Kunst ist, was gefällt

Schlechte Leistungen? Blutleere Vorstellungen? Fußball ohne Tempo, ohne Inspiration, ohne Plan? Stürmer ohne Durchschlagskraft? Ja, Schalke kucken ist derzeit kein Spaß. Ganz Fußballdeutschland weiß das mittlerweile.

Bemerkenswert wenig scheint sich Fußballdeutschland darum zu scheren, dass die Werkself aus Leverkusen – die mit dem Näschen für Talente, dem Weltscouting, der innovativen Idee in der Trainerfrage, dem Konzeptfußball, dem deutschen Zukunftsstürmer und -Torwart Nummer 1 – nach 25 Bundesligaspielen gerade ein Pünktchen mehr auf dem Konto hat.
Und die beliebten Offensivfeuerwerker von der Weser, mit den Zauberfüßen im Mittelfeld und dem Reimport aus der Premier League im Sturm, haben gar noch 5 Punkte weniger.




[Film gefunden via FuViBlo]



12 Kommentare zu “Kunst ist, was gefällt”

  1. Enno [welt-hertha-linke] sagt:

    Man kann sich die Welt natürlich auch schön reden. Als Schalker muss man das wohl auch.

    Denn der Unterschied zwischen Schalke und den besagten Leverkusenern und Bremern liegt ja nicht in der Punktzahl, die in allen drei Vereinen Grund zur Enttäuschung liefert. Grottenschlecht sind alle drei derzeit (gemessen an den eigenen Erwartungen).

    Der entscheidende Unterschied den Schalke zuverlässig provoziert, ist die katastrophale Außendarstellung. Und das ist nicht nur Tönnies, der alles feuert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, ohne auch nur eine einzige konstruktive Idee für die Nachfolger parat zu haben. Es sind auch die Spieler, die ihre eignen Fans beschimpfen. Ein Ex-Trainer, der sich in der Öffentlichkeit nicht verkaufen kann. Und ein Ex-Manager, der den Bezug zu seinen eigenen Leistungen verloren hat.

    Wobei letzteres eigentlich für alle Schalker gilt, ob Fans, Verantwortliche oder Mannschaft: Überhaupt keine Verbindung mehr zur Realität. Oder, wenn man einmal annimmt, dass es soetwas wie Realität eh nicht gibt, dann fehlt mindestens der Bezug zu dem, was gesellschaftlich geteilter Konsens ist im Bezug auf erbrachte Leistungen.

    Das Paradebeispiel in der jüngsten Geschichte war die Aussage Tönnies, dass die Bewerber Schlange stünden, weil Schalke ja ein “geiler Club” sei. Das war dermaßen oberpeinlich, dass ich mich direkt fremdschämen musste. Das passiert mir nicht häufig, habe ich doch eine dicke Haut, wenn andere sich lächerlich machen. Aber das ging gar nicht. Und gleichzeitig war es typisch Schalke.

    Da fehlt scheinbar jeglicher Bezug zu dem, was sonst für normal gehalten wird. Nichts gegen ein wenig Verrücktheit. Aber es scheint mir das basale Rekrutierungsmuster bei Schalke zu sein: Wir nehmen nur diejenigen, die mindestens ein wenig neben der Spur sind.

    Torsten, dich nehme ich (größtenteils) von meiner Beurteilung einmal aus. Irgendetwas scheint da schief gelaufen zu sein…

  2. hanno sagt:

    Enno: Best. Kommentar. Ever.

  3. Manfred sagt:

    Normal gibt’s schon, Enno.

  4. tumulder sagt:

    @Enno
    Und das aus den Tasten eines Menschen, der über Hertha BSC schreibt. Na, wenn da mal nicht der Größenwahn ausgebrochen ist… Ungefähr so als ob Amy Winehouse Brittney Spears schlechte Öffentlichkeitsarbeit vorwerfen würde.

  5. Jan sagt:

    @tumulder: In Deinem Beispiel ist Schalke Britney Spears. Dann lieber Amy …

    @Hanno: Überflüssigste; Worte; unter einem Blog-Kommentar; ever?

    (Wie war das nochmal mit der Selbstreferentialität im Internet-Dings und den Blogs und so?)

    @Enno: Mal drüber nachgedacht, welche Rolle die Medien bei der “schlechten Außendarstellung” spielen? Nein? Wundert mich nicht.

    Nehmen wir mal den Fall Born. Und nehmen wir mal an, er hätte sich statt in Bremen auf Schalke ereignet – es hätte Sondersendungen gegeben, ARD-Brennpunkt, das volle Programm.

    Im Fall Born bei Werder? Fast nix. Das hat weniger mit der PR-Arbeit der jeweiligen zu tun, als vielmehr mit dem Umstand, daß es schon eine Nachricht ist, wenn auf Schalke die Rasenflöhe husten.

    Die Medien fallen schon von allein in permanente Aufregung, wenn es um Schalke geht. Da läßt sich nur schwer gegensteuern. Und wenn dann die Verantwortlichen in einer außergewöhnlichen Situation auch noch leider in jedes Mikro husten, das ihnen hingehalten wird – dann wird es Zeit, den beteiligten Medienunternehmen mal eine fette Provisionsrechnung zu schreiben. Am Ende der Saison. Einfach mal probieren.

