Artikel im März 2009

Man weiß es nicht

Man weiß gar nichts. Man weiß nicht, wen die Schalker Oberen als Kandidaten für den Managerjob erachten. Man weiß nicht, wie lange sie sich Zeit lassen wollen. Man weiß nicht, wie das Anforderungsprofil aussieht. Zu allem gibt es 100 Nachrichten, wissen tut man es trotzdem nicht.

Clemens Tönnies hat nichts konkretes gesagt. Die Presse versucht, das Nichtgesagte zu interpretieren. Und sie wirft mehr oder weniger wahllos Namen in den Ring, wobei sie sich offensichtlich der Phantasie der einschlägig bekannten Schalker Fan-Foren bedient. Ein munteres Spielchen ohne Risiko, schließlich sind alle Kandidaten gleich abwegig oder realistisch.

Und während die genannten Leute auf Nachfrage ihre Kommentare abgeben, welche anschließend von der Presse als „Absagen-Hagel über Schalke“ verkauft werden, entsteht für die Öffentlichkeit, die von Schalke 04 seit langem keine klare Linie gewohnt ist, der Eindruck von königsblauer Hilflosigkeit.

Wer auch immer letztendlich mit dem Job betraut wird, zu jeder Entscheidung gibt es was zu Bemängeln und was zu Hoffen. Die einen werden als unpassend für Schalke erachtet, die andern haben keine Erfahrung. Trotzdem kann jeder genau der Passende sein – siehe Titel. In der Tat muss es so sein, dass sich Schalke die Konzepte der Kandidaten anhört und dann entscheidet. Ich denke, dass Schalke einen durchaus attraktiven Job zu vergeben hat.

Wer neu beginnt will Neues schaffen. Die Schalker Fans erwarten so was wie einen Neuanfang und sind auch auf „kostengünstige Lösungen“ durchaus vorbereitet. Dabei sind Schalke-Fans genauso schnell begeisterungsfähig wie sie kritisch sein können. Und man kann sich darauf verlassen, dass sie immer wiederkommen.
In jedem Fall braucht es einen streitbaren Mann, einer der auch dazu in der Lage ist die Öffentlichkeit zu bedienen. Schalke sucht auch ein neues Gesicht.

Clemens Tönnies ist mir nicht unbedingt sympathisch, aber er ist zweifelsohne ein erfolgreicher Unternehmer und auch ein ehrgeiziger Typ. Ich glaube dass er es drauf hat, die richtige Personalentscheidung zu treffen. Ma’kucken.

Spannendes Spiel

Gehst Du aus dem Haus, willst Du Dir das Spiel des Clubs anschauen, an die Du einst Dein Herz verloren hast, bekommst Du verschiedenes mit auf den Weg gegeben.
Bekommt man „ein gutes Spiel“ gewünscht bedankt man sich. Der Wunsch zu „viel Spaß“ lässt schon darauf schließen, dass sich der Wünschende noch nicht besonders intensiv mit den Leiden eines Fußballfans auseinandergesetzt hat. Viel schlimmer ist aber der Wunsch, man solle ein „spannendes Spiel“ haben.

Ist bei dem Wünschenden Fanwissen zu vermuten, könnte es sich um Niedertracht handeln. In der Regel sind es aber Unwissende, die ahnungslos daherplappern, nett sein wollen.
Man hört den Wunsch, hält kurz inne, holt Luft und setzt an. Aber mit der Ahnung, dass es zu lange dauern würde, dass man trotz Bemühung nur auf Unverständnis stoßen könnte, lässt man die Luft mit einem leichten Seufzer wieder ab. Und geht fort. Nur die Freundlichsten unter uns können sich noch zu einem schlichtenden Nicken durchringen.

Einem Fan ein spannendes Spiel wünschen, das macht man einfach nicht. Der einzig richtige Wunsch ist der zu einem Sieg.

