Tag des Lichtes

Der Fußball-Tempel auf den Berger Feld sonnendurchflutet. Eine leuchtend blau und weiß gekleidete Gemeinde. Der Trainer, in seiner Dreifaltigkeit Büskens – Mulder – Reck, stand im ökumenischem Hellgrau dem Treiben vor.

Es ging darum, die Feier der Wiederauferstehung des FC Schalke 04 begehen. Ein Teil der Liturgie war ein Sieg gegen den Karlsruher SC. Weiterhin ist der Club unter diesem Trainer unfehlbar. Es war gar der 7. Sieg ganz ohne Besudeln durch den Gegner. Und als drei Minuten vor Schluss auch noch der Messias der Fangemeinde eingewechselt wurde, war auch ohne akutem Wunder die Glückseligkeit perfekt.
Also stimmen die Propheten in den Chor mit ein, sehen Schalke endlich wieder kämpfend, eine Aufholjagd führend, auf dem Weg nach Europa.

Ganz leise zwar, aber dennoch überhaupt, gibt es auch kritische Stimmen. Dass Schalke gegen den KSC einfallslos und mit wenig Drang gespielt hätte wird bemäkelt. Oder dass es kaum Kombinationen gegeben hätte. Es wird geunkt, dass solch Spiel auch in den dunklen Zeiten, unter dem letzten Zeremonienmeister, zu sehen gewesen wäre. Pharisäer?

Der Wechsel zwischen Dunkel und Licht ist das Leben. Auch das Schalker Volk wird wieder um ein goldenes Kalb tanzen. Ostern ist das Fest des Lichtes! Lasst uns feiern und Eier essen.

[Foto: kstenqnen]



2 Kommentare zu “Tag des Lichtes”

  1. danza sagt:

    Keine Sorge, ich werd nachher was ins Phrasenschwein werfen: Einsatz, Bewegung und Zusammenspiel sind Grundlagen eines Fussballspiels. Der Rest wie Taktik, Kreativität oder Schnelligkeit kommt danach und ist ohne die Grundlagen gar nicht möglich.

    Unter Rutten habe ich von diesen Grundlagen zuletzt nichts mehr gesehen. Insofern haben wir mit dem Trio einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Auch wenn der Gegner ein dankbarer war – momentan geht es nur darum, das Selbstvertrauen zurück zu finden und die Fans zu versöhnen.

  2. Kid Klappergass sagt:

    Eier essen? Und was, wenn man sie braucht? ;-)

    Es ist doch ein angenehmer Luxus, wenn man sich nach einem gewonnenen Spiel in Ruhe darüber Gedanken machen kann, wie es zukünftig schöner und besser geht. Erfolgreicher geht es hingegen nicht, denn mehr als drei Punkte gibt es mangels Schönheitspreisen nicht. Und am Ende, wenn alle Tore geschossen und alle Punkte verteilt sind, wenn also abgerechnet wird, fragt außer den kritischen Stimmen kaum einer mehr, wie die einzelnen Punkte errungen wurden. Fußball ist ein „Tagesgeschäft“ – und das Phrasenschwein nie weit. :-)

    Levan Kenia? Ein Messi(as), der das blau-weiße Volk ins gelobte europäische Land führt und auf diesem Weg nebenbei von langweiligem Fußball befreit? Ja, ähnliche Träume blühen auch an anderen Orten. Dort trägt der Erlöser dann nur einen anderen Namen. :-)

    Glückwunsch zum Sieg und einen schönen Ostermontag, Kid

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