Gelbe Karte für Pseudo-Fairness!

24. April 2009, Torsten Wieland

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Dienstag ging’s für Angelos Charisteas daneben. Aber in der Regel funktioniert es, und es tritt die eigentliche Idee des Fair Play mit Füßen:
Im knappen Spiel ist nicht mehr viel Zeit. Die zurückliegende Mannschaft drängt, da wälzt sich auch schon ein Spieler des führenden Teams auf dem Boden herum. Nun wird also der Ball ins Aus gespielt. Es folgt eine Behandlung des sich Wälzenden auf dem Platz. Nach einer Weile geht es dann weiter, und die zurückliegende Mannschaft erhält den Ball zurück, indem dieser von der führenden in die am weitesten entfernte Platzecke gedroschen wird.

Mit einer einzigen Aktion und ohne Aufwand gelingt es so, der zurückliegenden Mannschaft den Spielfluss, einen gehörigen Batzen an Zeit und sehr viel Raum zu nehmen. Und wird der Ball von der zurückliegenden Mannschaft nicht freiwillig ins Aus gespielt, gibt es tatsächlich noch Leute, die sie der Unsportlichkeit bezichtigen. Das ist im höchsten Maße absurd. Meines Erachtens gibt es hier dringenden Handlungsbedarf.

Ich denke, dass das absichtliche ins Aus Spielen des Balles mit einer Gelben Karte bestraft werden sollte! Das Spiel zu unterbrechen obliegt in jedem Fall dem Schiedsrichter, es ist nicht die Aufgabe des Spielers, das Spiel zu verlangsamen oder sich einer öffentlichen Meinung, was Fairness ist, zu beugen.

Selbstverständlich muss der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, wenn er sieht, dass ein Spieler aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen wird. Dies ist seine Pflicht, da er kein Arzt ist und Verletzungen nicht bewerten darf. Da aber kein Foul vorlag dürfen der ballführenden Mannschaft dadurch nur so wenige Nachteile wie irgend möglich entstehen.
Also muss die Mannschaft an der Stelle weiterspielen dürfen, an der sie bei der Unterbrechung war. Bei einer Verletzung ohne Foulspiel sehen die Regeln einen Schiedsrichter-Ball vor. Hieran dürfen sich aber laut Regeln beliebig viele Spieler beider Mannschaften beteiligen.

Auch hier wäre also eine Regeländerung notwendig, um den Ballbesitz der ansonsten benachteiligten Mannschaft zu gewährleisten. Ein Schiedsrichter-Ball muss für eine Mannschaft ausgesprochen werden können, das heißt der Gegner hat in dieser Situation den üblichen Abstand von 9 Metern einzuhalten.

Eine Freistoß-Situation wäre dies nicht, da mit dem Fallenlassen des Balles sofort Druck vom Gegner aufgebaut werden würde. Trotzdem entfiele so der häufig enorme Raumverlust und es könnte ein Großteil an Zeit gespart werden, welche ansonsten für den Einwurf des Gegners, für das Wegschlagen des Balles und den kompletten Neuaufbau verloren gehen würde. Außerdem würde das Spiel durch ein Verbot, den Ball „freiwillig“ ins Aus zu schießen, ein Stück ehrlicher werden.

Kommentare

28 Kommentare zu “Gelbe Karte für Pseudo-Fairness!”

  1. Phil am 24. April 2009, um 08:59 Uhr

    Wow,

    Ich fürchte, dass man mit so klaren Ausführungen bei UEFA/FIFA wohl kaum landen kann. Die mögen es komplizierter.

  2. heinzkamke am 24. April 2009, um 10:41 Uhr

    “dass das absichtliche ins Aus Spielen des Balles mit einer Gelben Karte bestraft werden sollte!”

    Ich vermute mal, dass sich Mannschaften, die einen knappen Vorsprung über die Zeit retten wollen und jeden zweiten Ball absichtlich ins Aus spielen, darüber nicht so sehr freuen würden… ;-)

    etwas ernsthafter:
    Es gibt (gab zumindest,vermutlich gilt sie nach wie vor) ja eigentlich die Anweisung der Uefa, Verletzungsunterbrechungen dem Schiedsrichter zu überlassen.

