Der Leuchtturm

Schalkes Strategie scheint unverständlich? Zulange schon Fußballkampf statt Fußballspiel? Keine Chance mehr auf einen Champions League-Platz?
Alles ein großes Missverständnis. Falsche Einflüsterer. Schalkefan, Königsblog: Miesmacher. Die Journalisten, Selldorf, Buschmann, Hendriock: Sowieso. Zu Zeiten Obamas braucht es die alle nicht mehr, da erfährt man direkt aus erster Hand die einzig richtige Wahrheit, wird man zur Selbsteinschätzung eingeladen. Im Falle des FC Schalke ist die Wahrheit unter http://schalke04.de zu finden.

Wer sich dort umschaut weiß, dass es mit dem Teufel zugegangen sein muss, dass die Mannschaft dieses modernen, zukunfts- und erfolgsorientiert geführten Clubs lediglich auf Rang 9 der aktuellen Tabelle zu finden ist.
Sechs Nationalspieler wird Schalke in der kommenden Woche abstellen müssen und Königsblau ist in Hannover wie eine Klassemannschaft aufgetreten – dies sind nur zwei Überschriften die schnelle Orientierung bieten. Genaueres erfährt man in den Texten, in denen sich Manager Müller auch nicht zu schade ist, ganz direkt Aufklärung zu betreiben. Da die differenzierte Herangehensweise in diesen Ausführungen allerdings alle Nicht-Schalke-Insider gnadenlos überfordern würde und bekannt ist, dass dieses Blog auch von Sympathisanten anderer Vereine gelesen wird, folgen an dieser Stelle in aller Grundsätzlichkeit nur die uninterpretierbaren Fakten:

Die 10 Thesen von Rheda-Wiedenbrück

  • Trainer und Manager haben ein Konzept und ziehen dieses gnadenlos durch
  • Ziel ist die Qualifikation zur Champions League, davon wird nicht abgerückt
  • Der Kader ist stark genug, um einen Champions League-Platz zu erreichen
  • Der Vorstand hat vertrauen in die Stürmer
  • Es gibt keine anderen finanzierbaren Stürmer, die Schalke weiterbringen könnten
  • Sollte die Mannschaft mal verlieren, rückt sie umgehend enger zusammen
  • Im Kader herrscht Aufbruchstimmung, die Mannschaft wird nun voll angreifen
  • Entgegen aller Darstellungen arbeitete der Kader höchst diszipliniert
  • Für keinen Schalker Spieler ist je ein offizielles Angebot eingegangen
  • Grundsätzlich ist immer alles abgesprochen


8 Kommentare zu “Der Leuchtturm”

  1. Martin sagt:

    Ersetze „Championsleague“ durch „Nichtabstieg“ und Du kannst das eins zu eins nach Bochum übertragen. Erschreckend!

  2. berka sagt:

    Hätte das nicht „Wachtturm“ heißen müssen?

  3. Enno [welt-hertha-linke] sagt:

    Danke für die Übersetzung für uns Nicht-Schalker. Die Frage bleibt allerdings: Thomas Theorem?

  4. Stefan sagt:

    Danke. Verstehen muss man das aber trotzdem nicht.

  5. Torsten Wieland sagt:

    Ja, dass auch andere Clubs ähnlich eigenartige Öffentlichkeitsarbeit betreiben, kann ich mir schon gut vorstellen. Und nein, verstehen muss man das nicht. Ich finde die Schalker Eigendarstellung auch Abseits der Homepage mittlerweile unerträglich. Es fehlt in allen Belangen an jeglicher Klarheit.

    Schnusenberg spricht gerne, scheint aber über den sportlichen Bereich grds. schlecht informiert zu sein. Rutten spricht einerseits nicht ausreichend gut deutsch und leidet andereseits wohl auch unter der „Diplomatie“ Müllers, dem er nicht in die „Parade“ fahren will. Und über Müller muss man in diesem Zusammenhang wohl kein Wort mehr verlieren …

    Mag sein, dass es nun ein Konzept gibt. Mag sein, dass man einen Umbau vorantreibt. Aber wenn auch Aufsichtsratschef und Vorstand dahinter stehen, wieso wird das Konzept dann nicht kommuniziert? Wieso wird weiterhin von CL und Unverkäuflichkeiten geschwafelt?

    @ Enno: Das wäre natürlich noch schlimmer als „nur“ für Dumm verkaufen.

  6. Enno [welt-hertha-linke] sagt:

    Tja, die Hoffnung stirbt – vor allem im Fußball – zuletzt.

  7. Stefan sagt:

    Und es bewahrheitet sich: „14.02.2009|
    Manuel Neuer: Müssen enger zusammenrücken“

  8. Tacheles | Königsblog sagt:

    […] zu dem, was man sich als Schalker in den letzten Jahren anhören musste. Es war grotesk, welche Sprüche und welche Verdrehungen unsereins in den letzten Jahren ertragen musste. Wäre es nicht so traurig gewesen, man […]

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