Au revoir FC Ribéry

Welch ein Spiel! Welch ein Glücksgefühl! Welch ein Spaß!
Als Schalke zur Halbzeit 1:0 führte schickte ich eine SMS an Freunde:

Cool oder? Boah, wär dat geil. Garnicht wegen Hoffnung auf einen UEFA-Cup-Platz. Einfach für’s Gefühl!

Und so ist es jetzt. Es fühlt sich einfach gut an.

Es fühlt sich gut an, wenn sich die Großkopferten aus München an einem die Zähne ausbeißen. Sicher waren die Roten überlegen. Sicher hat Schalke zum Schluss gemauert. Aber Quid pro quo! Im Hinspiel war Schalke die klar bessere Mannschaft, Bayern machte aus nichts zwei Tore und gewann das Spiel. Diesmal war es eben umgekehrt.

Und es war ja nicht so, als hätten die Bayern zig Großchancen gehabt. Ein paar Weitschüsse. Ein paar Bälle, die unberührt durch den Strafraum segelten. Ein paar sich aufhebende Fehlentscheidungen Fandels, wie der nicht gegebene Strafstoß nach Sanchez’ Handspiel und der nicht gegebene Freistoß nach dem Foul an Neuer zuvor.

Ansonsten hatten die Knappen die Bayern gut im Griff. Und Schalkes Tor fiel natürlich nach einer Pander-Ecke, der einzigen im Spiel. Wären die sonstigen Ecken des FC Schalke 04 nicht allesamt links auszuführen gewesen, man hätte auch noch höher gewonnen. Aber wir wollen zufrieden sein.

Insbesondere auch, weil zu triumphieren dann besonders viel Spaß macht, wenn man 93 Minuten lang parteiisches Geblubber ertragen musste. Was Marcel Reif für Premiere leistet ist ein Hohn. Sein Kommentar ist aller FC Bayern-TV-Ehren wert. Und es ist sicher kein Zufall, dass der Mann in einem Werbefilmchen gemeinsam mit Franz Beckenbauer und Luca Toni herumspaßt. In seinen Augen ist der FC Bayern das Maß aller Dinge, also braucht es einen Kommentar aus Sicht derer. Nun aber wird es Zeit, dass sich Herr Reif einem anderen Leitbild zuwendet. Schalke sei dank.



20 Kommentare zu “Au revoir FC Ribéry”

  1. Oliver Fritsch sagt:

    Neuers Eckfahnen-Aktion war das i unter dem Tüpfelchen (oder so)

  2. Aquii sagt:

    Yo, die Leistung eines Herrn Reif veranlassen mich jedes mal dazu den Ton sofort abzudrehen. Es ist schon seit Jahren nicht mehr auszuhalten.

    Der Haus- und Hofreporter im nationalen des FC Bayern und bei internationalen Spielen des AC Milan.

  3. Torsten Wieland sagt:

    Neuers Aktion war frech.
    Kein 3-Punkte-Sieg wird je aufwiegen können, was dem FC Schalke 04 anno 2001 widerfahren ist, und was der FC Bayern dereinst nur bedingt beeinflusst hat.
    Aber diese Aktion war das Zeichen, dass andere auch … dass also der FC Bayern mittlerweile ein wieder sehr normaler Club ist, ohne irgendwas magischem … irdisch, ohne Titel am Ende der Saison.

  4. Enno [welt-hertha-linke] sagt:

    Das neue Leitbild wird dann wohl Hertha sein! Hehehe…

    Deine Wette nehme ich übrigens an. Ich denke grad noch über den Einsatz nach und werde morgen antworten.

    So oder so, gehört Schalke heute der Dank! Klasse Leistung!

  5. tumulder sagt:

    Sehr schön Thorsten. Allein diese Arroganz eines Uli Hoeneß, der tatsächlich glaubt mit 2,33 Stürmern Bundesliga, Pokal und ein wenig die Champions League zu meistern. Pahh, tat das heute gut.

