… schließlich hätte es auch 7:3 für Wolfsburg ausgehen können. Womit die letzte positive Geschichte über Schalke 04, derer sich Journalisten gerne bedienen, auch vom Tisch gewesen wäre. Die von der angeblich besten Abwehr der Liga.
Eigentlich gibt es zwei „Fairy Tales ’bout Schalke 04“ in der Saison 2008/2009. In der einen wird über Schalke erzählt, dass es bei Standardsituationen stark sei. Wahr ist, dass nicht Schalke, sondern Christian Pander bei Standardsituationen stark ist. Und in der anderen wird eben erzählt, dass Schalke die beste Verteidigung hätte.
Zählt man plump die Gegentore, mag man zu diesem Ergebnis kommen. Schaut man hin, nicht. Was Schalke an Großchancen zulässt ist beängstigend. Es liegt zu einem Großteil an Manuel Neuer, der in dieser Saison in der Liga seinesgleichen sucht, dass Schalke bislang nicht mehr Gegentore kassiert hat.
Gestern war Neuer nicht dabei, aber an Matthias Schober war die schwache Leistung beileibe nicht festzumachen. Schober, Rafinha uns Sanchez waren ihren Wolfsburger Counterparts überlegen, Jones war ebenbürtig. Der Rest der Mannschaft war es nicht. Schalke mag gekämpft haben, dennoch stellte der VfL Wolfsburg eine dramatisch überlegene Mannschaft auf den Platz.
Das ganze Ausmaß der Wolfsburger Überlegenheit kam zu Beginn der zweiten Halbzeit zutage. Schalke lag 1:2 zurück, hätte drängen, Druck machen müssen. Stattdessen machte Wolfsburg Druck. Schnell und leichtfüßig. Auch bei einer Führung noch auf das nächste Tor spielend. Von Schalke in der Regel nur durch Fouls zu stoppen.
Den Schalker Angriffen fehlte es an Dynamik, und wenn es mal flott vonstatten ging, verstolperte irgendjemand den Ball ganz sicher. Ja, drei Tore hat Schalke erzielt. Ein wunderschöner Sonntagsschuß, eins durch einen Torwartfehler und ein Treffer, bei dem Kuranyi völlig frei stand, weil der Gegner bereits ans Feiern dachte. Wer das Spiel gesehen hat wird zugeben müssen, dass Schalke außer dieser drei Situationen nichts gefährliches zustande gebracht hat.
Wolfburg Defensive mag „nur solide“ sein, für Schalke reichte es allemal. Dafür reichte Schalkes Defensive bei weitem nicht aus, Wolfsburgs Offensiv-Triangel zu kontrollieren. Misimovic, Grafite, Dzeko: In Schalkes Offensive gibt es keinen Spieler, der einem dieser drei das Wasser reichen könnte.
Traurige Realität 2009.







Ist das bitter: Vor einem Team wie Wolfsburg den Hut ziehen zu müssen. Man kann sicher mal gegen Wolfsburg verlieren und Schalke sah in der Vergangenheit ja eh nicht wirklich gut aus gegen den Auto-Verein. ABER sagen zu müssen, dass Wolfsburg in den meisten Belangen besser ist, als Schalke und zwar in grundsätzlicher Natur: Mein Güte, mir fehlen die Worte!
Das mag mir jetzt wieder von einigen Kommentatoren als Berliner Höhenflugs-Häme ausgelegt werden, ist es aber nicht. Gerade gegenüber Torsten, der über die letzten Wochen seines und das Schalker Leiden hier so offen beschreibt, ist das eine aufrichtige Mitleidsbekundung. Es tut ja schon beim Lesen weh! Wenn ein Vergleich zu Hertha gestattet sein darf: Es kommen auch wieder bessere Tage, selbst dann, wenn man gar nicht damit gerechnet hat…
Nicht Team. Club.
Stimmt, das macht es dann noch schlimmer…
Ich weiß, ich weiß, eine Rückschau in die Vergangenheit verklärt und hilft nicht weiter, dennoch kommt Wehmut auf.
Solch ein 10er (Misimovic – vor 2 Jahren ablösefrei in Bochum), solche Topstürmer! Herrlich!
Dazu am Donnerstag ein Lincoln, der zwar wieder durch “Mätzchen” auffiel, aber einen tödlichen No-Look Pass-Lupfer spielte, der alleine das Eintrittsgeld wert war.