Königszwitsch

Das Königsblog hat einen Twitter-Ableger bekommen. Bei Königszwitsch gibt es ab sofort in jeweils maximal 140 Zeichen das, was für das Königsblog zu roh, zu kurz, zu direkt oder zu schnell ist, was aber alles auf jeden Fall auch der Überschrift „Über König Fußball im Allgemeinen und Königsblau im Besonderen“ entspricht.

Der Feed des Königszwitsch’ kann auch über die rechte Sidebar dieses Blogs verfolgt werden. Königszwitsch ist aber nicht als Sidebar-Widget gedacht. Es soll eine vollwertige Twitter-Seite werden, die ihre Verfolger finden möchte, über die gerne auch Kommunikation stattfinden darf. Ich werde allerdings über Königszwitsch keine anderen Twitterer verfolgen*. Was mich interessiert verfolge ich über meinen „privaten“ Twitter-Account, den ich seit einer Weile führe und über den ich überhaupt erst gelernt habe, was Twitter eigentlich ist. Bislang habe ich dort alles „getwittert“. Wenn stimmt, was Wikipedia über Twitter schreibt, dass Twitter „ein soziales Netzwerk und ein Micro-Blogging-Dienst“ ist, ist Königszwitsch praktisch meine persönliche Trennung zwischen beidem.

Die URL des Königszwitsch’ lautet http://twitter.com/Koenigszwitsch. Wer den Königszwitsch-RSS-Feed verfolgen möchte, navigiere bitte hier entlang.
[Update]
[Update 2]

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Als kurzer Hinweis unter dem Tag Blogsache sei hier noch erwähnt, dass das Königsblog nun auch über die DE-Top-Level-Domain, also über die URL http://koenigsblog.de erreicht werden kann.

Als ich im Mitte 2008 erstmals über einen Namen für mein neues Blog nachdachte, war diese URL noch frei. Als ich mich dann entschieden hatte war sie plötzlich belegt; von einem Blog zum Thema „König Kunde“, das zwar ein schickes Theme hatte, in dem aber nie ein Beitrag erschien. Erledigt, vor kurzem war die URL wieder erhältlich, worauf ich durch Andy aufmerksam gemacht wurde. Danke dafür.

Geändert, umgemodelt wird dadurch natürlich nichts. An meine URL habe ich mich gewöhnt, angenehm häufig verlinkt wird sie auch. Es ist nur schön, dass ich im persönlichen Gespräch weniger erklären muss. „Dat Königsblog im Internet“ reicht völlig. Wer um die Existenz weiß, wird das Ding hier mit großer Wahrscheinlichkeit flott finden. Selbst mit ö.

Professor Rolf

Andy Müllers beste Idee für den FC Schalke 04 war die Verpflichtung von Ralf Rangnick. Und sein größtes Missgeschick war, dass er ihn nicht schützen konnte. Schützen vor Rudi Assauer, der Rangnick nicht mochte, dessen Wort aber Gewicht hatte; und Nachhall.

Neulich in der Bahn ging Dafeld, werter Leser und Kommentator in diesem Blog, der Lesestoff aus. Und da auf der Februarausgabe von „Mobil“, dem Kundenmagazin der Bahn, groß Ralf Rangnick prangte („Der kühnste Kopf der Liga“), griff er zu dieser Zeitvertreib-Notlösung. Die Zeitschrift bot dann auch nur den Standardartikel über das „Projekt Hoffenheim“ – bis auf eine kleine Kleinigkeit, die ganz und gar nicht Standard war, sondern ihn kurz vermuten ließ, dass Rudi Assauer jetzt unter die Schreiber gegangen ist. Sowohl im Inhaltsverzeichnis des Magazins als auch in der Überschrift des Artikels (Bild) heißt Rangnick mit Vornamen Rolf!

Klar, was das bei einem Schalkefan auslöst: Die Erinnerung an Assauers Arroganz, mit der er den Trainer seines eigenen Clubs einst beim falschen Vornamen nannte, an den „Professor beim Arbeiterklub“, an Zeiten, als Schalke um die Meisterschaft mitspielte. Die Erinnerung an die Hoffnung nach der Moderne, nachdem Schalke unter Heynckes gerade mal der UI-Cup erreicht hatte. Eine schmerzhafte Erinnerung, begründet in der Vermutung, dass es in der Zeit bis heute mit „Rolf“ besser gelaufen wäre. Sicher kann man sich da natürlich nie sein. Aber verdammt wahrscheinlich ist’s schon.

