Professor Rolf

Andy Müllers beste Idee für den FC Schalke 04 war die Verpflichtung von Ralf Rangnick. Und sein größtes Missgeschick war, dass er ihn nicht schützen konnte. Schützen vor Rudi Assauer, der Rangnick nicht mochte, dessen Wort aber Gewicht hatte; und Nachhall.

Neulich in der Bahn ging Dafeld, werter Leser und Kommentator in diesem Blog, der Lesestoff aus. Und da auf der Februarausgabe von „Mobil“, dem Kundenmagazin der Bahn, groß Ralf Rangnick prangte („Der kühnste Kopf der Liga“), griff er zu dieser Zeitvertreib-Notlösung. Die Zeitschrift bot dann auch nur den Standardartikel über das „Projekt Hoffenheim“ – bis auf eine kleine Kleinigkeit, die ganz und gar nicht Standard war, sondern ihn kurz vermuten ließ, dass Rudi Assauer jetzt unter die Schreiber gegangen ist. Sowohl im Inhaltsverzeichnis des Magazins als auch in der Überschrift des Artikels (Bild) heißt Rangnick mit Vornamen Rolf!

Klar, was das bei einem Schalkefan auslöst: Die Erinnerung an Assauers Arroganz, mit der er den Trainer seines eigenen Clubs einst beim falschen Vornamen nannte, an den „Professor beim Arbeiterklub“, an Zeiten, als Schalke um die Meisterschaft mitspielte. Die Erinnerung an die Hoffnung nach der Moderne, nachdem Schalke unter Heynckes gerade mal der UI-Cup erreicht hatte. Eine schmerzhafte Erinnerung, begründet in der Vermutung, dass es in der Zeit bis heute mit „Rolf“ besser gelaufen wäre. Sicher kann man sich da natürlich nie sein. Aber verdammt wahrscheinlich ist’s schon.

[Mit schönem Dank an Dafeld]



21 Kommentare zu “Professor Rolf”

  1. Patrick sagt:

    Achja…
    Mit dem guten alten Rolf: Das waren noch Zeiten.
    Ich fand ihn als Trainer ausgezeichnet, und dass Andy Müller sich für seine Verpflichtung verantwortlich zeigt sollte auch mal erwähnt werden.
    Aber ob es mit ihm besser gelaufen wäre kann man kaum sagen.
    Ich fand die letzten Jahre zumindest recht zufriedenstellend.

  2. Andy sagt:

    Der Erfolg in Hoffenheim nicht ohne. Aber was mir wirklich gefällt ist, dass er stets auf dem Teppich bleibt. Er schützt stets die Mannschaft in der Öffentlichkeit, aber redet sie nie unnötig stark. Ich glaube aber nicht, Assauer hin oder her, dass er auf Schalke lange glücklich gewesen wäre. Er braucht das Vertrauen und die Freiheit, die er jetzt in Sinsheim bekommt. Schalke wird (leider) immer ein Pulverfass bleiben. Da braucht man auch Trainer die darauf sitzen und sich behaupten können… Mir fällt nur momentan leider keiner ein… Obwohl Rutten da schon viel Qualität mitbringt. Er hat eine Menge Ruhe. Es wird aber verdammt schwer, sich das Vertrauen zurück zu erkämpfen…

  3. Ulrich sagt:

    Das Herr Rangnick auf Dauer in Schalke das hätte leisten können was er zur Zeit in Hoffenheim abliefert wird unbewiesen bleiben. Bewiesen ist allerdings, dass er ein guter Trainer ist der aus Fussballspielern eine Mannschaft machen kann. ABer eben nur solange er unter einer Vereinsführung arbeitet dies drauf hat. Und Kollege Müller hats meiner Meinung nach nicht drauf. Und die logische Konsequenz hat man jetzt gezogen. Gott sei dank. Ich hoffe nur jetzt kommt mal einer der Ahnung hat, und die ganzen Graupen auf dem Platz nach Hause schickt, bzw. an andere Vereine verkauft.

  4. danza sagt:

    Hätte, wäre, wenn… mit Ragnick wäre Schalke längst Meister! xD

    Ich behaupte: es war eine der grössten Fehlentscheidungen in der Geschichte von Schalke, diesen Mann so rauszuekeln.

  5. Matthias sagt:

    Ich kann’s nicht mehr hören, ehrlich. Der Rangnick soll sich erst einmal bei einem großen Verein beweisen. Bislang war er nur in Ulm und Sinsheim erfolgreich. In Ulm hat er noch vor dem Aufstieg geschmissen und ist zu Stuttgart gewechselt, wo er in der ersten Saison achter wurde und danach wegen akuter Abstiegsgefahr gefeuert wurde. Danach übernahm er Hannover in der zweiten Liga, stieg auf, und geriet dann wieder in Abstiegsnot. Folge: Entlassung. Dann Schalke: Zunächst sehr erfolgreich, danach immer holperiger. Legendär die Schalker Auftritte in Mainz und sämtliche Spiele danach (mal eben schnell die Meisterchancen wegschmeißen – aber das lag ja bestimmt daran, weil Assauer in einst Rolf genannt hatte) und ein paar Monate später in Frankfurt im Pokal (0:6!). An diese Phasen erinnere ich mich noch sehr genau und sie waren keinen Deut besser als das derzeitige Gegurke.

