Man weiß es nicht

Man weiß gar nichts. Man weiß nicht, wen die Schalker Oberen als Kandidaten für den Managerjob erachten. Man weiß nicht, wie lange sie sich Zeit lassen wollen. Man weiß nicht, wie das Anforderungsprofil aussieht. Zu allem gibt es 100 Nachrichten, wissen tut man es trotzdem nicht.

Clemens Tönnies hat nichts konkretes gesagt. Die Presse versucht, das Nichtgesagte zu interpretieren. Und sie wirft mehr oder weniger wahllos Namen in den Ring, wobei sie sich offensichtlich der Phantasie der einschlägig bekannten Schalker Fan-Foren bedient. Ein munteres Spielchen ohne Risiko, schließlich sind alle Kandidaten gleich abwegig oder realistisch.

Und während die genannten Leute auf Nachfrage ihre Kommentare abgeben, welche anschließend von der Presse als „Absagen-Hagel über Schalke“ verkauft werden, entsteht für die Öffentlichkeit, die von Schalke 04 seit langem keine klare Linie gewohnt ist, der Eindruck von königsblauer Hilflosigkeit.

Wer auch immer letztendlich mit dem Job betraut wird, zu jeder Entscheidung gibt es was zu Bemängeln und was zu Hoffen. Die einen werden als unpassend für Schalke erachtet, die andern haben keine Erfahrung. Trotzdem kann jeder genau der Passende sein – siehe Titel. In der Tat muss es so sein, dass sich Schalke die Konzepte der Kandidaten anhört und dann entscheidet. Ich denke, dass Schalke einen durchaus attraktiven Job zu vergeben hat.

Wer neu beginnt will Neues schaffen. Die Schalker Fans erwarten so was wie einen Neuanfang und sind auch auf „kostengünstige Lösungen“ durchaus vorbereitet. Dabei sind Schalke-Fans genauso schnell begeisterungsfähig wie sie kritisch sein können. Und man kann sich darauf verlassen, dass sie immer wiederkommen.
In jedem Fall braucht es einen streitbaren Mann, einer der auch dazu in der Lage ist die Öffentlichkeit zu bedienen. Schalke sucht auch ein neues Gesicht.

Clemens Tönnies ist mir nicht unbedingt sympathisch, aber er ist zweifelsohne ein erfolgreicher Unternehmer und auch ein ehrgeiziger Typ. Ich glaube dass er es drauf hat, die richtige Personalentscheidung zu treffen. Ma’kucken.



11 Kommentare zu “Man weiß es nicht”

  1. bernd sagt:

    so sehr viel zeit hat er aber nicht für die suche. in diesen wochen werden die weichen für die kommende saison gestellt. ohne steuermann wird die umsetzung eines ‘konzepts’ nicht mal im ansatz gelingen. rutten alleine hat dafür jedenfalls keine zeit. bei dem gedanken, tönnies und sein ‘kompetenzteam’ widmen sich dieser herausforderung, wird mir ganz schwupperig.

  2. Rainer Edelmann sagt:

    Bernd,

    warum sollte Rutten dafür keine Zeit haben? Wenn er es wirklich machen soll und will, wird sich ein Weg finden.

    Viel wichtiger finde ich jedoch, dass beim “Stellen der Weichen” der Trainer im Boot ist, der auch in der kommenden Saison die Mannschaft führen soll. Für mich heißt ein Einbinden von Rutten (was ja wohl z.Zt. geschieht) auch, dass er in der nächsten Spielzeit Trainer ist.

    Aber: Ist er überhaupt noch vermittelbar? Da Hauptzielscheibe Müller entfernt wurde, benötigt der Schalker Mob einen neuen Leit-Sündenbock. Wenn man dazu heute in W´burg verliert (was ja nicht ganz auszuschließen ist…) wird es schon gegen gen HSV richtig brennen. Eine ätzende Situation!

    Dazu fällt mir auch noch das Transparent “Rutten oder wir” vom letzten Spiel ein. Sicherlich haben sich alle Verantwortlichen stets den Fans zu stellen, bei diesem Satz muss ich jedoch klar antworten: Rutten, nicht ihr.