    Das setzt jedoch voraus, dass die Schiedsrichter ihrer Verwantwortung, das Spiel zu unterbrechen, gerecht werden. Wenn sie es nicht tun, stimmen die Spieler -erfreulicherweise- eben mit den Füßen ab.

  3. Torsten Wieland am 24. April 2009, um 11:11 Uhr

    @heinzkamke Ich denke, dass das, was Du “erfreulich” nennst, von den Spielern einer zurückliegenden Mannschaft nur sehr ungern bzw. sogar in der irrigen Annahme, das müsse man so machen, getan wird.

    Die von mir geforderte Gelbe Karte würde somit diese Spieler quasi vor sich selbst schützen und klar machen, das die von Dir im 1. Link dargestellte UEFA-Richtlinie umzusetzen ist. Dann sollte das auch für die Zuschauer klar werden, und Arndt Zeigler kann sich noch mehr dem twittern widmen, statt “falsch-entsetzte” Zuschauer aufklären zu müssen.

  4. tumulder am 24. April 2009, um 11:24 Uhr

    Ich meine schon letztes Jahr irgendwo gelesen zu haben, daß sich ein großer Teil der Mannschaften der Primera Division dieses “Fair Play” schon längst abgewöhnt hat, da auch ein großer Teil der Mannschaften der Primera Division in den Schlußminuten genau auf dieses “Fair Play” baut, um die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Ich bin gespannt welche Regeländerungen sich die FIFA zur nächsten WM einfallen läßt.

  5. heinzkamke am 24. April 2009, um 11:30 Uhr

    @Torsten:

    “klar machen, das die von [...] UEFA-Richtlinie umzusetzen ist”

    Bin ganz bei Dir – glaube wie gesagt nur, dass es zuerst einmal von den Schiedsrichtern verinnerlicht werden müsste.

    Bei der gelben Karte sähe ich es, wie oben nur halb im Scherz angesprochen, durchaus kritisch, das absichtliche ins Aus Spielen in Abhängigkeit von der jeweiligen Intention zu bestrafen (wegen Verletzung: gelb, als Defensivstrategie: kein gelb)

  6. Torsten Wieland am 24. April 2009, um 11:43 Uhr

    Das sehe ich nicht so kompliziert. In der Regel wird der Ball aus dem Spiel heraus ja nicht so absichtlich wie in der oben beschriebenen Situation ins Aus gekickt. Vielmehr wird er sonst unter Druck irgendwohin gepöhlt.

    Es ist für den Schiedsrichter also nur zwischen einer normalen Spielsituation oder einer absichtlichen Spielunterbrechung zu unterscheiden. In sehr ähnlichem ist er geübt, muss er doch auch zwischen absichtlichem und unabsichtlichem Foulspiel, oder auch einer noch normalen und einer Situation, in der das Spiel absichtlich verzögert wird, unterscheiden.

    [Edit: Habe die Erscheinungszeit dieses Kommentars auf 11:43 geändert, da er sich auf den (nun davor stehenden) Kommentar von 11:30 bezieht]

  7. heinzkamke am 24. April 2009, um 11:45 Uhr

    im aktuellen 11Freunde-Interview mit Lutz Michael Fröhlich, Leiter der Abteilung Schiedsrichter des DFB, wir deutlich, dass auch er der Uefa-Richtlinie nicht allzu viel Bedeutung beimisst:

    “Sicher hätte es die Sache entspannt, wenn ein Mainzer den Ball ins Aus geschossen hätte, aber es gibt klarere Situationen, in denen man so etwas erwarten kann.”

    (Ich will nicht verschweigen, dass er auch die Schiedsrichter in der Pflicht sieht: “Wenn der Schiedsrichter den Eindruck hat, dass es sich um eine schwerere Verletzung handeln könnte, dann soll er das Spiel unterbrechen. Das gilt verstärkt bei Kopfverletzungen.”)

  8. heinzkamke am 24. April 2009, um 12:16 Uhr

    Da hab ich mich unklar ausgedrückt: “kritisch” sehe ich das nicht mit Blick auf die Fähigkeit des Schiedsrichters, die Absicht zu erkennen, sondern bezüglich der damit implizit getroffenen Aussage: es ist ok, den Ball ins Aus zu spielen, um den Spielfluss zu unterbrechen, aber es ist nicht ok, den Ball ins Aus zu spielen, um einen (möglicherweise) verletzten Spieler behandeln zu lassen.