    Dann geht er in die Regionalliga, bekommt einen Bundesligakader hingestellt und schafft – oh Wunder – den Aufstieg in die zweite Liga. Dass er danach Hoffenheim direkt in die erste Liga führte und jetzt fünf Punkte vor Schalke steht, ist wirklich sehr bemerkenswert, allerdings auch eine typische Rangnick-Schwalbe-Sommer-Kiste.

    Ich bezweifele nicht seine Kompetenz. Aber dass er jetzt immer wieder hervorgekramt und die durch nichts beweisbare These in den Raum gestellt wird, ohne seine Entlassung wäre alles auf Schalke viel, viel, viel besser bin ich echt leid.

    Übrigens gibt es noch einen weiteren Heiligen Ex-Trainer auf Schalke, unter dem alles viel, viel, viel besser war: Mirko Slomka. Mal kurz in die Runde gefragt: Nachdem vor einem Jahr die gesamte Liga aufjaulte, dass man einen so guten Mann doch auf gar keinen Fall gehen lassen könne: Welchen europäischen Top-Verein trainiert Slomka aktuell noch gleich?

  6. Uwe Zimmermann sagt:

    Also mal ehrlich, unter den beiden vorher genannten Trainern ging es auch nicht wirklich steil nach oben.
    Aber ich konnte das Gefühl nie ganz los werden, daß es doch hätte besser werden können. Und da ist es leider wieder…hätte…können. Wir werden es nie erfahren.
    Zum Kapitel Manager. Hatte Assauer nicht vor einiger Zeit angedeutet, er könne sich wohl noch einmal ein „kurzes“ Gastspiel auf Schalke bis zum Saisonende vorstellen!?
    …Und jetzt sind alle abgetaucht!!!
    Keiner wird mit dem derzeitigen Kader die Welt einreißen können, bzw. wieder nach der Tabellenspitze greifen.
    Wir dürfen gespannt sein, was hier nun über Kurz oder Lang aus dem Ärmel gezaubert wird.
    Übrigens, seid Ihr auch der Meinung wie viele in anderen Foren, daß Ruuten am Saisaonende weg ist?

  7. Uwe Zimmermann sagt:

    Sorry für Ruuten, natürlich Rutten!

  8. Torsten Wieland sagt:

    @Matthias: Der Unterschied zwischen den „heiligen Ex-Trainern“ Rangnick und Slomka ist doch, dass Rangnick der heilige Ex-Trainer vieler Schalker ist, während Slomka der heilige Ex-Trainer vieler Fans anderer Clubs ist, die Schalke gerne vorwerfen wollen, dass sie einen erfolgreichen Trainer entlassen haben.

    Sicher gibts immer von allem alles, aber besonders viele Schalker, die sich nach Slomka zurücksehnen, kenne ich eigentlich nicht.

    @Uwe Zimmermann: Ich denke nicht, dass schon feststeht, was mit Rutten passiert. Und überhaupt ist das der Job des nächsten Sportlichen Leiters, über Rutten zu entscheiden, so sollte das auch gehandhabt werden.
    Und dass Du Assauer in diesem Kontext erwähnst, ist hoffentlich nur ein übler Scherz.

  9. Nick sagt:

    @Matthias und Torsten: Ist es angesichts der heutigen Situation in Gelsenkirchen noch zu rechtfertigen, dass damals Slomka entlassen wurde? Auch wenn es aus damaliger Sicht vielleicht Sinn machte, sollten sich viele Vorwürfe gegen ihn inzwischen relativiert haben.

    Und dass Slomka noch keinen Topverein trainiert, liegt wohl weniger an den Ergebnissen bei Schalke, sondern daran, dass ihm damals der Ruf angehängt wurde, nicht durchsetzungsfähig, zu weich zu sein.

  10. Torsten Wieland sagt:

    Ach, das ist doch eine unkoschere Frage. Mit einem Hinweis auf die Tabelle kann man jede Antwort darauf abfieseln. Es gab damals meines Erachtens vernünftige Gründe für einen Wechsel und daran ändert sich doch auch im nachhinein nichts, nur weil der nächste Trainer gerade in der Tabelle schlechter steht.

    Übrigens hatte Schalke unter Mirko Slomka in der letzten Saison nach dem 23. Spieltag genau 1(!) Punkt mehr auf dem Konto.

  11. Jan sagt:

    Er hatte aber auch nicht die ersten 8 der BL noch als Gegner zu erwarten.

  12. Torsten Wieland sagt:

    Also …
    Noch 10 Spiele.