[Mit schönem Dank an Dafeld]

kurtspaeter auf großer Fahrt: Über Gelsenkirchen nach Sinsheim und zurück

Infokasten kurtspaeterEndlich mal wieder ein reines Fußballwochenende. 2 Ligaspiele, das geliebte Schalke mit in der Verlosung, dazu ein neues Stadion mit der Rhein-Neckar/Dietmar-Hopp/Dorf-Arena am Concorde-Museum in Sinsheim.
Der Reihe nach.
Freitag Mittag Abfahrt im hohen Norden. Der schwarze Twingo und sein Fahrer haben die Option auf langsames Fahren und Zeit lassen. Schließlich sind noch 7 1/2 Stunden bis zum Anpfiff. Wie sich herausstellt, werde ich die Zeit fast komplett benötigen. Stau vorm Elbtunnel, der mich fast eine Stunde kostet, nun gut, damit muss man an einem Freitag Nachmittag immer rechnen. Aber wer ist in Niedersachsen Verkehrsminister oder für die Planung von Autobahnbaustellen zuständig? Mangels Kenntnis schimpfe ich von Hamburg bis nach Bremen einfach auf Christian Wulf. Die A1 ist quasi eine komplette Baustelle. Über knapp 80 Kilometer wird fast jede Brücke erneuert und man darf sich somit mit maximal 60-80 km/h eng an eng Richtung Bremen quälen. Eine dergestaltige Fehlplanung, die Auto fahren zum Übel verkommen lässt. Hinter Osnabrück rappeln noch vier Autos ineinander, so daß ich auch hier unplanmäßigen Aufenthalt habe.
Irgendwann, so gegen 19 Uhr, bin ich dann an der Arena und stehe kurz darauf in der Nordkurve.

Über das Spiel an sich ist genug geschrieben worden, Schalke kann einfach im Moment nicht besser. Die Stimmung wurde ebenfalls angesprochen, ich bin da aber zwiegespalten.
Sicher waren die Anfeuerungsrufe spärlich gesät, sicherlich wurde gepfiffen, eine Tatsache, über die man zwei Meinungen haben kann. Aber das die Ultras ihren unerträglichen und nicht synchron zu den Rasengeschehnissen vorgetragenen Sing-Sang nicht über 90 Minuten abgehalten haben, das empfinde ich als durchweg positiv. Von mir aus könnte das immer so sein. Aber das ist eine andere Diskussion.
Und wenn man sich das Gewürge (Freitag war die zweite Halbzeit unsäglich, die erste zugegeben ganz okay) auf dem Rasen betrachtet, dann muss man sich fragen, hätte man an einem „normalen“ Tag dieses Spiel mit Begeisterung verfolgt, hätte man die Mannschaft nach vorne gepeitscht oder wäre nicht passiert, was auf Schalke (leider) häufiger passiert? Die Zuschauer wären unruhig und ungehalten geworden und hätten irgendwann nach dem 43. Fehlpass angefangen zu pfeifen. Und man kann nun nicht wirklich sagen, dass das Signal, welches man mit der Auswechselung Rakitic’ und der Hereinnahme eines (potenziell) vierten Innenverteidigers sendete, zu positiven Gedanken Anlass gibt.

