Meine Horrorvision

… trägt die Namen Olaf Thon und Michael Skibbe.

Eigentlich hätte es hier erstmal einen Beitrag zum Spiel gegen Köln geben sollen. Über die alberne Aktion „Kein Support für nix!“ der „Supporters“, über die Reaktion „Kein Dank für nix!“ der siegenden Mannschaft. Darüber, dass Schalke spielte wie üblich, mit einer ordentlichen Halbzeit und einer, in der ihr gehörig die Düse ging.
Aber heute Mittag meldete Revier Sport, dass der Schalker Aufsichtsrat in Rheda tagen würde. Vier Stunden später hieß es, dass noch keine Entscheidung über die Zukunft von Manager Müller und Trainer Rutten gefallen sei, und dass am Montag eine weitere Treffen stattfinden würde. Es stehen wichtige Entscheidungen an, beim FC Schalke 04, und plötzlich fehlt die Ruhe für den Blick zurück, plötzlich ist der Puls erhöht.

Jeder Fan erhofft sich für seinen Club die vermeintlich richtigen Entscheidungen. Wer auf Wechsel in den Führungspositionen hofft, hat auch seine „Wunschbesetzung“ parat. Aber wer denkt schon darüber nach, dass alles auch (noch) schlimmer werden könnte? Gestern las ich die Namen Thon, für den Job des Managers, und Skibbe, für den Job des Trainers.

Sie standen nur in einem Forum, von einem der was gehört haben will. Keine Quelle, nicht mal ein ausgewachsenes Gerücht. Aber das bloße, einmalige Lesen reichte. Dieser Gedanke pflanzte sich in meinen Kopf und versaute mir mein Wochenende entgültig.

Plötzlich trifft es einen wie ein Holzhammer an den Kopf, dass die Schalker Führung eben nicht für Kreativität steht und sie offensichtlich auch nicht mehr allzu viel Geld zur Verfügung hat. Nichts was man nicht schon wusste, woran man aber beim Wünschen und Hoffen so selten denkt! Diese Erinnerung ist es aber, welche die Billiglösung eines Tandems Thon & Skibbe so realistisch erscheinen lässt.

Michael Skibbe ist sicherlich kein schlechter Trainer. Trotzdem haftet ihm das Image eines notorisch Erfolglosen an, und seine Zunge ist auch nicht lockerer als die Fred Ruttens. Weil er Schalker ist? Weil er frei ist? Weil er vergleichsweise günstig zu verpflichten sein müsste?
Jedenfalls nicht, weil er bewiesen hätte, eine Mannschaft durch schwierige Situationen in einem noch viel schwierigerem Umfeld führen zu können. Nicht weil er der Sonnenschein wäre, der mit Charme und Witz in seinen Pressekonferenzen die versammelte Presse hinter seine Entscheidungen bringen könnte.

Der für den Witz, für den flotten Spruch, wäre wohl eher Olaf Thon. Er, der geniale Fußballer, der angeblich schon unter Rudi Assauer in höhere Ämter strebten wollte, was Assauer immer zu verhindern wusste. In seiner Darstellung wandelt er immer auf dem Pfad zwischen einem freundlichem Experten und einem Zuvielredner der Marke Matthäus. Er ist beliebt, als Schalker Legende und als Darsteller des vermeindlich volksnahen Clubs. Aber was befähigt ihn, mit den verbliebenen Millionen zu jonglieren? Welches Argument soll es geben, dass er den wichtigsten Bereich dieses mittelständischen Unternehmens führen könnte? Und vor allem, könnte der immerzu freundliche Olaf Thon ein konsequenter Richtungsgeber sein? Und hätte er den nötigen Weitblick, eine Vision? Ich weiß es nicht.

Dieser Beitrag ist ein Geschreibsel um ungelegte Eier, ich weiß. Es geht mir auch weniger um die Namen als um die Darstellung der Pein. Darum, den Graben zwischen dem Gefühl der Hoffnung und dem der Angst vor einer möglicherweise sehr ernüchternden Realität aufzuzeigen. Weil das Vertrauen in die Führung fehlt. Weil der Führung alles zuzutrauen ist.

Es stehen wichtige Entscheidungen an, beim FC Schalke 04. Olaf Thon gilt als sportlicher Berater des Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies. Ohne Andreas Müller und dem Trainerstab gibt es keine weiteren Fußball-Fachmänner in der Führung des Vereins.

Ma’kucken. Und hoffen. Und wünschen.



15 Kommentare zu “Meine Horrorvision”

  1. sequencer sagt:

    Danke, mein Restwochenende ist jetzt auch versaut ;-)
    Was hat Yves Eigenrauch Freitag in der Halbzeit bei Premiere gesagt, er vermisse eine gewisse Gelassenheit auf Schalke.
    Wenn es nur das wäre.

