Wenn es in der 86. Minute schon 3:3 steht, es dann in der 90. plötzlich erst 4:4, dann 3:4, dann nochmal 3:3 und beim Schlusspfiff wieder 4:4 steht, dann ging es für einen Ticker vielleicht doch ’ne Spur zu flott.
Dritter Sieg im dritten Spiel unter Büskens, Mulder, Reck. Die Stürmer treffen wieder, die Mannschaft rennt auch nach einer 1:0 Führung weiter. Jones omnipräsent, Panders Fuß darf wieder wirken, die Abwehr hält. Alle drei Spiele zu null und zuletzt wurde nichtmal mehr Orlando Engelaar ausgepfiffen! Toll! Toll! Toll!
Aber eigentlich geht’s jetzt erst los. Die drei Siege gegen die 15., 17. und 18. der Tabelle durfte man erwarten, dazu braucht es keine Arroganz. Und es braucht auch keinen Pessimismus um zu wissen, dass keine Zeitung mehr einen Rentenvertrag für Büskens & Co. fordert, falls Schalke bei den Bayern und gegen Leverkusen verliert.
Alles lief schief in dieser Saison und alles soll neu werden in der nächsten. Schwer zu schlucken hatte man, was wird weiß kein Mensch. Das Angenehme an der Situation ist, dass Mike Büskens glaubhaft vermittelt, dass ihm das alles am Arsch vorbei geht. Nie habe ich einem Trainer mehr geglaubt, wenn er gesagt hat, dass er nur auf das nächste Spiel schaue. Ich bin bemüht, es ihm nachzutun!
Zu wenig Magie für eine „Magische Zahl“, und einen Restprogramm-Vergleich erspare ich mir auch. Noch sechs Spiele. Noch drei Heimspiele, zu denen ich gehen darf. Vielleicht nochmal was feiern, dabei, danach. Und wenn nicht? Dann ist’s auch schon egal. Dann treffen wir uns in der nächsten Saison eben alle wieder.
Gestern wurde Reiner Calmund beim Betreten der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 gesehen. Entgegen aller Spekulationen war er allerdings lediglich vor Ort, um für seine Webseite calli.tv ein Interview mit Peter Peters aufzunehmen. Dabei ging es natürlich auch um den vakanten Managerposten. Und den Äußerungen Peters’ zu Folge ist wohl keine „schnelle Lösung“ mehr zu erwarten:
Für mich ist das eine neue Erfahrung. Bislang haben wir immer einen Manager gehabt und jetzt haben wir über zwei, drei Monate eben keinen Manager. Ich denke, der Zustand, dass wir keinen Manager haben, wird im Sommer beendet sein.
Bis zum Sommer ist’s noch eine Weile. Vor gut fünf Wochen wurde Andreas Müller beurlaubt. In gut fünf Wochen ist die Saison vorbei. Stellt sich die Frage, welcher Fußballfachmann sich für den FC Schalke 04 konkrete Gedanken über die angeblich bevorstehende Umstrukturierung des Kaders macht.
Das aktuelle Trainerteam nicht. Jedenfalls druckst Mike Büskens stets ziemlich herum, wenn er auf eine Beteiligung an Entscheidungsprozessen im Verein angesprochen wird. Vielmehr betont er gebetsmühlenartig, dass die Managerfindung für den Club die wichtigste und dringlichste Entscheidung überhaupt sei, mit der tunlichst alles Weitere beginnen sollte:
Wir warten ja alle auf denjenigen. Ich habe schon tausendmal gesagt, je schneller man diese Personalie abarbeitet, umso besser ist es. Aber sie ist noch nicht 100%ig abgearbeitet und deswegen wurde sie noch nicht verkündet.
Ob der Formulierung „nicht 100%ig“ wurde gleich spekuliert, dass es vielleicht bereits eine 90%iger Entscheidung geben könnte … Tatsächlich aber verweisen sowohl Büskens als auch Peters direkt oder indirekt darauf, dass Clemens Tönnies die Managersuche zur Chefsache erklärt hat. Ob beide etwas oder beide nichts, ob überhaupt noch irgendjemand auf Schalke irgendetwas weiß? Man weiß es nicht.
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Hier nun das Calmund-Interview mit S04-Geschäftführer Peter Peters. Alleine Peters’ Mimik bei Calmunds Monologen ist die 8:32 Min wert.
Und hier noch Mike Büskens, bei der gestrigen Pressekonferenz zum Spiel gegen Energie Cottbus, via Radio Emscher Lippe:
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Über Netzer wurde sich unterhalten, über dessen Klinsmann-Bashing, und dass der Kolumpräkai wohl gesagt hat „Günter, mach’ Du mal, ich will nicht schon wieder.“ Netzer war doch dereinst Manager des HSV. Doch wie lange? Von 1978 bis 1986, gute Güte, so lange, das hatte ich nicht in Erinnerung. Die starke Zeit des HSV. Als auch Kevin Keegan dort spielte. Wann war das nochmal? ’78 bis ’80, war ein riesen Ding damals, ich kann mich noch daran erinnern, dass es bei uns anne Bude Comics mit „Mighty Mouse“-Storys gegeben hat. In Duisburg, dessen Held eigentlich anders aussah.