Die Übernachtung in Siegen wird gegen 7 Uhr durch den Wecker beendet.
Wir fahren nach Sinsheim, ein neues Stadion, reicher Mäzen, da muss man sich standesgemäß kleiden, ergo Hemd und Krawatte raus und das Sakko übergeworfen. Der Kleinbulli kommt um 8:25, drin der Mann aus Cape Town und die beiden Organisatoren der Fahrt von den „Geräucherten Makrelen“. Nachdem sich der Spott über mein Outfit gelegt hat, den einen erst mal ein bisschen angemacht, schließlich ist die alljährliche Fahrt normalerweise zum Werder-Auswärtsspiel in München. Das fiel in dieser Saison auch noch auf den Beginn der Oktoberfests, aber der gute Mann musste ja unbedingt an dem Tag heiraten. Welch eine Fehlplanung. Sei’s drum, der Rest der Truppe (diesmal international, ist doch neben dem Herrn aus Cape Town noch ein Herr aus Pittsburgh – Green Bay Packers-Fan und von Fußball überhaupt keine Ahnung – angereist) wird eingesammelt. Am Ende sind wir 4 Bremer, 1 Gladbacher, 1 Schalker, 1 Unbekannter und 2 Desinteressierte. Geht ja auch hauptsächlich um das gemeinsame Erlebnis der Fahrt. Das die Lüdenscheider in Stuttgart spielen war mir vorher nicht bewusst (wen interessiert auch deren Spielplan), hat aber zur Folge, das man sich mehr als lieb mit der Fangruppe auseinandersetzen muss, schließlich haben wir denselben Weg. Über die A45, die A5 und die A656 sowie diverse Autobahnraststätten erreichen wir Heidelberg. Hier wird der Bulli in einer Tiefgarage zwischengeparkt. Wir treffen uns mit einem Ortskundigen, der mir bereits Samstag von den Kontoauszügen und der eventuellen Bestechung durch den THW Kiel/Uwe Schwenker/Noka Serdarusic erzählt. Was ein Blödsinn meinen wir beide noch, da hat man schon die beste Handballmannschaft der Welt und besticht Schiedsrichter? Kaum vorstellbar, aber offenbar ist mehr dran und das Beispiel Juventus Turin zeigt, das auch die Großen nicht frei von Dummheiten/Verbechen sind.

In Heidelberg ist man auf Fußballfans, und sehen sie noch so seriös aus, offenbar nicht eingerichtet, denn die erste Gaststätte verweigert die Aufnahme, so dass wir schließlich in einer Pizzeria in der Altstadt das Mittagessen einnehmen. Vom Bahnhof Heidelberg-Altstadt fahren wir schließlich Richtung Sinsheim. Das ist Wallachei hier. Kleine Kuhkäffer, eine ganz süße Landschaft, hier soll Profifußball stattfinden? Vom Bahnhof Sinsheim (ich dachte noch, der ist aber klein, dazu später mehr) gehen wir durch ein Industriegebiet (das ist landschaftlich und architektonisch wenig reizvoll), vorbei am Concorde-Museum durch eine Unterführung. Rechts oben türmt sich ein kleines, schmuckes Stadion auf, umgeben von Äckern. Der Einlass geht zügig, kurz wird mir nahegelegt, meinen seriösen und eben in einem Anfall geistiger Umnachtung erstandenen „Das ganze Dorf ist da“-Schal ins Sakko zu stecken, schließlich sitze ich in der Bremen-Kurve. Der Mann aus Südafrikas muss sein Brötchen vor dem Stadion vertilgen, Wurfgeschoss. Kurz die Gastronomie abgecheckt, Bitburger alkoholfrei ist das einzige Getränk mit Schaumkrone, ich kann mich also ganz auf’s Spiel konzentrieren und muss hier nicht häufiger anstehen. Wird aber auch Zeit, es ist inzwischen 15:23 Uhr und ich gehe Richtung meines Sitzplatzes. Eingang Nordost, Block G1, Platz 7. Der Stadionsprecher leitet währenddessen über zur Begrüßung zum Spiel 1899 Hoffenheim – TSV Bayer Leverkusen. Hat der wirklich so gesagt und erst in der Pause ist ihm aufgefallen, was er da für einen Müll von sich gab. Die Plätze sind sonnenüberflutet, das Stadion auch von innen schick, man sitzt nah dran, einzig der Gitterzaun als Blockabgrenzung stört. Der ist wirklich ein großes Ärgernis. Sitzt man am Zaun, sieht man das Tor und die rechte Eckfahne nicht. Minuspunkt. Das Spiel ist ganz nett anzuschauen aber nicht der erwartet bzw. erhoffte große Knaller wie das Hinspiel. Soll von mir auch alles dazu gewesen sein.