    Mir ist völlig klar, dass ersteres natürlich ein unstrittiger Bestandteil des Spiels ist, während zweiteres “nur” eine tradierte, missbrauchsanfällige Geste ist. Dennoch missfällt mir der Gedanke, das absichtliche Ins Aus Spielen im Regelfall zu dulden, aber im Sonderfall “Versuch von Fair Play” zu bestrafen.

    Ups, so langsam werde ich zum Kommentarspammer, sorry.

  9. Tobi am 24. April 2009, um 14:03 Uhr

    Ich glaube, dass ist ein Problem was man so nicht wird lösen können.
    Wenn die Spieler dazu gedrängt werden sollen nicht mehr die Bälle ins aus zu spielen (was für mich ohne Zweifel eine dieser Pseudo-Fairplay-Aktionen ist) dann müssten die SR wesentlich häufiger das Spiel von sich aus unterbrechen. Wenn man sich ansieht das solche Aktionen, wo ein Spieler liegen bleibt, erst offensichtlicher werden wenn der Ball schon viel weiter ist kann man mal davon ausgehen, dass auch der SR in diesem Moment nicht genau entscheiden kann ob denn der Spieler nun verletzt ist oder nicht. Wenn man nun bedenkt dass so ein Spiel auch mal gut und gerne ein paar Minuten hin und her geht ohne eine natürliche Unterbrechung muss man die Frage stellen, ob der SR ein Spiel so lange laufen lassen kann und für sich entscheidet dem Spieler gehts gut. Kann er eigentlich nicht also dürfte der SR doch eher dahin motiviert sein, bei so etwas schneller zu unterbrechen. Also ich möchte nicht SR sein und das Spiel weiter laufen haben lassen (ohweh, die Grammatik…) wenn ein Spieler auf einmal die Zunge verschluckt und in der folge Zeit auf dem Feld abnippelt. Alles unwahrscheinlich aber dass kann man ja nicht ausblenden.
    Die Lösung kann für mich eigentlich nur sein, übermäßige Theatralik konsequenter zu bestrafen. Wenn ein Spieler sich ewig lange über den Boden wälzt und sobald das Spiel unterbrochen und der Teambetreuer da ist wieder fit ist dann muss das auch konsequenter mal mit ner gelben Karte bestraft werden.
    Dann kommt so eine Situation erst gar nicht vor
    Puh, das war viel..

  10. links for 2009-04-24 | Du Gehst Niemals Allein am 24. April 2009, um 14:04 Uhr

    [...] Gelbe Karte für Pseudo-Fairness! : Königsblog (tags: regelkunde fairplay schiri) [...]

  11. erz am 24. April 2009, um 14:15 Uhr

    Tobi verfolgt da einen Ansatz, den auch ich für plausibler halte.
    Das grundliegende Problem ist ja nicht der Fair-Play-Gedanke, sondern das unsportliche Schauspielern, das nicht bestraft werden kann. Wenn in Zukunft automatisch ein Spieler, der nach 10 Sekunden nicht aufsteht, für 4 Minuten des Feldes verwiesen wird, gibt es eine Sanktion für Schauspielerei – und wenn der Spieler tatsächlich behandlungsbedürftig ist, braucht er die Zeit ohnehin, um außerhalb des Feldes behandelt zu werden. Wer 10 Sekunden liegt, erzwingt eine Spielunterbrechung – so kann auch ohnmächtigen Spielern schneller geholfen werden. Die Zahlen kann man natürlich noch anpassen, aber ich denke, dass unter 20 Sekunden und etwa 5 Minuten schon eine passable Richtschnur darstellen.

  12. Philipp am 24. April 2009, um 15:21 Uhr

    Großartiger Text. Und ganz meine Meinung.

    Nur das mit der gelben Karte geht zu weit. Wenn ein Abwehrspieler beispielsweise begrängt ins Aus klärt, sollte er dafür nicht bestraft werden. Das gehört zu (unserem) Sport dazu.