Als der HSV in Athen den Landesmeisterpokal gewann war Keegan nicht mehr dabei. Aber Netzer als Manager. Und Horst Hrubesch, der den HSV danach aber verlies. Hrubesch, einer der beeindruckendsten Stürmer meiner Fußball-Kindheitserinnerungen. 136 Tore in 224 Bundesligaspielen. Bestimmt alle mit’m Kopp. Und in der 2. Bundesliga Nord, 1977/78, 42 Tore in 35 Spielen für Rot-Weiss Essen. 42 von 82 Essener Toren. Aufgestiegen sind die trotzdem nicht. Auch noch nicht 3 Jahre später, als Frank Mill in 38 Spielen 40 der insgesamt 99 Essener Tore erzielte. In dieser Saison und in dieser Liga schoss Hertha BSC in 42 Spielen 123 Tore – und stieg auch nicht auf. Unglaublich.
Andrej Voronin wird wieder verschwinden. Ob nach dieser Saison oder später wird man sehen. Sein Tritt, in Hannover am letzten Samstag, wird bleiben, geht als Auslöser der tausendsten Roten Karte in die Bundesligageschichte ein. Gut so.
Keine pisselige Trikotzupfernotbremse. Kein ekeliges Gegneranrotzen. Keine brutale Bremse, für die selbst Rot noch zu harmlos gewesen wäre. Kein Vergehen, welches eine Verletzung nach sich gezogen hätte, des Körpers oder der Ehre. Nichts worüber es etwas zu lamentieren gäbe.
Ein knackiger Tritt! Aus Verzweiflung, aus Frust, über das Ergebnis, über Scheiße am Hacken. Ehrlich und direkt. Nicht versteckt. Von einem guten Fußballer, der nicht als besonders unfair bekannt ist. Der sich einfach hinreißen ließ, von diesem fast aufreizend daherlaufendem Gegnerbein.
Fast schön. Ein Muster-Rot. Sowas sollte festgehalten werden, nicht nur in diesem Blog. Vielleicht bekommt es ja mal eine Notiz, eine Plakette, im „Deutschen Fußballmuseum“, wenn es ein solches denn mal geben wird, in der Stadt mit Deutschlands bekanntestem Fußballstadtteil, oder irgendwo weiter östlich.
Der Fußball-Tempel auf den Berger Feld sonnendurchflutet. Eine leuchtend blau und weiß gekleidete Gemeinde. Der Trainer, in seiner Dreifaltigkeit Büskens – Mulder – Reck, stand im ökumenischem Hellgrau dem Treiben vor.
Es ging darum, die Feier der Wiederauferstehung des FC Schalke 04 begehen. Ein Teil der Liturgie war ein Sieg gegen den Karlsruher SC. Weiterhin ist der Club unter diesem Trainer unfehlbar. Es war gar der 7. Sieg ganz ohne Besudeln durch den Gegner. Und als drei Minuten vor Schluss auch noch der Messias der Fangemeinde eingewechselt wurde, war auch ohne akutem Wunder die Glückseligkeit perfekt.
Also stimmen die Propheten in den Chor mit ein, sehen Schalke endlich wieder kämpfend, eine Aufholjagd führend, auf dem Weg nach Europa.
Ganz leise zwar, aber dennoch überhaupt, gibt es auch kritische Stimmen. Dass Schalke gegen den KSC einfallslos und mit wenig Drang gespielt hätte wird bemäkelt. Oder dass es kaum Kombinationen gegeben hätte. Es wird geunkt, dass solch Spiel auch in den dunklen Zeiten, unter dem letzten Zeremonienmeister, zu sehen gewesen wäre. Pharisäer?
Der Wechsel zwischen Dunkel und Licht ist das Leben. Auch das Schalker Volk wird wieder um ein goldenes Kalb tanzen. Ostern ist das Fest des Lichtes! Lasst uns feiern und Eier essen.
Den hatte ich aber schneller in Erinnerung.
Wieder so’n Talent. Glaubt er kann schon alles. Ziemlich egoistisch. Der dribbelt sich doch viel zu oft fest! Der hätte sich erstmal neben einem erfahrenen Spieler wie Lincoln entwickeln sollen. Der muss erstmal ruhig aufgebaut werden, sonst ist der flott verheizt.
Alle so "leidenschaftlich" RT @Heike186: Seid ihr BVB Fans alle so wie die in der ARD? | vor 15 Stunden
Meine Güte, wat haben sie sich denn das für eine Borussin in die Sendung gestellt?! Da gibbet doch auch normale.. #Plasberg| vor 15 Stunden
Ich denke, Jack Wolfskin wird für Rensing noch 'n Berg frei haben. | vor 15 Stunden
RT @mapu_de: Hätten mal die Bayern-Fans kurz nach dem Müller-Tor das Spielfeld gestürmt. Dann wäre der FCB jetzt CL-Sieger! | vor 20 Stunden
Im Bus, es holpert, Schlaglöcher in der Straße. Ältere Dame hinter mir, zu ihrem Mann "Tja, so ist dat, da soll die Frau Kraft mal ansetzen" | vor 20 Stunden