  6. Nedo sagt:

    Neuers Aktion war göttlich. Sollte Bayern tatsächlich nicht Meister werden und ein Umbruch eingeläutet werden, ist diese Aktion ein Symbol. Schon seit Jahren finde ich es zum kotzen, dass jeder Trainer und Verein vor der Saison Bayern als Meister nennt. Gut, Cottbus braucht man nicht auf den Zettel schreiben. Aber als Top-Team ala (vor der Saison) Bremen, Schalke, HSV muss man einfach sagen „Meister werden wir.“ Vielleicht ist Neuers Aktion ein Symbol dafür, dass es in Zukunft weniger Respekt und Abstand zu den Bayern gibt. Denn die Meisterschale muss nicht standesgemäß nach München.

  7. Rainer Edelmann sagt:

    …zu Marcel Reif (Erinnerung an Barcelona und sein Auftauchen beim Schalker Abschlusstraining):

    „O-oo-ho! Fahr´doch nach Getafe! Da spielt Dein Verein!“

    …zu Neuer: Danke! Sicher nicht zu vergleichen mit 2001, dennoch, für mich: Case closed.

  8. sequencer sagt:

    Ja der Herr Reif, ich habe extra nicht auf Stadionton umgeschaltet und wurde nicht „enttäuscht“.
    Rafinha, an dem er sonst kein gutes Haar lässt, jetzt aber irgendwie bei den Bayern im Gespräch, ist in den ersten Minuten der einzig erwähnenswerte Schalker Spieler, dass Duell mit Ribéry immer sehenswert. Und wenn Farfán auf Tor zu läuft kann man schon mal eine anderen Namen rufen.
    Die Aussage von Beckenbauer nach dem Spiel, nach einer Analyse von Reif weil sich scheinbar kein Bayernoffizieller stellen wollte, irgendwie sowas wie: „Der sieht ja auch richtig mitgenommen aus, wird am Ende nicht auch noch ein Fan sein.“ ist ja auch deutbar.

    Aber das war nur eine Randerscheinung eines tollen Spiels. Und Manuel Neuer hat gezeigt das er ihn hat, diesen gewissen Tacken an Wahnsinn, den einen guten Torhüter ausmacht. Großartige Aktion.

  9. Martin sagt:

    Ich teile Deine Meinung zu Reif, der Bayern-affine Teil meines Umfelds findet ihn aber ebenfalls unsäglich, weil er immer gegen die Bayern kommerntieren würde (was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann). Interessante Sichtweise…

  10. zechbauer sagt:

    Also Herrn Reif eine „Nähe“ zu Bayern München zu unterstellen ist ja wirklich lachhaft. Vielleicht hilft mal Zuhören, wenn Herr Reif Bayern-Spiele kommentiert, bei denen man die Ohren nicht gerade durch den eigenen Vereinsschal umwickelt hat (wie war das noch in Barcelona?).

  11. tumulder sagt:

    wie war das noch in Barcelona? Ja da gab es ja auch nichts mehr schön zu reden. Mal ehrlich, wie kann man eigentlich an Reifs Liebe für die Roten zweifeln? Das wäre ungefähr genauso, als ob man Manni Breuckmann zum Dortmundfan erklären würde, nur weil er von einem schlechtem Schalker Spiel redet.

  12. Manfred sagt:

    Neuer ist sowieso schon großartig, das mit dem Wahnsinn ist Bonus;-).

  13. TheBigEasy sagt:

    @tumulder wg.
    „Mal ehrlich, wie kann man eigentlich an Reifs Liebe für die Roten zweifeln?“

    Da hast du schon Recht, aber anders als du denkst. Reif ist seit frühester Jugend ein ROTER Teufel und dies nach wie vor.

    Was unseren Club betrifft, reiht er sich maximal in die Garde derjenigen ein, die sich im Erfolgsfall um den FC Bayern scharen.

