Sonntagabend, gegen 21:30 Uhr meldete es auch der sid. Fabian Ernst wechselt für eine geschätzte Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro zu Besiktas Istanbul.
Fabian Ernst ist ein großartiger Defensivspieler. Wenn in Anlehnung an den American Football gute Aufbauspieler als Quarterbacks bezeichnet werden, kann Fabian Ernst mit einem Middle Linebacker verglichen werden. Im Zentrum des ballorientiertem Verschiebens erkennt er früh mögliche Lücken für den Gegner und ist zur Stelle. Er hält den Druck von der Abwehrkette fern. Mit Fabian Ernst lag Schalkes Gegentor-Schnitt in der Bundesliga immer unter 1.
Wie der Middle Linebacker im American Football vom Platz geht wenn die eigene Mannschaft in Ballbesitz kommt, so ist Fabian Ernst für die Offensive keine große Hilfe. In dreieinhalb Jahren hat er für Schalke kein ein einziges Tor erzielt, und, was schwerer wiegt, ein typischer Fabian Ernst-Pass ist eher von horizontaler Ausrichtung. Wenn ein Angriff schnell nach vorne gehen soll bezieht man Fabian Ernst besser nicht mit ein.
Außerdem war Ernst auf Schalke einer der federlosen Häuptlinge. Vom Typ her, von der Position und von der Erfahrung her hätte er ein Spieler sein sollen der eine Mannschaft führt, der eine Orientierung bietet. Ob sich der Druck nun dadurch ergab, dass Schalke kurz vor einer Meisterschaft stand, oder dadurch, dass nach einer 3:0 Führung beim Erzrivalen die Mannschaft ins Taumeln geriet; Fabian Ernst war stets einer der ersten, der fiel.
Ernst’ Abgang zwingt Orlando Engelaar, seine Fehler in der Defensive abzustellen, oder er zwingt Trainer Rutten, Heiko Westermann neben Jermaine Jones zu positionieren. Das Potenzial, die Defensive stabil zu halten, hat Schalke. Was Schalke nicht hat ist Kreativität und Durchschlagskraft im Sturm. Was Jermaine Jones im Winter veranlasste Manager Müller zu kritisieren, in dem er ihm Vorwarf mit Orlando Engelaar einen „dritten 6er“ gekauft zu haben, statt mehr ins Offensivspiel zu investieren. Der Ernst-Transfer gibt Müller nun die Chance zur Korrektur dieses Fehlers.
4,5 Millionen für einen 29-Jährigen Defensivspezialisten ohne großen Namen sind eine ganze Menge, zudem entfällt ein „Assauer-Gehalt“. Alleine dafür wird Andreas Müller aber keinen Applaus ernten. Ernst war unbestrittener Stammspieler. Wird dieses Geld nicht umgehend zur Verstärkung der Mannschaft eingesetzt, sieht diese Aktion wie ein Abschenken der Saison, wie „zu Geld machen, was zu Geld zu machen ist“ aus. Angesichts der schwindenden Chancen Schalkes, auch nur noch in die UEFA-Cup Ränge zu gelangen, würde Manager Müller damit nach normalem Ermessen seinen Job zum Sommer selbst zur Verfügung stellen.
Aber was ist auf Schalke schon normal … Wenigstens die Personalien bleiben spannend.







” In dreieinhalb Jahren hat er für Schalke kein einziges Tor erzielt”
Nicht ganz richtig.
Finde es richtig schade, dass er geht. War immer ein vorbildlicher Profi und guter Fußballspieler mit Herz bei der Sache.
Viel Glück!
Du kommst jetzt nicht mit dem Ligacup oder sonstigen Trainingslager-Kicks um die Ecke, oder?
Danke. Tut not.
Das war sogar ein sehr wichtiges uns schönes noch dazu: http://www.transfermarkt.de/de.....index.html
Ok, ich seh’s ein, geändert, Danke schön.
Nicht dass Du mir noch belegst, dass er eigentlich Van der Vaart’sche Qualitäten hat?!
Wird schwierig. ;)
Deinen Vergleich mit dem Linebacker find ich übrigens äußerst gelungen, zumal jetzt endlich der Super Bowl losgeht! *freu*
Danke. Eine kleine Reminiszenz an dieses Ereignis, für das ich mir “früher” Urlaub nahm. Heute nicht, muss “gleich” ins Büro.