Nach dem Spiel der nächste dicke Minuspunkt. So idyllisch das Stadion neben den Äckern liegt, so ätzend ist die Tatsache, das sich nun 20.000 Menschen auf dem vermeintlich einzigen Weg zum Bahnhof schlängeln. Das dauert. Und als wir uns schon Gedanken machten, wie wir jemals auf den Bahnsteig kommen sollen, erzählt uns ein Mensch aus der Gegend, das man hier sowieso nur mit dem Zug Richtung Heilbronn fahren kann. Richtung Heidelberg ist noch mal 20 Minuten in die andere Richtung laufen. Zum größeren Bahnhof Sinsheim. Hätte man ruhig mal ausschildern können. Für die, die nicht so oft in dieser Gegend sind. Die Rückfahrt verläuft ohne größere Vorkommnisse, die Borussen an den Burger King’s dieser Welt haben schlechtere Launen als auf der Hinfahrt, einer vergisst seinen Schal, ich bin so freundlich und stoppe den Bus, gebe mich als freundlicher Schalker zu erkennen, aber die wollen das Ding nicht haben. Dann eben nicht, was macht man also mit einem falschfarbigen Schal, den nun wirklich keiner braucht und keiner will? Genau …
Mitternacht sind wir wieder in Siegen, am nächsten Morgen geht’s wieder in den Norden, ich rege mich erneut über Herrn Wulf oder seinen Verkehrsminister auf und schaue mir zum Abschluss des Wochenendes noch die Partie UT Kiel – TSV Russee (3:4) an. Endlich ein paar Tore, nur zuviel für den falschen Klub.

„Aus für Müller, Thon keine Option“

Die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) verzichtet als erste auf den Konjunktiv bezüglich Müller, verbreitet eine Vermutung bezüglich Rutten und weiß was über Thon.

Die quälende Hängepartie auf Schalke wird – zumindest, was die Diskussion um den Manager betrifft – am Montag de facto beendet. Vereinspräsident Josef Schnusenberg und Aufsichtsratchef Clemens Tönnies werden Andreas Müller mitteilen, dass seine Zeit bei Königsblau nach gut 20 Jahren als Spieler und Funktionär abgelaufen ist.
[...]
Trainer Fred Rutten, dessen Schicksal Müller mit seinem eigenen verknüpft hatte, darf dagegen zunächst weiterarbeiten – allerdings kaum über das Saisonende hinaus.

Wie die NRZ erfuhr, soll bereits in den nächsten Tagen zumindest der künftige Manager präsentiert werden. Von der ursprünglich einmal angedachten Lösung, nach dem Vorbild von Felix Magath beim VfL Wolfsburg einen starken Mann in Personalunion als Trainer und Manager zu verpflichten, ist man inzwischen offenbar abgerückt – mangels eines überzeugenden Kandidaten, aber auch aus Sorge, zuviel Macht in einer Hand könne schädlich sein.
Olaf Thon [...] spielt in den diesbezüglichen Überlegen der Schalker Verantwortlichen definitiv keine Rolle, die – wie bisher – über beratende Funktionen hinausgeht.

Die Ablösung Müllers als Manager hatte ich gefordert und vor Thon hatte ich Angst. Dass es in der derzeitigen Situation keine Jobgarantie für Rutten geben kann, ist vollkommen klar.

Alles hängt nun an dem in den nächsten Tagen zu präsentierenden Müller-Nachfolger, und dass ist erst mal sehr gut so.
Wenn es denn ein guter Mann sein wird.
Wenn.

Meine Horrorvision

… trägt die Namen Olaf Thon und Michael Skibbe.