    Ansonsten: In der spanischen Liga haben die Vereine diese Problematik schon vor einigen Monaten erkannt und einige Vereine daraufhin (unter großem Medien-Gezeter soweit ich das von hier verfolgen konnte) angekündigt, nur noch den Schiedsrichter als Spiel-Unterbrecher anzuerkennen und keine Pseudo-Verletzungen.

  13. Torsten Wieland am 24. April 2009, um 16:59 Uhr

    Nochmal, damit das klar wird: Mir geht es nicht um persönliche Bestrafungen. Mir geht es viel mehr darum, dass die weiterspielenden Mannschaften aus diesem Vorwurf der Unsportlichkeit geholt werden, dass also jedem klar ist, dass weiterzuspielen ist, bis der Schiri unterbricht.
    Und es geht darum, dass „Unterbrechungen ohne Schuld einer Mannschaft“ (es wurde kein Foul geahndet und wir gehen grundsätzlich nicht(!) von Schauspielerei aus) möglichst wenig Einfluss auf die Spielsituation haben.

    Überaus wichtig für ein schnellere Wiederherstellung der Situation wäre aber auch die Einführung des „Schiedsrichter-Balls zugunsten einer Mannschaft“, wie ich es oben beschrieben habe, welcher in den Kommentaren bislang noch gar keine Beachtung fand.

    @ Tobi, erz: Das konsequentere Ahnden von offensichtlicher Schauspielerei ist eine andere Baustelle bzw. eine neue, sich anschließende Situation.
    Wichtig zu wissen (und zu beachten) ist: Der Schiedsrichter muss(!) unterbrechen, sobald er glaubt, dass der Spieler nicht von alleine aufsteht. Er darf nicht einfach immer weiter spielen lassen, weil er glaubt, es würde geschauspielert werden. Eben weil er nicht weiß, ob der Spieler vielleicht nicht deshalb da liegt, weil er einen Herzinfarkt hat (um es mal krass darzustellen).

  14. Tobi am 24. April 2009, um 18:26 Uhr

    Ich finde es schwierig die Wirkung zu bekämpfen wenn man auch die Ursache ahnden kann. Wenn die Spieler nicht ewig auf dem Platz liegen würde auch keiner schreien der Ballbesitzende müsse den Ball ins aus spielen. Wie will man deinen Vorschlag zudem in eine Regel fassen? Ein spieler darf den Ball nicht ohne bedrängnis ins Aus schießen? Was machst du dann bei zu weiten flanken oder Fehlpässen?
    Oder was machst du zB wenn beide Mannschaften erkennen der Spieler ist ernsthaft verletzt aber der SR meint es solle weitergehen. Absichtlich ins Aus schießen kann man ja auch nicht. Soll dann erst der Spieler der erkannt hat das der auf dem boden liegende Spieler wirklich verletzt ist übers halbe Feld laufen um es dem Schiri zu sagen? Und der sagt dann der Spieler sei nicht Kapitän und habe ihm gar nichts zu sagen.

  15. erz am 24. April 2009, um 18:59 Uhr

    Es geht in meinem Vorschlag eben nicht um das Ahnden von offensichtlicher Schauspielerei, sondern um einen Mechanismus, der, wie du es mit dem Schiedsrichterball für eine Mannschaft forderst, die Dynamik (im Sinne von Regelablauf, nicht Athletik) des Spiels wenig beeinträchtigt. Deshalb plädiere ich ja für einen Automatismus:

    Ein Spieler liegt, und unabhängig davon, wie sein wahrer Zustand ist, wird das Spiel automatisch unterbrochen, wenn er nicht von alleine aufsteht (und auch wenn das Spiel bereits unterbrochen ist, muss er nach Ansprache des Schiedsrichters sofort aufstehen). Dann greift gleich die “Zwangsbehandlungspause”. Das heißt, es gibt Schiedsrichterball und die Mannschaft, deren Spieler simuliert hat/deren Spieler eine Behandlungspause braucht, spielt 5 Minuten ohne den zu behandelnden Spieler. Eine Ausnahme für den Torwart muss, wie es auch im Moment der Fall ist, gefunden werden.

    Diese Regel ließe sich trefflich mit deiner mannschaftsgebundenden Schiedsrichterballregel kombinieren. Allerdings halte ich es für systembedingt unmöglich, in einem hyperkomlexen Spiel “gleiche” Zustände anzustreben.