    Schalke spielt noch gegen die Mannschaften, die aktuell folgende Plätze belegen: 1, 2, 3, 5, 6, 7, aber auch 15, 16, 17, 18 (Durchschnitt: 9)

    Die letzten 10 Spiele in der letzten Saison mussten gegen die Mannschaften bestritten werden, die nach 23 Spieltagen folgende Plätze belegten: 2, 3, 7, 9, 10, 11, 12, 14, 16 und 18 (Durchschnitt: 10,2).

    Ist aber auch wurscht.

    Übrigens ist Dein Kommentar der 1000. Kommentar im Königsblog! Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch. Gewonnen hast Du leider nichts, aber Du darfst gerne wiederkommen und auch irgendwann den 2000. schreiben ;-)

    Glück auf.

  13. hilti sagt:

    Tja, der Ralf. Auch in Hannover wird ihm noch nachgetrauert. Immerhin ist er der Aufstiegstrainer und wenn wir verloren haben, dann sind wir wenigsens mit fliegenden Fahnen untergegangen. In der 60 Minute mit einem oder zwei Toren geführt und dann regelmäßig den Vorsprung verspielt…

    Übrigends, Martin Kind hat es letztes als seinen größten Fehler als Präsident bezeichnet, dass er dem Mediendruck damals nicht standgehalten hat und Rangnick gefeuert hat.

  14. sequencer sagt:

    Ich hab immer gedacht, der heiligste aller Ex-Trainer wäre der Huub? Der wird doch jetzt noch bei jeder Gelegenheit als Lichtgestalt des Erfolgsfußballs auf Schalke rausgeholt. Was zwar m.E. nach eher an der typischen Vergangenheitsverklärung liegt, ich kann mich an massive „Stevens raus“-Rufe im Parkstadion erinnern.
    Da gab es doch einen Manager der immer treu an ihm festgehalten hat…

  15. Andy sagt:

    Als nächstes kommt Jörg Berger. Irgendwie scheint keiner zu verstehen, dass es nicht das selbe ist eine Mannschaft aus dem Mittelfeld in die CL (oder gar aus der Regional- an die Spitze der Bundesliga)zu bringen, als mit dem Druck dort zu bestehen und eben auch bleiben zu müssen umzugehen.
    Es sind schon die besten Meistermacher bei einem kriselnden Verein gescheitert, weil ihr Talent darin liegt eine MAnnschaft die oben steht auch oben zu halten. Gelingt das durch irgendwelche Umstände nicht, ist nicht selten Schicht im Schacht.
    Andersrum gibt es eben die, die eine Mannschaft aus der Krise holen können, aber dann nicht die Motivation oder was auch immer aufrecht halten können.
    Es gab und gibt nie DEN Trainer. Deswegen darf man sich auch von einem Trainer trennen wenn man auf Platz drei steht und merkt, jetzt muss eine Veränderung her. Dann kommt der Co ran und hat erstmal Erfolg. Alle sagen: „Lass ihn weitermachen!“ Und nachher wundert sich jeder, das nach dem Überwinden der Krise nicht mehr viel kam.
    MAnchmal verstehe ich nicht, warum die Vereine nicht, anstatt fortan zwei Trainer zu zahlen, sich lieber einen Cheftrainer für drei Wochen dazu holen. Quasi als Krisenmanager. Und nach Überwinden der Krise darf der Chef wieder ran.

    Es ist doch momentan so: Wenn man das erste mal den Satz des Vorstands hört: „Wir stehen voll hinter dem Trainer.“ kann man die Wochen runterzählen bis er weg ist. Dann kommt ein neuer hat ein paar Wochen Erfolg, bis alles wieder von vorne los geht, weil vielleicht gar nicht der Trainer Schuld war… etc. etc.

    Irgendwie macht mich das alles müde.

  16. Andy sagt:

    Ziemlich wirre Zeitensprünge. Sorry, habe mich in Rage geschrieben.

  17. Andy sagt:

    @Torsten Irgendwie fehlt in deiner „wir spielen noch gegen“-Auflistung der nächste Gegner!

  18. Torsten Wieland sagt:

    Mist. Sind ja noch 11 Spiele :-)
    Aber so wichtig wars ja auch wieder nicht.

  19. Andy sagt:

    Aber schon bemerkenswert, das wir noch gegen alle Mannschaften spielen, die vor uns stehen!

  20. Torsten Wieland sagt:

    Stimmt. Die Frage ist, was man draus macht.

    Will man unken, rechnet man mit den Resultaten der Hinrunde. Optimistisch könnte man sich drüber freuen, dass man aus einer Kraft noch vorwärts kommen kann.

  21. Dafeld sagt:

    Hey Torsten!

    Schön, dass meine Bahnfahrtidee Wirklichkeit geworden ist und mir nun der Rolf aus Deinem Blog entgegenlacht. Du hast ja sogar Einiges aus meiner Mail übernommen, was ein echtes Kompliment für mich ist. Schön finde ich dabei Deinen Anschluss an die aktuelle Schalker Situation: Bei Müllers größtem Missgeschick stimmen wir überein, dagegen sind Grossmüller, Streit und Gustavo (hieß das Phantom so?) Peanuts.

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