Dienstag ging’s für Angelos Charisteas daneben. Aber in der Regel funktioniert es, und es tritt die eigentliche Idee des Fair Play mit Füßen:
Im knappen Spiel ist nicht mehr viel Zeit. Die zurückliegende Mannschaft drängt, da wälzt sich auch schon ein Spieler des führenden Teams auf dem Boden herum. Nun wird also der Ball ins Aus gespielt. Es folgt eine Behandlung des sich Wälzenden auf dem Platz. Nach einer Weile geht es dann weiter, und die zurückliegende Mannschaft erhält den Ball zurück, indem dieser von der führenden in die am weitesten entfernte Platzecke gedroschen wird.
Mit einer einzigen Aktion und ohne Aufwand gelingt es so, der zurückliegenden Mannschaft den Spielfluss, einen gehörigen Batzen an Zeit und sehr viel Raum zu nehmen. Und wird der Ball von der zurückliegenden Mannschaft nicht freiwillig ins Aus gespielt, gibt es tatsächlich noch Leute, die sie der Unsportlichkeit bezichtigen. Das ist im höchsten Maße absurd. Meines Erachtens gibt es hier dringenden Handlungsbedarf.
Ich denke, dass das absichtliche ins Aus Spielen des Balles mit einer Gelben Karte bestraft werden sollte! Das Spiel zu unterbrechen obliegt in jedem Fall dem Schiedsrichter, es ist nicht die Aufgabe des Spielers, das Spiel zu verlangsamen oder sich einer öffentlichen Meinung, was Fairness ist, zu beugen.
Selbstverständlich muss der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, wenn er sieht, dass ein Spieler aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen wird. Dies ist seine Pflicht, da er kein Arzt ist und Verletzungen nicht bewerten darf. Da aber kein Foul vorlag dürfen der ballführenden Mannschaft dadurch nur so wenige Nachteile wie irgend möglich entstehen.
Also muss die Mannschaft an der Stelle weiterspielen dürfen, an der sie bei der Unterbrechung war. Bei einer Verletzung ohne Foulspiel sehen die Regeln einen Schiedsrichter-Ball vor. Hieran dürfen sich aber laut Regeln beliebig viele Spieler beider Mannschaften beteiligen.
Auch hier wäre also eine Regeländerung notwendig, um den Ballbesitz der ansonsten benachteiligten Mannschaft zu gewährleisten. Ein Schiedsrichter-Ball muss für eine Mannschaft ausgesprochen werden können, das heißt der Gegner hat in dieser Situation den üblichen Abstand von 9 Metern einzuhalten.
Eine Freistoß-Situation wäre dies nicht, da mit dem Fallenlassen des Balles sofort Druck vom Gegner aufgebaut werden würde. Trotzdem entfiele so der häufig enorme Raumverlust und es könnte ein Großteil an Zeit gespart werden, welche ansonsten für den Einwurf des Gegners, für das Wegschlagen des Balles und den kompletten Neuaufbau verloren gehen würde. Außerdem würde das Spiel durch ein Verbot, den Ball „freiwillig“ ins Aus zu schießen, ein Stück ehrlicher werden.