    In meinen Augen greift der Unterbrechung+Zwangsbehandlungsmechanismus besser in die Dynamik des Spiels ein, indem er die bestehenden Fairplayverhaltensweisen nicht bestraft. Wenn der Spieler vor dir mit verdrehten Augen zusammenbricht, kannst du immer noch den Ball ins Aus schlagen und dich um ihn kümmern. Oder halt 10 Sekunden weiter spielen. Danach hast du vielleicht ein Tor geschossen oder auch den Ball verloren, auf jeden Fall spielst du dann erst mal in Überzahl. Da stört dann auch ein regulärer Schiedsrichterball die Dynamik kaum mehr, als ein Ball für dich.

  16. Torsten Wieland am 24. April 2009, um 20:18 Uhr

    @ erz: Mein Eindruck ist, dass bei Deinem Vorschlag jeder liegende Spieler zu einem „echten Fall“ wird. In der Praxis wälzen sich Spieler nach einem Foul allerdings ein paar Mal am Boden und dann ist gut. Eine „Violation-Clock“ kann da sehr unfair sein, schließlich wälzen sie sich in der Regel deshalb, weil sie gerade von einem Gegner eins auf die Socken bekommen haben – und als Dank sollen sie dann 4 Minuten raus? 4 Minuten sind schweinelang, wie jeder Schalker weiß.

    @Tobi: Dein Beispiel ist doch arg konstruiert. Genauso gut könntest Du fragen, was passieren würde, wenn sich die beiden Mannschaften auf einen Elfmeter einigen, der Schiri diesen aber nicht geben will. Sowas kommt schlicht nicht vor. Wie oben erwähnt, der Schiri muss und wird in solch einem Fall immer unterbrechen.
    Im Fall Charisteas wird Weiner den Spieler zunächst nicht gesehen haben, und dann lief der Angriff. Vom Wechsel aus der Hocke in die Liegeposition Charisteas’ bis zum Tor vergingen aber gerade mal 11 Sekunden (s.h.). Weiner hätte Charisteas nach dem Tor sicher sofort behandeln lassen. In dem Moment ist Charisteas aber gerade weggelaufen …

    Und es ging nie mit einem Wort darum, ins Aus geschlagenen Bällen Gelbe Karten folgen zu lassen. Es geht um Bälle, die ausschließlich(!) mit der Absicht(!) ins Aus gespielt wurden, das Spiel zu unterbrechen. Da ich kein Jurist bin, kann ich so was nicht abschließend formulieren. Ich denke aber nicht, dass das für den Experten eine Schwierigkeit wäre.

  17. erz am 25. April 2009, um 09:50 Uhr

    Richtig, 4 Minuten sollen ja auch weh tun. Wenn du nicht behandlungsbedürftig verletzt bist rollst du dich halt 10, meinetwegen auch 20 Sekunden herum. Dann muss aber auch gut sein! Memme! Da brauchst du nicht auf den Schluck auf der Wasserpulle und das Eisspray als Zaubertrank warten. Wenn du meinst, das brauchst du, dann kannst du auch zur Seitenlinie humpeln. Aber liegen bleiben und Zeit schinden ist vorbei. Und wenn du länger liegen bleibst, hast du dir eine ausführliche Untersuchung durch deinen Doc redlich verdient.

    Im American Football gibt es intentional grounding. Das ist auch eine Pein, zu entscheiden wann ein Pass nur zu unpräzise war und wann er mit Absicht ins Nichts wirft. Und deren Regelsystem ist viel ausbalancierter als das des Fußballs.

    Die Crux an deinem Vorschlag bleibt, dass du Fairplay aus der Eigeninitiative des Spielers bestrafen willst und das halte ich für wenig hilfreich, zumal man die eigentliche Ursache der Spielverzögerung beseitigen könnte: Dass es sich lohnt, zu simulieren.

  18. Dülp am 25. April 2009, um 16:48 Uhr

    Die Notwendigkeit der gelben Karte für Ins-Aus-Spielen sehe ich nicht. Es würde reichen, wenn man sich wie in Spanien darauf einigt, diese Art des Fair Plays abzuschaffen.