Zudem: Wer es immer noch nicht begriffen hat – diese Mannschaft ist Mittelmaß, kann im Spiel nach vorne rein gar nichts und besitzt nur einen (umstrittenen) Stürmer, der regelmäßig knipst.
Was machen eigentlich Farfan, Sanchez und Asamoah hauptberuflich?
Es ist doch sinnlos, auf Spieler einzuprügeln, die sicher im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, was sie können. Es stellt sich immer nur wieder die Frage, warum spielen die (noch) auf Schalke?
Die Zusammensetzung des Kaders ist und bleibt das Problem, und das wird diese Saison nicht mehr gelöst werden können. Aber an diesem Problem haben die Spieler keine Schuld.
Öööh, nur mal so: Fairy Tails = Feenschwänze.
Nach kurzer Erheiterung über diesen netten Freibschehler trat beim lesen dann die Erkenntnis ein, dass es wirklich besser ist, die Schalker Spiele nurmehr im Liveticker zu verfolgen, da liest sich die gegnerische Überlegenheit nicht ganz so krass. Andererseits: nach dem 0:1 fragte ich mich reflexartig sofort, wann der Ausgleich fällt usw-ich hasse das!
Hihi, passt zum gestrigen Tag. Danke, korrigiert.
Lieber so verlieren, als wieder ein Spiel durch unnötige Verwaltung des Ergebnises gegen schwächere oder ebenbürtige Gegner zu verlieren. Die Saison ist gelaufen und ich hoffe, dass der überteuerte Kader nach der Saison ausgemistet wird und wie in anderen Vereinen, mit einen jungen, hungrigen Kader gestartet wird. Ich habe ein gutes Spiel gesehen, auch wenn meine Königsblauen nicht dran beteiligt waren.
Aber warum wird JEDER dieses Gefühl bei einer Schalker Führung nicht los? Ich kann reden mit wem ich will, alle denken und sagen das Gleiche!!! Das kann nur am derzeitigen Kader liegen…
Ich denke, die Frage ist rhetorisch? Man braucht sich ja bloss die Saisonergebnisse anschauen…
Nun hört doch mal mit dem Dauergemecker auf. Immerhin hat der Trainer das erste Mal in dieser Saison 442 anstatt des nicht funktionierenden 433 spielen lassen – wenn also sogar Sturkopf Rutten erstmals in der Saison sein holländisches System für einen Moment aufgibt, dann bewegt sich doch endlich was. Und das ist doch besser als Stillstand! 3 Tore Auswärts zu schießen ist auch was positives. Normalerweise geht man so als Sieger vom Platz. Man muss es auch mal anerkennen, Wolfsburg spielt z.Z. richtig gut, wenn man da verliert, und das mit einem für die Spieler ungewohnten Spielsystem, ist es ok.
Und zur Abwehr: DOCH! Die Abwehr IST gut. Schalke hat die wenigsten Gegentore in dieser Saison, und das kann man nicht auf den Zufall schieben. Sicher bin auch ich unzufrieden mit der momentanen Situation, aber ich halte nichts davon, alles schlechtzureden und über alles zu jammern ;)
Stimmt, die Frage war eher rhetorisch! Aber ohne “meckern” ändert sich, glaube ich, auch nichts. Man muß doch wenigstens das Gefühl bekommen, irgendwie seine Meinung los werden zu können. Und im Grunde hast Du ( danza ) ja auch nicht ganz Unrecht. Aber über die vielen Jahre immer und immer wieder nur Mist am Ende der Saison macht echt gefrustet!!!
sorry für den blöden Ausdruck…
Naja, Uwe, wenn man sich deinen letzten Kommentar so durchliest, ist es dann ja nicht soooo schlimm, schließlich wird der Mist seit Madrid gespielt und spätestens der Kropf in Dortmund ließ Böses befürchten. Eine ganze Saison zum vergessen und nicht nur ein extrem bitteres Ende. Mittlerweile finde ich das sogar gut: dieses knappe (wie eklig DAS passt, weia) Scheitern hat doch immer nur die Selbstlügen befeuert, nun geht diesmal quasi seit Saisonbeginn exakt gar nichts, Umbruch, Aufbruch, was auch immer, er war überfällig.