Eigentlich hätte es hier erstmal einen Beitrag zum Spiel gegen Köln geben sollen. Über die alberne Aktion „Kein Support für nix!“ der „Supporters“, über die Reaktion „Kein Dank für nix!“ der siegenden Mannschaft. Darüber, dass Schalke spielte wie üblich, mit einer ordentlichen Halbzeit und einer, in der ihr gehörig die Düse ging.
Aber heute Mittag meldete Revier Sport, dass der Schalker Aufsichtsrat in Rheda tagen würde. Vier Stunden später hieß es, dass noch keine Entscheidung über die Zukunft von Manager Müller und Trainer Rutten gefallen sei, und dass am Montag eine weitere Treffen stattfinden würde. Es stehen wichtige Entscheidungen an, beim FC Schalke 04, und plötzlich fehlt die Ruhe für den Blick zurück, plötzlich ist der Puls erhöht.

Jeder Fan erhofft sich für seinen Club die vermeintlich richtigen Entscheidungen. Wer auf Wechsel in den Führungspositionen hofft, hat auch seine „Wunschbesetzung“ parat. Aber wer denkt schon darüber nach, dass alles auch (noch) schlimmer werden könnte? Gestern las ich die Namen Thon, für den Job des Managers, und Skibbe, für den Job des Trainers.

Sie standen nur in einem Forum, von einem der was gehört haben will. Keine Quelle, nicht mal ein ausgewachsenes Gerücht. Aber das bloße, einmalige Lesen reichte. Dieser Gedanke pflanzte sich in meinen Kopf und versaute mir mein Wochenende entgültig.

Plötzlich trifft es einen wie ein Holzhammer an den Kopf, dass die Schalker Führung eben nicht für Kreativität steht und sie offensichtlich auch nicht mehr allzu viel Geld zur Verfügung hat. Nichts was man nicht schon wusste, woran man aber beim Wünschen und Hoffen so selten denkt! Diese Erinnerung ist es aber, welche die Billiglösung eines Tandems Thon & Skibbe so realistisch erscheinen lässt.

Michael Skibbe ist sicherlich kein schlechter Trainer. Trotzdem haftet ihm das Image eines notorisch Erfolglosen an, und seine Zunge ist auch nicht lockerer als die Fred Ruttens. Weil er Schalker ist? Weil er frei ist? Weil er vergleichsweise günstig zu verpflichten sein müsste?
Jedenfalls nicht, weil er bewiesen hätte, eine Mannschaft durch schwierige Situationen in einem noch viel schwierigerem Umfeld führen zu können. Nicht weil er der Sonnenschein wäre, der mit Charme und Witz in seinen Pressekonferenzen die versammelte Presse hinter seine Entscheidungen bringen könnte.

Der für den Witz, für den flotten Spruch, wäre wohl eher Olaf Thon. Er, der geniale Fußballer, der angeblich schon unter Rudi Assauer in höhere Ämter strebten wollte, was Assauer immer zu verhindern wusste. In seiner Darstellung wandelt er immer auf dem Pfad zwischen einem freundlichem Experten und einem Zuvielredner der Marke Matthäus. Er ist beliebt, als Schalker Legende und als Darsteller des vermeindlich volksnahen Clubs. Aber was befähigt ihn, mit den verbliebenen Millionen zu jonglieren? Welches Argument soll es geben, dass er den wichtigsten Bereich dieses mittelständischen Unternehmens führen könnte? Und vor allem, könnte der immerzu freundliche Olaf Thon ein konsequenter Richtungsgeber sein? Und hätte er den nötigen Weitblick, eine Vision? Ich weiß es nicht.

Dieser Beitrag ist ein Geschreibsel um ungelegte Eier, ich weiß. Es geht mir auch weniger um die Namen als um die Darstellung der Pein. Darum, den Graben zwischen dem Gefühl der Hoffnung und dem der Angst vor einer möglicherweise sehr ernüchternden Realität aufzuzeigen. Weil das Vertrauen in die Führung fehlt. Weil der Führung alles zuzutrauen ist.

Es stehen wichtige Entscheidungen an, beim FC Schalke 04. Olaf Thon gilt als sportlicher Berater des Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies. Ohne Andreas Müller und dem Trainerstab gibt es keine weiteren Fußball-Fachmänner in der Führung des Vereins.

Ma’kucken. Und hoffen. Und wünschen.