    Viel wichtiger fände ich es, die Schauspieler konsequent zu bestrafen. Ich glaube, ein Schiedsrichter kann gut einschätzen, wann ein Spieler markiert und wann er wirklich verletzt ist und behandelt werden muss. Bei taktischen “Verletzungen” muss einfach jedes Mal die gelbe Karte gezeigt werden.

    Und für einige Aktionen sollte es auch konsequent Rot geben. Zum Beispiel für klare Schwalben im Strafraum. Oder für einen Rückwärts-Salto, nachdem man vom Gegenspieler leicht geschubst wurde. Das sind alles grobe Unsportlichkeiten, genauso schlimm wie z.B. einen Beleidigung.

    Wenn man das eine gewisse Zeit durchgezogen hat, dann erledigt sich das Thema von selbst.

    Und ja: Es würde einige Grenzfälle geben und manch einer würde zu Unrecht bestraft. Aber das ist im Moment ja andersrum genauso: Das werden Spieler wegen Micky-Maus-Remplern vom Platz gestellt.

  19. Torsten Wieland am 25. April 2009, um 22:20 Uhr

    Es würde reichen, wenn man sich wie in Spanien darauf einigt, diese Art des Fair Plays abzuschaffen.

    Ja, wenn eine solche Aktion fruchten würde, könnte ich prima auf meine Forderung nach Gelb verzichten. Ich denke, dass man hierzulande die Spieler zu entsprechendem Verhalten zwingen muss, lasse mich aber gerne eines besseres belehren.
    Nochmal: Mir geht es nicht um die Bestrafung, mir geht es darum, dass das Spiel immer flott weitergeht.

  20. Dülp am 25. April 2009, um 23:18 Uhr

    Ich glaube nicht, dass man sie dazu per Bestrafung zwingen muss. Es ist einfach eine tradierte Verhaltensweise, die sozial erwünscht ist. Würde dieses einmal (mehr oder weniger) offiziell für beendet erklärt, macht es keiner mehr.

    Keiner kickt den Ball aus Mitleid ins Aus, sondern aufgrund des sozialen Drucks.

  21. Mahqz am 27. April 2009, um 22:22 Uhr

    Nicht ganz passend zum Thema, aber immerhin der passende Verein. Herzlich willkommen auf Werkself.de ;-)

  22. Torsten Wieland am 27. April 2009, um 22:41 Uhr

    @Mahqz: Also “Rang” im Profil stimmt überhaupt nicht (”Bayer 04 Fan”) und freigeschaltet bin ich auch noch nicht, aber trotzdem danke ;-)

  23. Tobi am 28. April 2009, um 08:35 Uhr

    Wollte noch gerne antworten. Mit deiner Meinung am 25.04. um 22:00 kann ich auch sehr gut leben und im Grunde wollen wir glaube ich beide das gleiche.

  24. Mahqz am 28. April 2009, um 12:43 Uhr

    Ja Freischaltung ist wohl nervig, aber der Name kam mir als begeisterter Leser deines Blogs doch direkt bekannt vor und siehe da, die eingetragene “Website” passte. :-)

  25. heinzkamke am 3. Mai 2009, um 16:04 Uhr

    kurz zum Thema Spanien:

    ich habe gestern nicht sehr viel vom Clasico zwischen Real und Barca gesehen. In den etwa 20 Minuten, die ich in Summe live sah, spielte jedoch Barcelona zweimal den Ball ins Aus, als ein Reals-Sieler am Boden lag.

    So ganz scheint sich die in verschiedenen Kommentaren angesprochene Vorgehensweise auch dort noch nicht durchgesetzt zu haben.

  26. heinzkamke am 3. Mai 2009, um 16:15 Uhr

    “Real-Spieler”, klar.

  27. Netto statt Brutto : Königsblog am 14. Mai 2009, um 20:31 Uhr

    [...] knapp 3 Wochen haben wir hier darüber diskutiert, wie man im Fußball mit den vielen Verletzungsunterbrechungen gegen Ende eines Spiels so [...]

  28. Indianer kennen heute Schmerzen « Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus am 19. Mai 2009, um 09:27 Uhr

    [...] Kommentar die Härte des Fußballspiels erläuterten. Das erinnerte mich an ein Thema, das im Königsblog Torsten Wieland unlängst aufgegriffen [...]

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