21 Jahre! Das Spiel gegen den Hamburger SV war das erste Heimspiel seit 1988, bei dem Andreas Müller nicht mehr in irgendeiner Funktion zum FC Schalke 04 gehörte.
1988. Über dem schottischen Lockerbie stürzt auf Grund eines Terroranschlags die Maschine des Pan-Am Flugs 103 ab, und Ramstein ist noch keine Band, sondern der Ort eines fürchterliches Unglücks, bei dem an einem Sonntagnachmittag bei einer Flugschau auf einer US-Militärbasis 70 Menschen ums Leben kommen.
Bayer Leverkusen gewinnt den UEFA-Cup, Het Elftal van Oranje wird ausgerechnet in München Europameister und Ivan Rakitic, Benedikt Höwedes und Ralf Fährmann werden geboren.
In den Rückblicken nach Müllers Rauswurf als Manager war immer vom Schalker UEFA-Cup-Triumph die Rede, von Andy Müller als Eurofighter. Das Glanzlicht seiner Karriere und ein Glanzlicht für den Verein. Der große Bogen seiner Zeit als Schalker wird einem gewahr, wenn man sich vor Augen führt, dass er auch schon dabei war, als es darum ging den Absturz in die Drittklassigkeit zu verhindern.
Schalke war in der Saison 87/88 zum dritten Mal aus der Bundesliga abgestiegen. In Liga 2 wurde alles noch schlimmer. Nach 26 Spieltagen stand Schalke auf Platz 19. Zehn Tage später entließ Schalke Trainer Horst Franz und holte den 32-Jährigen Peter Neururer. In der Tabelle ging es ab da aufwärts, trotzdem waren es 3 Spiele vor Saisonende immer noch nur 2 Punkte bis zu den Abstiegsplätzen in den Amateurfußball.
Tatsächlich war das Parkstadion voll, gegen Blau-Weiß 90 Berlin. Entsetzen nach dem 0:1 Rückstand in der 27. Minute, schalkig dramatisch eben, aber mit gutem Ende – wie wohl jeder weiß, der hier liest.
2 Jahre später stieg Schalke wieder auf. Es folgten 10 weitere Trainer, 4 Präsidenten, 6 verschiedene Hauptsponsoren, ein neues Stadion, Titelkämpfe, Champions League-Teilnahmen, zwei Pokalsiege und eben das Eurofighter-Ding … 21 Jahre Schalke 04.
Meiner Meinung nach war es richtig, Manager Müller zu beurlauben. Das ändert nichts daran, dass Andy Müller sehr lange Zeit ein Teil, ein guter Teil, des geilsten Clubs der Welt war.
[Vielen Dank an Probek, der mir den Link zu dem Film schickte und mich damit zu der Form dieses Beitrags inspirierte]







sehr schöner beitrag mit erinnerungen an alte zeiten. find ich immer toll. und der herr probek ist schon sehr nützlich :)
Grandiose Erinnerungen, herzlichen Dank dafür. In der Woche zwischen dem Meppen- und dem BW90-Spiel wurde mein Sohn geboren, weshalb ich in Meppen nicht dabei war. Gegen BW war ich dann wieder im Stadion und kann mich gut daran erinnern.
Das Video werde ich zum Anlass nehmen, eine Serie mit alten Spielberichten zu beginnen. Hat jemand noch ältere Videos irgendwo gefunden?
Und deinen Worten zu Andreas Müller schließe ich mich ohne Einschränkungen an.
ich auch.
tolle Zeitreise.
Dieser Kommentar – als säßen nur Leute vor dem Bildschirm, die noch nie Fußball gesehen haben.
und der Name Martin van der Pütten.. wie konnte ich den nur vergessen…?
Ich weiß es auch wie gestern, das Spiel gegen BW 90 war mein allererstes im Parkstadion.
Und ja, ich schließe mich an, Müller war ein großer und guter Teil der letzten Schalker Jahre.
Manchmal muss man einfach nur hier nen Artikel lesen, damit einem in diesen Zeiten wieder einfällt, wieso man ein Blauer geworden und geblieben ist. Großartiger Beitrag :)
Sehr gern geschehen.
Erstaunlich, wie wenig Peter Neururer gealtert ist.
Sehr schön ist auch der Ausdruck “verlangsamte Bildabfolge” für Zeitlupe.
Manndeckung – wie fremd das aussieht.