  6. tumulder sagt:

    @jan
    Sorry, ein unentschuldbarer Lapsus.^^

  7. kurtspaeter sagt:

    Sorry Enno, aber die Pauschalisierung der Realitätsferne aller Schalker finde ich völlig daneben. Die Beurteilung davon steht Dir mangels Kenntnis von mindestens 99,9% (meine Schätzung) dieser Menschen einfach nicht zu. Inklusive meinerselbst.

    Was die Meinung zur Tönnies`chen Vorstellungen der letzten Wochen angeht, da muss ich Dir leider Recht geben, die ganze Nummer um Olli Kahn und die Managerfindung ist einfach saublöd. Wenn alles so super zusammen passt wie man es darstellte, dann frage ich mich, warum man noch drei Wochen abwarten wollte und quasi jedem anderen Kandidaten (welcher realistische auch immer in Frage kommen sollte) den Stempel der “höchstens Nummer 2″ aufdrückt.

    Und zu guter Letzt, ob der Trainer sich in der Öffentlichkeitsarbeit hervortut oder nicht ist völlig egal, solange die Leistung und die Punktzahl stimmt. Sieht man wohl am ehesten bei Hertha BSC. Und bei Schalke eben nicht.

  8. Enno [welt-hertha-linke] sagt:

    @Torsten:
    Natürlich steht mir die Beurteilung nicht zu. Selbst wenn ich mehr Schalker kennen würde, stünde es mir nicht zu, darüber zu urteilen.

    Es war jetzt auch nicht bitter ernst gemeint. Aber ich denke, dass ein “Kreisen um sich selbst” für Fußball sehr typisch ist. Die Wahrnehmung und Bewertung der eigenen Leistung ist hier sehr stark auf sich selbst bezogen. Nur ist es so, dass das auf Schalke besonders ausgeprägt ist. In guten Zeiten macht das einiges her, in schlechten Zeiten wirkt es halt allzu häufig komödiantisch.

    Wie gesagt, bei anderen Vereinen (auch bei Hertha) ist das nicht anders. Schalke jedoch hat da ein besonderes Talent für. Und ich meine es durchaus ernst, dass das ein implizites Auswahlkriterium bei der Rekrutierung von Personal ist. Ob das auch für Fans gilt, kann ich mangels emprischer Kenntnis nicht sagen. Ich ziehe diese angedeutete Aussage aus meinen ersten Kommentar zurück.

    Und zum Trainer: Stimmt, der Erfolg macht es immer einfach. Aber es gibt Trainer, die können mit schlechten Leistungen besser umgehen als andere. Das ewige “das tat weh” von Rutten war doch wirklich nicht mehr erträglich, sondern ziemlich schwach in der Außendarstellung.

    @Jan: Ach, den Medien jetzt die Schuld geben zu wollen, ist nun wirklich billig. Auch in Bayern, in Bremen, Berlin, Köln, etc. gibt es einen ganzen Haufen sensationslüsterner Presse-Heinis. Nur ist es eben so, dass es immer einen Schalker gibt, der etwas zu sagen hat. Das war unter Assauer so, unter Müller auch und wird wohl zukünftig kaum anders sein. Zumindest wäre das alles andere als eine Überraschung…

  9. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Das Interessante ist aber doch, dass sowohl Werder als auch Leverkusen an der sportlichen Führung festhalten, während auf Schalke in einer vergleichbaren Situation Chaos ausbricht und alle Verantwortlichen in die Wüste geschickt werden. Weswegen jetzt niemand mehr im Verein ist, der einen Hauch von Fußballkompetenz und Entscheidungsbefugnis hat. Das ist dämlich und es sind nicht die Medien oder die Außenstehenden Schuld.

  10. tumulder sagt:

    @stefan
    Falsche Sichtweise. Schalke befindet sich schon seit zwei Jahren in dieser Misere, nur ist es jetzt erst auch am Tabellenstand abzulesen. Kann man z.B. in diesen Archiven nachlesen.

  11. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Ok, andere These:
    Nicht die Probleme sind seit zwei Jahren die gleichen. Es macht einen Unterschied, ob man CL schafft oder 8. wird.
    Die Erwartungshaltungen auf Schalke sind einfach irrational hoch (gewesen) und unter diesem Druck war ein eigentlich erfolgreicher (gemessen an seinen Ergebnissen) Trainer wie Slomka nicht haltbar.
    Unter dem gleichen Druck wurde die Mannschaft überteuert und falsch verstärkt und für beides bekommt Schalke in dieser Saison die Quittung.

  12. liuginello sagt:

    ..ich bin kein schalke-fan, mehr dem mittelfraenkischen fussball, d.h. clubb und spvgg fuerth angehoerend, dadurch doch irgendwie mit 04 verbunden.

    zum manager kann ich nix sagen, aber seine einkäufe hat er nicht im stillen kämmerchen gemacht.

    .. wenn ein trainer so schnell aufgibt, war er sicher nicht der richtige..

    für einen interimstainer empfehle ich joerg b., ansonsten take it easy..

    glück auf!

    http://www.youtube.com/watch?v=M3Tk540UorU

    einfach geil…

Schreibe einen Kommentar