ihn schon ein Jahr lang hat.

Ma’kucken.

„Vizemeister gibt’s nicht“

Am 29. Dezember starb Rudi Michel. Er kommentierte die TV-Übertragung des WM-Endspiels 1982 zwischen Deutschland und Italien, und so kann ich mir sicher sein dass ich ihn erlebt habe, zwischen vielen Nachbarn, unter freiem Himmel, Herrn Rossi doof findend. Erinnerungen an diesen Kommentator habe ich aber nicht.

Er gehörte auch nicht zu den Rundfunkstimmen, die ich gerne anführe wenn ich von langen Nachmittagen vor dem Radio erzähle, die ich zu Zeiten, da die Sportschau lediglich 3 Zusammenfassungen bot und sich RTL noch mit Titten und Hütchenspiel zu etablieren versuchte, häufig erlebte.

Im Jahr 2000 war Rudi Michel neben Manni Breuckmann, Werner Hansch, Wolfgang Hempel und Doris Schiederig in der dreistündigen Sendung „Die Lange Nacht der Sportreporter“ zu Gast. Anlässlich seines Todes fasste der Deutschlandfunk diese Sendung nun mit Fokussierung auf Michels Diskussionsbeiträge zusammen.

Es ist sehr interessant, wie die Runde vor 9 Jahren die Entwicklung der Sportmedien sah. Es ist erstaunlich, mit welcher Zweifellosigkeit Rudi Michel seine Worte wie Grundsätze klingen lässt, und wie oft man ihm dabei zustimmen möchte. Und es ist schön, dass immer dann, wenn man selbst gerade doch mal Einspruch erheben will, Manni Breuckmann dies für einen übernimmt.

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Seit 2,6 Jahren im Club

Wenn es um das Thema echte Typen geht (wie kürzlich) ist es meist nicht weit bis zu den Geschichten von Herzblut und Vereinstreue. Häufig wird für den Mangel an Typen als Argument angeführt, dass heutzutage mehr gewechselt würde, dass Profis ihrem Club früher treuer waren.
Nun haben von „früher“ verschiedene Fans verschiedene Vorstellungen. Sicher, zu Kuzorras Zeiten waren Wechsel zwischen Proficlubs seltener. Aber wie war es zum Beispiel vor 20 Jahren, als die halbe Nationalmannschaft in Italien spielte? Leider fehlt es einem (bzw. zumindest mir) an Vergleichsmöglichkeiten, da es mein Blog und transfermarkt.de „früher“ noch nicht gab. Trotzdem habe ich die Daten für „heutzutage“, für die Kader der aktuellen Saison mal zusammengefasst.

Heraus kam, dass 65% aller 493 Bundesligaprofis erst im ersten oder zweiten Jahr in ihrem Club beschäftigt sind. 14% befinden sich im dritten Jahr, 7% im vierten, 6% im fünften Jahr. 8% sind hingegen „wie früher“, bereits länger als 5 Jahre in ihrem Club. Im Durchschnitt spielt „der Bundesligaprofi der Saison 2008/2009“ seit 2,6 Jahren in seinem Verein.

Hier die „treuen 8%“.



[Es zählt der Profivertrag, nicht der erste Einsatz. Dass auch Spieler ohne Einsätze in einem Kader wirken können weiß, wer hier des öfteren liest. Berechnet wurden selbstverständlich nur die Jahre bis heute, auch wenn in der zweiten Spalte die komplette aktuelle Vertragslaufzeit angegeben ist. Quelle: transfermarkt.de]

[Update: 20.01.09]

De Jong sagt Manchester City ab

„Das Angebot ehrt mich und Manchester City ist ein toller Club, aber ich möchten meinen Vertrag beim HSV erfüllen. Wir befinden uns im Umbruch und ich will ein wichtiger Teil dieser Mannschaft sein. Hamburg ist eine tolle Stadt und Geld ist nicht alles. Außerdem kann ich Kaká nicht leiden.“

Naja. Vielleicht wechselt er ja doch.

15:30 Uhr!

Jetzt in 21 Tagen ist Anstoß zum Heimspiel gegen Werder Bremen. Endlich.

Lediglich die Aussage des Herrn der tausend Wahrheiten, über den unschätzbaren Vorteil der deutschen Winterpause, in Bezug auf die weiteren Spiele deutscher Mannschaften in internationalen Wettbewerben, lässt mich diese Zeit ohne Wahnsinn überstehen.
Harren für die Anderen, sozusagen.

Allein zu zweit mit Jermaine Jones

Äußerst nervig, immer nur Scheißthemen zum
eigenen Club zu lesen.

Asamoah suchte ein Arschloch und viele einen,
der mal was sagt. Ging doch flott!

Kommt nun jeder mal und gibt seinen Senf dazu?

Recht hat er ja, der Jones. Es gibt keine
Konkurrenz für Kuranyi. Das ist nicht gut.

Erst macht Schalke auf hart und schmeißt Spieler
aus dem Kader, und nun führen die Übriggeblie-
benen der Führung ihre Hilflosigkeit vor Augen.

Müller macht’s richtig, Ball flach halten. An Jones lag
es sicher nicht an erster Stelle, dass die Saison bis-
lang nicht gut verlief.

Alle fordern Disziplin und Einsatz und jeder macht was er will.

Wichtig ist die Leistung auf dem Platz. Soll er halt
mal abfackeln.

Sich füreinander den Arsch aufreißen beginnt wohl kaum
mit gegenseitigem ankacken.

Einen „Ehrenkodex“ bricht man eben nicht
mit einer Schiedsrichterbeleidigung.

Übrigens

Übrigens sieht Jörg Strohschein im Tagesspiegel die Schalker Mannschaft auf der Suche nach einer neuen Hierarchie. Seit Monaten würden sich interne Verteilungskämpfe abspielen, die dem sportlichem Erfolg abträglich seien, schreibt er. Auch nicht schön, aber mal was anderes als die Allesscheißegalsauhaufen-Theorie.

[Im ursprünglichen Beitrag folgte an dieser Stelle ein Text, der aus rechtlichen Gründen am 29.03.09 entfernt wurde]

Und das hier finde ich übrigens wirklich witzig, auch wenn es von woanders stammt und ich reines Copy & Past nicht mag. Wenn aber so ein netter Text im Original wegen Klickhascherei derart zerstückelt daher kommt, ist eine solche Copy & Past-Arbeit quasi eine Reanimation.

[Update: Peter Wenzel liest auch den Tagesspiegel]