Gute Nacht :-)
Na da bin ich jetzt aber baff. Aber vielleicht hat ja Müller aus der Vergangenheit gelernt und der Weggang von Ernst gehört tatsächlich zum neuem Konzept. Schließlich hat er Personaländerungen angekündigt mit denen wirklich keiner rechnet.
Auch wenn ich mich jetzt als pedantischer Besserwisser oute, im UEFA-Cup hat er auch einmal genetzt. Zu Hause gegen Espanyol Barcelona, kurz vor Schluss. Ebenfalls kein ganz unbedeutender Treffer… ;-)
Gelungene Einschätzung zu Ernst und seinen Qualitäten.
Ich stimme lediglich nicht zu, das Geld umgehend auszugeben. Momentan sind doch nur “Schnellschüsse” möglich und niemand weiß, wie sich die Wirtschaftskrise in punkto Merchandising und Catering (schönes Neudeutsch!) auswirken wird.
„Schnellschuss“ bedeutet, sich jetzt Gedanken über eine noch zu realisierende Verstärkung zu machen. Grundsätzlich muss sich ein Bundesligist aber natürlich ständig solche Gedanken machen, und ganz konkret:
Das Interesse von Besiktas an Ernst war mindestens schon vor 3 Wochen in den Medien zu lesen, da kann man sicher noch mal ein- bis zwei Wochen Info-Vorsprung für Andreas Müller draufpacken. Da muss man von einem Bundesliga-Manager verlangen können, dass er einen entsprechenden Plan in der Schublade liegen und dass er seine Vorhaben bereits mehr oder weniger eingestielt hat, dass er auch unter Zeitdruck handlungsfähig bleibt.
Vergleiche hierzu Dietmar Beiersdorfer im Sommer (die HSV-Transfers der letzten 48 Stunden sind da eher eine Wundertüte nach Schalker-Art).
Torsten,
grundsätzlich stimme ich Dir zu…
Aber: Ich denke, Müller ist wegen der Erfahrungen des letzten Winters sehr vorsichtig (Streit, Ze Roberto, Sanchez). Zudem ist durchaus nicht gesagt, dass Beiersdorfer mit den jetzigen Winterzukäufen Erfolg haben wird und ob sie nicht gleichfalls “Schnellschüsse” sein werden.
Als die Nachricht gestern Nacht bei “Zeigler” vermeldet wurde, dachte ich, das kann unmöglich sein Ernst sein. ;-)
“Angesichts der schwindenden Chancen Schalkes, auch nur noch in die UEFA-Cup Ränge zu gelangen”
Die beste Chance dafür besteht jetzt im DFB-Pokal.
Naja, also um ehrlich zu sein bin ich bei der Auslosung extrem skeptisch, dass Schalke über den Pokal noch in den internationalen Wettbewerb kommt. Mainz gibt derzeit eine grandiose Figur ab (im Gegensatz zu S04). Wenn sich bis zum März nichts Grundlegendes im Schalker Sturm tut, wird Schalke im Rheinland untergehen.
Andererseits sollten wir die Saison noch nicht ganz abschreiben. Vielleicht gibts ja doch noch was mit der Aufholjagd…
In Punxsutawney ist heute übrigens Murmeltiertag. Die Wiederholung des ewig Gleichem passt sehr gut zu Schalke 04, finde ich. Die Frage ist:
Wird Manager Müller seinen Schatten sehen?
Stay tuned …
Mmh, was soll ich davon halten?
Ernst hat in Schalke Kacke angefangen, aber in der letzten Saison in die Spur gefunden. Dazu kommt, das er nicht als Stinker bekannt, selten verletzt und Stammspieler ist. Andererseits hat ihn Rutten vor der Winterpause schon zweimal (soweit ich mich erinnere) auf die Bank gesetzt, also findet der ihn wohl nicht unersetzlich. Sportlich in der Gesamtheit also ein Fragezeichen, ob Schalke sich damit einen Gefallen getan hat.
Wirtschaftlich ist der Verkauf ohne jede Diskussion. 29 Jahre, alter Vertrag, zwischen 2,5 und 4 Millionen bekommen, hinfort mit ihm.
Und persönlich find ichs einfach Schade, weil ich Fabian Ernst immer mochte und er mir in der Schalker Mannschaft am ähnlichsten sah…
Als ich die Meldung dieses Transfers gelesen habe, fragte ich mich, ob Schalke die Saison einfach hinschenkt, abhakt, Schwamm drüber.
Der Kader ist jetzt ausgedünnt, aber der Mangel in der Offensive bleibt. Schalke ist mir ein Rätsel.