    Schöne Grüße aus München! ;-)

  14. tumulder sagt:

    @TheBigEasy
    Das ist ja sein Problem, er muß ja seine Liebe zum Stern des Südens verheimlichen, da er sonst bei jedem Heimurlaub Ärger mit seinen Homies bekommt.^^

  15. blogundweiss.de sagt:

    Genau aus diesem Grund wird bei uns zu Hause immer der Kommentar ausgeschaltet und die Stadionathmosphäre genossen! Reif ist nicht akzeptabel…

  16. Andy sagt:

    Fakt ist mal das Reif immer sehr schnell anfängt auf allem und jedem rumzuhacken, der bei drei nicht auf den Bäumen ist. Und ja, seine „Leistung“ am Samstag war unsäglich, wie viele andere davor. Aber das gilt doch irgendwie für alle Kommentatoren, oder? Also ich höre keinen mehr gerne. Ich finde diese Form der Kommentierung mehr als überholt. Da ich aber meist „public“ schaue, habe ich oft nicht die Wahl.

  17. Torsten Wieland sagt:

    Dass Marcel Reif einst für den FCK gespielt hat und somit ein „Lauterer“ ist, ist bekannt. Trotzdem hat er (auch) das Spiel am Samstag „aus Bayern Sicht“ kommentiert, wieso auch immer, und so was stößt auf, nicht nur mir.

    Das er gerne betont kritisch kommentiert kann ich auch unterschreiben. Meines Erachtens sieht er sich längst mehr als Kritiker denn als Kommentator, was tatsächlich auch dadurch befeuert wird, dass er häufig vor Champions League-Spielen gemeinsam mit dem Experten und dem Moderator seine Sicht der Dinge preisgeben darf. Diesen Status hat bislang ansonsten kein Journalist erreicht. Ich denke, er sieht sich viel mehr als Befragter, denn als Fragesteller, und Kritiker haben in der Regel unzufrieden zu sein.

  18. Matthias sagt:

    Über Reif kann man sich regelmäßig aufregen, am Samstag hatte es dann allerdings wieder ein Maß erreicht, das selbst für Reif’sche Verhältnisse ein „Glanzlicht“ war. Sehe ich ganz genauso. Um die 60. Minute herum forderte mich mein mit mir schauender Kumpel auf, den Ton auf Stadion-Atmo umzustellen. Aber wir einigten uns nach kurzer Diskussion darauf, dass wir uns beim Stande von 1:0 für Schalke wenigstens über irgendetwas aufregen wollten. Der lustige Höhepunkt kam in der 80. Minute, in der ich meine näher am Kühlschrank sitzende Freundin bat, mir doch bitte noch ein Bier zu geben. „Du säufst zu viel!“ herrschte mich Marcel Reif daraufhin an und ich verschob das Bier bis auf nach den Schlusspfiff…

    Reifs Hauptproblem ist die WM 1994. Damals war er der einzige Reporter, der es wagte, Kritik am amtierenden Weltmeister zu üben. Völlig zu Recht, übrigens. Doch wurde er dafür derart gelobt, dass er seitdem nur noch schlechte Fußballspiele sieht. Manchmal kommt es mir so vor, als stünde für Reif längst nicht mehr das Spiel an sich im Vordergrund, sondern die Vermittlung seiner ureigenen Meinung.

    Eines hat er jedoch zweifelsohne erreicht: Er, der eigentlich nur Transporteur von Fußballnachrichten sein sollte, ist mittlerweile selbst zu einem festen Bestandteil des großen Zirkus‘ geworden. Wie gering sein Abstand zu den Akteuren auf dem Feld und in den Vorständen geworden ist, zeigte sich ebenfalls am Samstag, als er sich in der Mixed-Zone vor der Sponsorenwand des FC Bayern minutenlang interviewen ließ. Früher gaben Sportreporter ihre Meinung als kurzes Fazit gegen Spielende von ihren Reporterplätzen aus ab. Bei Marcel Reif muss es hingegen schon ein Exklusiv-Interview mit der branchenüblichen Hintergrundgestaltung sein.

  19. zechbauer sagt:

    Jaja, der Reif ist schon der „Star“ unter den Sportjou… Sportreportern. Wenn der vorfährt, dann geht gefälligst beiseite. Das war schon Mitte der Neunziger so. Manche sollten einfach irgendwann nur noch Bücher schreiben, und den Job an den Nagel hängen.

  20. TheBigEasy sagt:

    @tumulder
    Der war gut, wenn auch nicht wahr.

    @zechbauer
    Weise Worte.

    @Torsten
    Stimmt.

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