  3. eisenschleuder sagt:

    diese fans haben damals im parkstadion auch rudi assauers amtsantritt mit pfiffen bedacht.

    ich denke auch, dass die medialen unkenrufe gegen schalker “fleischmafia” in den gremien nicht gerechtfertigt sind. im großen und ganzen schuldet man die entwicklung der letzten 10 jahre nicht nur rudi assauer, sondern auch den leuten die dem verein z.b. mit privaten krediten zu helfen suchten. plakate zu malen ist zeugt natürlich auch von engagement und ist auch ne drollige sache.

    ich hoffe, dass sie nicht aus der hüfte schießen und sich diese wichtige entscheidung, die ja nicht nur eine lösung für zwei jahre sein sollte, die nötige zeit lassen. vielleicht wird man bei der blödzeitung ja auch irgendwann müde jeden tag ne neue sau durchs dorf zu treiben… in dem sinne vertrau ich da auf unsere metzger! ;)

  4. Rainer Edelmann sagt:

    Zu Tönnies fällt mir nur wenig ein – und dies ist absolut negativ: Seine Bespitzelung der Mitarbeiter (selbst in Umkleidekabinen) per Video.

    Aber irgendwie passt dieser Typ gut zu Schalke – wir haben ja auch Gazprom als Sponsor…

  5. Torsten Wieland sagt:

    Ich denke auch, dass das diese Entscheidung nicht unter Zeitdruck gefällt werden soll, dazu ist sie zu wichtig. Wenns nachher passt und der neue Mann erstmal eine Weile tätig war, fragt kein Mensch mehr, wieviel Zeit zwischen Müller und ihm lagen.
    Wonach man natürlich fragen darf ist, wieso Tönnies vor einiger Zeit davon sprach, nichts zu unternehmen ohne eine Alternative zu haben, wenn er nun doch nach Müllers Rauswurf mit der Suche beginnt.

    Aber vielleicht überrascht er uns nächste Woche ja mit einem Mann, über den noch keine Zeitung hergefallen ist, hat alles bereits geregt und wartet nur auf das ordentliche Aufsichtsrats-Votum in Sachen Müller.
    Ich rechne nicht damit, aber gefallen würde es mir sehr.

  6. eisenschleuder sagt:

    genau. schalke gehört zur dunklen seite der macht. *gähn*

    im übrigen gehören leute die mitarbeiter in den umkleidekabienen videoüberwachen ganz einfach nach geltendem recht verknackt. wichtig ist nur, dass da die selben maßstäbe angelegt werden wie an potentielle brotaufstrichdiebe (sie waren ja keine diebe sondern nur tester) und pfandbetrüger. aber das ist ja ein anderes thema und gehört nicht hier hin…

    als transferkaffeekäufer komme ich aber nicht umhin zu bekennnen:

    MEIN VEREIN SCHALKE 04 FINANZIERT SICH MIT GELDERN VON UNTERNEHMEN, DIE MITARBEITER BESPITZELN, DIE DEN FLEISCHANTEIL IM HACKFLEISCH MANIPULIEREN ODER ABER ARME UKRAINISCHE KINDER IM KALTEN WINTER FRIEREN LASSEN.

    so nun ist es endlich mal raus.
    ich hätte jetzt gerne noch geschrieben wie ein traumsponsor sein geld erwirtschaften sollte, nur fällt mir nichts moralisch integeres ein.

  7. Rainer Edelmann sagt:

    “schalke gehört zur dunklen seite der macht. *gähn*”

    Zum Gähnen finde ich dies noch lange nicht…eher hochgradig peinlich.

    Irgendwie passt jedoch gerade Gazprom zu den Ansprüchen Schalkes in den letzten Jahren – mit aller Macht Meister werden oder zumindest CL, darunter geht es nicht.
    Um dies zu finanzieren, wird ein Sponsor ins Haus geholt, der sicher nicht in einer Linie mit anderen Trikotsponsoren der Liga gesehen werden kann. Wer dies kann oder tut, ist in meinen Augen blind.

    Anyway, wie hoch gewinnen wir heute in Wolfsburg?

  8. Torsten Wieland sagt:

    Falls wir gewinnen, gewinnen wir bestimmt mit 1:0.
    Hier noch einen Link zu meinem Text zum Thema Gazprom. Die mp3 ist auch noch online.

  9. eisenschleuder sagt:

    ein überraschend gutes 1:2.

    schließlich muss magath jetzt ne niederlagenserie starten um sich als zukünftiger manager auf schalke ins gespräch zu bringen.

  10. berka sagt:

    1:1 – was sonst?
    Tönnies hat sicher im Moment genug Ärger im eigenen Betrieb als dass er sich voll auf die Nachfolgersuche konzentrieren könnte.
    Zu Assauerzeiten wäre man sicher gewesen dass am Ende eine Überraschung herauskommt, jemand den keiner auf der Rechnung hatte. Macht das die jetzige Suche spannender?

  11. Tilly54 sagt:

    Hallo Schalke Fans, ohne C.T. u. J.S. würdet ihr schon garnicht mehr in der 1.B. spielen.
    C.T. ist menschlich in Ordnung u. geschäftlich ein
    harter Hund u. das ist gut so. Sonst wäre seine Fa.
    in Deutschland nicht die Nr.1!

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