  2. Phil sagt:

    Lattek oder Breukmann haben gerade was ganz Ähnliches prophezeit: Thon und Sand

    Außerdem weiß Udo Lattek aus einer „sicheren“ Quelle von einer geforderten Entlassung Ruttens, der Müller nicht nachgekommen ist. Soll wohl morgen sein Entlassungsgrund sein…

  3. Manfred sagt:

    Schalker Schmerzen 2.0 reloaded with a vengeance? Dann lieber Stevens…

  4. eisenschleuder sagt:

    mannmannmann. ist schon richtig, dass nicht „müller weg“ getan ist. es ist in der tat zu befürchten, dass man vom regen in die traufe stolpert. thon/skibbe wäre definitiv traufe. auf jeden fall braucht man wen mit nem konzept; das mit den visionen hingegen ist ja so eine sache (wie mein alter kumpel helmut schmidt schon erörterte).

    mein votum daher:

    saison abschreiben. auf uefacup hoffen.
    keine neuen spieler verpflichten.
    kompetenten manager suchen.
    saisonende abwarten.
    manager finden und einstellen.

    der fairness halber sollte man rutten auch mal in geordneten verhältnissen arbeiten lassen. ich fand rutten nie toll und habe nie große hoffnungen in ihn gesetzt, aber am schalker affentheater trägt er ja im grunde keine schuld. dem neuen manager gleich einen möglicherweise inkompatiblen trainer ans knie zu nageln ist ja nicht unbedingt sachdienlich (und kostet am ende wieder 1-2 mio eur).

    schade, dass slomka die abfindung bekommen hat, der könnte von mir aus montag wieder anfangen. und das wäre ohne die abfindung auch noch kostenneutral. ;) naja, mal sehen wie viele trainer noch verheizt werden, bis man die personalpolitk mal aufvordemann bringt.

  5. Jan sagt:

    Bitte nicht Olaf Thon. Als der in der Halbzeit vom Derby bei Premiere als „Experte“ (besser gesagt als Fan) aufgetreten ist, da hat er sich ekelerregend von einer Phrase zur nächsten Floskel gehangelt. Kann doch nicht sein, dass es keine Leute mit Visionen auf dem Markt gibt. Skibbe und Thon sind es jedenfalls nicht.

  6. tumulder sagt:

    Schalke braucht nicht unbedingt einen neuen Trainer, der könnte auch nur aufstellen was auf der Bank sitzt. Haben wir alles schon auf diesem Blog erörtert. Schalke braucht aber einen Manager, der den Fans die Wahrheit über die Leistungsfähigkeit des aktuellen und zukünftigen Kaders mit aller Offenheit verdeutlicht, die Fans wieder hinter die Mannschaft und den Verein bringt. Daß es momentan nicht darum geht, ob die Mannschaft guten Fußball zeigt, sondern überhaupt jeden Punkt mitnimmt, der möglich ist, um eventuell noch an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können. Das wäre verdammt wichtig für die nähere Zukunft des Vereins.

  7. Torsten Wieland sagt:

    Tumulders Kommentar kann ich nur nochmal unterstreichen.

    Alles beginnt mit einem „Sportlichen Leiter“, der genau diese Bezeichnung verdient. Der muss die Richtung vorgeben, ein Konzept haben und entscheiden, ob Fred Rutten der geeignete Mann ist, es umzusetzen.

  8. Uwe Zimmermann sagt:

    Thon-Skibbe-Sand?
    Was man alles so hört ist hoffentlich nicht ganz ernst zu nehmen! Für ‚nen neuen Manager hat keiner einen glaubwürdigen Namen parat, wohl für einen neuen Trainer auch nicht! Ich glaube der Verein hängt mit seinen Entscheidungen genau so in der Luft, wie viele von uns mit der Meinung über einen neuen Trainer oder Manager!!!
    Übrigens Slomka wäre für mich immer noch eine Alternative!?

  9. Torsten Wieland sagt:

    Übrigens Slomka wäre für mich immer noch eine Alternative!?

    Oh, da bist Du schon der Zweite in dieser Kommentarfolge. Mit mir zusammen werdet ihr aber keine drei.

  10. Uwe Zimmermann sagt:

    Ich war eigentlich auch nicht auf Stimmenfang für einen neuen Trainer Slomka( obwohl…lieber Erfolg ohne gute Spiele als keinen Erfolg ohne gute Spiele ), aber es muß doch irgend etwas passieren. Und wir sollten uns darüber auch unsere Gedanken machen…dürfen.

  11. Torsten Wieland sagt:

    Darf man hier, keine Frage. Theoretisch darf man hier sogar Assauer als Müller-Nachfolger vorschlagen.

    aber es muß doch irgend etwas passieren

    Naja, das wird es ja jetzt.
    Aber genau an dieser Stelle setzt dieser Beitrag ja an: Es muss eben nicht irgendwas passieren. Es muss das Richtige passieren.

    Ich gebe zu, darüber, was das Richtige ist, kann man verschiedener Meinung sein.

  12. Müllers letzter Tag auf Schalke? | SportBlog bei t-online.de/sport sagt:

    […] sich natürlich auch über mögliche Nachfolger Gedanken machen. Torsten Wieland vom Schalker Königsblog hat diesbezüglich eine Horrorvision. Olaf Thon. Diesen Beitrag bookmarken: Diese Icons […]

  13. Spielfeldrand - Das Magazin » Blog Archive » DailySoccer 09/03/2009 sagt:

    […] Vorsicht ist geboten Fussballblogger stürmen die Allianz Arena Meine Horrorvision Sportgewinnspiel.com – Preise für Sportsfreunde (Noch keine […]

  14. Wenn ich Schalker in die Presse schau’ « Täglich aus Berlin sagt:

    […] – nur zur Info: vorigen Freitag gab es einen. Seitens der Fans. Der allerdings nicht von allen Fans getragen […]

  15. Spielfeldrand - Das Magazin » Blog Archive » DailySoccer 09/03/2009 sagt:

    […] Vorsicht ist geboten Fussballblogger stürmen die Allianz Arena Meine Horrorvision Spielfeldrand freut sich über den Besuch dieser Angebote: Fussballwetten: Bundesliga, 2. Liga & […]

Schreibe einen Kommentar