Präsident Schnusenberg sagte in einem Interview, dass Manager Müller und Trainer Rutten auch in der kommenden Saison noch im Amt sein werden. Wer allerdings auf Schnusenberg-Inteviews vertraut glaubt auch, dass gleiche Höhe kein Abseits ist. Meines Erachtens ist Manager Müller lediglich deshalb noch im Amt, weil sich Schalke mit der Frage nach einem Nachfolger schwer tut. Es wird Zeit, dass der Club zu Potte kommt. Es wird Zeit, dass Klarheit geschaffen und Andreas Müller seines Amtes enthoben wird.
Andreas Müller hatte von Beginn an einen schweren Job. Als Nachfolger von Rudi Assauer übernahm er einen fast zahlungsunfähigen Club. Assauer hatte mit dem letzten Geld eine Mannschaft zusammengekauft, die stark genug war, einige Jahre um die Meisterschaft mitzuspielen. Plötzlich war es an Müller, die Mannschaft ohne frisches Geld am Leben zu halten. Dazu fehlte ihm die Phantasie. Und um in Sachen Führung und Darstellung den „managerigsten“ Manager von allen zu ersetzen fehlt es ihm an Persönlichkeit.
In seinem Job hat er der Macher zu sein. Stattdessen hat man das Gefühl, dass mit ihm jeder macht was er will. Es ist typisch Müller, Dinge nicht zu Ende zu bringen. Mal verpflichtete er einen brasilianischen Verteidiger, ohne dass dieser je auf Schalke ankommt (Gustavo). Mal verteilt er horrende Geldstrafen, ohne dass diese kassiert werden (Rafinha, Olympia).
Unter seiner Führung weiß Clubintern der eine nicht, was der andere will oder tut. Es wurden Spieler verpflichtet die der Trainer nicht aufstellte (Streit, Zé Roberto). Er verpflichtete einen „pfeilschnellen Spieler, der auf allen offensiven Positionen eingesetzt werden kann“, und auf Schalke kommt ein selbstgerechter, langsamer Jüngling an, der mit Vereinswechsel droht sobald er 10 Meter weiter links als in der Mitte eingesetzt wird (Rakitic).
Auf Schalke sprechen Präsidenten, Aufsichtsräte und Altinterationale in alle Richtungen zu interpretierende Sätze in die Mikrofone, ohne dass sich Müller wehrt, ohne dass er ein Machtwort spräche. Die Macht ist es, die ihm fehlt. Durch sein Handeln ohne Linie, durch seine niemals klare Sprache hat er sie freiwillig aus der Hand gegeben.
Seine „Alles wird gut“-Aussagen will niemand mehr hören. Die Sätze von Serienstarts nach Siegen und dem Zusammenrücken nach Niederlagen haben mittlerweile Runnig-Gag-Charakter. Nun ist Andreas Müller bei Pressekonferenzen nicht mehr zugegen. Ob er freiwillig nicht mehr voran geht oder ob er sich vom Club in den Keller sperren lässt: Das eine wäre nicht weniger schlimm als das andere.
Er bekommt es nicht hin, den Club nach Außen vernünftig darzustellen. Er scheint große Probleme bei der Führung seiner Mitarbeiter zu haben und bekommt die Gernemitredner des Clubs nicht unter einen Hut. Ein Großteil seiner Entscheidungen für den sportlichen Bereich haben sich als falsch erwiesen. Andreas Müller ist für den Job des Machers in einem Club wie dem FC Schalke 04 nicht geeignet.
Und Kassenwart ist schon der Präsident.